Das Zwei-Scheiben-Haus in Ratingen

LEED-Platin für die Coca-Cola-Zentrale

Um zu einem Ökosiegel der Kategorie LEED-Platin zu gelangen, ist eine gute Planung unerlässlich. Beim Neubau eines Verwaltungsgebäudes in Ratingen wurden eine ganze Reihe von Details bis hin zum Einsatz ökologisch unbedenklicher Baustoffe berücksichtigt und waren somit zielführend.

Das Objekt, die neue Coca-Cola-Zentrale, befindet sich an der Balcke-Dürr-Allee in Ratingen Ost unmittelbar an der S-Bahn-Station.

Die starke Anziehungskraft des „Place4 Business@Life“, wie das ehemalige Industriegelände von Balcke-Dürr heute heißt, kann zuallererst mit seiner Lage be­gründet werden. Die Fläche ist optimal ans Autobahnnetz, A44 und A3, den Düsseldorfer Flug­hafen und die S-Bahn-Strecke Düs­seldorf-Essen angebun­den.

Die Innenstadt Ratingens, mit ihren alten Fachwerkhäusern und der Wasserburg „Haus-zum-Haus“ sind bequem zu Fuß erreichbar. Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen...

Das Objekt, die neue Coca-Cola-Zentrale, befindet sich an der Balcke-Dürr-Allee in Ratingen Ost unmittelbar an der S-Bahn-Station.

Die starke Anziehungskraft des „Place4 Business@Life“, wie das ehemalige Industriegelände von Balcke-Dürr heute heißt, kann zuallererst mit seiner Lage be­gründet werden. Die Fläche ist optimal ans Autobahnnetz, A44 und A3, den Düsseldorfer Flug­hafen und die S-Bahn-Strecke Düs­seldorf-Essen angebun­den.

Die Innenstadt Ratingens, mit ihren alten Fachwerkhäusern und der Wasserburg „Haus-zum-Haus“ sind bequem zu Fuß erreichbar. Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf und Restaurationen sind in unmittelbarer Umgebung angesiedelt.

Und auch unterirdisch bleiben keine Wünsche offen. Insgesamt 34 000 m Glasfaserkabel sorgen für eine ideale Vernetzung mit der welt­weiten Datenkommunikation. Der Business-Park, wie ihn der Ra­tinger Bürgermeister auch nennt, wird von 10 000 m2 Grün­fläche eingeschlossen.

Insgesamt sind in dem Business-Park Ratingen Ost in den vergangenen Jahren 130 000 m2 Bürofläche für rund 8000 Beschäftigte, hiervon etwa 250 Coca-Cola-Mitarbeiter, entstanden.

Zwei kubische Baukörper, verbunden über ein eingeschossiges Basisgeschoss, bilden im Osten des Geländes einen städtebaulich prä­gnanten Auftakt für das Gesamtareal. Die zwischen den auf­gehen­den Bau­körpern liegende Kantine mit einer Außensitzfläche verbindet die Nutzungsbereiche und dient als kommunikative Plattform.

Die Grundrisse mit mittig angeordneten Kernen bieten eine maxi­male Belichtung. Die enge Lochung der Fassade lässt eine optimale Flexibilität zu. Zusammen mit der transparenten Gestaltung der Arbeitsbereiche entstehen aus einer Verknüpfung der groß­zügigen Architektur und einer offenen Innenraumgestaltung Arbeits­plätze zum Wohlfühlen.

Eine Bauteilkühlung und in allen Bereichen zu öffnende Fenster zur natürlichen Be- und Entlüftung der Räume sorgen für ein stets angenehmes Klima ohne große energetische Aufwendungen.

Das High-Tech-Gebäude ist nicht nur in einer Rekordzeit hoch­gezogen worden, sondern es genügt auch allerneusten Um­welt­ansprüchen. Das Bürohochhaus ist als so genanntes „Green Building“ mit niedrigen CO2-Emissionen zertifiziert. Das Gebäude wurde vor kurzem mit dem höchsten Öko-Siegel der US-amerikanischen Zertifizierungsgesellschaft (US Green Building Council, USGBC) ausgezeichnet. Deutschlandweit gibt es bislang nur drei Ge­bäude, die den strengen Platin-Anforderungen des USGBC entsprechen, den wohl höchsten in dieser Branche.

