Sanierung am laufenden Band

Gullys für ein DHL-Logistikzentrum

Betriebsunterbrechungen sind an diesem Ort undenkbar. In den Hallenschiffen des DHL-Logistikzentrums Hannover laufen die Sortieranlagen und Förderbänder 24 h am Tag. Doch Undichtigkeiten der u-förmigen Flachdachfläche erforderten ein schnelles Handeln. Sanierungsgullys zeigten sich als praktikable Lösung.

Die Zeit lief. An vielen Stellen der weitläufigen Dächer der Verlade- und Packhallen war bereits die Wärmedämmung beeinträchtigt. Feuchtigkeit wurde von innen sichtbar und an manchen Stellen tropfte es schon. Die Herausforderung war, die Sanierung von insgesamt 22.000 m2 Flachdachfläche während des laufenden Betriebs zu bewältigen, also ausschließlich von oben, vom Dach aus. 

Ursachenforschung und Patentlösung

Eine Überprüfung der bestehenden Entwässerung ergab: Die Anschlüsse an das druckbeaufschlagte Rohrsystem waren noch in Ordnung. Ursache der Undichtigkeiten waren alte Dachgullys, die...

Die Zeit lief. An vielen Stellen der weitläufigen Dächer der Verlade- und Packhallen war bereits die Wärmedämmung beeinträchtigt. Feuchtigkeit wurde von innen sichtbar und an manchen Stellen tropfte es schon. Die Herausforderung war, die Sanierung von insgesamt 22.000 m2 Flachdachfläche während des laufenden Betriebs zu bewältigen, also ausschließlich von oben, vom Dach aus. 

Ursachenforschung und Patentlösung

Eine Überprüfung der bestehenden Entwässerung ergab: Die Anschlüsse an das druckbeaufschlagte Rohrsystem waren noch in Ordnung. Ursache der Undichtigkeiten waren alte Dachgullys, die teilweise in Schieflage geraten waren. Da es sich hier um ein Druckströmungssystem handelt, galt es eine Lösung zu finden, die die Ablaufleistung der DSS-Bestandsanlage nicht minderte. 

Die Problemlösung kam in Form einer Topfsanierung mit Sanierungsgullys der „SitaSani“-DSS-Serie. Der Vorteil war, dass die Bestandgullys im Dach verbleiben konnten und direkt in den alten Topf hinein saniert wurde. Eine kostengünstige Sanierungs­variante, die den Bauherrn, die DHL Delivery Hannover GmbH, und den Generalbauunternehmer überzeugte. Entscheidend für den Zuschlag war zudem, dass die Abmessungen der Sanierungsgullys der DSS-Serie perfekt zum Durchmesser der Altgullys passten. 

Miteinander von alt und neu 

Dort, wo die 120 mm hohe Mineralfaserdämmung durchfeuchtet war, wurde sie ausgetauscht. Auch die Töpfe der schadhaften Altgullys wurden ausgebaut. Gully für Gully erfuhr nun ein Upgrade durch „SitaSani 160“, die speziell für die Sanierung bestehender DSS-Anlagen entwickelt wurden. Insgesamt 90 dieser Sanierungsgullys wurden auf dem weitläufigen Flachdach eingesetzt. Da die Rohranschlüsse noch funktionstüchtig waren, kam in Hannover das System zur Topfsanierung zum Einsatz. Mit einer Stutzenlänge von 200 mm ragen die Sanierungsgullys tief genug in den Bestandsaufbau, um kritische Anschlussstellen sicher zu überbrücken. Multikompatibel mit fast jedem Dachgully­fabrikat passten sie mit einem Stutzendurchmesser von 160 mm lückenlos in den alten Gullytopf.

Dichtung erfolgsentscheidend

Eins der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Element in der Leistungskette sind die Dichtungen. Um eine dichte Gesamtkonstruktion zu garantieren, ist die Überprüfung der Bestandsdichtungen von größter Wichtigkeit. Bei herausnehmbaren Dichtungen empfiehlt sich generell, die alten Dichtungen durch neue zu ersetzen. Einerlei ob vorhandene oder mitgelieferte Dichtung, die Funktionstüchtigkeit muss bauseits anhand der vorgefundenen Situation eigenverantwortlich auf Dichtigkeit überprüft werden.

Auch in Hannover wurden die vorhandenen Dichtringe durch neue ersetzt – diese sind bei Sanierungsgullys von Sita standardmäßig installiert. Die mehrlippige Konstruktion der Dichtungen gewährleistet eine Rückstausicherung bis zu einer Wassersäule von 2 m. Dadurch ist die Dichtigkeit des Gesamtsystems garantiert, sollte es doch mal zu einem Rückstau im Leitungssystem kommen.

Volle Ablaufleistung

Wird der Gullyquerschnitt verkleinert, vermindert sich normalerweise auch die Ablaufleistung. Die hohe Leistungsfähigkeit des Sanierungsgullys mit dem „SitaAirstop“ macht den minimalen Querschnittverlust aber wieder wett. Der „SitaAirstop“ verhindert die durch die „Coriolis-Kraft“ (Wirbelbildung) verursachte Lufteinführung und unterstützt die Vollfüllung der Rohre. Mit dem Wirbel würde Luft in der Mitte des Ablaufs eingesogen werden, so dass dadurch die Ablaufleistung verringert wird. So leistet dieses kleine Funk­tions­teil einen wesentlichen Beitrag, den Unterdruck und die hohe Fließgeschwindigkeit sicherzustellen, die DSS-Anlagen so effizient machen. Die Corioliskraft ist eine Schein- oder Trägheitskraft, die auch dafür verantwortlich ist, wie herum sich Tief- und Hochdruckgebiete auf der jeweiligen Erdhalbkugel drehen. Damit hat sie beispielsweise auch einen maßgeblichen Einfluss auf unser Wetter.

Anschluss nach Wunsch

Während die Wärmedämmung nur in den durchnässten Bereichen erneuert wurde, erhielt das gesamte Dach eine Neueindeckung mit der PVC-Dachbahn „Sika Plan 15 G“. Um absolute Materialkompatibilität sicherzustellen, wurden die Sanierungsgullys mit einer ange-
schäumten Wunschanschlussmanschette aus „Sika Plan 15 G“ ausgestattet. Nachdem der Gullykragen kreuzweise mit Tellerbefestigern im Untergrund fixiert war, folgte die Verlegung der Dachbahn, die mit der Wunschanschlussmanschette homogen verklebt wurde. Getoppt mit dem „SitaAirstop“ und geschützt mit einem Kiesfang sorgen jetzt 90 „SitaSani“-DSS-Sanierungsgullys dafür, dass in den weitläufigen Logistikhallen alles ohne störenden Wassereinbruch laufen kann. 

Fazit

Die Sanierung des undichten Flachdaches des DHL-Logistik­zentrums wurde immer wieder verschoben, so lange, bis es wirklich nicht mehr tragbar war. Durch die Topf-in-Topf-Sanierung ergab sich die Möglichkeit, in die alten Gullys hineinzusanieren, ohne den Betriebsablauf zu tangieren. Das reduzierte Zeit, Kosten und Schmutz in den Logistikhallen. Während die Dachdecker tätig waren, liefen die Transportbänder in den Hallen ungestört weiter.

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