Erneuerung der Flachdachentwässerung

Sanfte Sanierung ohne Kollateralschäden

Wird das Flachdach saniert, steht auch die Überprüfung der bestehenden Flachdach­entwässerung an. Oft sind die Altgullys in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. Ein Ausbau ist ein schwieriges Unterfangen und bei manchen Dächern nicht ohne größere Kollateralschäden machbar. Sanierungsgullys bieten hier eine sanfte Problemlösung, die überdies noch besonders zeit- und kostengünstig ist.

Ein Flachdach unterliegt einem ganz normalen Alterungsprozess, forciert durch wechselnde Witterungseinflüsse und UV-Exposition. Spätestens, wenn Feuchtigkeit im Inneren des Gebäudes sichtbar wird, besteht dringender Handlungsbedarf. Viele Gebäudebesitzer nutzen die Gelegenheit zu einer energetischen Sanierung des Flachdachs. Manchmal wird nur die Dachhaut erneuert, aber meistens erfolgt gleichzeitig eine Optimierung der Wärmedämmung, was aufgrund der über die Jahre gestiegenen EnEV-Anforderungen auch ratsam ist.

Gullys als Wasserwächter

Immer stellt sich in dieser Phase die Frage nach dem...

Ein Flachdach unterliegt einem ganz normalen Alterungsprozess, forciert durch wechselnde Witterungseinflüsse und UV-Exposition. Spätestens, wenn Feuchtigkeit im Inneren des Gebäudes sichtbar wird, besteht dringender Handlungsbedarf. Viele Gebäudebesitzer nutzen die Gelegenheit zu einer energetischen Sanierung des Flachdachs. Manchmal wird nur die Dachhaut erneuert, aber meistens erfolgt gleichzeitig eine Optimierung der Wärmedämmung, was aufgrund der über die Jahre gestiegenen EnEV-Anforderungen auch ratsam ist.

Gullys als Wasserwächter

Immer stellt sich in dieser Phase die Frage nach dem Zustand der Dachentwässerung. Oft sind Altgullys im Laufe der Jahre in Schräglage geraten. Zeigt sich oben ein schiefgestellter Gully, kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass sich die Verbindung von Gullystutzen und Fallrohr im Untergrund gelöst hat, Dichtungen verrutscht sind. Oft ist dies schon die Ursache von Undichtigkeiten. Die Entscheidung, nur die Dachabdichtung zu erneuern, sollte gut überlegt werden, denn die sichere Anbindung einer neuen Dachbahn an vorhandene Dachgullys ist nicht ohne Tücke. Da Gullys eine Schlüsselfunktion in der Leistungskette dichter Flachdächer innehaben, sollten Bauherren hier nicht am falschen Fleck sparen. Sanierungsbauteile halten die Kosten überschaubar und die Sicherheit unter Kontrolle.

Topf- oder Rohrsanierung?

Ist die Entscheidung, die Gullys zu erneuern, getroffen, stellt sich die Frage nach dem Wie. Einen Altgully aus der Betondecke zu stemmen, ist immer mit Arbeits-, Zeit- und Kostenaufwand verbunden, und natürlich mit einer nicht unerheblichen Schmutz­belas­tung – auch in den darunterliegenden Räumen. Sanierungsgullys bieten hier eine Problemlösung ohne Kollateralschäden.

Wie tief geht der Schaden? Das ist eine der zentralen Fragen, die beantwortet werden muss. Bei einer Dachbegehung und Bestandssichtung zeigt sich schnell, ob nur der Gully erneuert werden muss, oder ob auch Teile des dachnahen Fallrohrs sanierungsbedürftig sind. Ist die Fallrohrkonstruktion noch in Ordnung, müssen lediglich die Gullys ersetzt werden. Mit den „SitaSani“-Gullys für die Gully-in-Topf-Sanierung wird einfach in den alten Gully hineinsaniert. Dabei verringert sich geringfügig der Topfdurchmesser des vorhandenen Gullys. Die erhöhte Entwässerungsleistung der Sanierungsbauteile mit den großen Einlauftöpfen macht den geringen Querschnittsverlust aber wieder wett. Muss auch der Anschluss des Fallrohres an den Altgully überbrückt werden, kommen die Sanierungsgullys für die Gully-in-Rohr-Sanierung zum Einsatz.