Schon beim Bau, hat man auf den Energiereinsatz bei Materia­lien und deren Herkunft geachtet. Es musste recycelbar sein, durfte nicht aus großen Entfernungen herangefahren werden und auch die Baufirmen hatten aus Ratingen oder aus der direkten Um­gebung zu kommen. Insgesamt wurden etwa 35 000 m3 Erde, 7500 t Stahl und 1600 t Beton bewegt bzw. verbaut.

Außen und Innen ist alles auf einem möglichst geringen Ener­gie­verbrauch ausgerichtet:

Die Tiefgarage hat zwei Ein- und Ausfahrten, um eine zusätzliche Belüftung zu sparen,
das Dach ist extensiv be­grünt,
der alte Baumbestand wurde laut Zertifizierungsurkunde geschützt,
und der Strom für die All­gemeinbereiche des Zwei-Scheiben-Hauses kommt zu 100 % aus regenerati­ven Energien.
Im Gebäude sorgen Sen­so­ren dafür, dass frühmor­gens, wenn schon die Sonne scheint, aber noch niemand arbeitet, die Sonnenrollos automatisch aufgehen, um Strahlungswärme ins Gebäude zu lassen. Im Sommer ist es umgekehrt, um die Klimaanlage zu schonen.
Bewegungsmelder sorgen dafür, dass das Licht nur dann ein­ge­schaltet wird, wenn es auch wirklich benötigt wird. Selbst die Wasserhähne sind spezielle Sparmodelle.

 

Heizungstechnik

Es kam ein Gasbrennwertkessel mit 510 kW (Fabrikat Buderus) zum Einsatz. Durch diese Technik wird in Abhängigkeit von der Betriebsweise zusätzlich die Kondensationswärme des im Heizgas vorhandenen Wasserdampfes genutzt. Der Kessel wurde im 1. UG aufgestellt und wird außentemperaturabhängig geregelt.

Für die raumluftabhängige Betriebsweise wird die Verbrennungsluftversorgung über eine Leitung zur Tiefgarage sichergestellt. Die Abgasleitungen werden zusammengeführt und in einem Schornstein über das Dach geführt.

Die Kondensatableitung erfolgt über eine Neutralisationsanlage in das Abwassernetz.

Der Verteiler besteht aus zehn Heizkreisen:

Trinkwasserbereitung Gastronomiebereich,
Statische Heizung (Konvektoren, Plattenheizkörper) für Haus 1,
Statische Heizung (Konvektoren, Plattenheizkörper) für Haus 2,
Statische Heizung (Konvektoren, Plattenheizkörper) für Haus 3,
Lüftungsanlage Haus 1,
Lüftungsanlage Haus 2,
Lüftungsanlage Haus 3,
Lüftungsanlage Nebenräume,
Betonkernaktivierung Haus 1 und 2,
Reserve.

 

Beheizung Haus 1 + 2 + 3, EG

Die Beheizung der Erdgeschos­se wurde über Unterflurkonvek­to­ren vor der Fassade und Platten­heizkörpern in den Innenräumen realisiert. Die Auslegung der Konvektoren ist auf die Fenster-Achslogik konzipiert. Die Sys­tem­temperatur beträgt 70/55 °C.

Beheizung Haus 1 + 2, alle Obergeschosse

Die Grundbeheizung der Büroräume erfolgt über die Betonkernaktivierung. Dabei wird eine hohe Speichermasse mit niedriger Temperaturdifferenz zur gewünschten Raumtemperatur vorgehalten. Hierdurch wird eine Heizleistung von ca. 20 W/m² erzielt.

Die Systemtemperatur wird über einen Wärmetauscher auf 27/24 °C begrenzt, um zu hohe Deckenoberflächentemperaturen zu vermeiden. Die Betonkernaktivierung wird im Sommer mit kaltem Wasser betrieben. Somit kann eine Grundkühllast von ca. 40 W/m² abgeführt werden. Deshalb kann die Abrechnung der Energiemenge aufgrund der wechselnden Betriebsweise nur über die genutzten Quadratmeter erfolgen. Der restliche Wärmebedarf wird über Überflurkonvektoren, die vor der Fassade aufgestellt wurden, gedeckt. Die Aufstellung orientiert sich ebenfalls an der Achsenaufteilung um ein höchstmögliches Maß an Flexibilität zu gewährleisten. Die Innenräume werden über Plattenheizkörper beheizt. Die Zusatzheizung wurde mit Thermostatventilen zur zügigen und individuellen Raumregelung ausgestattet.

