Straßenmeisterei des Schwarzwald-Baar-Landkreises
Der neue Standort der Straßenmeisterei Hüfingen befindet sich seit 2015 an der Kreuzung der Bundesstraßen 27 und 31. Ganzjährig kümmern sich die 32 Mitarbeiter – davon acht bis zehn Personen ständig am Ort – um die Sicherung und Instandsetzung von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Der Landkreis Schwarzwald-Baar ließ dafür einen Neubau erstellen, da hier am Rande des Schwarzwaldes der Winterdienst besonders oft erforderlich ist. Auf einer Bruttogrundfläche von 3.375 m² wurden mehrere große Funktionsbereiche zusammengefasst: Verwaltung und...
Straßenmeisterei des Schwarzwald-Baar-Landkreises
Der neue Standort der Straßenmeisterei Hüfingen befindet sich seit 2015 an der Kreuzung der Bundesstraßen 27 und 31. Ganzjährig kümmern sich die 32 Mitarbeiter – davon acht bis zehn Personen ständig am Ort – um die Sicherung und Instandsetzung von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Der Landkreis Schwarzwald-Baar ließ dafür einen Neubau erstellen, da hier am Rande des Schwarzwaldes der Winterdienst besonders oft erforderlich ist. Auf einer Bruttogrundfläche von 3.375 m² wurden mehrere große Funktionsbereiche zusammengefasst: Verwaltung und Soziales, Werkstätten und Waschhalle sowie Unterstellmöglichkeiten für Fahrzeuge, Geräte und Material. „Alles unter einem Dach“ war das Motto der Architektur, das mittlerweile bei ähnlichen Projekten in Baden-Württemberg Nachahmer findet. Die Farbgebung der Fassaden korrespondiert mit dem typischen Erscheinungsbild der Einsatzfahrzeuge.
Die Regenrückhaltung sollte auf Wunsch der Bauherrschaft aus ökologischen Gründen vorbildlich umgesetzt werden. Deshalb wird heutzutage nach Möglichkeit Regenwasser genutzt und bewirtschaftet, nicht wie früher unmittelbar in den Kanal geleitet. Zugleich spart der Betrieb eine Menge Trinkwasser ein. „Anhand von Wirtschaftlichkeitsberechnungen haben die Planer verschiedene Varianten geprüft und das nun realisierte Konzept empfohlen“, sagt Achim Hall, der für den Betriebsablauf verantwortliche Straßenmeister. Das gesammelte Regenwasser wird für die WC-Spülung, die Fahrzeugwaschhalle, den Waschplatz im Freien sowie eine Zapfstelle genutzt. Kehrmaschinen und Tankwagen zur Bewässerung von Bäumen können dort Wasser aufnehmen. Außerdem ist die Soleherstellung für den Winterdienst mit Betriebswasser möglich. Laut Definition in DIN 1989-1 handelt es sich dabei um Wasser für häusliche und gewerbliche Einsatzbereiche, welches keine Trinkwasserqualität haben muss.
Die Hälfte des 3.500 m² großen Foliendaches dient als Sammelfläche. Mehr wird für die Nutzung nicht gebraucht. Die restliche Dachfläche entwässert in ein Regenrückhaltebecken. Auf dem Weg in den 38,5 m³ fassenden unterirdischen Regenspeicher durchläuft das Niederschlagswasser einen Filterschacht. Sein Spaltsieb-Filtergewebe aus Edelstahl hat die Feinheit von 0,6 mm und ist ausgelegt auf eine anschließbare Dachfläche von 1.750 m² sowie den maximalen Durchfluss von 45 l/s. Im Gebäude stehen zwei separate Druckerhöhungsanlagen (Regencenter) mit jeweils zwei mehrstufigen Kreiselpumpen sowie einem Druckausgleichsbehälter. Dazu gehört noch ein Zwischenbehälter mit 200 l Fassungsvermögen, der nach Bedarf automatisch gefüllt wird. Dies geschieht mithilfe von Unterwasser-Ladepumpen, die auf der Sohle des unterirdischen Regenspeichers in ca. 50 m Entfernung der Druckerhöhungsanlagen stehen.
