Heizkesseltausch im Hilberthof

Neue Wärmeerzeuger für eine Einkaufspassage

Durch die grundlegende Modernisierung der Einkaufspassage Hilberthof in Rastatt hat das Gebäude optisch und technisch gewonnen. 25 Jahre nach seiner Einweihung sorgen nun ein BHKW im Verbund mit einem Gas-Brennwertkessel für Wärme, Warmwasser und Strom.

Wohnen und einkaufen unter einem Dach – das bietet die Einkaufspassage Hilberthof im Zentrum der baden-württembergischen Kreisstadt Rastatt. Gut 25 Jahre nach der Einweihung wurde das Gebäude grundlegend modernisiert; anstelle der alten Heizungsanlage liefert ein modernes System mit einem Blockheizkraftwerk „Loganova EN20“ und einem Gas-Brennwertkessel „Logano plus SB745“ Heizwärme, warmes Wasser und Strom. Das Speicherladesystem „LSP5“ stellt die hygienisch einwandfreie Trinkwasserqualität sicher.

83 Wohnungen in den oberen Stockwerken, mehr als 23 Einzelhandelsgeschäfte in der Ladenpassage...

Wohnen und einkaufen unter einem Dach – das bietet die Einkaufspassage Hilberthof im Zentrum der baden-württembergischen Kreisstadt Rastatt. Gut 25 Jahre nach der Einweihung wurde das Gebäude grundlegend modernisiert; anstelle der alten Heizungsanlage liefert ein modernes System mit einem Blockheizkraftwerk „Loganova EN20“ und einem Gas-Brennwertkessel „Logano plus SB745“ Heizwärme, warmes Wasser und Strom. Das Speicherladesystem „LSP5“ stellt die hygienisch einwandfreie Trinkwasserqualität sicher.

83 Wohnungen in den oberen Stockwerken, mehr als 23 Einzelhandelsgeschäfte in der Ladenpassage sowie Büroräume und ein Fitnessstudio werden von dem Heizsystem versorgt. Die veraltete Anlage mit zwei Gas-Niedertemperaturkesseln konnte die Anforderung an eine effiziente Wärmeerzeugung nicht mehr erfüllen, deshalb entschied sich der Betreiber für eine Kombination aus BHKW und Brennwertkessel von Buderus. Mit ausschlaggebend war neben den Buderus-Wärmeerzeugern das Komplettangebot an Heizungszubehör und im Handelswarensortiment. Buderus lieferte alles aus einer Hand, vom Wärmeerzeuger über die Pumpen bis zu den Rohrleitungen und der Druckhaltung. Der neue Heizungsverteiler mit Hocheffizienzpumpen wurde maßgerecht konzipiert und komplett mit Rohrzwischenstücken geliefert. Dadurch war der Montageaufwand vor Ort beim Verteileraufbau und der Verbindung mit den vorhandenen Rohrleitungen ausgesprochen gering.

Während der elfwöchigen Bauzeit im Sommer 2013 musste die Warmwasserversorgung der Bewohner und der gewerblichen Nutzer im Hilberthof sichergestellt werden. Deshalb wurde zuerst das neue Speicherladesystem aufgestellt und bis zur Inbetriebnahme der neuen Heizungsanlage mit einer mobilen Heizzentrale die Wärme zur Trinkwasserbereitung erzeugt.