 

Heiztechnische Vorgaben

Die Heizlastberechnung erfolgte nach DIN-EN 12 831. Als niedrigste Außentemperatur wurde für Ratingen -10 °C angenommen. Als Grundlage für die Wärmedurchlasswiderstände der Bauteile wurde der Wärmeschutznachweis des Bauphysikers herangezogen.

Folgende Raumtemperaturen wurden gemäß Arbeitsstättenverordnung zu Grunde gelegt:

Verwaltung (Büros, Konferenzräume, WC-Bereiche, Teeküchen) 20 °C,
Gastronomiebereich: 20 °C,
Treppenhäuser, Lager: 15 °C,
Technikräume und Tiefgarage bleiben unbeheizt.

Kältetechnik

Die Kälteanlagen wurden auf dem Dächern von Haus 1 und 2 auf­ge­stellt. Dabei handelt es sich um luftgekühlte Glykolkühler mit Frei­kühlfunktion. Die Anlage 1 hat eine Leistung von ca. 420 kW und versorgt mit der Kälte die Lüftungsanlage des Hauses 1 und die Betonkern­aktivierung. Die Anlage 2 hat eine Leistung von ca. 360 kW und versorgt mit der Kälte die Lüftungsanlage des Hauses  2 und die Lüftungsan­lage Küche. In den Anlagen ist eine Leistungsreserve von 10 kW pro OG für zusätzliche Kühlung wie z. B. EDV-Räume oder andere Wünsche des Mieters vorgehalten.

 

RLT-Anlagen

Das Gebäude wird über mehrere Lüftungsanlagen belüftet. Die Lüftungsanlage (V = ca. 25 000 m³/h) für das Haus 1 befindet sich auf dem Dach des Gebäudes. Die Anlage wurde als kompaktes Zu- und Abluftgerät für die Außenaufstellung geplant. In der Anlage wird die Außenluft gefiltert, gekühlt oder beheizt und mit der Hilfe eines drehzahlgeregelten Ventilators zu den klimatisierten Räumen transportiert. In der Anlage ist auch eine Wärmerückgewinnung als Kreuzplattenwärmetauscher mit einem Wirkungsgrad von ca. 50 % integriert.

Die Anlage versorgt folgende Räume:

In den Etagen 1 bis 7:

Innenliegende Besprech­ungsräume, Luftwechsel maximal18 m³/hm²,
Innenliegende Nebenräume, Luftwechsel maximal 9 m³/hm²; im Erdgeschoss:
Konferenzräume je nach Belegung, Luftwechsel maximal18 bis 25 m3/hm2,
Foyer, Luftwechsel maximal 12 m³/hm² (Kühllast max. 25 W/hm2 bei einer Raumtemperatur von 22 °C),
Nebenräume, Luftwechsel maximal 6 bis 9 m³/hm².

Die Luftverteilung erfolgt über Volumenstromregler und Drallauslässe. Die Anlage wird raumtemperaturabhängig gefahren. Die WC-Räume in allen Etagen werden über eine separate Abluftanlage entlüftet.

Die Lüftungsanlage 1 für das Haus 2 (V = ca. 30 000 m³/h) befindet sich auf dem Dach des Hauses. Die Anlage wurde als kompaktes Zu- und Abluftgerät für die -Außenaufstellung ausgeführt. In der Anlage wird die Außenluft gefiltert, gekühlt oder beheizt und mit der Hilfe eines dreh­zahlgeregelten Ventilators zu den klimatisierten Räumen transportiert. In der Anlage ist auch eine Wärmerückgewinnung als Kreuz­plattenwärmetauscher mit ei­nem Wirkungsgrad von ca. 50 % integriert.

Die Anlage versorgt die folgen­den Räume in Etage 1 bis 4:

Innenliegende Nebenräume, Luftwechsel maximal 9m³/hm²,

Im Erdgeschoss:

Kantine, Luftwechsel maximal 50 m³/h und Person – Luftwechsel maximal ca. 29 m³/hm²,
Büros, Luftwechsel maximal 12 m³/hm²,
Kaffee, Luftwechsel maximal 20 m³/hm²,
Kiosk, Luftwechsel maximal 12 m³/hm²,
Nebenräume, Luftwechsel maximal 6 bis 9 m³/hm².