Mit Bauteillängen von bis zu 550 mm reichen die Sanierungsgullys tief in das defekte Bestandssystem hinein, so überbrücken sie Fehlstellen und auch dickere Wärmedämmpakete. Sinnvolle Zubehörteile, wie z.B. einbaubereite Dämmkörper, helfen, Arbeitszeit und Geld zu sparen. Die „SitaSani“-Dämmkörper im montagefreundlichen, quadratischen Format von 500 x 500 mm verfügen in der Mitte über eine vorgefertigte Profilierung zur passgenauen Aufnahme des Gullytopfes. Der Einsatz dieses Dämmkörpers kann bis zu 25 min pro Gullyeinbau ersparen. Darüber hinaus verfügen sie über hervorragende Dämmwerte von λ = 0,025 W/(m K).

Die Wahl des richtigen Sanierungsgullys

Je nach vorgefundener Sanierungssituation wird der Innendurchmesser des Topfes oder des Rohres gemessen. Darüber hinaus sind die erforderliche Bauteillänge und gegebenenfalls die Topfhöhe, die sich in Abhängigkeit zur Dämmstoffdicke ergibt, zu ermitteln. Aus diesen Maßen ergibt sich der passende Sanierungsgully. Beim Einbau stellt sich dann die Frage, wo gekürzt werden muss und wie viel des Stutzens abgeschnitten werden soll? Bei einer Topfsanierung wird das Maß von der Oberkarte der Dämmung bis zur Verjüngung des alten Gullytopfes gemessen.

 

Schrauben oder verschweißen? 

Prinzipiell gibt es zwei Techniken, Gullys an die Dachabdichtung anzuschließen. Erstens: Das Verschweißen bzw. Verkleben von Gullys mit Wunschanschlussmanschette. Diese Technik hat den Vorteil, dass der Polyurethangully bereits werksmäßig mit der Manschette verbunden ist, was eine hohe Sicherheit garantiert. Passend zur Dachbahn stehen die entsprechenden Wunsch­anschlussmanschetten zur Verfügung.

Die zweite Montagetechnik ist die Fixierung der Dachbahn mit einer Schraubflansch-Konstruktion. Diese bietet den Vorteil, dass der Gully bauseitig mit jeder beliebigen Dachbahn verbunden werden kann. Das bietet dem Dachdecker die größtmögliche Flexibilität.

 

Sicherheit einarbeiten

Wichtig ist es in jedem Fall, den Grundkörper sorgfältig mit dem Untergrund zu verbinden. Einem Schrägstellen des Aufstock­elementes bzw. des Sanierungsgullys, durch Relativbewegungen der Dachkonstruktion wird z.B. durch Verkleben oder mechanische Befestigung der Gullybauteile vorgebaut. Aber wegen oft unterschiedlicher Längenausdehnungen, Körperschallübertragungen und Schwitzwasserausfall dürfen die Bauteile nicht unmittelbar einbetoniert werden. Vor dem Einbetonieren sind sie mit einer Ummantelung zu schützen. Diese Aufgabe erfüllt auch der passende „SitaDämmkörper“ aus XPS (extrudiertes Polystyrol). Eine Sanierung ist auch die Gelegenheit, ein paar Aspekte zu kontrollieren bzw. zu korrigieren:

- Wurden die Durchdringungen bis 300 mm bei Stahltrapezprofil-Unterkonstruktionen durch ein Verstärkungsblech verstärkt? 
- Sind die Gullys im Tiefpunkt des Daches platziert?

