Mehr Platz für die Rettungskräfte

Neubau der Feuer- und Rettungswache in Ratingen

Die Platzsituation der Feuerwehr Ratingen zeichnete sich vor dem Umzug an den heutigen neuen Standort durch zahlreiche Einschränkungen aus. Seit 2009 sind die Zeiten, in denen sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr Ratingen auf dem Weg zum Fahrzeug durch enge Hallen zwängen mussten, vorbei.

An einer neuen Stelle auf einem Grundstück mit 10,7 ha in einem Gewerbegebiet zwischen Mettmanner Straße und Voisweg auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Besta stand ausreichend Platz für den Neubau der Feuer- und Rettungswache Ratingen zur Verfügung.

Hier standen ein Verwaltungs- und ein Sozialgebäude aus den 1980er Jahren und mehrere Fertigungs- und Lagerhallen, die beginnend 1927 in den 1950er und 1980er Jahren angebaut wurden.

Bis auf das 3-geschossige Verwaltungsgebäude (FB1), welches entkernt wurde, wurden alle Gebäude und unterirdische Bauteile abgebrochen. Die neue Feuerwache...

An einer neuen Stelle auf einem Grundstück mit 10,7 ha in einem Gewerbegebiet zwischen Mettmanner Straße und Voisweg auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Besta stand ausreichend Platz für den Neubau der Feuer- und Rettungswache Ratingen zur Verfügung.

Hier standen ein Verwaltungs- und ein Sozialgebäude aus den 1980er Jahren und mehrere Fertigungs- und Lagerhallen, die beginnend 1927 in den 1950er und 1980er Jahren angebaut wurden.

Bis auf das 3-geschossige Verwaltungsgebäude (FB1), welches entkernt wurde, wurden alle Gebäude und unterirdische Bauteile abgebrochen. Die neue Feuerwache gliedert sich in vier unterschiedliche Baukörper bzw. Funktionsbereiche (FB):

FB 1 Branddirektion,
FB 2.1 Ausbildung/Freiwillige Feuerwehr,
FB 2.2 Freiwillige Feuerwehr,
FB 3 Rettungsdienst,
FB 4 Feuer­wache.

Östlich vom Gebäude FB4 wurde ein markanter 26 m hoher Schlauchturm, der auch als Steige- und Übungsturm genutzt werden kann, errichtet.

Das Bauwerk

Durch die Wahl von wirtschaftlichen Hallenkonstruktionen und den Verzicht auf aufwendige Materialien im Inneren der Gebäude wurde der Grundsatz einer wirtschaftlichen und sparsamen Bauausführung gewährleistet. Bei der Auswahl der Materialien wird den funktionellen Erfordernissen einer Feuer- und Rettungswache Rechnung getragen.

Die Gebäude wurden in Stahlbeton errichtet und besitzen ein Flachdach. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Leichtbeton-Hohlkammerdecke mit einer aufliegenden Polystrol-Dämmschicht und Folienabdichtung.

Die Verkehrswege auf dem Grundstück sind mit Unter- und Oberbau auf Schwerlastfahrzeuge (SLW 30) ausgelegt.

In der Oberfläche kommt Betonpflaster zum Einsatz. Stellflächen der PKW erhielten andersfarbiges Pflaster bzw. Markierungen.

 

Konstruktion

Die Außenhaut des Altbaus (FB 1) bestehend aus Betonfertigteilen, Holzfenstern mit Holzbrüstungen und einem Flachdach der 3-geschossigen Massivkonstruktion mit tragendem Stahlbeton­skelett in gleichmäßigem Grundraster und Unterkellerung wurde zurückgebaut und entsorgt.

Der Neubau wurde als 3-geschossige Massivkonstruktion in gleichmäßigem Grundraster mit Unterkellerung und durch eine Gebäudefuge vom Altbau getrennt errichtet. Teilweise wurden die Betonwände aus Filigranplatter hergestellt. Die Gründung besteht aus Einzel- bzw. Streifenfundamenten laut Bodengutachten und Statik in Ortbeton. Die Außenwände bestehen aus Sichtmauerwerk 11,5 cm, Luftschicht 4,5 cm, Wärmedämmung, nicht brennbar nach DIN 4102, 10 cm, Hintermauerwerk 24 cm Kalksandstein bzw. 30 cm Beton im KG.

