Inzwischen hat die WWS insgesamt 50 Anlagen im Gebäudebestand in Betrieb. Sechs weitere sollen folgen.
Bild: Watercryst
Kalk hat sowohl als Geschmackträger als auch aus gesundheitlichen Gründen eine wichtige Funktion im Trinkwasser: Calcium und Magnesium sind Mineralien, die unser Körper lebensnotwendigerweise braucht. Fällt Kalk jedoch aus, was besonders bei der Erwärmung von Trinkwasser zum Risikofaktor werden kann, sind Folgekosten oft unvermeidbar; Rohrleitungen wachsen zu, Querschnittsverengungen beeinträchtigen die Warmwasserversorgung und verkalkte Wärmetauscher führen zu spürbarer Effizienzminderung.
Wie bei der kommunalen Wohnungs- und Wirtschafts-Service Herford (WWS), die in der ostwestfälischen Kreisstadt mehr als 3.700 Wohneinheiten betreut. „Über das gesamte Versorgungsgebiet hinweg gesehen sprechen wir, bei insgesamt 5 Quellen, in Herford immer über hartes Wasser, also zwischen 16° und 27° dH“, so Jens Mensching, der für das technische Immobilienmanagement der WWS tätig ist. „In der Praxis bedeutete das für uns einen beträchtlichen Reparatur- und Instandhaltungsaufwand, weil es immer wieder zu Störungen in den Installationen oder den angeschlossenen Geräten kam. Das verursacht nicht nur beträchtliche Kosten, sondern belastet unsere Mieter.“
Jens Mensching (li.) und Christoph Wieczorek besuchen den Standort einer DVGW zertifizierten Kalkschutzanlage von Watercryst.
Bild: Watercryst
Für die WWS kamen zwei mögliche Verfahrenswege in Frage, um den Schutz der technischen Infrastruktur sicherzustellen: Eine chemische Behandlung des Trinkwassers, bspw. durch Ionentauscher mit den erforderlichen Aufbereitungsstoffen, oder ein chemiefreier Kalkschutz, der ohne Aufbereitungsstoffe und ohne Veränderungen des Trinkwassers wirksam ist. „Heute“, sagt Jens Mensching, „ist die Entscheidung klar zugunsten des natürlichen Kalkschutzes. Jedoch, vor mehr als zehn Jahren, waren Verfahren wie z. B. die Biocat-Technologie noch nicht so verbreitet. Entsprechend fehlte uns die Praxiserfahrung.“
DVGW zertifizierte Wirksamkeit sichert den Verfahrenserfolg
Sukzessive wurden in den zurückliegenden Jahren in verschiedenen Mehrfamilienhäusern Kalkschutzanlagen der Typen „KS 5000“ bis „KS 11000“ von Watercryst installiert, zumeist im Zuge geplanter Sanierungsmaßnahmen der Trinkwasserinstallation. Auch in diesen Objekten erfolgten anschließend Sichtprüfungen der neu installierten Wärmeübertrager. Fazit: Kalksteinbildung war zu keinem Zeitpunkt erkennbar, demgegenüber wurden in Vergleichsobjekten ohne Kalkschutz hohe Kalkablagerungen festgestellt.
Ohne Kalkschutz ein wiederkehrendes Ärgernis: Rohrleitungen mit erheblichen Kalkablagerungen.
Bild: Watercryst
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Mit den Kontrollterminen wurde regelmäßig die Wirksamkeit dieses Verfahrens nachgewiesen. Christoph Wieczorek, zuständiger Vertriebsmitarbeiter bei WATERCryst: „Im Markt des chemiefreien Kalkschutzes gibt es eine Vielzahl anderer Verfahren, deren Wirksamkeit nicht durch unabhängige Prüfnormen nachgewiesen ist. Wohnbaugesellschaften sollten sich immer beim Hersteller informieren, ob die Kalkschutzanlage DVGW zertifiziert ist. Das Prüfsiegel bestätigt nicht nur die Kalkschutzwirksamkeit, sondern auch die trinkwasserhygienische Eignung und Betriebssicherheit des jeweiligen Produktes“, so der Trinkwasser-Experte.
