TGA im Plan

Neubau eines Automobilzulieferers
Die SMP Automotive Exterior GmbH hat ihren Neubau für die Stoßfängerproduktion im oberpfälzischen Schierling innerhalb von nur knapp zwei Jahren geplant und gebaut. Trotz des großen Kosten- und Zeitdrucks sollte das Werk mit modernster Technik ausgestattet werden. Deshalb beauftragte der Automobilzulieferer die Gammel Engineering GmbH mit der Planung der kompletten Versorgungstechnik. Für die Ingenieure war die Verbindung einer außergewöhnlichen Architektur und den hohen technischen Ansprüchen eine interessante Herausforderung. Nach nur einjähriger Bauzeit arbeiten in dem Betrieb bereits 600 Mitarbeiter.

Lediglich ein dreiviertel Jahr dauerte die Planungsphase für das neue Werk in der Oberpfalz, Ende 2013 begannen die Bauarbeiten. Im November 2014 konnte dann bereits die Produktion gestartet werden. Der Bau des SMP-Werkes in Schierling wurde damit in Rekordzeit errichtet. Bei den Mitarbeitern herrscht entspannte Arbeitsstimmung. Grund dafür ist zum einen die besondere Architektur des Baus. Zum anderen wurde die komplette Technische Gebäudeausrüstung nach neuestem Stand errichtet. Verantwortlich dafür war die Gammel Engineering GmbH. Das Abensberger Ingenieurbüro plante und realisierte die...

Lediglich ein dreiviertel Jahr dauerte die Planungsphase für das neue Werk in der Oberpfalz, Ende 2013 begannen die Bauarbeiten. Im November 2014 konnte dann bereits die Produktion gestartet werden. Der Bau des SMP-Werkes in Schierling wurde damit in Rekordzeit errichtet. Bei den Mitarbeitern herrscht entspannte Arbeitsstimmung. Grund dafür ist zum einen die besondere Architektur des Baus. Zum anderen wurde die komplette Technische Gebäudeausrüstung nach neuestem Stand errichtet. Verantwortlich dafür war die Gammel Engineering GmbH. Das Abensberger Ingenieurbüro plante und realisierte die gesamte Versorgungstechnik des 40.000 m2 großen Werkes.

 

Augenmerk auf Energieeffizienz

In dieser Größenordnung hat die Gammel Engineering GmbH bereits mehrere Industriestandorte geplant. Das Ingenieurbüro brachte daher viel Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit anderen großen Unternehmen mit. „Der Kosten- und Termindruck war uns bereits aus früheren Projekten bekannt“, erklärt Marcel Lorenz, Diplom-Ingenieur für Umwelt- und Versorgungstechnik, der das Projekt bei Gammel Engineering leitete.

Vorrangig sollte jedoch maximale Energieeffizienz gewährleistet werden. Dafür plante das Ingenieurbüro eine Energiezentrale mit 4 MW Feuerungsleistung, 4 MW Kälteleistung und 7 MW Elektroenergie (20 kV). Um den Energieverbrauch möglichst niedrig zu halten, wird – so weit möglich – Abwärme genutzt, etwa bei den Lüftungsanlagen in der Spritzgusshalle, wo drei Geräte mit jeweils 30.000 m3/h Luftleistung zum Einsatz kommen. Diese sind mit einer Wärmerückgewinnung über Rotationswärmetauscher ausgestattet und führen neben Energie auch Feuchte in den Versorgungskreislauf zurück, um die für den Produktionsprozess erforderliche Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Daneben wurden in der zweistöckigen Druckluftzentrale die vier Kompressoren mit je 20 Nm3/min mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Abwärme dient zur Beheizung des Hochregallagers. Die Druckluft für die besonders empfindliche Lackieranlage wird über eine Verbrennungsanlage mit Katalysator gereinigt, die die unerwünschten Teile energiesparend bei tiefen Temperaturen verbrennt.

Die Lackieranlage verfügt über interne Wärmerückgewinnung zur Senkung des Energiebedarfs und über eigene Brenner für die Hochtemperaturwärme. Der Bedarf an Wärme, Kälte, Luft und Druckluft wird über das von Gammel Engineering geplante Versorgungssystem zur Verfügung gestellt.

Kältemaschine ermöglicht höchsten COP-Wert

Auch bei der Kühl- und Kaltwasserversorgung plante Gammel eine hocheffiziente Lösung. Die drei Kühltürme mit jeweils 1 MW speisen über das 60 m3 Kühlwasserbecken in das Kühlwassernetz ein.

Das Kaltwassernetz wird mit 12/18 °C gefahren. Bei geringen Außentemperaturen leisten die Kühltürme die freie Kühlung des Kühlwassernetzes. Eine 1 MW Kältemaschine mit hohem Effizienzstandard stellt die restliche Kälte bereit. „Durchschnittlich werden COP-Zahlen von vier bis fünf erreicht“, erläutert Marcel Lorenz. „Wir haben uns jedoch für eine Kältemaschine entschieden, die einen Wert von sechs schafft.“ 

Besondere Anforderungen an Redundanz und Versorgungssicherheit wurden an die Heizungsanlage gestellt. Diese umfasst zwei Öl-Gaskessel mit jeweils 2 MW Leistung. Der zweite Kessel, der für die Redundanz geplant wurde, sowie der Zwei-Stoff-Betrieb mit entweder Gas oder Heizöl erhöhen die Verfügbarkeit der Anlage. Daneben war Gammel Engineering für die Planung der Sprinkler- und Feuerlöschtechnik, die gesamte Elektrotechnik sowie die Mess- und Regeltechnik zuständig. Das Ingenieurbüro führte das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren durch und überwachte durchweg die Qualität der Realisierung. Zusammen mit der Werksstrukturplanung und den Architekten wurde damit ein in sich geschlossenes, effizientes System verwirklicht.

 

Mit Produktionserweiterung voll im Plan

Der Werkleiter Manuel Ötsch ist voll und ganz zufrieden. „Die Arbeit von Gammel Engineering war von Anfang bis Ende sehr gut. Sowohl die Kosten- als auch die engen Terminvorgaben konnten eingehalten werden.“ Bis 2017 sollen im Schierlinger Werk 5.500 Stoßfänger pro Tag erstellt werden. Dafür werden die 600 Mitarbeiter auf etwa 650 bis 700 aufgestockt. Gammel Engineering wurde in der Folge mit der Planung einer Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage am SMP Standort in Neustadt an der Donau beauftragt, die in Rekordzeit in Betrieb gegangen ist.

Jetzt Artikel freischalten:

tab DIGITAL

14 Tage kostenlos testen

2,49 € / Woche*

Fachwissen jederzeit und überall.

Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 E-Paper für mobiles Lesen
  • Online-Archivzugang

*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.

Jetzt bestellen

tab KOMBI

4,99 € / Woche*

Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.

Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 Print-Ausgaben pro Jahr
  • E-Paper für mobiles lesen
  • Teilnahme an einem Fachforum
  • Online-Archivzugang
  • Veröffentlichen eines Projekts

*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand

Jetzt bestellen

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 04/2016 BHKW des Jahres

Im Gespräch mit Michael Gammel

tab: Eine Anerkennung der Arbeit ist wichtig. Wie sehr freuen Sie sich über die Auszeichnung? Michael Gammel: Das Projektteam hat bei Osram am Standort Eichstätt eine vorbildliche...

mehr
Ausgabe 10/2016

Mit Primärenergiefaktor Null

CO2-neutrales Hightech-Areal

„Die Audi AG definiert für Investitionen die gleichen Ziele wie bei der Entwicklung ihrer Fahrzeuge: Sicherheit, Energieeffizienz, Umweltfreundlichkeit, Zukunftsflexibilität, Verarbeitungsqualität...

mehr
Ausgabe 12/2024

Zukunftsfähiges Heiz- und Lüftungskonzept

Effiziente Gebäudesanierung für eine nachhaltige Lernumgebung

Das Gymnasium in Neustadt an der Waldnaab wird über mehrere Bauabschnitte generalsaniert. Der etwas dämmrige und in die Jahre gekommene, aber funktionale Rasterbau soll sich zukünftig in die...

mehr
Ausgabe 01/2016

Wärmerückgewinnung aus Rauchgas

Energiekonzept für das BMW-Werk Landshut

Im Jahr 2010 plante die BMW Group für das Werk Landshut eine neue Aluminiumschmelze und suchte eine Möglichkeit, die Wärmeenergie aus dem Abgas zurückzugewinnen. Zusätzlich sollte ein komplett...

mehr

AG BIM Gebäudeautomation und Elektrotechnik im VDMA gegründet

Aktuell 23 Unternehmen, Hochschulen und Institute beteiligt

Um das Thema Building Information Modeling (BIM) für die Gebäudeautomation und Elektrotechnik durch den VDMA besser vertreten zu können, wurde am 8. September 2022 von 18 Firmen sowie 5 Hochschulen...

mehr