Im Dialog mit der Architektur
Das Erlebnisbad „Les Thermes“ in LuxemburgWer an öffentliche Sanitärräume denkt, hat in aller Regel Begriffe wie Funktionalität, Hygieneauflagen und Robustheit vor seinem geistigen Auge. Und das hat durchaus seine Berechtigung. Die speziellen Anforderungsprofile des öffentlichen Sanitärraums stellen gerade diese Aspekte weit in den Vordergrund der Planungskriterien.
Schaut man sich in der Praxis um, gibt es sie immer noch – die scheinbar als notwendiges Übel geplanten Sanitärbereiche. So mancher Waschraum oder Duschbereich lässt nicht gerade die größte Zuwendung einer (innen)architektonischen Hand erkennen. Gern...
Schaut man sich in der Praxis um, gibt es sie immer noch – die scheinbar als notwendiges Übel geplanten Sanitärbereiche. So mancher Waschraum oder Duschbereich lässt nicht gerade die größte Zuwendung einer (innen)architektonischen Hand erkennen. Gern wurden und werden zum Teil immer noch Sanitärbereiche in Kelleretagen oder weit vom eigentlichen Objektmittelpunkt untergebracht. Vor allen Dingen zahlreichen Bestandsbauten kann man eine früher zumeist vorherrschende Missachtung sanitärer Architekturansprüche und -ästhetik heute noch ansehen. In vielen öffentlichen Schwimmbädern besteht zwar die Aufforderung zur Körperhygiene vor dem Sprung ins kühle Nass – wenig einladende oder überalterte Duschzonen sorgen aber teilweise dafür, dass der Nutzer dieses Gebot lieber missachtet. Diskrepanzen zwischen exklusiver Gebäudearchitektur und rein pragmatisch ausgestatteter Sanitärwelt waren und sind nicht selten an der Tagesordnung öffentlicher Anlagenpraxis. Dennoch bestätigen in letzter Zeit vor allen Dingen Neuanlagen eine erfreuliche Trendwende zur harmonischen, einladenden Sanitärarchitektur, die auch für immer mehr Sanierungen beispielhaft werden dürfte.
Die Gebäudearchitektur –
(nicht nur optisches) Leitbild der Sanitärarchitektur
Dass die Sanitärarchitektur ohne weiteres dem Anspruch an Individualität nicht nur standhält, sondern unter allen zentralen Aufgabenstellungen des öffentlichen Sanitärraums zu überzeugender Ganzheitlichkeit fähig ist, zeigt ein Beispiel aus Luxemburg. Das Objekt, das 2009 erbaute Schwimmbad „Les Thermes“, kann als ein Paradebeispiel für eine gelungene Synergie aus Außergewöhnlichkeit, technischer Intelligenz und Funktionalität sowie abgestimmter Sicherheit gelten: kurz, für eine Architektur, die den Nutzer konsequent anspricht – auch im Sanitärbereich.
Im Gebäude mit der Form eines UFO erwartet den Besucher mehr als ein Schwimmbad. Auf drei Ebenen bieten unterschiedliche Schwimm- und Badebereiche, Sauna- und Fitnesswelten sowie Ruhebereiche und Gastronomie ein abwechslungsreiches Freizeiterlebnis.
Zur weniger attraktiven Seite eines anliegenden Industriegebietes wurde das UFO geschlossen. Zum Wohngebiet öffnet es sich seinem Betrachter und gibt die Blicke in eine einladende Farbwelt frei. Spannungsreiche Effekte im Inneren aus einfallendem Sonnenlicht, Innenraum-Lichtkonzept, Farb- und Materialsprachen sorgen für Flair. Im äußeren Bereich setzen künstlich angelegte Hügellandschaften, die beispielsweise die Liegewiese der Außenanlage umgeben, das Wohlfühlambiente konsequent fort. Bei allen gestalterischen Highlights wird Sicherheit großgeschrieben: So ist das gesamte Schwimmbad von Unterwasserkameras überwacht. Diese lösen Alarm aus, wenn ein Körper mehr als 20 s bewegungslos im Wasser treibt.
Die Sanitärbereiche – Fortsetzung der Architektur
Sanitärangebote befinden sich auf allen Etagen. Die Duschbereiche im untersten Stockwerk sind am umfangreichsten realisiert. Insgesamt bietet das Erlebniszentrum 93 Duschanlagen. Die gewählte Kombination aus Duschkabinen und Großraumbereichen kommt dabei individuellen Nutzeransprüchen entgegen.
Die Duschbereiche eröffnen bereits beim Betreten ein faszinierenden Eindruck aus Schlichtheit und zugleich edler Gestaltung: Zum Einsatz gekommen sind Duschelemente der Familie „Perfekt Plus“ aus dem Programm der Hygienearmaturen von Kuhfuss (www.kuhfuss-sanitaer.de). Durch eine Glastür des mit an den Wänden ledergepolsterten Vorraums fällt der Blick auf modernes Edelstahldesign auf rotbraunen oder sandfarbenen Mosaikfliesen. Was die Duschelemente von außen nicht offenbaren, ist ein „intelligentes“ Innenleben. Dies sorgt nicht nur für eine sichere Funktion, sondern bietet zugleich abgestimmte Maßnahmen der Trinkwasserhygiene.