Die Luftverteilung erfolgt über Volumenstromregler und Drallauslässe. Die Anlage wird raumtemperaturabhängig gefahren. Die WC-Räume in allen Etagen werden über eine separate Abluftanlage entlüftet.

Die Lüftungsanlage für die Küche (V = ca. 9500 m³/h) befindet sich auch auf dem Dach des Hauses 2. Die Anlage wurde als kompaktes Zu- und Abluftgerät für die Außenaufstellung geplant. In der Anlage wird die Außenluft gefiltert, gekühlt oder beheizt und mit der Hilfe eines einstufigen Ventilators zur Küche transportiert. In der Anlage ist auch eine Wärmerückgewinnung als Kreuzplattenwärmetauscher mit einem Wirkungsgrad von ca. 50 % integriert.

Für die Küche wurde ein 20facher Luftwechsel vorgegeben. Die Luftverteilung erfolgt über Drall­auslässe. Die Anlage wird raumtemperaturabhängig ge­fah­ren. Über die Koch- und Brat­stel­len wurden Luftablufthau­ben mit Fettfangfilter vorgesehen. Diese Abluft wird über einen se­pa­raten Kanal über Dach abge­führt.

Die Lüftungsanlage für die Nebenräume im UG (V = ca. 3000 m³/h) befindet sich im 1. UG des Hauses 1. Die Anlage wurde als kompaktes Zu- und Abluftgerät für die Innenaufstellung geplant. In der Anlage wird die Außenluft gefiltert, beheizt und mit der Hilfe eines Ventilators zu den Räumen transportiert. In der Anlage ist auch eine Wärmerückgewinnung als Kreuzplattenwärmetauscher mit einem Wirkungsgrad von ca. 50 % integriert.

Die Anlage belüftet die Nebenräume im 1 und 2. UG des Hauses. Der Luftwechsel beträgt 4 m³/hm². Die Luftverteilung erfolgt über Zu- und Abluftgitter.

 

Überdruckanlagen für Treppenhäuser (SÜLA)

Für die Rauchfreihaltung der Treppenhäuser und Aufzugsvorräume wurde eine Überduckanlage (V = ca. 26 000 m³/h) installiert. Die Anlage wurde so ausgelegt, dass im Brand­fall der Rauch weder ins Treppenhaus wie auch in die Auf­zugs­vorräume eindringen kann. Die dafür erforderlichen Lüf­tungs­an­lagen wurden im 1. UG Haus 1 bzw. 2. UG Haus 2 auf­ge­stellt. Die Außenluft wird im Brandfall in die Treppenhäuser zu­geführt. Eine Druckausgleichklappe im Dach regelt den Druck im Treppen­haus so, dass bei geschlossenen Türen 15 Pa nicht unter­schreitet und 100 N je 2 m² Türfläche nicht überschritten werden.

Oberhalb der Türen der Schleusen wurden in allen Obergeschossen BSK mit Stellantrieben eingebaut. Die Klappen sind im Normalfall geschlossen. Im Brandfall werden die Klappen in dem Brandgeschoss geöffnet und sorgen auch für Überdruck (Rauchfreihaltung) im Aufzugsvorraum. Der erforderliche Luftwechsel im Vorraum beträgt mindestens 10fach.

Sollten die Türen der Schleuse zum Treppenhaus geöffnet werden, dann beträgt die Luftgeschwindigkeit in dem Bereich mindestens 2,0 m/s. Der Nachweis wird an einer Schleuse durchgeführt. Andere Schleusen und Überströmklappen sind dann geschlossen. Für die Luftabströmung aus dem Lastenaufzugsvorraum ist eine weitere BSK ins Freie installiert. Hierfür wird als ­Kanalführung der Auszugsschacht benutzt. Um den Querschnitt der Abströmklappe zum Aufzugsschacht zu reduzieren wurde die Luftabströmung mechanisch über einen Ventilator, Standort auf dem Dach, Anbindung an den Aufzugsschacht realisiert.

 

Sonstige Abluftanlagen

Weitere Abluftanlagen sind entsprechend den Anforderungen in Bereichen innenliegender Räume installiert.


