Zur DIN 1988-200

Dämmung von Trinkwasserleitungen (kalt)

Der Arbeitsausschuss „DIN 1988-200“ in der Fachgruppe Dämmstoffe des Fachverbandes Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK), Frankfurt* kommentiert die neue DIN 1988-200 in Bezug auf Dämmungen an Trinkwasserleitungen (kalt).

Aus der EnEV-Umsetzung wissen die Autoren dieses Beitrags als Mitglieder des Fachausschusses „DIN 1988-200“ im FSK (www.schaumdaemmstoffe.de) um die vielen Auslegungsfragen, die in der Praxis richtig beantwortet werden müssen. Dazu gehört die Frage: „Müssen Trinkwasserleitungen (kalt) nach EnEV 2009 gedämmt werden?“ Hier ist wichtig zu wissen, dass sich die Energieeinsparung auf Heizungs- und Warmwasserleitungen, sowie Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen bezieht. Trinkwasserleitungen (kalt) fallen nicht unter diese Verordnung.

Die DIN...

Aus der EnEV-Umsetzung wissen die Autoren dieses Beitrags als Mitglieder des Fachausschusses „DIN 1988-200“ im FSK (www.schaumdaemmstoffe.de) um die vielen Auslegungsfragen, die in der Praxis richtig beantwortet werden müssen. Dazu gehört die Frage: „Müssen Trinkwasserleitungen (kalt) nach EnEV 2009 gedämmt werden?“ Hier ist wichtig zu wissen, dass sich die Energieeinsparung auf Heizungs- und Warmwasserleitungen, sowie Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen bezieht. Trinkwasserleitungen (kalt) fallen nicht unter diese Verordnung.

Die DIN 1988-200, die im Mai 2012 in Kraft getreten ist, gilt in Verbindung mit der DIN EN 806-2 für die Planung von Trinkwasserinstallationen, Installation Typ A (geschlossenes System) in Gebäuden und auf Grundstücken. Die DIN 1988-200 ergänzt die DIN EN 806-2 und trifft zusätzliche Festlegungen zur Berücksichtigung nationaler Gesetze, Verordnungen und des deutschen technischen Regelwerks. Da die Ergebnisse der europäischen Arbeitsausschüsse nicht in jedem Fall die für die deutschen Anwenderkreise erforderliche Normungstiefe erreichen, ergab sich die Notwendigkeit, eine deutsche Ergänzungsnorm zu erarbeiten. Um aufzuzeigen, dass es sich um eine neue Normen-Reihe der DIN 1988 handelt, wurde die Teilnummer vom Normenausschuss dreistellig gewählt. Damit reiht sich der Teil 200 in die Reihe der bereits bestehenden DIN 1988 Teile 100, 300, 500 und 600 ein.

Die DIN 1988-200 enthält wichtige Details zur Planung und Errichtung von Trinkwasserinstallationen unter Berücksichtigung nationaler Gesetze, Verordnungen, Normen und dem aktuellen Stand der Technik. Insbesondere wurden hierfür unter anderem die entsprechenden Angaben aus den Normen DIN 1988-2, DIN 1988-5 und DIN 1988-7 herangezogen, die für die Aufrechterhaltung des in Deutschland anerkannten hohen technischen Niveaus der Trinkwasserinstallationen benötigt werden.

Die DIN 1988-200 wird die Normen DIN 1988-2, DIN 1988-5 und DIN 1988-7, die seit dem Jahr 1988 Bestand haben ersetzen.

Folgende wichtige Eckpunkte sind unter anderem in der neuen DIN 1988-200 wiederzufinden:

Anforderungen an die Wärmeabgabe, Wärmeaufnahme, akustische Entkopplung, Korrosionsschutz, Brandschutz und die Aufnahme von Längenänderung müssen erfüllt werden,
Dämmstoffe dürfen keine Kontaktkorrosion oder chemische Korrosion auslösen,
Spezielle Hinweise für die Dämmung von Trinkwasserleitun­gen (kalt) sind zu beachten,
Schutz vor Erwärmung der Leitungen (Stichwort: Legionel­len).

