Stromverbrauch bis zu 705 TWh bis 2030 eingeschätzt

BEE begrüßt Pläne für nachhaltige Rechenzentren

Das Bundesdigitalministerium plant eine ambitionierte nationale Rechenzentrumsstrategie, derzufolge sich die Rechenkapazitäten bis 2030 gegenüber 2025 mindestens verdoppeln, die für Künstliche Intelligenz (KI) sogar vervierfachen sollen. Dabei sollen die Rechenzentren vollständig mit Erneuerbaren Energien versorgt werden.

Die Planungen sehen vor, dass die Versorgung der Rechenzentren vollständig über erneuerbare Energien erfolgen soll. Gleichzeitig soll die Abgabe von Abwärme durch eine Lockerung der gesetzlichen Vorgaben erleichtert werden. Um dies zu gewährleisten, plant das Ministerium, einen Dialog zwischen Rechenzentren und Energiebranche zu initiieren, damit Ausbauprojekte gemeinsam koordiniert und vorangetrieben werden können.

„Energieeffizienz und Abwärmenutzung sollen zentrale Bausteine der Strategie sein, wenn es um die Planung neuer Standorte [von Rechenzentren] geht“, sagt BEE-Präsidentin Heinen-Esser.
Bild: Clipdealer

„Energieeffizienz und Abwärmenutzung sollen zentrale Bausteine der Strategie sein, wenn es um die Planung neuer Standorte [von Rechenzentren] geht“, sagt BEE-Präsidentin Heinen-Esser.
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Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energien e.V. (BEE), sagt: „Wir begrüßen die Pläne des Bundesdigitalministeriums, eine vollständig erneuerbare und damit kostengünstige und sichere Energieversorgung für die Rechenzentren zu gewährleisten. Dadurch würde diese Zukunftsbranche nicht nur resilient aufgestellt, es entstünden gleichzeitig auch Synergien, von denen das System als Ganzes profitieren kann. Energieeffizienz und Abwärmenutzung sollen zentrale Bausteine der Strategie sein, wenn es um die Planung neuer Standorte geht. Der BEE sieht hier einen wichtigen Impuls zu einem Systemwandel in der wirtschaftlichen Energieinfrastruktur: Es wird eine ganzheitliche Strategie entwickelt, die Investitionen in digitale Souveränität mit einer nachhaltigen und resilienten Stromversorgung koppelt. Die anvisierte Einspeisung der produzierten Abwärme in die lokalen Wärmenetze hat gleichzeitig das Potenzial, die Wärmewende deutlich zu beschleunigen.“

Bereits jetzt mit entsprechenden Puffern planen

Die Rechenzentren-Strategie des Bundesdigitalministeriums verdeutlicht den wachsenden Strombedarf digitaler Wirtschaftszweige. Dieser zusätzliche Bedarf ist in den bisherigen Stromverbrauchsannahmen des BMWE bis 2030 – das einen Bedarf im Bereich von rund 600 TWh sieht – nach Meinung des BEE noch nicht vollständig abgebildet. Eigene Berechnungen des BEE gehen vielmehr von einem Stromverbrauch von bis zu 705 TWh bis 2030 aus, was sich in etwa mit den Empfehlungen im Monitoringberichts des BMWE, über den die tab berichtete, deckt. Da vor allem der Strombedarf für Rechenzentren perspektivisch spürbar anwachsen wird, empfiehlt der BEE, hier bereits jetzt mit entsprechenden Puffern zu planen.

„Ambitionierte Investitionen in Zukunftstechnologien können nur mit ambitionierten Ausbauzielen bei den Erneuerbaren erfolgreich umgesetzt werden. Die guten Ansätze der Strategie müssen jetzt mit konkreten Maßnahmen und einem belastbaren Zeitplan unterlegt werden. Der BEE steht bereit, seine Expertise in den vom Ministerium geplanten Dialogprozess zwischen Energiewirtschaft und Rechenzentrumsbranche einzubringen“, kommentiert die BEE-Präsidentin.

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