Sanitär- und Wassertechnik

Gas-/Wasserversorgung

Die Versorgung des Gebäudes mit Trinkwasser erfolgt über das öffent­liche Versorgungsnetz. Vom Ver­sorgungsunternehmen wird die Trink­wasserleitung bis in den Hausanschlussraum im 1. UG geführt und endet am Ab­sperr­schieber hinter dem Was­ser­zäh­ler. Der Mindestversorgungsdruck der Trinkwasserleitung be­trägt 4 bis 5 bar. Aufgrund der Wasserqualität wurde keine An­for­derung an das Rohrmaterial gestellt.

 

Trinkwassererwärmung

Für den Gastronomiebereich wurde ein Trinkwasserspeicher installiert. Die Warmwasserversor­gung der Toilettenanlagen und Teeküchen erfolgt dezentral über elektrische Durchlauferhitzer.

Mischwasser außerhalb

des Gebäudes

Das Niederschlagswasser der Dachflächen und befestigten Flächen wurde gemäß Bebauungsplan der Stadt Ratingen über ein Regen­rückhaltebecken mit einem freien Regenwasserabfluss, DN 200, durch eine Drosseleinrichtung auf 7,27 l/s begrenzt. Vor der Zu­sammenführung mit dem Schmutz­wasserabfluss wurde eine Rückstauklappe ins­tal­liert, um das Einlaufen von ver­un­reinig­tem Wasser in den Rückhalteraum zu verhindern.

Der Misch­wasser­an­schluss­kanal, mit einem Gesamt­abfluss von 25,19 l/s wurde an den, auf dem Grundstück vorhandenen, Mischwasseranschluss, DN 200, angebunden und von dort in den städtischen Mischwasserkanal in der Balcke-Dürr-Allee zugeführt.


Regenrückhalteraum außerhalb des Gebäudes

Unter Berücksichtigung der Vorgaben für den privaten Rückhalt von 20 l/m³ Rückhaltevolumen und 15 l/(s x ha) Drosselabfluss, je­weils bezogen auf die befestigte Fläche, und dem anzurechnendem Re­ten­sions­volumen durch die begrünten Dachflächen wurde ein Spei­cher­raum von 50 m³ und ein Regenwasserdrosselabfluss von 7,3 l/s ermittelt. Das Rückhaltebecken erhielt eine Sedimentations­zone.

Regenwasser im Gebäude

Die Dachentwässerung wurde im Freispiegelsystem ausgeführt. Die Entwässerungspunkte wurden im UG verbunden und mit natürlichem Gefälle aus dem Gebäude geleitet. Die Entwässerungsrinne der Tiefgaragenabfahrt sowie eine Rinne im Außenbereich liegen unterhalb der Rückstauebene. Das anfallende Niederschlagswasser wird gesammelt und über eine Doppelpumpenanlage im 2. UG an die Regenwassersammelleitung im 1.UG angeschlossen.

 

Schmutzwasser im Gebäude

Das Schmutzwasser, der über der Rückstauebene liegenden Einrichtungen erfolgt über eine Sammelleitung im 1. UG. Die Entwässerungsstellen im 1. und 2. UG (Heizraum, HAR) werden über eine Doppelpumpenhebeanlage im 2. UG geführt und über Rückstauebenen gepumpt.

 

Fettleitung im Gebäude

Als Bemessungsgrundlage des Fettabscheider (Fabrikat ACO-Passavant) für die Abwässer aus der gewerbliche Küche in Haus 3 dienen 600 Mahlzeiten pro Tag. Der Fettabscheider mit 700 l integriertem Schlammfang und nachgeschalteter Hebeanlage wurde im 1. UG aufgestellt. Der Fettentsorgungsanschluss wurde außerhalb des Gebäudes, im Anlieferungsbereich der Tiefgarage angeordnet. 

Brandschutz Einordnung

Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um ein Gebäude mit zwei Bürotürmen. Die Grundlage bildet die BauO NRW. Gemäß Brandschutzkonzept handelt es sich um ein Haus mittlerer Höhe und ist somit kein Hochhaus. Eingestuft wurde das Gebäude als Gebäude besonderer Art und Nutzung:

das EG als Versammlungsstätte.

Im EG gibt es einen Gebäude­teil, der beide Bürotürme verbin­det. Dies sind:

Kantine,
Konferenzräume,
Büros,
Empfang/Foyer,
Wartebereiche,
Kantine.