Beim Tragsystem bestehen die Stützen aus Stahlbeton als Fertigteilstützen, die Geschossdecken aus Stahlbeton in Ortbe­ton bzw. Filigrandecken mit Auf­beton. Die Dachdecke besteht aus Stahl­beton in Ortbeton bzw. Fili­gran­decken mit Auf­beton. In­nen­wände als tragen­de Wände im KG bestehen aus 24 cm Kalksandstein. In Nassräumen und Sozialräumen erfolgte die Ausführung im Trockenbau, mit Steinzeug-Fliesen, im Spritzwasserbereich mit Abdichtung. Büroräume und Flure wurden im Trockenbau entsprechend den An­forderungen an Feuer- und Schall­schutz ausgeführt. Als Tapete kam Malervlies mit Anstrich zum Einsatz. Als Bo­denbeläge in den Büroräu­men wurde Textilboden auf schwimmendem Estrich mit Hohl­raumboden verlegt. Die Fenster bestehen aus einer Aluminiumkonstruktion, ther­­misch getrennt, Isolierverglasung mit Markisoletten, nach Erfor­der­nis für Büroräume und Süd- und Westseite.

 

Hauptamtliche Feuerwehr (FB 4)

Die Hallenbereiche wurden in Skelettbauweise mit einge­­spannten Stützen in Fertigteil­bau­weise geplant. Die zweige­schossigen Sozial- und Werkstattbereiche wurden in Massivbauweise mit tragendem Stützenraster, massi­ven Wandscheiben in Ortbeton konstruiert.

Die Außenhaut der Mehrzweck­halle wurde mit Aluminiumpaneelen in fünf unterschiedlichen Gelb- und Grün-Farbtönen errichtet.

Der Schlauchturm wurde als Stahlkonstruktion mit außenlie­gen­der Industrieverglasung gebaut. Dazu kommt eine ange­bun­dene Stahlbetonwand als Übungs­wand mit Zugangspodes­ten.

Die im Werkstattgebäude ins­tal­lierten Tore bestehen aus Stahl­rahmen-Schiebefalttoren mit Isolierverglasung und elektro-hydro-pneumatischem Antrieb.

Als Sonnenschutz wurden Markisoletten, nach Erfordernis für Büro­räume und Süd- und West­seite, für die Werkstattge­bäu­de nach Erfordernis für einzel­ne Räume, installiert.

Die Dachdichtung besteht aus einer Wärmedämmung lt. EnEV. Die Flachdachbereiche im 1. OG wurden, da aufsichtig, mit einer extensiven Dachbegrünung versehen. Vor Aufenthaltsbereichen wurden Dachterrassen mit einem Belag aus Betonwerksteinen ausgeführt.

Die Einzelräume im Gebäude, in denen wassergefährdende Stoffe gelagert werden, wurden mit einer Schwelle und einem ölun­durchlässigen Oberbelag bzw. mit Regalen incl. Auffangwanne ausgestattet.

 

Einsatzzentrale

Das Herzstück der neuen Feuer­wache ist die Einsatzzentrale, welche rund um die Uhr besetzt ist. Neben den Einsätzen, die im Regelfall mit der Notrufanlage in der Kreisleitstelle Mettmann eröffnet werden, wird hier die Telefonie der Feuerwehr disponiert und die gesamte Gebäudetechnik gesteuert. Alleine seitens der Gebäudetechnik laufen etwa 1600 Kontakte in der Einsatzzentrale auf. Die gesamte Technik ist neben der Regelbetriebsebene mit einer Rückfallebene und einer Notfallebene ausgestattet.

Eine weitere Aufgabe des neuen Systems ist die eher „klassi­sche“ Geländeüberwachung an Türen, Toren und Schranken der Wache, wichtig beispielsweise nach der Ausfahrt von Einsatz­fahr­zeugen.