Insbesondere sind Trinkwasserleitungen (kalt) in Abhängigkeit von Temperatur und Feuchtegehalt der Umgebungsluft so zu dämmen, dass eine Tauwasserbildung und eine Erwärmung des Trinkwassers auf > 25 °C vermieden wird. Bei üblichen Betriebsbedingungen und Rohrleitungsführungen im Wohnungsbau gelten die Werte für die Mindestdämmschichtdicken nach Tabelle 8, DIN 1988-200 als Richtwerte (siehe Tabelle 1). Bei längeren Stagnationszeiten kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Standard-Dämmschichtdicke nach DIN 1988-200 keinen dauerhaften Schutz vor Erwärmung der Trinkwasserleitung (kalt) bieten. Das kann im Einzelfall zu entsprechend höheren Dämmschichtdicken oder gar zu einem aufwendigen Aufbau der Anlagentechnik führen.

Die in Tabelle 9, DIN 1988-200 für Trinkwasserleitungen (warm) und deren Armaturen, aufgeführten Dämmschichtdicken entsprechen den aktuellen gesetzlichen Vorgaben der EnEV 2009.

Fazit

Im Vergleich zur zurückgezogenen DIN 1988-2 sind die Dämmschichtdicken in der neuen DIN 1988-200 wesentlich erhöht und stärker in den Vordergrund gerückt worden. Das bedeutet, dass diese neue DIN einem auf den Stand der Technik gebrachtem Regelwerk entspricht. Insbesondere der seit Monaten immer wieder auch durch den Gesetzgeber mit der neuen Trinkwasserverordnung hervorgehobene Trinkwasserschutz und das damit verbundene menschliche Wohl stehen hier im Vordergrund.

Der Gesetzgeber macht sich das Vorhandensein zweckdienlicher Normen zunutze und legt zum Teil sogar die zwangsläufige Anwendung dieser Normen durch Gesetze oder Verordnungen fest. Darum empfiehlt die Fachgruppe Dämmstoffe des FSK die Anforderungen dieser neuen Norm einzuhalten und gemäß dieser zu arbeiten. Die Umsetzung des neuen Normenwerkes in Ausschreibungen, Spezifikationen, Baubeschreibungen und technischen Festlegungen wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Dennoch gilt: „Umso eher damit begonnen wird, desto schneller wird die DIN 1988-200 auf den Baustellen gelebt.“

Jetzt Artikel freischalten:

tab DIGITAL

14 Tage kostenlos testen

2,49 € / Woche*

Fachwissen jederzeit und überall.

Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 E-Paper für mobiles Lesen
  • Online-Archivzugang

*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.

Jetzt bestellen

tab KOMBI

4,99 € / Woche*

Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.

Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 Print-Ausgaben pro Jahr
  • E-Paper für mobiles lesen
  • Teilnahme an einem Fachforum
  • Online-Archivzugang
  • Veröffentlichen eines Projekts

*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand

Jetzt bestellen

Thematisch passende Artikel:

Exklusiver Online-Beitrag: Zur Prävention von Legionellen-Kontamination

Korrekte Dämmung von warm- und kaltgehenden Leitungen

Immer wieder kommt es durch Legionellose, einer bakteriellen Lungenentzündung, die durch Krankheitserreger im Wasser übertragen wird, zu schweren Krankheits- und sogar Todesfällen. Während wir in...

mehr
Ausgabe 03/2025

Dezentrale Trinkwassererwärmer in der DIN 1988-200

Legionellengefahr trotz normativ fachgerechtem Betrieb

Die normativen Vorgaben der TrinkwV sind in der Regel sehr genau. Bei Trinkwasserwärmern mit Zirkulation bspw. sind die Temperaturen klar geregelt: Am Austritt des Erwärmers müssen mindestens 60...

mehr
Zur Einführung der EnEV 2014

Korrekte Dämmung von Rohrleitungen

In ihrer letzten ordentlichen Sitzung hat die Bundesregierung am 16. Oktober 2013 die neue Energieeinsparverordnung mit den vom Bundesrat vorgesehenen Änderungen verabschiedet. Nur fünf Tage zuvor...

mehr
Ausgabe 04/2022

Nahezu unbekannt: DIN CEN/TR 16355

Legionellenwachstum in Trinkwasser-Installationen verhindern

Selbst 45 Jahre nach dem ersten kulturellen Nachweis von Legionella spec und 46 Jahre nach dem erstem großen Legionellenfall in Philadelphia ist das Thema Legionellose mit rund 3.000 Todesfällen pro...

mehr
Ausgabe 05/2024

Dämmung von Rohrleitungen

Welche Regeln nach dem neuen GEG 2024 gelten

Das GEG soll die Weichen für die künftige Wärmeversorgung stellen und den Gebäudesektor auf Kurs für das Ziel Klimaneutralität im Jahr 2045 bringen. Die Anforderungen an die Dämmung von...

mehr