Im Dialog mit der Architektur

Das Erlebnisbad „Les Thermes“ in Luxemburg

Wer an öffentliche Sanitärräume denkt, hat in aller Regel Begriffe wie Funktionalität, Hygieneauflagen und Robustheit vor seinem geistigen Auge. Und das hat durchaus seine Berechtigung. Die speziellen Anforderungsprofile des öffentlichen Sanitärraums stellen gerade diese Aspekte weit in den Vordergrund der Planungskriterien.

Die Anforderungsprofile des öffentlichen Sanitärraums scheinen die Planungen von Beginn an auf eine nüchterne und sachliche Atmosphäre zu fokussieren, die kaum Freiraum für Individualität lässt. Was aber geschieht, wenn eine Gebäudearchitektur gerade das Besondere abverlangt. Muss und darf hier der Sanitärbereich überhaupt zum Stilbruch führen?

Schaut man sich in der Praxis um, gibt es sie immer noch – die scheinbar als notwendiges Übel geplanten Sanitärbereiche. So mancher Waschraum oder Duschbereich lässt nicht gerade die größte Zuwendung einer (innen)architektonischen Hand erkennen. Gern...

Die Anforderungsprofile des öffentlichen Sanitärraums scheinen die Planungen von Beginn an auf eine nüchterne und sachliche Atmosphäre zu fokussieren, die kaum Freiraum für Individualität lässt. Was aber geschieht, wenn eine Gebäudearchitektur gerade das Besondere abverlangt. Muss und darf hier der Sanitärbereich überhaupt zum Stilbruch führen?

Schaut man sich in der Praxis um, gibt es sie immer noch – die scheinbar als notwendiges Übel geplanten Sanitärbereiche. So mancher Waschraum oder Duschbereich lässt nicht gerade die größte Zuwendung einer (innen)architektonischen Hand erkennen. Gern wurden und werden zum Teil immer noch Sanitärbereiche in Kelleretagen oder weit vom eigentlichen Objektmittelpunkt untergebracht. Vor allen Dingen zahlreichen Bestandsbauten kann man eine früher zumeist vorherrschende Missachtung sanitärer Architekturansprüche und -ästhetik heute noch anse­hen. In vielen öffentlichen Schwimmbädern besteht zwar die Aufforderung zur Körperhygiene vor dem Sprung ins kühle Nass – wenig einladende oder überalterte Duschzonen sorgen aber teilweise dafür, dass der Nutzer dieses Gebot lieber missachtet. Diskrepanzen zwischen exklusiver Gebäudearchitektur und rein pragmatisch ausgestatteter Sanitärwelt waren und sind nicht selten an der Tagesordnung öffentlicher Anlagenpraxis. Dennoch bestätigen in letzter Zeit vor allen Dingen Neuanlagen eine erfreuliche Trendwende zur harmo­nischen, einladenden Sanitärarchitektur, die auch für immer mehr Sanierungen beispielhaft werden dürfte.

 

Die Gebäudearchitektur –
(nicht nur optisches) Leitbild der Sanitärarchitektur

Dass die Sanitärarchitektur ohne weiteres dem Anspruch an Individualität nicht nur standhält, sondern unter allen zentralen Aufgabenstellungen des öffentlichen Sanitärraums zu überzeugender Ganzheitlichkeit fähig ist, zeigt ein Beispiel aus Luxemburg. Das Objekt, das 2009 erbaute Schwimmbad „Les Thermes“, kann als ein Paradebeispiel für eine gelungene Synergie aus Außergewöhnlichkeit, technischer Intelligenz und Funktionalität sowie abgestimmter Sicherheit gelten: kurz, für eine Architektur, die den Nutzer konsequent anspricht – auch im Sanitärbereich.

Im Gebäude mit der Form eines UFO erwartet den Besucher mehr als ein Schwimmbad. Auf drei Ebenen bieten unterschiedliche Schwimm- und Badebereiche, Sauna- und Fitnesswelten sowie Ruhebereiche und Gastronomie ein abwechslungsreiches Freizeiterlebnis.