Die entsprechenden Informationen laufen im „Hausposten Feuerwache“ zusammen und werden durch Videobilder aussagekräftig. Es wurden zwölf Kameras installiert, die ihre Bilder an die Videosystemplattform schicken.

 

Heizungstechnik

Als Zentrale Heizungsanlage wurde eine Hackschnitzelheizung im UG des Gebäudes FB1 in einem separaten Heizraum installiert. Die Hackschnitzelheizung hat eine Nennwärmeleistung von 560 kW. In dem Hackschnitzel-Lagerraum wird ein maximales Schüttraumvolumen von ca. 90 m³ geschütteter Holzteile gelagert. Der Hackschnitzelkessel wird aus dem Hackschnitzel-Lagerraum automatisch über Fördereinrichtungen beschickt. Zur Vermeidung eines Feuerüberschlages ist der Füllschacht, vor der aufsteigenden Wand mit Fensteröffnung, mit einer mindestens 2,0 m breiten Betondecke in der Feuerwiderstandsklasse F 90-AB nach DIN 4102 geschützt.

Der Lagerraum für die brenn­baren Feststoffe ist vom Heiz­raum durch Wände in der Feu­er­widerstandsklasse F90-AB nach DIN 4102 abgetrennt. Der Zugang vom Lageraum zum Heiz­raum ist durch eine dicht- und selbst­schließende Tür in der Feuer­wider­stands­klasse T30 abgeschlossen.

 

Lüftungstechnik

Es wurden direkt getriebene Ventilatoren in den Zentralgeräten eingesetzt. Die Spannungsversorgung der Geräte erfolgt über Frequenz­umformer. Hierdurch ist die exakte Anpassung auf die er­forderlichen Luftmengen möglich, da wechselnde Luftmengen automatisch nachgefahren werden können.

Die vorgesehenen Wärme­rückgewinnungsanlagen sind als Kreuz­stromwärmetauscher, einmal in den Werkstatträumen im Bereich Schlauchpflege als Kreislaufverbundsystem im Lüftungsgerät vor­gesehen. Bei einer Überlast der Anlagen regelt eine Bypassklappe die erforderliche Zulufttemperatur.

Als Regelung und Steuerung der Lüftungsanlagen in den ein­zel­nen Gebäuden ist eine DDC-Technik installiert, die nach der Pro­gram­mierung mittels einer Handbedienebene am Schaltschrank (Regler) teilweise die Sollwerte, Betriebszeiten etc. verändern kann.

Geänderte Programmabläufe sind bei Bedarf neu zu programmieren.

In der Einsatzzentrale des Gebäudes FB 1 im 2.OG wurde ein Stör­meldetableau für die technischen Gewerke installiert, wo von den jeweiligen Schalt­schrän­ken die Sammelstörungen an­gezeigt werden.

Es wurden u.a. folgende Lüftungsanlagen vorgesehen:

Anlagen im Gebäude FB 1

a) Lüftungsanlage Sozialräume

Gesamtluftmenge ca. 5800/6000 m³/h für die Sozial­räu­me im KG und EG. Das Zentral­gerät steht im UG und besteht aus einem Zu- und Abluftanlage mit einer Wärmerückgewinnung (Kreuzstrom-Wärmetauscher). DieZuluftanlage ist mit einem Filter, Ventilator und Erhitzer, die Abluftanlage mit einem Ventilator, ohne Umluft, ausgestattet.


b) Lüftungsanlage Einsatzzentrale

Gesamtluftmenge ca. 6800 m³/h für die Leitzentrale. Das Zen­tralgerät ist als Außengerät ausgeführt, wurde auf dem Dach aufgestellt und besteht aus der Zu- und Abluftanlage mit einer Wärmerückgewinnung (Kreuzstrom-Wärmetauscher). Die Zuluftanlage ist mit einem Filter, Ventilator, Erhitzer, und Direktverdampfer, die Abluftanlage mit einem Ventilator mit nebenstehender Kältemaschine, 56 kW, ausgestattet. Die Verbin­dung geschieht über eine Kälte­mit­telleitung. Die Außenluftrate beträgt ca. 30 %.

