Mehr Ruhe für Nachbarschaften, mehr Perspektiven für Clubs:

Bund fördert Schallschutz für 43 Musikclubs und Festivals

Die im Rahmen des Bundesschallschutzprogramms zu fördernden Projekte stehen fest: 43 Musikclubs und Festivals sollen Unterstützung erhalten.
Bild: Irina Esau / iStock / Getty Images Plus

Die im Rahmen des Bundesschallschutzprogramms zu fördernden Projekte stehen fest: 43 Musikclubs und Festivals sollen Unterstützung erhalten.
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Der Pilot des neuen Bundesschallschutzprogramms ist gestartet, die zu fördernden Projekte stehen fest: 43 Musikclubs und Festivals sollen Unterstützung erhalten, damit sie auch künftig Orte für Musik, Begegnung und Nachtleben bleiben können. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) stellt für das erstmals auf Bundesebene aufgelegte Pilotprogramm 3 Mio. € bereit. Die fachliche Umsetzung erfolgt durch die Initiative Musik in Zusammenarbeit mit der LiveMusikKommission, dem Bundesverband der Musikspielstätten.

Livekultur sichern, Konflikte entschärfen

Musikclubs und Festivals stehen vielerorts unter Druck: Lärmemissionen führen besonders in dicht bebauten Stadtgebieten zu Konflikten zwischen Veranstaltenden und Anwohnenden. Notwendige Schallschutzmaßnahmen sowie moderierte Dialogformate können Abhilfe schaffen, sind jedoch häufig kostenintensiv. Gleichzeitig werden die finanziellen Spielräume vieler Musikorte und Veranstaltenden durch steigende Betriebs- und Produktionskosten zunehmend eingeschränkt. Gefördert werden daher bauliche, technische und kommunikative Maßnahmen, die dazu beitragen, Konflikte zu reduzieren und die Zukunft von Livemusikorten langfristig zu sichern.

Hoher Unterstützungsbedarf

Der Bedarf fällt deutlich aus: 136 Interessensbekundungen gingen für das Bundesschallschutzprogramm ein. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden 43 Projekte für eine Förderung vorgesehen. Grundlage der Auswahl waren die fachliche Bewertung durch die LiveMusikKommission sowie die Einschätzung eines unabhängigen Schallschutzgutachters. Auf dieser Basis sprach ein Auswahlgremium seine Empfehlung aus, der der Aufsichtsrat folgte.

Die ausgewählten Clubs und Festivals verteilen sich auf städtische und ländliche Regionen und decken ein breites Genrespektrum ab. Geplant sind vor allem bauliche Maßnahmen im Innen- und Außenbereich, etwa Schallschutzwände und -decken. Viele Projekte setzen zudem auf eine Optimierung der Beschallungstechnik. Ohne öffentliche Unterstützung wären diese Maßnahmen in den meisten Fällen nicht umsetzbar.

Im weiteren Projektverlauf erfolgt eine Begleitung der geförderten Projekte über die Initiative Musik. Abschließend werden eine Evaluation und Datenauswertung der Bundesförderung in Bezug auf die Zielsetzung des Programms und die Wirksamkeit der Maßnahmen vorgenommen. Die verbesserten Schallschutzmaßnahmen sollen dabei zu einer messbaren Entschärfung der bestehenden Konfliktlagen und so zur langfristigen Erhaltung der Musikspielstätten und Festivals beitragen.

Stimmen zum Programm

Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, sagt: „Wo Schallschutz funktioniert, können Musik, Menschen und kulturelles Leben zusammenwachsen, auch dort, wo viele Menschen auf engem Raum leben. Mit dem Bundesschallschutzprogramm unterstützen wir Clubs und Festivals auf diesem Weg. Ein weiteres wichtiges Signal für die Clubkultur ist die Reform der Baunutzungsverordnung. Musikclubs werden künftig nicht mehr wie Spielhallen oder Wettbüros behandelt, sondern als eigener kultureller Ort anerkannt. Das macht es leichter, neue Clubs zu eröffnen und bestehende Standorte zu sichern. So schaffen wir mehr Raum für Clubkultur – von urbanen bis zu Gewerbe- und Industriegebieten.“

Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik, betont: „Die große Nachfrage zeigt, wie dringend viele Musikorte auf Unterstützung beim Schallschutz angewiesen sind – in Städten ebenso wie in ländlichen Regionen. Mit der Förderung können nun konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, die Clubs und Festivals als unverzichtbare Orte der Musik- und Stadtkultur stärken.“

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveMusikKommission, sagt: „Entscheidend ist, dass die Förderung direkt vor Ort ankommt: Viele Clubs können dadurch erstmals gezielt in Schallschutz investieren und so den Betrieb im Dialog mit der Nachbarschaft dauerhaft stabilisieren. Damit die Wirkung anhält, bedarf es einer verlässlichen Anschluss-finanzierung des Bundesschallschutzprogramms oder dringlich einer Novellierung der TA Lärm.”

Weitere Informationen zu den ausgewählten Clubs finden Sie unter dem Link und im EPK.

Weitere Informationen zum Bundesschallschutzprogramm finden Sie unter dem Link.

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