Zur weniger attraktiven Seite eines anliegenden Industriegebietes wurde das UFO geschlossen. Zum Wohngebiet öffnet es sich seinem Betrachter und gibt die Blicke in eine einladende Farbwelt frei. Spannungsreiche Effekte im Inneren aus einfallendem Sonnenlicht, Innenraum-Lichtkonzept, Farb- und Materialsprachen sorgen für Flair. Im äußeren Bereich setzen künstlich angelegte Hügellandschaften, die beispielsweise die Liegewiese der Außenanlage umgeben, das Wohlfühlambiente konsequent fort. Bei allen gestalterischen Highlights wird Sicher­heit großgeschrieben: So ist das gesamte Schwimmbad von Unterwasserkameras überwacht. Diese lösen Alarm aus, wenn ein Körper mehr als 20 s bewegungslos im Wasser treibt.

 

Die Sanitärbereiche – Fortsetzung der Architektur

Sanitärangebote befinden sich auf allen Etagen. Die Duschbereiche im untersten Stockwerk sind am umfangreichsten realisiert. Insgesamt bietet das Erlebniszentrum 93 Duschanlagen. Die gewählte Kombination aus Duschkabinen und Großraumbereichen kommt dabei individuellen Nutzeransprüchen entgegen.

Die Duschbereiche eröffnen bereits beim Betreten ein faszinieren­den Eindruck aus Schlichtheit und zugleich edler Gestaltung: Zum Einsatz gekommen sind Duschelemente der Familie „Perfekt Plus“ aus dem Programm der Hygienearmaturen von Kuhfuss (www.kuhfuss-sanitaer.de). Durch eine Glastür des mit an den Wänden ledergepolsterten Vorraums fällt der Blick auf modernes Edel­stahldesign auf rotbraunen oder sandfarbenen Mosaik­fliesen. Was die Duschelemente von außen nicht offenbaren, ist ein „intelli­gen­tes“ Innenleben. Dies sorgt nicht nur für eine sichere Funktion, sondern bietet zugleich abgestimmte Maßnahmen der Trinkwasser­hygiene.


Duschelemente als Teil des Sicherheitskonzepts

Die eingesetzten Duschelemente bieten funktionelle Vorteile, die sich nicht allein auf ein komfortables Brausen beschränken:

a) Zur Montage: Der Montagesystemträger mit verdecktem Meterriss ist eine echte Montageerleichterung. Sind in einer Duschanlage mit Hilfe des Montageträger die Bohr­maße für das erste Duschelement festgelegt, ist es eine spielend einfache Ange­legenheit, ohne weitere Montage­berechnungen, zusätzliche Duschelemente in beliebiger Menge zu montieren.

b) Zur Wartung: Die Haubenklappentechnik vereinfacht eine eventuell erforderliche Revision ohne Demontage der Trinkwasserzuleitungen. Und macht bei etwaigen Kontrollen oder Montagen nur einen Mann erforderlich.

c) Service und Hygiene: Die Ge­häu­se lassen sich dank des un­empfindlichen Werkstoffs Edelstahl Rostfrei und der abgerundeten Kanten einfach reinigen. Schmutzwasser und Ablagerungen, auch bei der nahtlos sich mit leichtem Gefälle anfügenden unteren Ablagefläche fließen leicht ab. Das macht die Reinigung natürlich noch bequemer. Die ausziehbare Gehäuseverlängerung ummantelt sowohl nach oben die Anschlüsse und setzt auch nach unten mit integrierter Ablage den Säulencharakter fort.

d) Detail Duschkopf: Der „AeroStop“-Brausekopf (im Nei­gungs­winkel 20° +/- 6° ver­stell­bar) aus dem modularen Kuhfuss-Systemkonzept der Armaturen und Elemente für Trink­wasserhygiene bietet eine wichtige Maßnahme der Pro­phylaxe und natürlich einen vitalisierenden Wasser­strahl.

 

Trinkwasserhygiene und abgestimmte Sicherheit

Ein effizientes Maßnahmenpaket der Trinkwasserhygiene sowie der Legionellen- und Pseudomonadenprophylaxe ist beim Dusch­element Perfekt Plus integriert. In der Ausführung mit Piezo­taster, Thermostat und elektronischer Steuerung kann der Be­trei­ber auf ein modular aufrüstbares Leistungspaket vertrauen, das sich un­mittelbar auf die jeweils gebotene Situation, von den Nutzungs­be­dingungen bis zu eventuellen Risiken, einstellt.

Damit geht in „Les Thermes“ der Betreiber absolut auf Nummer sicher. Er setzt auf die abgestimmte Trinkwasserhygiene, die in mehreren Schritten step-by-step gebotenen Maßnahmen der Vorsorge, der Bekämpfung und der Entnahme unbedenklichen, gesunden Trinkwassers aufbieten können.