 

c) Lüftungsanlage USV und Fern­meldetechnik im KG

Die Split-Multikühlanlage ist auf dem Dach installiert und be­steht aus zwei Innen-Wandge­räten mit jeweils 3,5 kW als sen­sible Kälteleistung und einer Außeneinheit mit 7 kW für die Außenaufstellung.


d) Lüftungsanlage Fernmeldetechnik im 2. OG

Die Splitkühlanlage ist auf dem Dach installiert und besteht aus einem Innen-Schrankgeräte mit 15 kW als sensible Kälteleistung und einer Außeneinheit mit 15 kW für die Außenaufstell­ung.

 

e) Lüftungsanlage NSHV und Batterieraum

Gesamtluftmenge 500 m³/h für die NSHV und Batterieraum im UG. Die Zuluftanlage besteht aus dem Wetterschutzgitter, einem Rohreinbauventilator, einem Schalldämpfer und den Zulei­tun­gen mit den erforderlichen Brand­schutzklappen.

Die Abluft der Anlage wird über die Anlage für die Heizzentrale geführt.

 

f) Lüftungsanlage Heizzentrale

Gesamtluftmenge ca. 3000 m³/h für die Heizzentrale. Die Abluftanlage ist im UG installiert und besteht aus dem Rohreinbauventilator, einem Schalldämpfer und den erforderlichen Abluft-Sammelleitungen mit den erforderlichen Brandschutzklappen.

 

g) Lüftungsanlage Nasszellen im Bereich der Ruheräume

Gesamtluftmenge für die drei Nasszellen je ca. 100 m³/h (An­lagen 107, 302 und 413). Der ein­gebaute Einzelraum-Ablüfter mit Zeitverzögerungsschaltung ist in der jeweiligen Nasszelle ins­talliert.


Anlagen im Gebäude FB 2

a) Lüftungsanlage WC-Abluft

Gesamtluftmenge 1000 m³/h für die WC-Abluft. Das Gerät ist im 2. OG installiert und besteht aus dem Rohreinbauventilator mit dem erforderlichen Zubehör, einer Abluft-Sammelleitung und stufenweise schaltbar.

b) Lüftungsanlage Küche

Zuluftanlage: Gesamtzuluftmenge ca. 4300 m³/h für die Küche im 2. OG. Das Gerät ist im 1. OG, einem Zwischenpodest, installiert. Die Zuluftanlage versorgt auch die Vorraumbereiche und ermöglicht aus diesem Grunde eine mehrstufige Fahrweise. Eingestellt wird die Anlage über die gemessene Luftmengen und der zugehörigen Hz-Zahl am FU (immer im Unterdruckbetrieb).

Abluftanlage: Gesamtabluftmenge ca. 4000 m³/h für die Küche. Die Anlage ist auf dem Dach aufgestellt und besteht aus dem Dachventilator mit einem außer­halb der Luftströmung installiertem Motor und den erforder­lichen Abluft-Sammelleitungen. Die Abluftanlage der Küche ist stufenschaltbar.

 

Anlagen im Gebäude FB 3

a) Lüftungsanlage Sozial- und Lagerräume

Gesamtluftmenge ca. 2800/3100 m³/h für die Sozial- und Lagerräume. Installationsort ist das 1.OG. Das Zentralgerät besteht aus der Zu- und Abluftanlage mit einer Wärmerückgewinnung (Kreuz­stromwärmetauscher), einer Zuluftanlage mit Filter, Venti­la­tor und Erhitzer, sowie der Abluftanlage mit Ventilator ohne eine Um­luft­einrichtung.

 

b) Lüftungsanlage Desinfenktionshalle

Gesamtluftmenge ca. 2000 m³/h für die Anlage der Desinfektionshalle. Die Anlagen wurden auf dem Dach installiert. Die Abluftanlage besteht aus dem Dachventilator mit Zubehör, der Abluftsammelleitung mit eingebautem Sockelschalldämpfer.