Das Gebäude ist mit zwei Etagen unterkellert. In diesen sind eine Garagenanlage und Technikräume untergebracht. In den beiden Türmen befinden sich überwiegend Büros. Zum Haus 1 gibt es eine Feuerwehrzufahrt über die Balcke-Dürr-Allee und zum Haus 2 erfolgt sie über die Kokkolastraße. Die Feuerwehraufstellflächen befinden sich auf den vorgenannten öffentlichen Straßen.

 

Feuerlöschanlagen

Die Treppenhäuser der Türme erhielten eine Trockensteigeleitung mit Entnahmestellen in den einzelnen Geschossen.

Elektrotechnik

Beleuchtung

Die Büros sind überwiegend mit Stehleuchten ausgestattet.

Im Konferenzbereich sind Deckenanbauleuchten installiert.

Die Eingangsbereiche erhielten Einbau bzw. Aufbaudownlights.

In den Teeküchen, WC’S, WC-Vorräumen, sonstigen Nebenräumen sowie notwendigen Flure sind ebenfalls Einbau- bzw. Aufbaudownlights installiert.

In den Büros sind Stehleuchten mit Helligkeits- und Tageslichtsensor zur Ausführung gekommen. Die Kantinenbeleuchtung ist über ein Tableau in der UV-Türe/Küche in Bereichen, die Flure über Taster und elektronische Stromstoßschalter, incl. Fernbedienung zu regeln, während die WC’s selbst über Ausschalter geschaltet werden. Die Beleuchtung der Kantine wird über ein Tableau in der jeweiligen UV-Türe geschaltet. Die großen Konferenzräume werden über spez. Beleuchtungs-Tableaus neben den Eingangstüren, kleine Konferenzräume über Serien­schalter an den Türen und Nebenräume über Schalter an den Türen geschaltet.

Die Fahrwege der TG sind mit Feuchtraumleuchten mit Klarglas-Prismenwannen 1 x 58 W/EVG ausgerüstet. In der Kantine, den Konferenzräumen, den Fluren und den Empfangs-, Eingangs- und Wartebereichen sind Leuchten, die am Normalnetz angeschlossen sind über Weichen bei Spannungsausfall auf das Not-Netz geschaltet. Hierbei ist für jede Leuchte eine Weiche installiert. Die Leuchten werden in Bereitschaftsschaltung wechselweise versorgt.

Über den Ausgängen sind Notausgangs-Piktogrammleuchten und in den Fluchtwegen Hinweispiktogrammleuchten 1 x LL 8 W in Dauerschaltung am Not-Netz installiert. Das Notnetz wird über ein Sicherheits-Beleuchtungs-Gerät im UG versorgt. Als Akkumulator wurde eine OGI-Blei-Batterie mit 10-jähriger Wartungsfreiheit vorzusehen. Der Akku ist für eine 3-stündige Betriebszeit ausgelegt.

Alle Abgangskreise sind mit je einem Bus versehen. Ein Bus nimmt max. zwölf Leuchten auf, ist mit 6 A max. belastet und mit 10 A abgesichert. Alle Leuchten werden durch jeweils einen Einzelerkennungsbaustein überwacht. Die Anlage wird durch Controller überwacht. Die Elektronik ist programmierbar.

 

NSHV, UVA und Zuleitun­gen

Im UG ist eine NSZHV in einem HA-Raum installiert. Die Verteilung nimmt alle notwendigen Zähler auf und ist gemäß der TAB des örtlichen VNB installiert.

Im EG gibt es folgende UV’s:

UV-Küche mit Tableau (Kantine und die Konferenz­räume, zugehörige Nebenräume),
Empfangs-, Warte- und Foyer-Räume werden ebenfalls über diese UV versorgt,
UV-Kantine mit Tableau,
UV-Büro Haus 1,
UV-Büro Haus 2,

In Haus 1 + 2 wurden je Haus ab dem 1. OG in jeder Etage je 2 UV für die Büros installiert.

 

Tableaus

Es sind folgende Tableaus installiert worden:

in den Türen UV-Küche,
UV-Kantine,
großer Konferenzraum links neben Eingangstüre,
großer Konferenzraum rechts neben Eingangstüre.