Um eine ebene Dachfläche zu erhalten, die das Regenwasser ungehindert in den Ablauf führt, sind die Flansche der Gullys und Aufstockelemente in die Dämmung einzulassen. Ein vorprofilierter Dämmkörper kann diese Arbeit bzw. den passgenauen Einbau erleichtern.


Sanierung unter Druck

Besonders hohe Anforderungen stellt die Sanierung von Druckströmungssystemen. Saniert man in den alten Gully hinein, verringert sich geringfügig der Topfdurchmesser der Einzelgullys. Mit dem „SitaSani 160 DSS“ kommt hier ein Modell zum Einsatz, dass den minimalen Querschnittverlust durch hohe Leistungsfähigkeit wieder wettmacht. Serienmäßig ausgestattet mit dem „SitaAirstop“, wird die Lufteinführung verhindert. So werden der gewünschte Unterdruck und die hohe Fließgeschwindigkeit sichergestellt, die DSS-Anlagen so effizient machen.

Nachholbedarf bei der Notentwässerung

Eine Notentwässerung ist zwar laut DIN 1986-100 Pflicht, aber auf vielen Bestandsdächern sucht man sie vergeblich. Die Dachsanierung ist die ideale Gelegenheit, diesen Sicherheitsmangel zu beheben. Eine Notentwässerung muss immer frei auf schadlos überflutbare Flächen entwässern und darf nicht an die Fallrohre angeschlossen werden, die in die im Notfall sowieso überlasteten Grundleitungen führen. Die Vor-Ort-Situation bestimmt die Wahl des richtigen Bauteils, sie liefert die Kriterien, ob ein einfacher Speier ausreicht oder ein leistungsfähiger Attikagully gewählt werden muss. Die nur 98 mm flachen Gullys der „SitaIndra“-Serie empfehlen sich hier mit hoher Ablaufleistung, aber auch mit einer extrem flachen Bauweise, die die Integration des Bauteils in die Wärmedämmung erleichtert. Auch für die zeitgemäße Lüftung gibt es passende Sanierungsbauteile.

 

Finanzielle Unterstützung vom Staat

Wer soll das bezahlen? Das ist oft die erste Frage, wenn eine Sanierung ins Haus steht. Abgesehen davon, dass die Forderungen nach einer effektiven Wärmedämmung immer lauter werden, führt auch die Energieeinsparung nach der Sanierung auf lange Sicht zu einer teilweisen Refinanzierung.

Für eine Dachsanierung, die mit einer neuen, erweiterten Dämmung einhergeht, gibt es eine staatliche Unterstützung durch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Private sowie gewerbliche Bauherren können bei der energetischen Sanierung ihres Gebäudes zusätzliche finanzielle Mittel, beispielsweise durch die Förderprogramme der KfW-Bank, beantragen (siehe Infokasten). Wenn eine Sanierung auf dem Flachdach ansteht, weil „nur“ die Abdichtung und die Gullys erneuert werden müssen, sollte eine energetische Sanierung überprüft werden, um zusätzliche Fördermittel zu erhalten. Hier helfen Finanzierungspartner wie die örtlichen Banken weiter.

 

Fazit

Die beste Sanierung ist die, die durchgeführt wird, ehe Wasserschäden entstanden sind. Sie ist auch ein guter Zeitpunkt, den Bauherrn auf die Vorteile bzw. Bedeutung einer halbjährlichen Wartung hinzuweisen. Eine Dachbegehung, bei der ggf. fehlende Teile nachgerüstet werden und Verbindungen bzw. Schraubverbindungen überprüft werden, ist keine große Tat und kann der Entstehung von Folgeschäden vorbeugen. Ein saniertes und gut gewartetes Flachdach bringt nicht nur Energieeinsparung und Komfortgewinn, sondern auch Sicherheit in Zeiten, in denen das Wetter immer öfter verrückt spielt.

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