 

Anlagen im Gebäude FB 4

a) Lüftungsanlage Werkstatträume

Gesamtluftmenge ca. 5400 m³/h für die Werkstatträume im Bereich Schlauch und Flaschen im EG. Die Zu- und Abluftanlage für den Bereich ist mit einem Kreislaufverbundsystem versehen. Ausgerüstet ist die Zuluftanlage mit Filter, einem Ventilator und Erhitzer. Die Abluftanlage mit einem Ventilator ohne Umluft.

Im Bereich der Vorreinigung ist eine Zu- und Abluft-Umschaltung installiert, die nach Betätigung des Spül-Abzuges auf höhere Stufe aufgeschaltet wird, damit die höhere Luftmenge beim Spülvorgang ausgeglichen werden kann.

 

b) Lüftungsanlage Wäscherei- und Umkleideräume

Gesamtluftmenge ca. 4300 m³/h für die Wäscherei- und Umkleide­räu­me sowie die Lagerräume im EG und 1. OG. Aufstellungsort ist das 2.OG.

Das Zentralgerät besteht aus der Zu- und Abluftanlage mit einer Wärmerückgewinnung (Kreuzstromwärmetauscher). Die Zu­luftanlage ist mit einem Filter, Ventilator und Erhitzer, die Ab­luft­anlage mit dem Ventilator, keine Umluft, ausgestattet.

 

c) Lüftungsanlage Küche

Zuluftanlage: Gesamtluftmenge ca. 3700 m³/h für die Küche im 2.OG. Das Gerät ist im 2.OG an der Decke installiert. Das Gerät besteht aus Ventilator und Erhitzer mit entsprechendem Filter.

Abluftanlage: Gesamtluftmenge ca. 3900 m³/h für die Küche. Die Anlage ist auf dem Dach aufgestellt und besteht aus dem Dachventilator mit einem außerhalb der Luftströmung installiertem Motor und den erforderlichen Abluft-Sammelleitungen.

 

d) Lüftungsanlage Bettenspinde

Gesamtluftmenge ca. 1500 m³/h für die Bettenspinde im 2. OG. Die Abluftanlage besteht aus dem Dachventilator und den Abluftleitungen. Die Ansaugung erfolgt durch direkt das angeschlossene Abluftkanalnetz. Die Zuluft strömt über Dachansaugung und Wärmetauscher frei nach.

 

e) Lüftungsanlage O2-Flaschenfüllung

Gesamtluftmenge 300 m³/h für den O2-Faschenfüllungsraum im EG.

Die Abluftanlage besteht aus einem Dachventilator und den dazu­gehörigen Abluftsammelleitungen. Sie ist drehzahlgere­gelt gesteuert und über eine Uhr und einem Not-Einschalter be­dienbar.

 

f) Lüftungsanlage Kompressor­raum

Gesamtluftmenge ca. 4500 m³/h für den Kompressorraum im EG. Die Abluftanlage besteht aus einem Kanaleinbauventilator mit Wetterschutzgitter und den erforderlichen Abluftleitungen, sowie der Außenluftansaugung welche aus einem Kanaleinbauventilator mit Wetterschutzgitter und dem Ausblaskanal mit erforderlichem Gitter besteht.

 

g) Lüftungsanlage Waschan­la­ge

Gesamtluftmenge ca. 3000 m³/h für die Waschanlage im EG.

Die Abluftanlage besteht aus einem Dachventilator und den erforderlichen Abluftleitungen.


RWA-Anlagen

Die Rauchabführung aller Bereiche erfolgt durch Querlüftung über zu öffnende Fenster und Türen. Die Fahrzeughallen sowie die Kfz-Halle der Feuerwehr und die Hallen des Rettungsdienstes werden ohne Rauch- und Wär­me­abzugsanlagen errichtet, da durch die großflächigen Hallen­tore im Brandfall große Wärme­abzugs- und Entrauchungs-Öffnungen geschaffen werden. Hierdurch wird die Brand­bekämpfung im Vergleich zu ge­schlossenen Garagen erheb­lich erleichtert. Die auftretenden Abgas­emissionen werden bei jedem Fahrzeug einzeln über die Abgasabsauganlage abgeführt.

