Effiziente Dämmung von RLT-Leitungen

Zu- und Abluftleitungen in der Pharmaproduktion

Nach gut zwei Jahren Bauzeit nahm die Takeda GmbH, Betriebsstätte Oranienburg im zweiten Halbjahr 2017 das dritte Produktionsmodul ihres Oranienburger Werks in Betrieb. Eine besondere Anforderung stellte das Bauprojekt an die GMP-konforme Planung sowie Umsetzung der RLT-Systeme für die thermodynamische, lüftungstechnische und klimatische Konditionierung der Reinräume. Zum Gesamtkonzept der RLT-Anlagen gehört ein komplexes Lüftungskanalsystem, um die individuell je Raum geforderten lufttechnischen Parameter im definierten Toleranzspektrum zu halten. Es wurde großer Wert auf die Dämmung der Lüftungsleitungen gelegt.

Rund 750 Mitarbeiter arbeiten heute bei Takeda in Oranienburg. Für den Ausbau des Werks investiert der Bauherr bis zu 100 Mio. € in den Standort, unterstützt auch durch öffentliche Fördermittel. Im Zuge der Erweiterung sollen bis zu 180 neue Arbeitsplätze entstehen.


Konditionierte Luft für die Reinräume

Das fünfgeschossige Produktionsmodul verfügt über eine Grundfläche von 3.000 m2, ergänzt wird es durch ein Multi­funktionalgebäude mit 2.400 m2 Grundfläche, welches im Erdgeschoss eine zusätzliche Verpackungseinheit für bis zu fünf Verpackungslinien beherbergt. Mit der Inbetriebnahme des neuen...

Rund 750 Mitarbeiter arbeiten heute bei Takeda in Oranienburg. Für den Ausbau des Werks investiert der Bauherr bis zu 100 Mio. € in den Standort, unterstützt auch durch öffentliche Fördermittel. Im Zuge der Erweiterung sollen bis zu 180 neue Arbeitsplätze entstehen.

Konditionierte Luft für die Reinräume

Das fünfgeschossige Produktionsmodul verfügt über eine Grundfläche von 3.000 m2, ergänzt wird es durch ein Multi­funktionalgebäude mit 2.400 m2 Grundfläche, welches im Erdgeschoss eine zusätzliche Verpackungseinheit für bis zu fünf Verpackungslinien beherbergt. Mit der Inbetriebnahme des neuen Produktionsmoduls in der zweiten Jahreshälfte 2017 wurden Prozesseinheiten in Betrieb genommen, die unter Reinraumbedingungen Granulate für die Produktion von Tabletten und Kapseln herstellen.

Um die geforderte Reinheit der Fertigungsumgebung sowie die erforderlichen thermodynamischen, lüftungstechnischen und klimatischen Parameter zu gewährleisten, wurden höchste Anforderungen an das raumlufttechnische System des neuen Produktionsmoduls gestellt. „Good Manufacturing Practice“-relevante Vorgaben (GMP) betreffen hierbei u.a. die Partikelzahl, die Keimzahl, den Druck und die Temperatur. Das Herzstück der Klima- und Lüftungstechnik des neuen Produktionsmoduls – die RLT-Anlage – befindet sich dabei im Rückraum bzw. Technikbereich der jeweiligen Prozesseinheit.

Diese Räume sind komplett abgeschottet, sodass technisches Personal jederzeit Zutritt für Wartungen- und Servicearbeiten hat, ohne die Reinräume zu kontaminieren und somit Einfluss auf die Produktion zu nehmen. Die von den RLT-Anlagen hinsichtlich verschiedenster Parameter (Druck, Feuchte, Temperatur) aufbereitete Luft wird dann über ein komplexes Netz an Zu- und Abluftleitungen in die Vorräume, Schleusen sowie Produktionsräume transportiert und sorgt dort für die definierte klimatische Konditionierung.

Isolierung unter Extrembedingungen

Normalerweise werden für die Belüftung/Klimatisierung von Produktionshallen Zu- und Abluftleitungen mit größeren Abmessungen verbaut, wodurch sich Installation und Isolierung einfacher gestalten. Bei Takeda stellt sich die Situation jedoch anders dar: Um für jede der Prozessanlagen mit ihren Vorräumen, Schleusen und eigentlichen Produktionsräumen individuelle Reinraum-Konditionen zu schaffen, musste die Luft von den RLT-Anlagen in den Technikräumen über viele kleine Zu- und Abluftleitungen an den jeweiligen Bestimmungsort transportiert werden. Dies hatte zur Folge, dass Klima- und Lüftungskanäle mit Abmessungen von 150 x 150 mm bis 400 x 600 mm sowie Durchmessern von 100 mm bis 400 mm zum Einsatz kamen und es in den Versorgungsschächten aufgrund der Vielzahl an Kanälen teilweise sehr eng wurde.

Im Auftrag des technischen Gebäudeausrüsters GA-tec Gebäude- und Anlagentechnik GmbH übernahm die Brennecke und Neumann GmbH die Isolierung der Lüftungsleitungen.

Um die technische Isolierung der Lüftungsleitungen hinsichtlich Luftreinheit, Wirtschaftlichkeit, Verarbeitung und Energieeffizienz bestmöglich zu lösen, entschied man sich bei Brennecke & Neumann für die Lamellenmatte „Climcover Lamella Mat (ML3)“ des Dämmstoffherstellers Isover.

Die mit einer dampfbremsenden, hochreißfesten Alugitterfolie kaschierte Lamellenmatte aus der Glaswolle „G3 touch+“ ist extrem flexibel und lässt sich so perfekt auch an sehr kleine Lüftungskanäle anpassen. Der vielseitige Allrounder eignet sich besonders für Wärme-, Feuchte- und Brandschutz in haus- und betriebstechnischen Anlagen. Darüber hinaus punktet die Lamellenmatte beim Feuchteschutz an Klima- und Lüftungsleitungen. Die durchdachte Konstruktion der Lamellenmatte „Climcover Lamella Mat (ML3)“ unterstützte die technischen Isolierer bei ihrer kniffligen Arbeit auf der Baustelle. Dank ihrer ausgezeichneten Flexibilität und Elastizität eignet sich die Glaswolle für unterschiedlichste Oberflächen und Querschnitte, so dass sie für 30.000 m2 Leitungsnetz eingesetzt werden konnte.

Deutliche Arbeitserleichterung

Die Montagepraxis orientierte sich dabei an der jeweiligen Einbausituation: Teilweise wurden Leitungen erst isoliert und dann montiert, sodass in den engen Versorgungsschächten nur noch das Verschrauben der Flansche erfolgen mussten – eine deutliche Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter.

Bei notwendigen Überkopfarbeiten kam ihnen zudem die geringe Rohdichte und somit das geringe Gewicht der ökologischen, nachhaltigen und sicheren Glaswolle mit „G3 touch+“ entgegen. Ein weiterer Vorteil des Dämmstoffs: Während des Verpackungsprozesses wird die Glaswolle stark komprimiert, sodass mehr Material pro Einheit zur Verfügung steht – dies optimiert die Verarbeitung vor Ort sowie die Logistik auf der Großbaustelle.

Last but not least bestätigt die Zertifizierung mit dem „Eurofins Indoor Air Comfort“-Zertifikat in Gold die über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus geringen Emissionen des Dämmmaterials und damit die Eignung bei strengen Auflagen an Raumluftqualität, wie sie für die Produktion von Medikamenten unter Reinraumbedingungen gefordert werden.

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