„Für die Fahrzeugwäsche werden geringe Mengen Betriebswasser bei 5 bar Druck benötigt“, so Martin Lienhard, Leiter der technischen Abteilung bei Mall, dem Hersteller der Regenwassertechnik. Hierzu und zum Befüllen der Kehrmaschinen kann das Regencenter „Tano XL 25-90“ bis zu 10 m³/h abgeben. Die Soleherstellung sowie die WC-Spülung werden mit 3 m³/h vom Regencenter „Tano XL 15-60“ versorgt. Übersteigt der Wasserbedarf in niederschlagsarmen Zeiten den Regenertrag, erhalten die Zwischenbehälter der beiden Regencenter durch automatisch öffnende Magnetventile Trinkwasser. Zum stromsparenden Betrieb sitzen die vormontierten Kreiselpumpen der Druckerhöhungsanlagen unterhalb der Zwischenbehälter und erhalten damit das Wasser im Zulauf von oben.
Ein Regenrückhaltebecken mit knapp 300 m³ fängt das Niederschlagswasser des Regenspeicherüberlaufs auf. Dort mündet auch die gesamte Regenentwässerung der Fahrflächen. „Das Retentionsbecken dient als Bodenfilter“, erklärt Friedhelm Müller vom Ingenieurbüro Schweizer. „Bei mehr als 70 cm Wasserstand im Becken wird von dort mit 20 l/s verzögert in einen Graben entwässert. Hier findet vor allem Verdunstung statt, denn der Untergrund ist lehmig, nimmt also wenig Sickerwasser auf.“
Das bei der Fahrzeugwäsche anfallende Abwasser fließt über Schlammfang mit 1.200 l Volumen, Benzinabscheider Klasse II, Koaleszenzabscheider Klasse I und Probenahmenschacht in eine Pumpstation, die an den städtischen Abwasserkanal angeschlossen ist.
Umwelt- und
Servicebetrieb der
Stadt Zweibrücken
In Zweibrücken in Rheinland-Pfalz, an der Grenze zu Frankreich und zum Saarland gelegen, hat Regenwasserbewirtschaftung und -nutzung Tradition. Anfang der 1990er Jahre wurden befristete Förderprogramme aufgelegt, ein Musterhaus erstellt und städtische Gebäude mit umweltgerechter Technik ausgestattet. Das Ziel war und ist, energie- und wassersparende Haustechnik der Bevölkerung nahe zu bringen.
In diesem Sinne erscheint es selbstverständlich, dass der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) mit Fertigstellung seines Neubaus eine besonders umweltgerechte Haustechnik in Betrieb nahm. Die Heizung läuft CO2-neutral mit Hackschnitzel, das Regenwasser wird zu 100 % auf dem Grundstück bewirtschaftet und vorrangig als Betriebswasser genutzt.
Der UBZ verfügt zur Fahrzeugwäsche über unterirdische Regenspeicher aus Beton mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 90 m³. Diese sind aufgeteilt in drei Unterflurbehälter, den nachgeschalteten Beruhigungs- und den vorgeschalteten Filterbehälter. Gespeist werden sie von zum Teil begrünten Dachflächen. Überschüssiges Wasser läuft in eine Teichanlage und von da in flache Geländemulden zur Versickerung. Das Verwaltungsgebäude besitzt zusätzlich eine kleine Zisterne mit 5 m³ Fassungsvermögen. Tauchpumpen füllen automatisch den Vorlagebehälter mit 1 m³, aus dem über zwei nachgeschaltete Druckerhöhungsanlagen die Abnahmestellen in den verschiedenen Gebäuden versorgt werden. Verwendet wird dieses Wasser für die Spülung der Toiletten und zur Bewässerung der Außenanlage – früher auch zum Befüllen der Kehrmaschinen. Davon wurde Abstand genommen, da Schwebstoffe im Regenwasser die feinen Wasserventile der Maschinen verunreinigten.
Werkstatt- und Fuhrparkleiter Peter Haller ist sehr zufrieden mit der seit Inbetriebnahme im Jahr 2002 gut funktionierenden Anlagentechnik. Die Dachflächen liefern genug Niederschlagswasser, um alle Regenspeicher aufzufüllen und die Entnahme auszugleichen. „Ganz selten, in langen Trockenwetterperioden, schaltet sich automatisch kurzzeitig die Trinkwassernachspeisung ein“, berichtet Haller. „Pro Jahr sparen wir 210 m³ Trinkwasser ein.“
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Dipl.-Ing. Klaus W. König
Freier Fachjournalist, Überlingen, www.klauswkoenig.com