 

Elektro- und
Sicherheitstechnik

Ersatzstromversorgung

Es wurde eine Sicherheitsstromversorgung über ein Notstromdieselaggregat entsprechend der VDE-Richtlinie 0108 installiert, an die auch Teile der für den Be­trieb der Feuerwehr erforder­li­chen Einrichtungen, wie die Leit­technik, Alarmlicht usw. ab­gesichert sind.

Die Versorgung erfolgt teilredundant über eine stationäre NEA im UG FB 1 sowie über eine mobile NEA.

 

Blitzschutz

Die gesamten Gebäude erhalten eine Blitzschutzanlage nach den Anforderungen der VDE-0185-1.

 

Alarmierungseinrichtungen

Mit der ELA-Anlage können alle Personen innerhalb der Gebäude alarmiert werden. Die Meldung erfolgt über die Telefonanlage.

Die Alarmierungseinrichtung wird elektrisch betrieben und ist an die Ersatzstromquelle an­ge­schlossen.

In einer Vielzahl von Räumen wurden funkvernetzte Rauchmelder installiert.

Unter Berücksichtigung der Brandentstehungsgefahr und des Brandpotentiales wurden in allen Bereichen Feuerlöscher, entsprechend der BGR 133, in aus­reichender Zahl angebracht.

Im überwiegenden Teil der Werkstätten, Lager- und Fahr­zeug­hallen kommen Feuerlöscher der Bauart „Pulverlöscher“ mit einem Löschinhalt von jeweils 12 kg zum Einsatz. In der Schreinerei und in den Spindräumen wurden Feuerlöscher als „Wasserlöscher“ mit einem Löschmittelinhalt von 9 l installiert.

Im Bereich der Büros, Sozial- und Ruheräumen wurden aus­schließ­lich Wasserlöscher und in den Küchenbereichen für das Löschen von Fettbränden ge­eignete Feuerlöscher angebracht. In der Einsatzzentrale, in den EDV-Bereichen und in der Funk­werk­statt wurden Kohlendio­xid-Feuer­löscher mit einem Löschinhalt von 5 kg deutlich sichtbar und griff­bereit angebracht.

 

Brandschutzbetrachtungen

Löschwasserversorgung

Für die Wache ist eine Löschwasserversorgung von 1600 l/min über einen Zeitraum von 2 h erforderlich. Öffentliche Hydranten mit ausreichender Dimensionierung befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Entsprechend der Nutzung der Gebäude als Feuer- und Rettungs­wache waren Maßnahmen zur Löschwasserrückhaltung nicht erforderlich, da keine Stoffe in Mengen oberhalb der Grenzwerte nach Ziff. 2.1 LöRüRl gelagert werden.

 

Einsatzzentrale

Die WTG Leitstellentechnik hat in der Nachrichtenzentrale der Berufsfeuerwehr Ratingen das VoIP-Leitstellensystem „Euro Alert Plus“ installiert. Das System managt die gesamte Kommunikation der Nachrichtenzentrale, die integrierte Wachenalarmierung „Euro Alert Flex“ steuert die gesamte Haustechnik der Feuerwache.

Die Dienstleistungen der WTG Leitstellentechnik umfassten insgesamt:

Notruf- und Funkvermittlungssystem „Euro Alert Plus“ (auf Basis „Selkom emc2 VoiP“),
Office-Telefonie mittels Alcatel „OXE“,
Einsatzleitrechner (Hardware),
Wachenalarmierung „Euro Alert Flex“ (Elektroakustische Anlage),
Haustechnik (Speicherprogrammierbare Steuerung),
Möblierung,
Videotechnik/Videosteuerung,
Sprachaufzeichnung,
Medientechnik,
Drei Regelarbeitsplätze und drei Ausnahmeabfrageplätze.

