Eine moderne Verteilertechnik erleichtert es bei der Sanierung bestehender Anlagen, den hydraulischen Abgleich von Fußbodenheizungen durchzuführen, ohne das vorhandene System im Detail zu kennen. Dies wird durch die Verwendung von Verteilern, die den Volumenstrom selbst „ausbalancieren“ erreicht. Diese Technik ist durch BAFA oder KFW sogar förderungswürdig.
Bei der Neuinstallation, vor allem aber bei der Modernisierung im Bestand, ist der hydraulische Abgleich ein wesentlicher und unverzichtbarer Leistungsbestandteil. Doch gerade bei der Sanierung bestehender Systeme und Anlagen stellt die Vielzahl der unbekannten Parameter Planer und ausführende Fachbetriebe oft vor große Herausforderungen.
Bedingt durch den hohen Aufwand wird dann unter den bekannten Zeit- und Kostenzwängen oft die sorgfältige Ausführung vernachlässigt. So sind laut einer Erhebung des Webportals www.co2online.de, bei der 60.700 Wohngebäude in Deutschland geprüft wurden, rund 80 % der Heizungsanlagen nicht oder nicht richtig hydraulisch einreguliert!
Dabei bietet der ordnungsgemäße Abgleich die Chance, das gerade in Altanlagen vorhandene Einsparpotential ohne Komforteinbußen zu nutzen und somit eine hohe Kundenzufriedenheit herzustellen.
Hydraulischer Abgleich unter schwierigen Anlagenbedingungen
Für diese tägliche Herausforderung, z.B. bei unbekannten Heizkreislängen, bieten verschiedene Hersteller eine Lösung an. In speziellen Verteilern ist im Rücklauf ein Ventil integriert, das den Volumenstrom „ausbalanciert“. Es regelt – nahezu unabhängig vom Differenzdruck – rein mechanisch den Durchfluss auf den voreingestellten Wert. Eine besondere Strömungsgeometrie im Ventil macht dies möglich. Mit einem solchen Verteiler ist eine Über- oder Unterversorgung der Nachbarkreise ausgeschlossen. Jeder Heizkreis erhält permanent die voreingestellte Wassermenge, die bei der Inbetriebnahme einmalig am „Balance-Ventil“ eingestellt wird.
Über die Durchflussanzeige im Vorlauf jedes Fußboden-Heizkreises oder Heizkreises ist ständig eine Funktionskontrolle möglich. Der Systemverteiler „balanciert“ den Volumenstrom aus, optimiert so den hydraulischen Abgleich selbsttätig in allen Betriebssituationen und macht die Verwendung von zusätzlichen Strangregulierventilen damit meist überflüssig.
Minimaler Aufwand bei der Umsetzung in der Praxis
Um den hydraulischen Abgleich fachgerecht durchführen zu können, wird bei der Verwendung von Verteilern mit Balance-Technik lediglich die Heizlastberechnung pro Raum bzw. die installierte Heizleistung benötigt, aus der dann die entsprechende maximale Durchflussmenge ermittelt wird. Darüber hinaus sollte sichergestellt sein, dass der Mindest-Differenzdruck am ungünstigsten Ventil anliegt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, muss der Fachhandwerker danach nur noch den oder die Verteiler installieren, die Einstellskala auf den berechneten Durchflusswert ausrichten und die Anlage entlüften.
Geräuscharmer Betrieb bei hohen Differenzdrücken
Im Gegensatz zu gängigen voreinstellbaren Ventilen, die bereits ab einem Differenzdruck von etwa 20 kPa (200 mbar) Geräusche verursachen können, sind die Ventile für Differenzdrücke bis zu 60 kPa ausgelegt. Auf diese Weise gewährleistet die Verteilertechnik in den meisten Fällen einen geräuscharmen Betrieb des Systems – auch ohne den Einsatz von zusätzlichen Differenzdruckreglern.
In Kombination mit der abgestimmten Heizkreisregelung wird der gesetzlichen Verpflichtung des § 14 (2), wonach heizungstechnische Anlagen mit Wasser als Wärmeträger beim Einbau in Gebäude mit selbsttätig wirkenden Einrichtungen zur raumweisen Regelung der Raumtemperatur ausgestattet werden müssen, Rechnung getragen.
Mit der internetfähigen Funk- oder „Bus Exclusiv“-Einzelraumregelung ist die individuelle raumweise Einstellung für das Heizen und das Kühlen mit Taupunktüberwachung und die Möglichkeit der Ein- und Abschaltoptimierung sowie des zentralen Eco-Betriebs möglich. Die Bedienung kann hierbei am Raumbediengerät mit Display oder PC und aus der Ferne per Smartphone erfolgen.
Günter Kunz,
Produktmanager und stellv. Technischer Leiter,Empur Produktions GmbH
