Haus der Universität in Düsseldorf
Sanierung unter DenkmalschutzauflagenEin Gebäude wird während seines Bestehens häufig auf verschiedene Weise genutzt. So wurde das im Folgenden vorgestellte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert ursprünglich als Palais für eine Bank errichtet und heute von einer Hochschule genutzt. Als denkmalgeschütztes Gebäude waren beim Umbau entsprechende Auflagen zu erfüllen.
Um...
Umbauten im Gebäudeinneren
Der Umbau beinhaltete im Besonderen die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen:
In der ehemaligen Kassenhalle befinden sich heute das Foyer, der Ausstellungsbereich und der Bürgerbereich. Dazu konnten die Decken weitestgehend erhalten werden. Als bauliche Maßnahmen ergaben sich der Abbruch eines kurzen Wandstücks, die Verbreiterung bzw. Änderung einiger Türen und die Erneuerung des Bodenbelags. Außerdem wurde im Erdgeschoss eine Küche als Ausgabeküche für den Caterer eingerichtet.
Neue Nutzung
Der an die ehemalige Kassenhalle anschließende zweigeschossige Anbau wurde komplett abgebrochen und durch einen neuen Anbau mit einem 158 m² großen, zweigeschossigen Versammlungsraum für 172 Personen ersetzt. Der Versammlungsraum wird durch eine großzügige Treppe vom EG aus erschlossen. Auf der Decke des Versammlungsraumes wurde ein Dachgarten auf der Ebene des 1.OG angelegt.
Außerdem befinden sich im UG eine WC-Anlage, das Behinderten-WC, die Garderobe und eine Lobby. Im übrigen Kellerbereich befinden sich die Technikräume.
Im 1. OG befinden sich Büro- und Besprechungsräume. Dazu konnte die vorhandene Raumkonfiguration mit Parkettboden und abgehängten Decken weitestgehend erhalten bleiben. Zusätzlich wurden eine Pantry und eine WC-Anlage eingebaut.
Das 2. OG wird als Informationsbereich genutzt. Außerdem befinden sich hier ebenfalls Büro- und Besprechungsräume. Dazu konnte die vorhandene Raumkonfiguration mit Parkettboden ebenfalls weitestgehend erhalten bleiben. Der vorhandene Besprechungsraum wurde erweitert. Zusätzlich wurde auch hier eine Pantry eingebaut.
Der fassadenseitige verglaste Bereich der Dachkonstruktion und die drei im Raum stehenden Stützen wurden entfernt und durch einen geraden Dachanbau mit Stützen auf der Fassadenlinie ersetzt. Die Fensterfront wurde erneuert. Der dadurch entstandene großzügige Besprechungsbereich im 3. OG erhielt eine mobile Trennwand. Die vorhandene WC-Anlage wurde vergrößert. Eine Pantry wurde zusätzlich eingebaut.
TGA im Haus der
Universität
Zum Entwurf des Umbaus wurden keine Schemata erstellt, da keine bzw. nur ungenaue Revisionsunterlagen zur Verfügung standen. Nachdem der genaue Leitungsverlauf erkennbar wurde, konnten diese nachträglich erstellt werden.
Sanitärtechnik
In dem Gebäude wurden die bestehenden sanitären Anlagen weitestgehend zurückgebaut. Die neuen sanitären Anlagen bestehen aus:
(3. OG bis EG).
Die Trinkwasserversorgung der neuen Sanitäranlagen wurde über Edelstahlrohre realisiert. Aus hygienischen Gründen (Stagnation und Legionellengefahr) erfolgte ein Durchschleifen der Leitungen, an die alle Sanitärgegenstände angeschlossen wurden. Somit ist eine regelmäßige Durchspülung der Trinkwasser-
leitung gewährleistet. Die Warmwasserversorgung der Waschtische und Spülen erfolgt dezentral über 5 l-Untertischgeräte.
Die Sanitäranlagen vom EG bis in das OG werden über einen gemeinsamen Steigestrang trinkwasserseitig versorgt.
Sämtliche Entwässerungsleitungen welche als Sammel- oder Fall-Leitung ausgeführt wurden, sind in SML-Rohr verlegt. Alle Installationen in Vorwänden wurden als HT-Rohr ausgeführt.
Die Entwässerung der Nasszellen vom 3.OG bis hinunter in das EG wird über einen Fallstrang ermöglicht. Der Anschluss der Fallleitung erfolgte an die bestehende Grundleitung.
Der Verlauf der Grundleitung unter der Bodenplatte war zum Teil unbekannt. Zur besseren Einschätzung der Beschaffenheit sowie des Verlaufs wurde eine Kamerabefahrung durchgeführt.
Der neue WC-Bereich im UG des Hauses wurde auf einem Doppelboden Installiert. Die Entwässerung der Sanitäreinrichtung erfolgte innerhalb des Doppelbodens in einen Pumpensumpf mit Hebeanlage. Das Schmutzwasser wird mittels der Hebeanlage über die Rückstauebene in die Grundleitung geleitet. Der Grundleitungsanschluss musste neu hergestellt werden. Das UG wurde gegen einen Rückstau im Abwasserkanal gesichert.
Des Weiteren entstanden im 1. OG eine Terrasse sowie im EG ein Lichthof, welche entwässert werden mussten. Die Regenentwässerung erfolgt mittels Abläufen auf den jeweiligen Flächen.
Das Regenwasser wurde mittels SML-Rohren durch das UG an die vorhandene Grundleitung angeschlossen. Dieser Anschluss musste neu hergestellt werden. Die Regen-Not-Entwässerung der Terrasse sowie des Lichthofes wurde durch das UG bis zur Hausfront des Schadowplatzes gelegt damit diese frei auf das Gelände entwässern kann.
Heizungstechnik
Im UG des Hauses befindet sich eine Fernwärmeübergabestation, welche auch nach dem Umbau zur Beheizung des Gebäudes genutzt wird. Die Wärmeverteilung im UG wurde in den Doppelboden verlegt und an die bestehenden Stränge angebunden. Der Saal im UG wurde mit Unterflurkonvektoren ausgestattet. In den OGs wurden die Heizkörper auf die auf die neue Architektur angepasst, dies bedeutet, dass einige Heizkörper demontiert wurden bzw. Heizkörper neu installiert werden mussten.
Lüftungstechnik
Das Gebäude verfügt über eine vorhandene Teilklimaanlage aus dem Jahre 1998. Die Anlage war augenscheinlich noch in einem guten Zustand.
Das Zentralgerät befindet sich auf dem Dach des Gebäudes und verfügt über eine Mischlufteinrichtung, einen Filter, ein Luftheizregister und einen Luftkühler. Der Luftkühler wird mit Kaltwasser (Sole) betrieben.
Die zugehörige Kältemaschine befindet sich im UG, das zugehörige Rückkühlwerk steht auf dem Dach neben dem Zentralgerät der Lüftung.
Zuluft und Abluft werden über verzinkte Blechkanäle zu den versorgten Räumen geführt. Die Luftverteilung erfolgt in der Regel über Zuluftschienen, zum Teil aber auch über Gitter und Drallauslässe.
Die Temperaturregelung erfolgt mittels variablem Volumenstrom. Wird es in einem Raum zu kalt, werden Zu- und Abluftmenge reduziert. Wird es in einem Raum zu warm, werden Zu- und Abluftmenge erhöht.
Am Durchtritt von Luftkanälen durch Geschossdecken und Brandwände wurden Feuerschutzklappen eingebaut.
Die bestehende Anlage war in Teilen umzubauen. Die Umbauten umfassten u. a. zwei Hauptversorgungsschächte, die zum größten Teil außerhalb des Gebäudes an der Fassade liegen. Hier mussten neue Anbindungen an bestehende Kanäle innerhalb der Etagen hergestellt werden. Eine Erweiterung fand auch im Bereich UG und EG statt. Hier entstand ein über zwei Geschosse reichender Versammlungsraum, der lufttechnisch an das Zentralgerät angebunden werden musste.
Weitere Umbauten betrafen die Neueinrichtung von WC-Anlagen im UG sowie im 1.OG und 3. OG.
Kältetechnik
Die Kältetechnik des Hauses blieb im Wesentlichem bestehen. Die zwei Pufferspeicher im UG wurden in den Nebenraum versetzt, und die Kälteverteilung wurde in den Doppelboden verlegt und an die bestehenden Stränge angebunden. Die Kühlung der Raumlufttemperatur im Serverraum wurde mittels Umluftkühlung realisiert.
Elektrotechnik
Es erfolgte die Planung einer neuen Sicherheitsbeleuchtungsanlage als Zentralbatteriesystem einschließlich Rettungszeichenleuchten gemäß Vorgabe Brandschutzsachverständiger für alle Fluchtwege und Räume einschl. neuer Verkabelung zum Einsatz im neuen Sicherheitsbeleuchtungsraum.
Die Sicherheitsleuchten wurden separat als LED-Einbauleuchten (rund 80 mm Durchmesser) ausgeführt. Die alte Sicherheitsbeleuchtungs- und Zentralbatterieanlage wurde demontiert.
Niederspannungsschaltanlagen (ELT-Unterverteilungen)
Das Gebäude wird niederspannungsseitig aus dem Netz der Stadtwerke Düsseldorf versorgt. Die Verteilungen und die Installation des Stromnetzes im Haus wurden weitestgehend erhalten und wurden den neuen Nutzungen und Raumaufteilungen angepasst.
ELT-Verlegesysteme und Bodentanks
Die Bodentanks wurden in allen Etagen ausgetauscht, da teilweise die Deckel fehlten oder defekt waren. Es erfolgte eine Anpassung der Bodentanks an die neuen Raumnutzungen unter Berücksichtigung des Möblierungskonzepts für die verschiedenen Nutzungszenarien (Medientechnik).
Bei der Verlegung von ELT-Steigepunkten (SP) von UG bis 3.OG wurden die notwendigen Brandschutzmaßnahmen (Brandschottungen) angepasst. Dabei blieben die allgemeinenen Installationen im Haus weitgehend erhalten und wurden nur den neuen Nutzungen und Raumaufteilungen angepasst. Zudem wurden Bedieneinheiten für motorbetriebene (kraftbetriebene) Türanlagen, motorbetriebenem Sonnen- und/ oder Blendschutz und Hebevorrichtungsanlagen und Fluchttürsteuerungen berücksichtigt.
Alle Schalter und Steckdosen wurden ausgetauscht und bestehen jetzt aus einem einheitlichen Schalter- und Steckdosenprogramm.
Beleuchtungsanlagen
Die Beleuchtungsanlagen im Haus wurden weitestgehend erhalten und den neuen Nutzungen und Raumaufteilungen angepasst.
In den Büroräumen kamen zusätzliche Stehleuchten für die Beleuchtung der Arbeitsplätze zum Einsatz, um die notwendigen Beleuchtungsstärken (500 lx) zu erreichen.
Für den neuen Vortragssaal wurden anfangs zwei unterschiedliche Lichtkonzepte geplant. Später wurde ein Lichtplaner hinzugezogen, dessen Konzept schließlich zum Tragen kam.
Fernmelde- und informationstechnische Anlagen
Das Leitungsnetz für Telekom und IT besteht aus einer strukturierten Verkabelung für EDV und Telefonie. Es wurde kein separates Kabelnetz ausgeführt.
Die vorhandene Datenstrecke für Datenschnellverkehr Gigabit Ethernet (Glasfaserverbindung) war ausreichend dimensioniert und konnte daher weiterverwendet werden.
Such- und Signalanlagen (Rufanlage Behinderten-WC und Türsprechanlage)
Für die Behinderten-WC-Anlage im UG wurde eine Behindertenrufanlage gemäß DIN 18 040 mit Anzeige vor Ort und am Empfang im EG mit Weiterleitung an eine zentrale Stelle bzw. GLT ausgeführt.
Zudem gibt es eine behindertengerechte Türsprechanlage in Verbindung mit ZuKo im gemeinsamen Treppenhaus (etagenweise) und am Haupteingang mit Videosprechstelle. Für die beiden straßenseitigen Eingänge gibt es ein Türöffnungssystem. Des Weiteren gibt es mobile, flexible Gegensprechstellen über separate Handapparate in der Nutzungseinheit oder auf PC-Einheiten (Verkabelung ggf. über Strukturierte Verkabelung).
Eine Sprechstelle für Notruf im Aufzug gemäß Planung Generalplanung nach DIN 81-28 und Ruffunktion für Besucher als Überbrückung Zu-Ko-System wurde durch das Gewerk Aufzüge vorgesehen.
Elektroakustische Anlagen
Die vorhandene ELA-Anlage inklusive Lautsprecher (derzeit reine Durchsageanlage ohne Alarmierungsqualität) wurde zurückgebaut und eine neue Sprachalarmierungsanlage (SAA) nach DIN VDE 0833-4 gemäß Abstimmung mit Brandschutzgutachter geplant. Am Empfang wurde eine zentrale Sprechstelle für Durchsagen installiert. In der Feuerwehrinformations- und -bedienstation (FIBS) wurde eine Feuerwehrsprechstelle integriert.
Gefahrenmelde- und Alarmanlagen (BMA, EMA, ZuKo)
Es erfolgten Planung und Einbau einer neuen flächendeckenden Brandmeldeanlage gemäß Abstimmung mit dem Brandschutzgutachter einschl. Steuersysteme (Brandfallsteuerungen für Türen, Lüftung, Aufzug etc.) gemäß DIN 14 675 und DIN VDE 0833 und den TAB der Feuerwehr Düsseldorf einschließlich Aufschaltung zur Feuerwehr bzw. örtlichen Konzessionär.
Die vorhandene Videoüberwachungsanlage, die Einbruchmeldezentrale und die Bewegungsmelder einschließlich Leitungsenden wurden demontiert.
Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungsbereiche wurden berührungslose Zutrittskontrollleseeinheiten (Transponder oder Karte) jeweils behindertengerecht an den Hauptzugängen und etagenweise im Treppenhaus sowie im Aufzug installiert (zusammen mit Türsprechanlage mit Videosprechstelle) und Steuerung über motorische Panikschlosseinheiten .
Fazit
Mit dem zum „Haus der Universität“ umgebauten Palais verfügt die Heinrich-Heine-Universität über repräsentative Räumlichkeiten am Schadowplatz in der Düsseldorfer Innenstadt, das eine intensive Nutzung als Informations- und Veranstaltungszentrum erfährt. Mit seiner neuen, funktionalen Aufteilung der fünf Gebäudeebenen und der rundum modernisierten gebäudetechnischen Ausstattung ist es flexibel nutzbar.
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