Das VoIP-Leitstellensystem

Es ist besonders wichtig, dass Einsatzkräfte im Notfall schnell und zuverlässig Hilfe leisten können, denn oft kommt es auf Sekunden an. In den Leitstellen von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Katastrophenschutz, Werkfeuerwehren und Werkschutz laufen die Fäden zusammen. Leitstellensysteme der WTG sorgen dafür, dass in solchen Situationen die Alarmierung reibungslos abläuft und die Koordination optimiert wird. Die Anforderungen an die Leistung sind hoch: Kurze Reaktionszeiten und effektiver Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnik sind Maßstab für Qualität und Geschwindigkeit, mit der eine Sicherheitszentrale auf einen Notfall reagieren kann.

Die WTG Leitstellentechnik bietet mit dem Produkt „Euro Alert Plus“ eine auf Voice-over-IP basierende Leitstellenlösung für alle notwendigen Kommunikationswege. Das System stellt eine umfassende Lösung für die Kommunikation in Leitstellen an. Durchgängig auf Voice-over-IP basierend wird die Kommunikation über analogen und digitalen Funk und alle weiteren Telekommunikationswege in einer einheitlichen Lösung integriert. „Euro Alert Plus“ besteht aus:

einem redundant ausgeführten TK-Gateway „Omni PCX Enterprise“ (OXE), von Alcatel-Lucent,
mehreren VoiP-Wandlern (Selkom Bridge), die analogen Signale in VoiP wandeln,
einem zentralen Linux-Server für die Steuerung und das Management sowie
einer Anzahl von PC-gesteuerten Abfrageplätzen mit Touchscreen und den dazugehörigen Besprechungseinrichtungen.

Das System ist für die Anschal­tung des deutschen BOS-Digital­funks (TETRA) gerüstet. Es sind bereits reale TETRA-Anschaltungen über E1/TCS-API und PEI in Betrieb.

Der Abfrageplatz „Euro Alert Plus“ besteht in der Regel aus folgenden Komponenten:

Bedienmonitor (Touch oder Monitor/Maus),
Embedded PC (lüfterlos) mit den SW-Applikationen Selkom-Bridge-Client und MediaServer,
AudioBox zur Anschaltung der Sprecheinrichtungen,
Handapparat,
Freisprechmikrofon,
Headset,
Betriebslautsprecher,
mehreren Abhörlautsprechern,
Lautsprechern für die Anrufsignalisierung,
Fußtaste ggf. auch in doppelter Ausführung (z. B. PTT, Sonderfunk) zur Steuerung und Kommunikation ist ausschließlich eine LAN-Verbindung (Ethernet) erforderlich.

Die Komponenten werden wahlweise mit 230 VAC oder 12 VDC versorgt. Eine 48 VDC-versorgung erfolgt über Poe-fähige Netzwerkinfrastruktur (Power over Ethernet). Die Stromversorgungen können auch redundant ausgelegt werden.

 

Systemsteuerung für effiziente Bedienung

In Verbindung mit dem Selkom-Bridge-Client bildet der Media-Server die Steuersoftware und die Bedienoberfläche der „Euro Alert Plus“-Leitstellen­lösung. Der Media-Server wandelt die in Voice-over-IP verpackten Sprachsignale in analoge Signale und steuert die angeschalteten Funktionsmodule. Der Selkom-Bridge-Client stellt die Bedienmasken dar und bildet
die Schnittstelle zwischen Operator/Bediener und den angeschalteten Kommunikationselementen.

Das Leitstellenmanagementsystem verfügt über Schnittstellen zu allen gängigen Herstellern von Leitstellenrechnern. Die WTG arbeitet seit Jahren erfolgreich mit den führenden Herstellern von Leitstellenrechnern zusammen und konnte so eine ganzheitliche Lösung nach den Anforderungen realisieren. Schnittstellen zu mehreren SPS-und ELA-Systemen sind ebenfalls verfügbar.

