Große Lösung statt kleine Schritte
Mehrfamilienhausmodernisierung in WernauEin Mehrfamilienhaus in Wernau wurde optisch und technisch grundlegend modernisiert. Mit dem Einsatz einer Gas-Absorptionswärmepumpe und eines Gas-Brennwertkessels wurden nicht nur der Wohnkomfort gesteigert, sondern auch der Energieverbrauch deutlich gesenkt.
Heute dominieren modernes Grau und leuchtendes Weiß an der Fassade, das alte Steildach ist einem modernen Flachdachaufbau gewichen. Das schafft nicht nur Raum für sechs zusätzliche Wohnungen im Penthousestil, sondern gibt dem Gebäude auch ein komplett neues Erscheinungsbild.
Doch nicht nur optisch, sondern auch technisch hat die Wohnungsbaugenossenschaft Wernau das Haus grundlegend verändert. Anstelle der Gaskachelöfen und der elektrisch beheizten Warmwasserboiler, die dezentral in jeder Wohnung angebracht waren, liefern jetzt eine energieeffiziente Buderus-Gas-Absorptionswärmepumpe „Logatherm GWPL 41“ und ein Gas-Brennwertkessel „Logamax plus GB 162-65“ Raumwärme und warmes Wasser. „Dadurch ist der Wohnkomfort für unsere Mieter erheblich gestiegen – und dies bei einer Reduzierung der Energiekosten“, betont Matthias Schneider, Geschäftsführer der Wohnungsbaugenossenschaft.
Energieeffizientes Gesamtkonzept
Das Mehrfamilienhaus wurde entkernt und mit neuen Fenstern sowie einem Vollwärmeschutz an der Fassade versehen, dadurch lassen sich die Wärmeverluste deutlich senken. Die U-Werte sind jetzt viel besser und liegen für die Fenster bei 0,9, die Außenwand bei 0,17 und das Flachdach bei 0,14. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung reduziert die Wärmeverluste zusätzlich. Bei der energetischen Sanierung arbeitete die Heizungsfachfirma Amann GmbH aus Wendlingen eng mit der Buderus-Niederlassung Esslingen zusammen. „Zielvorgabe des Bauherren war ein möglichst umweltschonendes und energieeffizientes Konzept für die Raumheizung und Trinkwassererwärmung“, erklärt Inhaber Theo Amann. Weil der Erdgasanschluss bereits vorhanden war, bot sich die weitere Nutzung dieses Energieträgers an. Mit einer Gas-Absorptionswärmepumpe und einem Gas-Brennwertgerät konnten die strengen Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Baden-Württemberg an eine Sanierung im Bestand erfüllt werden. Dieses verlangte zu diesem Zeitpunkt einen 50 %-igen Anteil an regenerativer Wärmeerzeugung beim Einsatz einer Wärmepumpe und einer grundlegenden Modernisierung des Heizsystems.
Die Kombination aus Gas-Absorptionswärmepumpe und Gas-Brennwertgerät zeigt, dass eine zukunftsweisende Technik gut in ein Bestandsgebäude integriert werden kann. Mit dieser Lösung und den zusätzlichen Maßnahmen zur Wärmedämmung lässt sich der Energieverbrauch erheblich senken – von rund 625 000 kWh/a auf nur noch knapp 60 000 kWh/a (umgerechnet auf 24 Wohneinheiten wie vor dem Umbau). Für die jetzt 30 Wohneinheiten liegt der Energiebedarf bei rund 80 000 kWh/a. Auch der CO2-Ausstoß hat sich deutlich reduziert. Dieser lag vor der Renovierung bei 152 t/a und jetzt noch bei 15 t/a.
Vorteil der Gas-Absorptionswärmepumpe
In dem Mehrfamilienhaus in Wernau mit 2000 m2 Wohnfläche deckt die Gas-Absorptionswärmepumpe mit 41 kW Leistung (bei A7/W35) die Grundlast, der Gas-Brennwertkessel mit 65 kW wird als Spitzenlastkessel und zur Trinkwassererwärmung eingesetzt. Die im Freien aufgestellte Wärmepumpe erreicht einen hohen Wirkungsgrad von bis zu 165 % und eignet sich mit Vorlauftemperaturen von bis zu 65 °C auch für herkömmliche Heizflächen, so dass im renovierten Altbau des Mehrfamilienhauses die Wärme jetzt über Heizkörper mit einer maximalen Vorlauftemperatur von bis zu 60 °C verteilt wird. In den Neubauwohnungen ist eine Fußbodenheizung eingebaut – hier liegt die Vorlauftemperatur bei 45 °C.