Bodentanks

Alle Büroräume wurden mit mindestens zwei Fußbodentanks im Hohlraumboden ausgestattet. Jeder Bodentank erhielt drei Gerätebecher mit insgesamt neun Plätzen für Einzelinstallations­geräte. Die Bestückung wurde wie folgt vorgenommen:

1 Doppelschukosteckdose rot, mit getrennter Zuleitung vorerst über NN-Netz,
1 Doppelschukosteckdose weiß mit getrennter Zuleitung über NN-Netz,
1 Doppelschukosteckdose grün mit getrennter Zu­lei­tung über NN-Netz geschaltet,
2 x 2 Datendoppeldosen RJ45/CAT7 Duplex, geschirmt für Dat. und Tel.,
2 Leerdosen als Reserve,
Zubehör komplett.

 

Server

Für die Küche und die Büros in Häusern 1 + 2 sind auf den Etagen jeweils ein 19“-Server/Patch-Etagenverteiler mit einem passiven Kabel-Netz CAT7-Duplex installiert. Dies umfasst die Auflegung aller Sekundär-CAT7-Leitungen von den RJ45 Steckdosen im Bodentank bis zu den Patchfeldern mit jeweils 4 x 12 RJ45-Buchsen sowie einem Überspannungsfeinschutz und einer 8fach Schukosteckdose mit Schalter.Im UG befindet sich der Gebäudeverteiler mit entsprechenden Patchfeldern für LWL-Leitungen 12G 50/125µm Multimode, die den GV und die EV’s miteinander verbinden.

 

Sonnenschutz

In allen Etagen, ab dem 1.OG, wurden alle Fenster mit einzelnen Sonnenschutzmotoren ausgerüstet. Im EG wurden nur die Fenster mit Sonnenschutzmotoren versehen. Dadurch kann jedes Fenster einzeln aus den jeweiligen Räumen über einen Auf/Ab-Taster gefahren werden. Zur Überwachung und zum Schutz der Anlage sind auf dem Dach zwei Wind- und Regenwächter installiert (N/O + S/W-Seiten getrennt).


Teeküchen

In allen Teeküchen wurden folgende Anschlüsse vorgesehen:

1 Mikrowelle über eine Schuko-Steckdose,
1 Spülmaschine über eine Schuko-Steckdose,
1 Kühlschrank über eine Schuko-Steckdose,
2 Doppel-Schukosteckdose als Arbeitssteckdose.

Kantinenküche

Mit Einrichtung der Kantinenküche wurde ein Küchenplaner beauftragt. Dieser legte die Details wie Anschlüsse, deren Leistung, die Versorgung etc. fest. Lediglich der Standort der UV und des Tableaus für die Kantinen-Küche wurde vorgegeben.

 

Brandmelde-Anlage (BMA)

Die Brand-Melde-Anlage ist lediglich mit Rauchmeldern für die Kantine und den Kiosk im EG eingerichtet. Des Weiteren wurde an allen Ausgängen im EG ein Handdruckknopfmelder installiert. Um keine Zwei-Melderabhängikeit vorsehen zu müssen, sind als Rauchmelder Multisensormelder O²T (Fabrikat Esser by Honeywell) eingesetzt. Es ist eine Ringbusanlage Esser-Bus plus installiert. Die BMZ, das FBF, das Fw-LKD, der Adapter, die ÜE und das AWUG sind im Foyer des Hauses 1 im EG installiert. Der FSD-3, das FSE und die Blitzleuchte sind neben dem Haupteingang vor dem Haus 1 angebracht.

Störmeldungen als Internalarm sind über das AWUG auf einen Wachdienst aufgeschaltet. Alarmmeldungen als Externalarm werden über die ÜE und einen Konzessionär zur Feuerwehr weitergeleitet. Die BMA wurde in Abstimmung mit der Feuerwehr an zentraler Stelle installiert. An die Brandmeldezentrale wurden nachfolgend aufgeführte Anlagenteile und Komponenten angeschlossen:

Aufzüge zur Evakuierungsfahrt,
Süla für innenliegende TRH’s,
RWA,
Brandschutztore in der TG nur Meldung,
Feuerschutztüren mit Offenhaltung nur Meldung,
Rauchschutztüren mit Offenhaltung nur Meldung,
Kaltentrauchung der Garage nur Meldung.

Alle Anlagen, die nur eine Meldung zu BMA abgeben, haben eine eigene Zentrale, die die Alarm-Meldungen intern verarbeiten und eine Meldung an die BMZ weitergeben.

