Normenvorschlag zur Wohnungslüftung

Lüftung zum Feuchteschutz mit Außenluft – Teil 1

Seit der Neuausgabe der bauaufsichtlich eingeführten DIN 4108-2 [1] wird unter der Ziffer 4.2.3 nicht mehr ein durchschnittlicher Luftwechsel von 0,5 h-1 während der Heizperiode gefordert. Stattdessen verweist die Norm für den ausreichenden Luftwechsel aus Gründen der Hygiene, der Begrenzung der Raumluftfeuchte sowie gegebenenfalls der Zuführung von Verbrennungsluft auf den DIN Fachbericht 4108-8 [2], welcher Planungs- und Nutzungshinweise zur Vermeidung von Schimmelpilzwachstum in Wohngebäuden gibt. Die im Fachbericht enthaltenen Empfehlungen zur notwendigen Feuchteschutzlüftung mit Außenluft sind aufgrund der getroffenen Annahmen nur eingeschränkt anwendbar. In diesem Beitrag werden die einzelnen physikalischen Größen für die Ermittlung des notwendigen Außenluftvolumenstromes näher spezifiziert und es werden Algorithmen für die Berechnung angegeben. Der Beitrag wird als Normenvorschlag beim Ausschuss für die Lüftung von Wohnungen eingereicht.

Einleitung

Durch die laut Gesetzgeber gestiegene Anforderung zur Gebäudedichtheit ist das Problem entstanden, wie die im Gebäude produzierte Feuchte abgeführt wird, um Schimmelpilzbildung und Bauschäden zu vermeiden. Nach DIN 1946-6 [3] sind lüftungstechnische Maßnahmen notwendig, wenn die notwendige Lüftung zum Feuchteschutz größer als die verbleibende Infiltration ist. Mit dem rechnerischen Nachweis hierfür wird mitunter über eine kostenintensive Investition entschieden. Es geht hierbei nicht nur darum, ob eine lüftungstechnische Komponente größer oder kleiner ausgelegt werden muss, sondern...

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