Weil die Anschlusstechnik der Wärmepumpe der eines Gas-Brennwertgerätes entspricht, ist die Installation einfach. „Die Anforderungen für die Außenaufstellung sind bereits von Elektro-Wärmepumpen bekannt“, unterstreicht Heizungsfachmann Theo Amann. Werkseitig verfügt die Gas-Absorptionswärmepumpe über einen anschlussfertig gefüllten, wartungsfreien Kältekreislauf. Die Wärmepumpe ermöglicht einen unterbrechungsfreien Betrieb selbst bei niedrigen Außentemperaturen. Ein weiteres Argument für den Einbau in dem modernisierten Mehrfamilienhaus in Wernau war der große Modulationsbereich von 50 bis 100 %. Damit eignet sich die Maschine ideal für ein bivalentes System mit einem Gas-Brennwertkessel.
Spitzenlastabdeckung durch Gas-Brennwertkessel
Mit einer Leistung von 65 kW unterstützt der „Logamax plus GB162“ als Spitzenlastkessel die Gas-Wärmepumpe bei besonders hohen Wärmeanforderungen. Herzstück des Brennwert plus-Konzeptes ist der „Aluplus“-Wärmetauscher. Der Aluminium-Rippenrohr-Wärmetauscher im Motorblockdesign ist robust, kompakt und hat eine lange Lebensdauer. Im Inneren jedes Rohres sorgen raffiniert ineinandergedrehte Kanäle für eine größtmögliche Oberfläche und verbesserte Wärmeübertragung und damit für Normnutzungsgrade von bis zu 110,5 %, bezogen auf den Heizwert Hi. Besonderes Kennzeichen des Wärmetauschers ist die spezielle Oberflächenveredelung der Heizflächen durch ein patentiertes Plasmapolymerisationsverfahren. Dieses schützt vor Verschmutzung und erleichtert Reinigung und Wartung. „Besonders vorteilhaft beim Einbau waren die kompakten Abmessungen und das vergleichsweise geringe Gewicht des Kessels“, unterstreicht Heizungsfachmann Theo Amann. Auch Servicearbeiten lassen sich ganz einfach ausführen, weil alle relevanten Bauteile von vorne zugänglich sind.
Regelungstechnik und Speicherkonzept
Eine Besonderheit ist die übergeordnete gemeinsame Ansteuerung aller Systemkomponenten mit dem Buderus-Regelsystem „Logamatic 4000“, das für deren optimales Zusammenwirken sorgt. Dadurch ist stets ein energieeffizienter und umweltschonender Betrieb möglich. Das eingebaute Regelgerät „Logamatic 4323“ wurde mit mehreren Funktionsmodulen ergänzt: Das „FM458“ erfasst Sammelstörmeldungen und hat einen Ein- und Ausgang von 0 bis 10 V für die Wärmeanforderung, das „FM444“ dient zur Einbindung eines alternativen Wärmeerzeugers und eines Pufferspeichers in die Heizungsanlage. Mit dem „FM442“ ist die Einbindung von zwei Heizkreisen mit oder ohne Stellglied in das Regelsystem möglich und das „FM445“ ermöglicht die Einbindung einer Temperaturregelung für ein Speicherladesystem mit externem Wärmetauscher in die Heizungsanlage.
Den Warmwasserkomfort für die etwa 80 Bewohner bieten die beiden Warmwasserspeicher „Logalux SF750“ mit Speicherladesystem „LSP3“, sie können zusammen 1500 l bevorraten. Der ebenfalls eingebaute Pufferspeicher „Logalux P500“ hat ein Volumen von 500 l. Die Dimensionierung sichert den uneingeschränkten Warmwasserkomfort und stellt gegenüber der früheren Trinkwassererwärmung eine wesentliche Verbesserung mit deutlich höherem Komfort dar. „Durch die grundlegende Modernisierung des Gebäudes konnten wir neben der erheblichen Energieeinsparung den Wohnkomfort deutlich steigern. Darüber haben sich die Mieter sehr gefreut“, sagt Wohnungsbau-Geschäftsführer Matthias Schneider.
Jetzt Artikel freischalten:
tab DIGITAL
14 Tage kostenlos testen
2,49 € / Woche*
Fachwissen jederzeit und überall.
Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.
Ihre Vorteile:
- Exklusive tab-PLUS-Artikel
- 6 E-Paper für mobiles Lesen
- Online-Archivzugang
*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.
tab KOMBI
4,99 € / Woche*
Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.
Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.
Ihre Vorteile:
- Exklusive tab-PLUS-Artikel
- 6 Print-Ausgaben pro Jahr
- E-Paper für mobiles lesen
- Teilnahme an einem Fachforum
- Online-Archivzugang
- Veröffentlichen eines Projekts
*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand
