Mission to Zero: ABB setzt auf klimaneutrale Produktion
Energiemanagement und PV senken CO₂-Emissionen am Standort in Sasbach und stärken dessen VersorgungssicherheitWie lässt sich industrielle Fertigung klimafreundlich und zugleich wirtschaftlich betreiben? Am Standort Sasbach zeigt ABB Striebel & John, wie insbesondere digitales Energiemanagement, Photovoltaik und zertifizierter Ökostrom die Energieversorgung transformieren. Mit 3.410 Solarmodulen, neuen Trafostationen und umfassenden Effizienzmaßnahmen ist ein Produktionsstandort entstanden, der Emissionen deutlich reduziert und seine Energie zunehmend selbst erzeugt. Der Beitrag zeigt, welche technischen und strategischen Schritte hinter der „Mission to Zero“ stehen – und welche Rolle Elektrifizierung, Speicherlösungen und Wärmepumpen künftig spielen.
In Sasbach beginnt gerade eine neue Ära. Dort, wo täglich Schaltschränke und Komponenten für die Energieverteilung entstehen, wächst Schritt für Schritt ein Produktionsstandort, der sich selbst mit sauberem Strom versorgt und künftig nahezu ohne fossile Energien auskommen soll. Was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, wird hier zur Realität und macht Sasbach zum jüngsten Motor der globalen „Mission to Zero“ von ABB. Sasbach ist der Standort von ABB Striebel & John. Hier werden Gehäuse und Energieverteilungssysteme für regionale Märkte gefertigt. Weltweit gibt es damit inzwischen 37...
Schon seit über 65 Jahren gibt es den Standort Sasbach von Striebel & John, der seit 1993 zu ABB gehört.
Bild: ABB
In Sasbach beginnt gerade eine neue Ära. Dort, wo täglich Schaltschränke und Komponenten für die Energieverteilung entstehen, wächst Schritt für Schritt ein Produktionsstandort, der sich selbst mit sauberem Strom versorgt und künftig nahezu ohne fossile Energien auskommen soll. Was vor wenigen Jahren noch Zukunftsmusik war, wird hier zur Realität und macht Sasbach zum jüngsten Motor der globalen „Mission to Zero“ von ABB. Sasbach ist der Standort von ABB Striebel & John. Hier werden Gehäuse und Energieverteilungssysteme für regionale Märkte gefertigt. Weltweit gibt es damit inzwischen 37 Standorte, die Teil dieses Programms sind und gemeinsam daran arbeiten, die Vision einer klimaneutralen Produktion Wirklichkeit werden zu lassen.
Da allgemein der Bereich von Fertigung und Produktion etwa ein Fünftel der weltweiten CO2-Emissionen ausmachen, sind die Verbesserung der Energieeffizienz und die Beschleunigung der Elektrifizierung entscheidend für die Erreichung nationaler und europäischer Klimaziele. Der Standort Sasbach zeigt, wie Hersteller Emissionen reduzieren und gleichzeitig einen zuverlässigen, wettbewerbsfähigen Betrieb aufrechterhalten können. Ein wichtiger Baustein dafür ist die Initiative „be efficient“, mit der ABB gezielt Lösungen aufzeigt, um Effizienzpotenziale zu identifizieren, Energieverbräuche transparent zu machen und Verbesserungen systematisch in den Betrieb zu bringt.
In Sasbach spielt Solarenergie eine zentrale Rolle für diesen Wandel. Bereits seit 2020 betreibt der Standort eine Photovoltaikanlage auf dem Bürogebäude. Mit der Installation der großflächigen Solarmodule auf den Werkhallen erreicht die Energieproduktion nun eine neue Dimension. Die rund 3.410 Module erzeugen jährlich etwa 1.500 MWh grünen Strom. Das reicht aus, um rund 400 Einfamilienhäuser ein Jahr lang zu versorgen. Gleichzeitig vermeidet der Standort damit etwa 550 t CO₂-Ausstoß pro Jahr. Insgesamt führen die am Standort Sasbach umgesetzten Maßnahmen zusammengenommen zu einer Einsparung von rund 3.786 t CO₂. Rund 2.700 t entfallen auf den Bezug von zertifiziertem Ökostrom aus dem Netz, rund 1.086 t auf jährliche Emissionsminderungen durch Maßnahmen vor Ort. Diese Eigenproduktion deckt künftig fast ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs am Standort und macht den Standort unabhängiger von schwankenden Energiepreisen. Zwei neu errichtete Trafostationen sorgen dafür, dass die erzeugte Energie effizient in die Infrastruktur des Werks integriert wird und eine stabile Versorgung sichergestellt ist.