Um auch außerhalb von Fre­quen­tierungszeiten einen regel­mäßigen Wasserfluss (zur Ver­mei­dung von Stagnationen) zu gewährleisten, kommt dabei die automatische Hygienespülung zum Zuge. Da in „Le Thermes“ der­zeit optimale Bedingungen eines einwandfreien Betriebs gegeben sind, kommen automa­tische Hygiene­spülungen als ausreichende Vorsorgemaßnahme zum Einsatz. So werden auch innerhalb von Ruhezeiten Wasserleitungen und Arma­turen regelmäßig gespült. Eventuelle Stagnationen haben damit keine Chance.

 

Trinkwasserhygiene mit
aufrüstbaren Systemlösung

Bei eventuellem Bedarf (bei Legionellenvorkommen, bzw. einem erhöhten Maß der Risikovermeidung) können Maßnahmen der thermischen Behandlung (mittels Bypass) ohne weiteren baulichen Aufwand (Leerrohre für die Stromversorgung sind bereits vorgesehen) aufgerüstet werden. Sollte es irgendwann einmal doch zu Legionellen in der Hausinstallation kommen, kann ebenfalls ohne Aufwand die Maßnahme der Ultrafiltration nachgerüstet werden. Diese sorgt dann auch im speziellen Fall einer Legionellenkontamination (z.B. auch in den Kaltwasserleitungen) dafür, dass legionellenfreies Wasser beim Duschen entnommen werden kann.

Durch die Wahl der Duschelemente mit aufrüstbarer Trinkwasserhygiene wurde das umfassende Sicherheitskonzept der Schwimmbad-Erlebnisanlage bis in die Sanitärbereiche fortgesetzt.

Inzwischen haben bereits mehr als 500 000 Besucher aus der gesamten Region zwischen den luxemburgischen Gemeinden Strassen und Bertrange das interkommunale Erlebnisbad besucht.

Jetzt Artikel freischalten:

tab DIGITAL

14 Tage kostenlos testen

2,49 € / Woche*

Fachwissen jederzeit und überall.

Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 E-Paper für mobiles Lesen
  • Online-Archivzugang

*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.

Jetzt bestellen

tab KOMBI

4,99 € / Woche*

Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.

Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 Print-Ausgaben pro Jahr
  • E-Paper für mobiles lesen
  • Teilnahme an einem Fachforum
  • Online-Archivzugang
  • Veröffentlichen eines Projekts

*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand

Jetzt bestellen

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 12/2011

Legionellenvorsorge im Tennisclub

Trinkwasserhygiene im Duschbereich

Da der Vorstand des renommierten Grossflottbeker Tennis-, Hockey- und Golfclubs – kurz GTHGC in Hamburg – als Betreiber der Sanitäranlagen gegenüber seinen Vereinsmitgliedern auch in der...

mehr
Ausgabe 09/2010

Öffentliche und kommunale Sanitäreinrichtungen

Sanitärräume mit besonderen Ansprüchen

Welle der Sanierungsvorhaben Sowohl in der Verwaltung als auch in öffentlichen Büroobjekten tendierte die Größe und Anzahl der dargebotenen Toilettenräume und Waschbereiche von Bestandsbauten und...

mehr

Trinkwasserhygiene in einer Kfz-Werkstatt

Systemtechnologie für halböffentliche Wasch- und Duschbereiche

Die KFZ-Werkstatt in Beelitz gehört zu einer Kaserne und ist nur für die Reparatur und Wartung der eigenen Fahrzeuge zuständig. Besucherverkehr oder Betreuung fremder Fahrzeuge findet hier nicht...

mehr
Ausgabe 01/2015 Komplette Badausstattung

Kindgerechte Hygiene im Kindergarten

Die Freude war groß, als Pädago­ginnen und Kinder ihre neu ausgestatteten Waschräume und Toiletten im Sommer 2014 in Besitz nehmen durften. Die Linie „Contour 21 Schools“ von Ideal Standard...

mehr
Ausgabe 10/2009

Einhebel-Armaturen

Da die Einhebel-Armaturen der Produktlinie „Linus“ grundsätzlich für öffentliche Sanitärräume mit harten Einsatzbedingungen konzipiert wurden, ist das Arma­turen-Doppel auch für...

mehr