Die digitale Zukunft auf 14.500 m2

Mit WLAN in der Fabrikhalle

Der Name ist Programm: „Gut drauf-Elektrofabrik“ heißt der neue Standort des mittelständischen Unternehmens Jäger Direkt. Hier finden Produktion und Versandlogistik unter einem Dach statt – schneller und effizienter aufgrund flächendeckender WLAN-Infrastruktur.

Auf der grünen Wiese, in Sichtweite zur Autobahn A5 in Heppenheim, hat ein lang gehegter Traum Gestalt angenommen: Auf einer Fläche von 14.500 m2 erstreckt sich hier die neue Niederlassung von Jäger Direkt, einem mittelständischen Produzenten und Händler von Elektronik- und Elektro-Bauteilen. Im Mai 2016 in Betrieb genommen, bietet das Gebäude mit der graublauen Fassade nicht nur ausreichend Platz für die Bereiche Logistik und Produktion. Jäger Direkt hat mit dem Projekt einen großen Schritt in Richtung digitale Zukunft getan.


Alles unter einem Dach

1990 gegründet, beliefert das Unternehmen...

Auf der grünen Wiese, in Sichtweite zur Autobahn A5 in Heppenheim, hat ein lang gehegter Traum Gestalt angenommen: Auf einer Fläche von 14.500 m2 erstreckt sich hier die neue Niederlassung von Jäger Direkt, einem mittelständischen Produzenten und Händler von Elektronik- und Elektro-Bauteilen. Im Mai 2016 in Betrieb genommen, bietet das Gebäude mit der graublauen Fassade nicht nur ausreichend Platz für die Bereiche Logistik und Produktion. Jäger Direkt hat mit dem Projekt einen großen Schritt in Richtung digitale Zukunft getan.


Alles unter einem Dach

1990 gegründet, beliefert das Unternehmen mit Hauptsitz im hessischen Reichelsheim heute mehr als 20.000 Fachbetriebe in 15 Ländern. Jäger Direkt hat Niederlassungen in Österreich sowie den Niederlanden und ist auch auf dem chinesischen Markt aktiv. Einzige Schattenseite des Erfolgs: Mit dem schnell wachsenden Geschäft wurde die bisherige Produktions- und Logistikumgebung schlichtweg zu klein. Eine Produktionsstätte und zwei Lager über drei verschiedene Standorte verteilt machten die Prozesse zu ineffizient: Täglich transportierten mehrere LKW der unternehmenseigenen Spedition die benötigten Bauteile hin und her. Die neue Elektrofabrik in Heppenheim sollte daher Produktion, Lager und Versand vereinen.

Mehr Effizienz fürs Business

„Wir wollten nicht nur mehr Platz schaffen und die Bereiche unter einem Dach zusammenführen, sondern mithilfe der Digitalisierung künftig schneller werden und produktiver arbeiten“, sagt Jens Fischer, Mitglied der Geschäftsleitung von Jäger Direkt. Zu diesem Zweck entwickelte das Unternehmen zunächst die digitalen Prozesse, die es fit für die Zukunft machen sollten. Im zweiten Schritt erfolgte dann die bauliche Planung der Elektrofabrik.

Störungsfreies WLAN

Mit der Digitalisierung seiner internen Abläufe reagiert der Mittelständler auf Anforderungen, die nicht nur Kunden im B2C-Bereich, sondern inzwischen auch gewerbliche Endkunden im Großhandel erwarten: Onlinebestellung, schnelle Reaktionszeiten, lückenlose Nachverfolgbarkeit. Die Lösung: Echtzeitverbindungen für alle Prozesse der Lieferkette – von der Produktion bis ins Hochregallager. Tablet statt Papierbeleg, digitaler Scan statt händische Endkontrolle, automatische Routenplanung für Gabelstapler: All diese Pläne ließen sich nur mithilfe einer schnellen und störungsfreien WLAN-Infrastruktur realisieren.