Die rund 3.410 PV-Module auf dem Bürogebäude (im Vordergrund) und den Werkhallen erzeugen jährlich etwa 1.500 MWh grünen Strom. Davon profitiert auch der Einsatz des E-Trucks in Kooperation mit dem Dachser Logistikzentrum Karlsruhe.
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„Für uns in Sasbach zählt, was im Alltag funktioniert“, sagt Sebastian Smolka, Geschäftsleiter des ABB-Standortes ABB Striebel & John in Sasbach. „Mit eigener Solarenergie, neuen Technologien und einem klaren Fahrplan Richtung Elektrifizierung senken wir Emissionen und machen unsere Produktion gleichzeitig robuster. ‚Mission to Zero‘ heißt für uns, Schritt für Schritt besser zu werden – messbar und dauerhaft.“
Modernisierung, die Energie spart – heute und morgen
Parallel zur Energiewende entstand in Sasbach zudem eine neue, hochmoderne Halle für die Pulverbeschichtung. Sie erweitert die Produktionsfläche und ermöglicht ein ressourcenschonendes, energieeffizientes Beschichtungsverfahren. Die neue Anlage arbeitet auf zwei Ebenen, nutzt Wärmerückgewinnung und kommt mit deutlich weniger installierter Wärmeleistung aus. Zusätzliche Effizienzmaßnahmen wurden am gesamten Standort umgesetzt. Darunter eine vollständige Umstellung der Produktionsbereiche auf LED-Beleuchtung, die Gebäudeautomation über den „ABB i-bus KNX“, die Rückgewinnung von Abwärme aus Druckluftsystemen und optimierte Prozesssteuerungen. 21 Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor Ort unterstützen die umweltfreundliche Mobilität von Mitarbeitern und Besuchern.
In Sasbach erweitert eine neue, hochmoderne Pulverbeschichtungs-Halle die Produktionsfläche und ermöglicht ein ressourcenschonendes, energieeffizientes Beschichtungsverfahren.
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In Summe haben diese Initiativen die Energieproduktivität gegenüber 2019 deutlich verbessert, den Betrieb spürbar stabilisiert und zugleich die laufenden Kosten reduziert. Das ABB Building Automation System (BMS) sowie die Energiemanagementlösungen bündeln diese Maßnahmen, bieten Echtzeit-Transparenz über den Energieverbrauch und ermöglichen kontinuierliche Verbesserungen sowie datengestützte Entscheidungen. All dies fördert die Effizienz, Ausfallsicherheit und Betriebsstabilität.
Der Verpackungsvorgang der „ComfortLine“-Serie wurde von manuell auf vollautomatisiert umgestellt.
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Doch Sasbach denkt weiter. Noch in diesem Jahr sollen große Batteriespeicher eingerichtet werden, die überschüssige Solarenergie puffern, Spitzenlasten kappen sowie die Versorgungssicherheit erhöhen. Parallel dazu beginnt die schrittweise Ablösung der gasbetriebenen Heizsysteme durch moderne Wärmepumpentechnologie. Dieser Prozess soll den Standort langfristig nahezu vollständig fossilfrei machen. Sogar die Errichtung einer eigenen Windkraftanlage ist bereits angedacht, um in Zukunft eine vollständige Energieautarkie zu erreichen.
Energie, Engagement und globale Wirkung
Sasbach reiht sich damit in eine globale Erfolgsgeschichte ein, die ihren Ursprung am Busch-Jaeger-Standort in Lüdenscheid hat. Die „Mission to Zero“ begann dort als Graswurzel-Initiative engagierter Mitarbeitender, die bereits 2011 mit ersten Effizienzmaßnahmen starteten. Heute zeigen Standorte auf der ganzen Welt, wie viel erreicht werden kann, wenn erneuerbare Energien, Digitalisierung und Teamarbeit zusammenkommen. Gemeinsam reduzieren die „Mission-to-Zero“-Standorte bereits mehr als 60.000 t CO₂e-Emissionen jährlich – ein sichtbarer Fortschritt und ein starkes Signal an Industrie, Politik und Gesellschaft.
Durch den Ausbau erneuerbarer Energien, die Umstellung der Heizsysteme, die geplante Energiespeicherung und moderne Technologien entwickelt sich Sasbach zu einem Standort, der ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Vernunft und innovative Produktion miteinander verbindet. Für die Marke Striebel & John und für die Region ist dies ein wichtiger Schritt in eine Zukunft, die ressourcenschonend, effizient und klimafreundlich ist.