Zusammen mit „Euro Alert Flex“, der flexiblen Wachenalarmierung, konnten umfassende Lösungen für die Leitstelle realisiert werden. Die Bedienung und das Management
der notwendigen Kommunikation, die komfortable Steuerung von Haustechnik (ELA-Anlagen, Videosystemen, Gebäudetechnik etc.) in Leitstellen sowie die fle­xible Alarmierung von abgesetzten Feuerwachen sind von einem komfortablen „Euro Alert Plus“-Arbeitsplatz aus möglich. Ein Bestandteil von „Euro Alert Plus“ ist die flexible Wach­alar­mierung „Euro Alert Flex“. Egal ob örtliche Lautsprecherdurchsagen, Steuerung von Hallentoren, Beleuchtung, Schranken oder Ampelanlagen – sie managt die zentrale Alarmierung der Feuer­wachen direkt von der Leitstel­le aus. Für den täglichen Einsatz in Leitstellen oder zentra­len Feuerwachen konzipiert, erlaubt „Euro Alert Flex“ eine flexible und sichere Steuerung der verschiedenen Techniken rund um die Infrastruktur von Feuer­wachen.


Alarmsteuerung
auf den Punkt

Eine bedarfsgerechte, automa­tisierte Steuerung der Alarmie­rung in unterschiedlichen Ruhe­räumen der Feuerwache hilft dem Disponenten, im Einsatzfall schnell und sicher das richtige Personal zu alarmieren.

Die flexible Ruheraumbelegung dient einer effizienten Nutzung. Die Ruheräume werden fest einer Einsatzart oder Fahrzeugbesatzung zugeordnet. Dieser wird dann auch nur bei entsprechenden Alarmierungen angesprochen (ELA-Durchsagen, Alarmlicht).


Torsteuerung

Über einen zentral in der Leitstelle angeschalteten FMS-Auswer­ter können die FMS-statusabhängigen Schaltaktionen in den Wachen ausgeführt werden. Ein FMS-Auswerter pro Wache ist nicht mehr nötig.


Die Software-Komponenten

„Euro Alert Flex WAS“ – Wach­en­alarm-Server bildet die Basis­software für die Leitstelle mit integrierter Schnittstelle zum ELR. „Euro Alert Flex WAC“ –
Wach­en­alarm-Client ist das Soft­ware-Paket für abgesetzte Feuer­wehr­wachen, das mit dem Wachen­alarm-Server in der Leit­stelle zusammenarbeitet und als Schnittstelle zur Steuerung von lokalen Funktionen und Komponenten fungiert.

 

Die Bausteine im Überblick

Hardware-Basis und Infrastruktur von „Euro Alert Flex“:

Als Hardware-Basis dienen handelsübliche Industrie-PCs,
Schnittstellen „WAS“: Netzwerk-Schnittstelle zum Einsatzleitsystem, Netzwerk-Schnittstelle zum Notrufabfragesystem, Netzwerk- und ISDN-Schnittstelle zum Notruf­abfragesystem für Notbedienung und Aufzeichnung der Ad-hoc-Aufsprache, Netzwerk-Schnittstelle zum LAN-, WAN-Netz der Wachen,
Schnittstellen „WAC“: ELA-Schnittstelle als analoge NF-Schnittstelle und Schaltbefehle für Anlassung und Kreis-Vorwahl, Relais-Kontakte zur Steuerung diverser Haustechniken (Tore, Licht usw.), Schnittstellen mit diversen Protokollen zu externen Steuerungen wie SPS, ModBus-TCP, Profibus, W&T I/O Modulen, EIB-Gebäudeinstallationen.

Facility Management

Die Feuerwehr Ratingen verbessert ihre Wirtschaftlichkeit durch möglichst hohe Eigenanteile bei der Unterhaltung und Wartung ihrer Liegenschaften. Dazu gehört die Wartung der Hackschnitzelheizung, der 43 Hallen- und Außentore und der Abgasabsauganlagen genauso wie die raumlufttechnischen Anlagen, die Gebäudetechnik und die klassischen handwerklichen Arbeiten. (Hier seidie Feuerlöschwerkstatt, Atemschutzwerkstatt, Wäscherei, die Funk- und Elektrowerkstatt, die Schlosserei und die Hydraulikwerkstatt genannt.)

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