Die Herausforderung für den Provider: Der Projektplan sah vor, das WLAN für die neue Halle bereits während der Bauarbeiten am Gebäude umzusetzen, also die funktechnischen Gegebenheiten im gesamten Komplex zu erfassen und daraus Anzahl und Po­si­tio­nie­rung der WLAN-Zugangspunkte abzuleiten. Ein Schritt, den Provider in der Regel erst vornehmen, wenn ein Bauvorhaben beendet ist und auch die Inneneinrichtung steht. Denn während sich im leeren Gebäude das WLAN-Signal ungestört ausbreitet, verhindern metallene Hochregale und gestapelte Waren in voll eingerichteten Lagern oder die Maschinen in Produktionshallen den störungsfreien Empfang des Signals.

 

Empfang in jedem Winkel

Mit der Vernetzung der Elektrofabrik beauftragte Jäger Direkt die Deutsche Telekom. „Sie machte uns zwar nicht das günstigste Angebot, aber ihr trauten wir diese anspruchsvolle Aufgabe am ehesten zu“, erklärt Jens Fischer. Schließlich ging es darum, bei der Installation des WLAN eine Punktlandung zu erzielen. Nachträglich Kabel ziehen im befüllten Hochregallager? Diese Situation galt es unter allen Umständen zu vermeiden! „Bei unserer theoretischen Planung mussten wir zahlreiche Störfaktoren berücksichtigen ohne diese vorher messen zu können“, sagt Falko Schwarz, Vertrieb Großkunden und Account Manager Region Mitte der Telekom. 190 Access-Points sorgen nun für WLAN-Empfang in jedem Winkel. „Dass in unserem neuen Heppenheimer Hochregallager Gabelstapler und Tablet so gut zusammenpassen wie der Stecker zur Steckdose, liegt an der störungsfreien WLAN-Infrastruktur“, sagt Jens Fischer. „Sie ist die Basis für unsere neuen digitalisierten Prozesse.“

Jederzeit nachverfolgbar

Das vollvernetzte Hochregallager macht Jäger Direkt nun zum digitalen Vorreiter – vor allem in Sachen Kommissionierung, einer der arbeits- und kostenintensivsten Prozesse in Lagern und Distributionszentren. Mussten die Mitarbeiter früher für jeden Auftrag zum Papierbeleg greifen, landen Kundenbestellungen heute direkt auf dem Tablet. Ein digitales Leitsystem lotst die Kommissionierer mit dem Gabelstapler auf direktem Weg zur richtigen Regalreihe. Dort entnehmen sie Elektronikzange, Ethernet-Schnittstelle oder Kabeltrommel in gewünschter Stückzahl und verbuchen sie mit einem Ringscanner im System. Wo sich das Produkt entlang der Lieferkette befindet, ist jederzeit nachverfolgbar. Dadurch entfällt auch die zeitraubende Endkontrolle durch die Kollegen in der Packstation.

„Gut drauf“ auf ganzer Linie 

Mehr Tempo, mehr Produktivität – der Umzug in die digitalisierte Welt trägt bereits ein Jahr nach Einweihung der neuen Niederlassung Früchte. Allein im Versandbereich sei die Fehlerquote um 50 % gesunken. Auch in der Produktion laufen die Prozesse 20 % effizienter. „Und das, obwohl wir uns in der neuen Umgebung erst einmal aufeinander einspielen mussten“, sagt Jens Fischer. „Da sehe ich noch Potential für weitere Steigerungen.“

Dieses Potential will das Unternehmen auch ausschöpfen, um wie geplant zu wachsen: aus den 50 Mio. € Umsatz, die das Unternehmen 2016 erwirtschaftete, sollen bis 2020 gut 100 Mio. € werden. Wegen fortschreitender Digitalisierung und effizienterer Prozesse um den Job bangen? Nicht bei Jäger Direkt. Im Gegenteil: Mit dem Expansionskurs soll die Kollegenzahl von 250 mittelfristig auf 400 anwachsen – lückenlos unterstützt durch intelligente Software. „In unserem Hochregallager setzen wir keine Roboter ein“, sagt Jens Fischer. „Bei uns geht immer noch der Mensch zur Ware.“

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