Für die Meldungen von und zu Fremdanlagen ist eine SST (Standardschnittstelle) eingesetzt.

Elektroakustische Anlage

Die ELA-Anlage ist im Erdgeschossbereich des Hauses 1, 2 und 3 vorhanden. Zusätzlich wurde die ELA-Anlage in den Obergeschossen 1 bis 6 des Haus 1 erweitert.


Erdung, Blitzschutz und örtlicher Potentialausgleich

Für das gesamte Haus ist eine Fundamenterdung mit einem Flachbandeisen 30 x 3,5 mm verzinkt, als Ring in den äußeren Randbereichen der Fundamente installiert. Hierbei sind Maschenweiten von 20 x 20 m einzuhalten. Das heißt alle 20 m sind Querstiche im Fundament gebildet. Alle 20 m sind Anschlussfahnen herausgeführt. Die Auffangleitungen sind auf dem Flachdach mit Rundstahldraht ø 8 mm verzinkt ebenfalls in Maschenweiten von 20 x 20 m incl. Stichen installiert. Das Dach erhielt eine harte Bedachung. Metallene Attiken und Dachrinnen etc. sind direkt an die Auffangleitungen angeschlossen. Alle Ableitungen sind mit Rundstahldraht ø 10 mm verzinkt unter der Verblendung oder innerhalb von Betonstützen geführt. Alle Ableitungen und Anschlussfahnen sind über Revisionskästen mit nummerierten Trennklemmen miteinander verbunden.

 

Brandschutzmaßnahmen

Es wurden Brandschutzmaßnahmen entsprechend den behördlichen Auflagen, den entsprechenden DIN- und VDE-Vorschriften sowie sonstiger Forderungen und in Abstimmung mit der Bauleitung durchgeführt. Als Plattenschott 30 entsprechend sind Kabelrinnen, Kabel- und Leitungsdurchführungen in massiven Wänden und Decken der Feuerwiderstandsklasse > F30 Massivwand, Promastop-Plattenschott 30, Typ A, Feuerwiderstandsklasse S 30 nach DIN 4102, hergestellt, nach Promat-Arbeitsblatt 600.20 und der Zulassung des Instituts für Bautechnik Berlin Nr.: Z-19.15-421, aus 1 bis 2 mm dickem Promastop-Brandschutz-Coating, lösungsmittelfrei, wasserundurchlässig nach DIN 1048, ölundurchlässig, und beschichteten 60 mm dicken Mineralwolle-Platten, Raumgewicht ≥ 150 kg/m³ in massiven Wänden und leichten Trennwänden der Feuerwiderstandsklasse ≥ F30, eingesetzt, mit Rohbauöffnung: 0,02 bis 0,05 m² von Promat, Plattenschott S30. Weiterhin wurden Brandschottungen entsprechend vorbeschriebener Bedingungen für Kabelrinnen-, Kabel- und Leitungsdurchführungen in massiven Wänden und Decken der Feuerwiderstandsklasse > F90 als Kabelschottung Typ S90 der Feuerwiderstandsklasse S90 nach DIN 4102 hergestellt, mit Mörtelschottstärke bis 250 mm und einer Rohbauöffnung 0,02 bis 0,05 m², mit Promat S90.

 

Antennenanlage

Es wurde eine BK-Anlage (Fabrikat Kathrein) ab dem HÜP des örtlichen Kabelanbieters installiert. Die Anlage besteht aus einem Haus-Anschluss-Mehrbereichsverstärker mit Rückwärtsverstärkung und regelbaren Dämpfungsstellern, regelbarem Entzerrer sowie Interstage-Dämpfung, mit Netzteil, mit Abschlusswiderständen 75 Ω, Verteilern bis 8fach, Abzweigern bis 8fach, nur End-Antennen-steckdosen, Blitzstromableiter und Zubehör gemäß der max. Anzahl der Mieter. Da die Anlage zukunftsfähig sein soll, wurde diese rückwärtsfähig vorgesehen. Dies bedeutet, dass die Verkabelung mit dämpfungarmen Kabeln 75 Ω sternförmig über Verteiler und Etagen-Abzweigern aufgebaut ist.

 

Fazit

Beim Neubau der Coca-Cola-Zentrale in Ratingen handelt es sich um ein High-Tech-Gebäude. Die Zertifizierung mit LEED-Platin ist die Belohnung für Bauherr, Planer und Ausführende.

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