Energieeffiziente Kombination

Durch die Kombination aus BHKW und Gas-Brennwertkessel sinkt der CO2-Ausstoß gegenüber der Altanlage um etwa 20 %, auch die Energiekosten werden geringer sein als bisher. Das BHKW-Modul „Loganova EN20“, mit 19 kWel und 31 kWth Leistung, deckt die Grundlast und reduziert den Energieverbrauch gegenüber einer getrennten Erzeugung von Wärme und Strom um rund 40 %. Das BHKW-Modul wurde komplett anschlussfertig in einer robusten Rahmenkonstruktion einschließlich aller Anbauteile, Generator, Wärmetauscher und Kühlkreisläufe geliefert. Es ist nicht nur aufgrund seines sparsamen Energieverbrauchs sehr umweltfreundlich, sondern überzeugt zudem durch niedrige Abgasemissionen: Das „Loganova EN20“ unterschreitet den aktuellen Grenzwert der TA Luft 2002 bei NOx und CO um rund die Hälfte. Im Hilbert­hof hat sich der Einbau eines Blockheizkraftwerks angeboten, weil hier ganzjährig Wärme und Strom benötigt werden.

Angesichts der großen Zahl von 83 Einheiten kann der vom BHKW gelieferte Strom allerdings nicht in die einzelnen Wohnungen verteilt werden, er deckt den Bedarf der allgemein zugänglichen Bereiche des Gebäudes in Höhe von rund 100 000 kWh/a – beispielsweise für Aufzüge und Beleuchtung. Dadurch sinken die Gemeinkosten der Mieter und Eigentümer. Nicht benötigte elektrische Energie wird in das öffentliche Netz eingespeist und entsprechend vergütet.

Als Spitzenlastkessel deckt der Gas-Brennwertkessel „Logano plus SB745“ mit 1000 kW Leistung höhere Heizlasten ab. Der hohe Normnutzungsgrad von bis zu 110 %, bezogen auf den Heizwert, macht diesen Wärme­erzeuger besonders effizient. Vorteilhaft für eine schnelle Montage waren die werkseitig angebrachte Wärmedämmung und Kesselverkleidung. Der Kessel benötigt aufgrund seiner konstruktiven Eigenschaften mit einem oben liegenden Durchbrand-Feuerraum und der unten angebrachten Kondensationsheizfläche nur eine geringe Aufstellfläche. Durch die kompakte Bauform konnte er gut in die Heizzentrale im zweiten Untergeschoss eingebracht werden. Alle kondenswasser- und heizgasberührenden Bauteile sind aus hochwertigem Edelstahl, das macht den „Logano plus SB745“ robust und langlebig.

Für optimale Laufzeiten des Blockheizkraftwerks sorgt das Regelgerät „Logamatic 4321“ aus der Regelgeräteserie „Logamatic 4000“. Über das Funktionsmodul „FM444“ können BHKW-Modul und Regelsystem bidirektional miteinander kommunizieren, so werden Brennwertkessel und BHKW bestmöglich in das Heizsys­tem eingebunden.

3500 m Rohrleitungen

Die Heizwärme wird im Hilbert­hof über ein rund 3500 m langes Leitungsnetz an die etwa 1000 Heizkörper verteilt – diese Dimension spielte beim Austausch der Wärmeerzeuger eine besondere Rolle. Es war nicht möglich, das gesamte Bestandwasser abzulassen. Um die Anforderungen der Richtlinie VDI 2035 zur Vermeidung von Schäden durch Korrossion in Heizungsanlagen zu erfüllen, wurde ein großer Wärmetauscher als Systemtrennung zwischen dem Rohrleitungsnetz und dem Kesselkreis eingebaut.

Warmwasserkomfort bietet das Speicherladesystem „LSP5“ in Kombination mit einem Warmwasserspeicher „Logalux SF1000“ mit 1000 l Inhalt. Durch diese Lösung steht nach der Warmwasser­entnahme aus dem Speicher die Wärmetauscherleistung direkt für weitere Zapfungen zur Verfügung.

Fazit

Nach der gelungenen Modernisierung ist die Einkaufspassage Hilberthof im Zentrum von Rastatt jetzt optisch sehr ansprechend und energetisch wieder auf dem neuesten Stand. Die Attraktivität des Gebäudes an dieser exponierten Stelle konnte gesteigert werden, das freut die Bewohner ebenso wie die Geschäftsinhaber.

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