Duschelemente als Teil des Sicherheitskonzepts
Die eingesetzten Duschelemente bieten funktionelle Vorteile, die sich nicht allein auf ein komfortables Brausen beschränken:
a) Zur Montage: Der Montagesystemträger mit verdecktem Meterriss ist eine echte Montageerleichterung. Sind in einer Duschanlage mit Hilfe des Montageträger die Bohrmaße für das erste Duschelement festgelegt, ist es eine spielend einfache Angelegenheit, ohne weitere Montageberechnungen, zusätzliche Duschelemente in beliebiger Menge zu montieren.
b) Zur Wartung: Die Haubenklappentechnik vereinfacht eine eventuell erforderliche Revision ohne Demontage der Trinkwasserzuleitungen. Und macht bei etwaigen Kontrollen oder Montagen nur einen Mann erforderlich.
c) Service und Hygiene: Die Gehäuse lassen sich dank des unempfindlichen Werkstoffs Edelstahl Rostfrei und der abgerundeten Kanten einfach reinigen. Schmutzwasser und Ablagerungen, auch bei der nahtlos sich mit leichtem Gefälle anfügenden unteren Ablagefläche fließen leicht ab. Das macht die Reinigung natürlich noch bequemer. Die ausziehbare Gehäuseverlängerung ummantelt sowohl nach oben die Anschlüsse und setzt auch nach unten mit integrierter Ablage den Säulencharakter fort.
d) Detail Duschkopf: Der „AeroStop“-Brausekopf (im Neigungswinkel 20° +/- 6° verstellbar) aus dem modularen Kuhfuss-Systemkonzept der Armaturen und Elemente für Trinkwasserhygiene bietet eine wichtige Maßnahme der Prophylaxe und natürlich einen vitalisierenden Wasserstrahl.
Trinkwasserhygiene und abgestimmte Sicherheit
Ein effizientes Maßnahmenpaket der Trinkwasserhygiene sowie der Legionellen- und Pseudomonadenprophylaxe ist beim Duschelement Perfekt Plus integriert. In der Ausführung mit Piezotaster, Thermostat und elektronischer Steuerung kann der Betreiber auf ein modular aufrüstbares Leistungspaket vertrauen, das sich unmittelbar auf die jeweils gebotene Situation, von den Nutzungsbedingungen bis zu eventuellen Risiken, einstellt.
Damit geht in „Les Thermes“ der Betreiber absolut auf Nummer sicher. Er setzt auf die abgestimmte Trinkwasserhygiene, die in mehreren Schritten step-by-step gebotenen Maßnahmen der Vorsorge, der Bekämpfung und der Entnahme unbedenklichen, gesunden Trinkwassers aufbieten können.
Um auch außerhalb von Frequentierungszeiten einen regelmäßigen Wasserfluss (zur Vermeidung von Stagnationen) zu gewährleisten, kommt dabei die automatische Hygienespülung zum Zuge. Da in „Le Thermes“ derzeit optimale Bedingungen eines einwandfreien Betriebs gegeben sind, kommen automatische Hygienespülungen als ausreichende Vorsorgemaßnahme zum Einsatz. So werden auch innerhalb von Ruhezeiten Wasserleitungen und Armaturen regelmäßig gespült. Eventuelle Stagnationen haben damit keine Chance.
Trinkwasserhygiene mit
aufrüstbaren Systemlösung
Bei eventuellem Bedarf (bei Legionellenvorkommen, bzw. einem erhöhten Maß der Risikovermeidung) können Maßnahmen der thermischen Behandlung (mittels Bypass) ohne weiteren baulichen Aufwand (Leerrohre für die Stromversorgung sind bereits vorgesehen) aufgerüstet werden. Sollte es irgendwann einmal doch zu Legionellen in der Hausinstallation kommen, kann ebenfalls ohne Aufwand die Maßnahme der Ultrafiltration nachgerüstet werden. Diese sorgt dann auch im speziellen Fall einer Legionellenkontamination (z.B. auch in den Kaltwasserleitungen) dafür, dass legionellenfreies Wasser beim Duschen entnommen werden kann.
Durch die Wahl der Duschelemente mit aufrüstbarer Trinkwasserhygiene wurde das umfassende Sicherheitskonzept der Schwimmbad-Erlebnisanlage bis in die Sanitärbereiche fortgesetzt.
Inzwischen haben bereits mehr als 500 000 Besucher aus der gesamten Region zwischen den luxemburgischen Gemeinden Strassen und Bertrange das interkommunale Erlebnisbad besucht.
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