Regelungen zur Mischinstallation
Brandschutz bei BodenabläufenDie Regelungen zur Mischinstallation beeinflussen auch den brandschutztechnischen Umgang mit Bodenabläufen und Entwässerungsrinnen. Werden durchgängig nichtbrennbare oder brennbare Systeme verwendet, so ist lediglich darauf zu achten, ob die Einbausituation so im Verwendbarkeitsnachweis vorgesehen ist. Bei genauer Betrachtung wird klar, dass vieles, was in der Praxis täglich verwendet wird, so nicht in den Verwendbarkeitsnachweisen beschrieben ist. (z.B. Übergänge bei brennbaren Rohrsystemen innerhalb der Deckenkonstruktion) Beim Werkstoffwechsel innerhalb der Systeme sollte geprüft werden, ob die Anforderungen zur Mischinstallation eingehalten werden.
(DIBt-Newsletter 02/2012)
Was bedeuten die „neuen“ Anforderungen für die Abschottung von Bodenabläufen?
Zunächst einmal wird hier lediglich vom Anschluss von Rohren...
(DIBt-Newsletter 02/2012)
Was bedeuten die „neuen“ Anforderungen für die Abschottung von Bodenabläufen?
Zunächst einmal wird hier lediglich vom Anschluss von Rohren gesprochen. Doch häufig sind es gerade die Mischung von unterschiedlichen Werkstoffen (brennbar/nichtbrennbar, nichtbrennbar/brennbar) die im Bereich der Durchdringungen von Bauteilen oder Anschlüssen im Bereich der Bauteile, für die eine Feuerwiderstandsfähigkeit vorgeschrieben ist für eine „explosive“ Mischung sorgen und, wie Brandversuche bestätigt haben, die Feuerwiderstandsfähigkeit beeinträchtigen oder gar zum Versagen des Systems führen.
Gerade solche Mischinstallation prägen jedoch in hohem Maße im Bereich der modernen Entwässerung durch Bodenabläufe und Rinnen die Praxis.
Mal ist die Entwässerungsleitung aus Kunststoff und die Rinne bzw. der Bodenablauf sind auf metallischen Werkstoffen (z. B. Gusseisen oder Edelstahl) mal sind die Entsorgungsleitungen aus Guss dafür aber die angeschlossenen Abläufe aus Kunststoff.
Auch wenn zurzeit vom DIBt beim Thema Mischinstallation nur von Rohren gesprochen wird, ist die Frage, wie ein Richter dies nach einem Schadenfall im Prozess bewertet, höchst strittig.
Anschluss von Bodenabläufen in der Baupraxis häufig Mischinstallation
Die Frage lautet, ob nicht die Ausführungen des DIBt aus dem Newsletter 02/2012 auch auf den Anschluss von Bodenabläufen und Rinnen an Entwässerungssysteme anzuwenden sind. Somit würden diese Systeme automatisch zur Mischinstallation und würden einen Nachweis nach den Vorgaben des Newsletter 20/2012 erfordern (Bild 1).
Welche Anschlussvarianten im Bereich der Bodenentwässerung durch Rinnen und Bodenabläufe gibt es?
Bodenabläufe oder Ablaufrinnen werden entweder direkt durch die Decken (A) angeschossen oder abzweigend am Entwässerungsstrang oberhalb oder auch in dem Deckenbauteil (B) (Bild 2).
Ich unterscheide in meinen Ausführungen zwei Varianten, die Variante 1 (direkter Anschluss), bei der der Ablaufkörper bzw. die Ablaufrinne direkt mit der Entsorgungsleitung verbunden wird und die Variante 2 (indirekter Anschluss), bei der zwischen der Entsorgungsleitung und dem Ablaufkörper bzw. der Ablaufrinne noch ein Rohrstück oder Rohrverbindungsstück gesetzt wird.
A) Anbindung direkt durch die Decke (Tabelle 1)
1) Direkter Anschluss
2) Indirekter Anschluss
B) Anbindung abzweigend am Entwässerungsstrang oberhalb der Decke (Deckenstärke mind. 150 mm) (Tabelle 2)
1) Indirekter Anschluss, Bodenabläufe die oberhalb der Decke angeschlossen werden, werden in der Regel über ein Rohrverbindungsstück angeschlossen.
Überall dort wo die Entwässerungsleitung nicht direkt auf den Ablaufkörper geht (z. B. über ein Rohrverbindungsstück oder ein Anschlussrohrstück), und der Werkstoff von nichtbrennbar auf brennbar bzw. von brennbar auf nichtbrennbar gewechselt wird, ist eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung nach den strengen Kriterien des Newsletter 02/2012 für die Rohrabschottungen erforderlich.
Nach aktuellen Versuchen gibt es eine solche Lösung bislang hauptsächlich für die Verwendung von nichtbrennbaren Entwässerungsleitungen und der Anbindung mit einem brennbaren Anschlussrohr.
Was ist zu tun, wenn das Anschlussrohr schon innerhalb der Deckenkonstruktion erfolgen soll (Entwässerungsleitung nichtbrennbar // Anschlussrohr brennbar oder Bodenablauf brennbar)? (Bild 3)
Bei genauer Betrachtung der am Markt verfügbaren Verwendbarkeitsnachweise für Bodenabläufe wird deutlich, das es für diesen Anwendungsfall, der häufig zwar gebaut wird, so gut wie keine Verwendbarkeitsnachweise in Form von Zulassungen oder Prüfzeugnissen gibt, die solche Einbausituationen tatsächlich enthalten. Einen aktuellen Marktüberblick gibt Tabelle 3.
Klar ist hier, das die Voraussetzung hierfür zunächst positive Brandversuche und in der Folge eine dafür erteilte Zulassung sein müssen. Die Prüfbedingungen nach dem Newsletter 02/2012 sind hierzu zu berücksichtigen.
C) Anbindung abzweigend am Entwässerungsstrang innerhalb der Decke (Deckenstärke mind. 150 mm)
Die erste nach den neuen Bedingungen des Newsletters 02/2012 DIBt getestete Produktlösung sind in den Bildern 4 und 5 zu sehen.
Fazit
Mit Einführung der Vorgaben zur Mischinstallation gibt es bei der Verwendung von nichtbrennbaren Anschlussleitungen und brennbaren Anbindeleitungen innerhalb der Decke mit dem Doyma-„Curaflam Konfix Pro“ erstmals eine zugelassene Lösung nach den Anforderungen an Mischinstallationen, um so tiefliegende Anbindungen, z. B. für bodengleiche Duschen brandschutzsicher abzuschotten.
Jetzt Artikel freischalten:
tab DIGITAL
14 Tage kostenlos testen
2,49 € / Woche*
Fachwissen jederzeit und überall.
Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.
Ihre Vorteile:
- Exklusive tab-PLUS-Artikel
- 6 E-Paper für mobiles Lesen
- Online-Archivzugang
*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.
tab KOMBI
4,99 € / Woche*
Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.
Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.
Ihre Vorteile:
- Exklusive tab-PLUS-Artikel
- 6 Print-Ausgaben pro Jahr
- E-Paper für mobiles lesen
- Teilnahme an einem Fachforum
- Online-Archivzugang
- Veröffentlichen eines Projekts
*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand
