Verkehrsplatz im neuen Licht

Brüstungskanalsystem für eine LED-Beleuchtung

Der 2010 aufwendig renovierte Steeler Verkehrsplatz im Essener Osten erstrahlt seit November 2014 im neuen Licht. Dafür sorgen 621 LED-Strahler mit tausenden kleinen LED-Leuchtdioden, die unter dem 3256 m2 großen, lichtdurchlässigen Dach montiert wurden. Eine tragende Rolle spielt dabei das eingesetzte Brüstungskanalsystem.

Rund 20.000 Fahrgäste benutzen den Verkehrsplatz Essen-Steele täglich. Sie erwartet ein stufenloser Ein- und Ausstieg zu allen Verbindungen, in Straßenbahn, Bus und S-Bahn. Das optische Highlight ist aber die Überdachung des Platzes. Durch die Illumination der Dächer mit LED-Technik entsteht ein einzigartiger visueller Eindruck. In enger Zusammenarbeit mit der Essener Verkehrs AG (EVAG) als Bauherr, kam beim Brüstungskanalsystem eine individuelle Lösung der Hager Vertriebsgesellschaft (HVG) zum Einsatz, bei der die Hager-Abteilung Kundensonderentwicklung (KSE) ihre Stärken ausspielen konnte.

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Rund 20.000 Fahrgäste benutzen den Verkehrsplatz Essen-Steele täglich. Sie erwartet ein stufenloser Ein- und Ausstieg zu allen Verbindungen, in Straßenbahn, Bus und S-Bahn. Das optische Highlight ist aber die Überdachung des Platzes. Durch die Illumination der Dächer mit LED-Technik entsteht ein einzigartiger visueller Eindruck. In enger Zusammenarbeit mit der Essener Verkehrs AG (EVAG) als Bauherr, kam beim Brüstungskanalsystem eine individuelle Lösung der Hager Vertriebsgesellschaft (HVG) zum Einsatz, bei der die Hager-Abteilung Kundensonderentwicklung (KSE) ihre Stärken ausspielen konnte.

„Mitgewirkt am Entstehen der Lösung hat ein Netzwerk aus internen und externen Partnern. So arbeiteten Planer und Architekt der EVAG, der ausführende Elektrofachbetrieb, der Lieferant der Beleuchtung und unsere Kun­densonderentwicklung in Helters­berg eng zusammen“, erläutert Carsten Hillebrand, Außendienstmitarbeiter Wohn- und Gewerbebau, der das Projekt für die HVG betreute.

Eine Sonderlösung ist gefragt

„Bei diesem Projekt war sofort klar, dass hier Sonderlösungen gefragt sind und wir von der KSE übernahmen die Herausforderung gerne. Unsere Experten geben nicht auf, bis passende Lösungen gefunden sind. Das beginnt bei einfachen Sonderlängen oder Sonderfarben, setzt sich fort über Bestückung sowie Vorverdrahtung bis hin zur lösungsorientierten Spezialentwicklung. Das Essener Projekt war wie gemacht für uns, denn hier konnten wir zeigen, was in unserem Expertenteam steckt“, erinnert sich Thomas Malschofsky, Leitung Werkslogistik BAT/BAE und Kundensonder­entwicklung BAT.

Das Brüstungskanalsystem „tehalit.BRS“ aus Stahlblech, das in Essen zum Einsatz kam, bietet standard­mäßig 15 verschiedene Kanalkonfigu­rationen. Dabei stehen drei Kanalhöhen (70, 85 und 100 mm), vier Kanalbreiten (von 100 bis 210 mm) sowie zwei Deckelspurbreiten (80 und 120 mm) zur Verfügung. Doch diese Bandbreite reichte nicht für das Essener Projekt, denn hier waren in mehrfacher Hinsicht Sonderlösungen gefragt. Zum Einsatz kamen letztlich der Stahlblechkanal „BRS“ (70 mm Höhe, 100 mm Breite), lackiert in RAL 9006, ohne die sonst übliche Trennwandhalterung und Bodenlochung. Als Herausforderung erwies sich die Leitungsführung im Radius der vorhandenen Dachkonstruk­tion. Neben geraden Teilstücken mussten Abschnitte mit ganz unterschiedlichen Krümmungen erstellt werden. Gelöst wurde dies mit einer Schnittkaschierung in Sonderbreite. Insgesamt kamen 1136 m des Brüstungskanalsystems zum Einsatz.

„Die KSE setzt sich zusammen aus einem rund 20-köpfigen Team. Da hat jeder sein Spezial­gebiet. So gibt es ausgewiesene Experten für Stahlblech, Wand- und Bodensysteme oder für Kunststoff bzw. Aluminium. Im Bedarfsfall wird natürlich Hand in Hand gearbeitet. Hinzu kommen unsere Spezialisten für Modellbau und Kollegen, die die Baustellen vor Ort mit besonderem Fingerspitzengefühl quasi rund um die Uhr betreuen“, so Thomas Malschofsky. „Gerade die Betreuung vor Ort war in Essen wichtig, denn viele konstruktive Lösungen konnten nicht an Modellen erprobt werden. Darum wurden vor Ort Versuchsaufbauten erstellt. Das geschah oft abends oder in der Nacht, weil der Verkehr an dem belebten Platz nicht gestört werden sollte. Dabei funktionierte die Zusammenarbeit von Außendienst und KSE optimal“, ergänzt Carsten Hillebrand.

Die Befestigungspunkte für die Kanäle konnten nicht frei gewählt werden. Es galt, vorhandene Befestigungspunkte zu nutzen. Dazu mussten Berechnungen angestellt werden, damit die Längen der gewählten Teilstücke mit den Befestigungspunkten korrespondierten. Die Montage erfolgte mit einer Halbkonsole mit zusätzlichem Be­fes­ti­gungs­clip.

Als relativ schwierig erwies sich die Kanalmontage an vorhan­de­nen Rohren. Hier kamen Schellensysteme zum Einsatz, die sta­bil genug sein mussten, um die Kanäle sicher zu halten.

Ausnahmen bestätigen die Regeln

„Die optimale Befestigung der Kanäle war das eine. Aber wir wurden auch gebeten, eine Lösung für die Integration der Befes­tigungen für die Leuchtenträger zu finden. Hier waren Kreativität und Maßarbeit gefragt. Schließlich konnten wir eine Konstruktion präsentieren, die über eine Duchgangslochung und einen Kantenschutz für die Kabeldurchführung verfügte. Außerdem erhielt sie einen zusätzlichen, im Kanal vormontierten Verstärkungswinkel zur Leuchtenbefestigung. So konnten das Gewicht des einzelnen Leuchtenträgers verteilt und die Stabilität der Konstruktion erreicht werden“, führt Carsten Hillebrand aus. Bei allen konstruktiven Maßnahmen mussten wir den Tauben- und Nistschutz beachten. Die Maße der Kabeldurchführung wurden daher so gewählt, dass bei montiertem Leuchtenträger selbst für kleine Vögel keine Einflugmöglichkeit besteht. Außerdem wurde Lande- und Sitzflächen für Tauben nach Möglichkeit vermieden, denn die Verschmutzung durch Vögel ist gerade an Dachkonstruk­tionen immer wieder ein großes Problem.

Anforderungen erfüllt

„Die moderne Architektur des neuen Verkehrsplatzes ist mit seiner beeindruckenden Beleuchtung zu einer urbanen Bereiche­rung in Essen-Steele geworden. Daran hat auch die Hager Vertriebsge­sell­schaft ihren Anteil“, freute sich Kai Babohn, EVAG, nach Ab­schluss der Arbeiten. „Der Kunde war sehr zufrieden mit den Lösungen, die wir umgesetzt haben. Das unter­streichen Anschlussaufträge, die in der Vorbereitungsphase sind. Wenn wir mehr Details kennen, wird sich zeigen, ob die Frauen und Männer von der KSE wieder gefordert sind. Blättert man Listen mit Hager-Referenzen durch, dann zeigt sich, dass in vielen Fällen zumindest Teillösungen durch die KSE ermöglicht wurden“, berichtet Carsten Hillebrand. „Firmenintern stehen die drei Buchstaben KSE nicht nur für Kundensonderentwicklung. Wir sprechen gerne von ‚Kunden Service Exklusiv‘, denn wir werden tätig, wenn andere abwinken. In manchen Fällen reicht selbst das gesamte Katalogangebot nicht aus. Was Kunden dort nicht finden, das entwickeln wir gerne und schnellstmöglich“, fasstThomas Malschofsky zusammen.

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