Rohrleitungssysteme für einen Neubau

Installationstechnik am Uniklinikum Frankfurt am Main

Auf dem Gelände des Universitätsklinikums Frankfurt am Main wird immer wieder gebaut. Zu den aktuellen Maßnahmen zählt die Errichtung des Hauses 23 D, E und F. In diesem Bereich kommen Rohrleitungssysteme für Trinkwasser, Heizung und Kälte zum Einsatz. Bei der Installation ist auf Sorgfalt und Hygiene zu achten.

Das Universitätsklinikum Frankfurt am Main bildet eine Stadt in der Stadt. Auf dem 433.200 m² großen Gelände sind alle medizinischen Fachrichtungen untergebracht, rund 4.600 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. An den Zentralbau Haus 23 angrenzend wird derzeit ein neuer Bauabschnitt errichtet. Ziel ist es, damit die eingeleitete betrieblich-bauliche Entwicklung fortzuführen. Die Bauherrenschaft liegt in Händen des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) bzw. der Universitätsklinik Dezernat 4 „Bauliche Entwicklung“. Für die Gewerke Heizung und Sanitär wurde nach der öffentlichen...

Das Universitätsklinikum Frankfurt am Main bildet eine Stadt in der Stadt. Auf dem 433.200 m² großen Gelände sind alle medizinischen Fachrichtungen untergebracht, rund 4.600 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. An den Zentralbau Haus 23 angrenzend wird derzeit ein neuer Bauabschnitt errichtet. Ziel ist es, damit die eingeleitete betrieblich-bauliche Entwicklung fortzuführen. Die Bauherrenschaft liegt in Händen des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH) bzw. der Universitätsklinik Dezernat 4 „Bauliche Entwicklung“. Für die Gewerke Heizung und Sanitär wurde nach der öffentlichen Ausschreibung die Maßalsky GmbH aus Glauchau beauftragt. Bei früheren Projekten der Uniklinik hatte sich die gute Zusammenarbeit mit dem Bauherrn bereits bewährt. Im Neubau Haus 23 D, E und F werden später neben den Patientenzimmern Behandlungs- und Funktionsräume zu finden sein. In zwei Unter- und zwei Obergeschossen laufen derzeit die Installationsarbeiten. Dazu zählen Verrohrungen für Heizung, Trinkwasser sowie Kälte, die vom Hersteller Sanha geliefert werden.

Rund um die Beheizung

Das Gebäude wird – wie auch die anderen auf dem Gelände – mit Fernwärme versorgt. Dazu wurde im 2. UG eine Übergabestation vorgesehen. Die Wärmeverteilung in den Patientenzimmern sowie in den Untersuchungsräumen wird mit Radiatoren erfolgen, die bereits weitgehend eingebaut sind. Dabei kamen Ausführungen zum Einsatz, die sowohl gut zu reinigen sind als auch von den Abständen her eine gute Zugänglichkeit aller Wandflächen bieten.

Die Heizungsverrohrung wird mit „Sanha-Therm“ in verschiedenen Dimensionen umgesetzt, einer wirtschaftlichen Lösung für geschlossene Heizungsinstallationen. Das Sanha-System, von dem rund 15.000 m eingebaut werden, besteht aus Pressfittings mit einer schwarzen Formteildichtung aus EPDM und C-Stahl-Rohren nach DIN EN 10305-3. Dieser Teil der Arbeiten konnte inzwischen weitgehend abgeschlossen werden.

Gute Planung fürs Trinkwasser

Die DIN EN 806 (Technische Regeln Trinkwasserinstallation) gibt vor, dass eine Installation für eine kalkulierte Lebensdauer von 50 Jahren den funktionalen Anforderungen entsprechen muss, keinen Schaden anrichten und die Gesundheit nicht gefährden darf. Neben der Einhaltung des Bleigrenzwertes beinhaltet dies auch, das Entstehen und die Ausbreitung von Mikroorganismen zu vermeiden. Sie entwickeln sich insbesondere durch Stagnation des Wassers, Eintrag von Nährstoffen und wachstumsfördernde Temperaturen.

Optimierte Rohrleitungsverläufe, exakte Dimensionierung und entsprechende Werkstoffe unterbinden solche negativen Punkte weitgehend. Die bedarfsgerechte Auslegung stellt sicher, dass bereits im normalen Betrieb ein ausreichender Wechsel des im System befindlichen Wassers stattfinden kann. Die Entnahmestellen werden in Schleifenform oder als Ringleitung ausgeführt. Darüber hinaus sind ggfs. Probeentnahmeventile zu installieren, um die vorgeschriebenen Prüfungen möglichst einfach durchführen zu können.

Die Temperaturen von Kalt- und Warmwasserleitungen sind durch fachgerechte Verlegung und Dämmung zu begrenzen. Zu den wichtigen Maßnahmen zählen der Abstand der Kaltwasserleitungen zu wärmeführenden Installationen, keine Durchführungen durch Heizestriche sowie separate Schächte für Steigleitungen.

Auf diese Weise wird garantiert, dass Kaltwasser maximal bis 25 °C erwärmt wird und die Temperatur des Warmwassers nicht unter 55 °C sinkt. Diese Werte gelten für alle Teile des Systems.