Die WWS Herford war also ihrer Zeit deutlich voraus, als sie über eigene unabhängige Prüfungen den Nutzen dieser Form des Kalkschutzes erst in Pilotprojekten bestätigen ließ, um dann zehn weitere Gebäude mit dieser Technologie Anlagen auszustatten. Der Feldversuch bekam damit eine Breite und Dauer, die heute entsprechend belastbare Schlussfolgerungen und Aussagen zur Wirksamkeit zulässt.
In der Praxis werden Unterschiede sichtbar
Jens Mensching: „Eine wesentliche Erkenntnis betrifft die generell gute Qualität des Trinkwassers durch den örtlichen Wasserversorger. Die ist unabhängig vom Einbau der Kalkschutzgeräte unverändert geblieben, und auch der Geschmack des Wassers hat sich nicht verändert. Die zweite wichtige Erkenntnis, nämlich den positiven Einfluss auf die Anlagentechnik, bestätigt sich immer wieder, wenn wir Trinkwarmwasserspeicher mit Elektroheizstäben öffnen. In Gebäuden mit unserer Kalkschutztechnik sind die Wärmetauscher durchweg kalkfrei, in vergleichbaren Häusern ohne diesen Schutz finden sich oft Ablagerungen.
Jens Mensching vom technischen Immobilienmanagement der WWS, weiß um die Herausforderungen, die kalkhaltiges Trinkwasser für Wohnbaugesellschaften mit sich bringt.
Bild: Watercryst
Diese Vergleiche wurden von Anfang an intern dokumentiert und halfen, sukzessive Überzeugung bei der Geschäftsführung und den Technikverantwortlichen des WWS dafür zu schaffen, bei nachfolgenden Sanierungen ergebnisoffen immer auch chemiefreie Kalkschutzmaßnahmen in Betracht zu ziehen.“ Inzwischen hat die WWS insgesamt 50 Anlagen im Gebäudebestand in Betrieb. Sechs weitere folgen. Eingesetzt werden dabei je nach Objektgröße Anlagen unterschiedlichen Typgrößen; jeweils individuell ausgelegt auf die Nutzung der Gebäude und den Wasserverbrauch. Der turnusmäßige Service durch den werkseigenen Kundendienst des Herstellers erfolgt über einen Servicevertrag mit jährlicher Inspektion. Der Technikleitung zufolge sind die Anlagen stabil im Betrieb, nahezu störungsfrei und ermöglichen dadurch auch eine verlässliche Budgetplanung.
„Gleichzeitig“, freut sich Jens Mensching, „leisten wir mit dieser Art des Kalkschutzes einen messbaren Beitrag zur Ressourcenschonung, so dass sich die Anlagentechnik hervorragend in das nachhaltige Gebäudemanagement der WWS einfügt. Denn der Verzicht auf Chemikalien und Salz trägt zur Entlastung der Umwelt bei, während gleichzeitig der technische Zustand der Gebäudeinfrastruktur langfristig erhalten bleibt. Eine ökologische und technische Win-Win-Situation.“
Fazit
Die Erfahrungen der WWS Herford mit chemiefreiem Kalkschutz über mehr als 10 Jahre hinweg zeigen, dass sich das System in der Praxis bewährt: Geringere Instandhaltungskosten, technisch stabile Speicheranlagen und weniger notwendige Eingriffe durch das Betriebspersonal sprechen für die Techniklösung. Der Schritt von der Testphase zur dauerhaften Integration erfolgte auf Basis nachvollziehbarer Betriebsergebnisse – und wurde von regelmäßig dokumentierten Sichtprüfungen begleitet. Jens Mensching: „Die Ergebnisse bestätigen die Wirkung der Anlagen. In geschützten Objekten fallen keine Reparaturen mehr an, während in Gebäuden ohne diese Kalkschutzmaßnahmen die Ausfälle weiterhin häufig und der Wartungsaufwand hoch sind.“