Die Trinkwasserinstallation

Für die Patienten eines Krankenhauses ist die sichere Trink­was­ser­instal­la­tion von noch größerer Bedeutung als für andere Personengruppen. Die Ansprüche an die Hygiene sind hier besonders hoch. Durch die Schleifeninstallationen wird das gesamte System bei jedem Zapfvorgang durchgespült und eine Stagnation weitgehend verhindert. Des Weiteren wurden Strömungsteiler montiert.

Als Rohrleitungssystem wurde für alle Trinkwasserbereiche „NiroSan“ eingesetzt, eine hochwertige Produktreihe aus Edelstahl. Das System besteht aus hochwertigen Pressfittings mit einer Formteildichtung aus EPDM und Edelstahlrohren, die allen Vorgaben des DVGW-Arbeitsblatts GW 541 bzw. der DIN EN 10312 entsprechen. Alle Pressfittings werden aus den Werkstoffen 1.4404 (für die Formteile) und 1.4408 (für die Gewindeteile, in Edelstahlfeinguss) gefertigt. Der Werkstoff 1.4404 enthält mindestens 2,3 % Molybdän und weist einen geringeren Kohlenstoffanteil als der konventionelle Werkstoff 1.4401 auf. Damit überzeugt er durch seine deutlich höhere Korrosionsresistenz. Das „NiroSan“-Presssystem verfügt über alle Prüfungen und ist von allen namhaften europäischen Zertifizierungsstellen zugelassen. Das Produktportfolio umfasst alle Größen bis 108 mm, als maximaler Betriebsdruck wird 16 bar angegeben.

Zur Sicherheit wird später im laufenden Betrieb mit entsprechenden Systemarmaturen eine Zwangsspülung ausgeführt, wenn die Temperatur des Wassers auf mehr als 25 °C steigt. Die Spülung hält so lang an, bis die Temperatur wieder gesunken ist.

Kälteleitungen

Für den Bereich „Kälte“ lieferte das Unternehmen Sanha ebenfalls das geprüfte System „NiroSan“, von dem insgesamt rund 45.000 m zum Einsatz kommen, entsprechend der Vorgabe des Bauherrn, der hochwertigen Edelstahl wünschte. Das System aus Pressfittings mit einer schwarzen Formteildichtung aus EPDM und Edelstahlrohren fällt positiv durch seine Resistenz gegen Korrosion auf, insbesondere im Vergleich zu C-Stahl. In feuchtigkeitsgefährdeten Bereichen erspart es dem Verarbeiter die aufwendige Isolierung, die sonst beim Einsatz von C-Stahl erforderlich ist. Der Preisvorteil des Stan­dard­ma­te­rials wird in der Regel durch die zusätzlich erforderlichen Arbeitsschritte hinfällig. Außerdem ist eine Beschädigung der Isolierung oder eines Kunststoffmantels durch nachfolgende Gewerke ausgeschlossen. „NiroSan“ hält einem Betriebsdruck bis 16 bar stand. Eine normengerechte Wärmedämmung der Kälteleitungen nach EnEV erfolgte nach der Prüfung.

Zur Umsetzung

Auf der Baustelle wurde anhand der Pläne festgelegt, in welchen Abschnitten welche Arbeitsschritte erfolgten. So wurden etwa zunächst die Anschlüsse der Sanitärelemente Waschbecken und Dusche hergestellt. Dabei nutzten die Fachleute von Maßalsky Doppelwandscheiben aus der Serie „Purafit“ für die Schleifeninstallation. Diese bestehen aus bleifreier Siliziumbronze CuSi und sind damit für den Einsatz in Trinkwasserinstallationen besonders gut geeignet. Jedem Set liegt außerdem eine Universalmontageschiene bei, die sich auch bei der Vorwandinstallation einsetzen lässt. Damit werden die normgerechten Mittenabstandsmaße für Sanitärarmaturen realisiert. 

Die strengen Anforderungen an den Bleigrenzwert werden durch den Einsatz der „Purafit“-Doppelwandscheiben bestens erfüllt, denn das Material bietet die Sicherheit, dass durch die Rohrinstallation kein Blei eingetragen wird. Verarbeiter haben somit die volle Sicherheit und müssen keine Abnahmeverzögerung oder sogar eine aufwendige und teure Mängelbeseitigung befürchten. Die Verbindungsleitungen wurden nach und nach mit „NiroSan“ erstellt. Bis zur vollständigen Fertigstellung wurden alle offenen Rohrenden mit Verschlusskappen geschützt. Ebenso sind die Rohre im Materiallager mit Schutzkappen versehen, damit kein Schmutz eingetragen wird.

Die Verarbeitung der Rohre und Fittings wird durch die Eigenschaften Werkzeugkompatibilität, Gleithaftung und „Unverpresst undicht“ vereinfacht. Diese drei Punkte fasst Sanha unter dem Stichwort „combipress“ zusammen (siehe Infokasten).

Fazit

Die hohen Ansprüche an die Hygiene der Trinkwasserinstallation lassen sich mit den richtigen Rohrleitungssystemen erfüllen. Sowohl die Systeme aus Edelstahl als auch bleifreie Fittings aus Siliziumbronze werden in den neuen Räumlichkeiten ihre Funktion dauerhaft sicher erfüllen.

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