Licht, Luft und Sicherheit

Technischer Dreiklang für ein Papierwerk

Die papierverarbeitende Industrie stellt hohe Anforderungen an Brandschutz- und Lüftungssysteme. Zum einen ist ein gleichbleibend ausgeglichenes Klima entscheidend für die Qualität der Produktionsergebnisse. Das heißt, die Lüftungsanlagen müssen Feuchtigkeit und Temperatur auf einem relativ eng definierten Niveau halten. Zum anderen ist Papier bekanntlich leicht brennbar und braucht deshalb einen höchst effizienten Brandschutz, zu dessen zentralen Elementen der kontrollierte und schnelle Rauch- und Wärmeabzug (RWA) gehört.

Schumacher Packaging ist eine Größe in seiner Branche. Der inhabergeführte, europaweit agierende Spezialist für Verpackungen aus Well- und Vollpappe hat im münsterländischen Greven, direkt beim Flughafen Münster/Osnabrück, ein hochmodernes Wellpappe-Werk, das die Produktion noch näher an wichtige Absatzräume im Norden rückt, realisiert. 

In Greven fertigt und verklebt Schumacher Packaging mit mehr als 100 Beschäftigten Wellpappe für Kartonagen und Verpackungen. Der Gebäudekomplex mit 20.000 m2 besteht aus Produktionshalle, einem Gebäudeteil für die Weiterverarbeitung des Materials zu...

Schumacher Packaging ist eine Größe in seiner Branche. Der inhabergeführte, europaweit agierende Spezialist für Verpackungen aus Well- und Vollpappe hat im münsterländischen Greven, direkt beim Flughafen Münster/Osnabrück, ein hochmodernes Wellpappe-Werk, das die Produktion noch näher an wichtige Absatzräume im Norden rückt, realisiert. 

In Greven fertigt und verklebt Schumacher Packaging mit mehr als 100 Beschäftigten Wellpappe für Kartonagen und Verpackungen. Der Gebäudekomplex mit 20.000 m2 besteht aus Produktionshalle, einem Gebäudeteil für die Weiterverarbeitung des Materials zu Kartonagen und dem Hochregallager. Langfristig sollen die Produktionsfläche auf bis zu 100.000 m2 und die Zahl der Arbeitsplätze auf bis zu 500 ausgebaut werden.

Industrieunternehmen stehen immer wieder vor der Herausforderung, ein Brandschutzsystem zu finden, das ihre Anforderungen ideal erfüllt“, erklärt Joachim Tröbs, Vertriebsleiter bei Indu Light. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Tageslichtsysteme und RWA-/Lüftungslösungen, vorwiegend für Industriegebäude, und hat die Lösung für das neue Werk von Schumacher Packaging konzipiert und die Gebäude damit ausgestattet. 

Bei der Herstellung der Kartonagen spielt das Raumklima eine große Rolle, was gut regulierbar ist, wenn Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer auf gleichem Niveau gehalten werden könnten. Die Herausforderung ist jedoch, dass jeder Produktionsschritt andere Gegebenheiten mit sich bringt.

 

Die Produktionshalle – Lüftung und Schallschutz

Das Konzept, das Architekt Hans Georg Frank aus Sonnefeld gemeinsam mit den Bauherren und Indu Light entwickelte, unterteilt die Wellpappenanlage in drei Bereiche, in die kontrolliert und automatisiert Zuluft einströmt – so kann eine kostengünstige und natürliche Lüftung realisiert werden, die zudem noch regensicher ist.

Zum Einsatz kam der Labyrinthlüfter „Hydra“ – ein witterungsunabhängiges System für die natürliche Entlüftung und Wärmeabführung speziell aus Räumen mit hohen Temperaturen. Als Antriebsaggregat wurde bei Schumacher ein Pneumatikzylinder gewählt. Die Lamellen der Lüfter aus robusten Aluminiumstrangpressprofilen sind in einer speziellen Geometrie angeordnet. Das Ergebnis sind außergewöhnlich hohe Abzugswerte und eine deutliche Senkung des austretenden Schallpegels. Bei Regen wird das anfallende Wasser innerhalb des Labyrinthsystems aufgefangen. Rinnenprofile, die zudem als Windleitführung dienen, leiten es auf das Dach ab.

In der Produktionshalle herrscht ein Geräuschpegel bis zu 80 dB. Um möglichst wenig davon nach außen dringen zu lassen, wurden unterhalb der Labyrinthlüfter Schalldämmkulissen mit bis zu 29 dB Schalldämpfung eingebracht. Für die Zuluftregelung wurden an den Wänden Lamellenlüfter vom Typ „Lyra“ verbaut, um eine drei- bis vierfache Luftwechselrate zu erreichen – entsprechend der Arbeitsstättenrichtlinie für Produktionshallen.


Brandschutz und RWA

Die Brandmeldeanlage kommuniziert mit dem Lüftungssystem. Diese schließt bei Alarm alle geöffneten Lüftungselemente, damit die Wassersprinkler in der Halle möglichst rasch auslösen. Für den Fall, dass der Kompressor für das pneumatische Schließen der Lüftungsklappen ausfällt, wird die dafür benötigte Luftmenge ständig in einem Backup-Behälter bei 8 bar Druck vorgehalten.

Sind im Brandfall die Sprinkler aktiv geworden, gilt es Rauch und Hitze auszuleiten: Die Klappen öffnen automatisch, wenn die dort angebrachten Glaskolben bei hoher Temperatur zerspringen. Doch lassen sich die Klappen bei Bedarf auch von Hand auslösen. Möglich machen das zwei CO2-Flaschen im Steuerkasten: eine zum Öffnen, die andere zum Schließen.


Weiterverarbeitung – hoher Frischluftbedarf

Eine drei- bis vierfache Luftwechselrate war die Vorgabe auch im Bereich der Weiterverarbeitung. Dazu wurden vier manuell bedienbare Lüftungsgruppen installiert, jeweils bestückt mit vier „Hydra“-Labyrinthlüftern. Außerdem wurden hier, wie auch im Hochregallager, in der Fassade Lamellenlüfter vom Typ „Lyra“ verbaut. Im Dach des Hochregallagers sind darüber hinaus 20 Einzel-NRWG-Systeme vom Typ „Leo-star“ eingebracht. Sie lassen sich von zentraler Stelle aus manuell bedienen.


Tageslicht und Schutz

Eine ebenso elegante wie robuste und effiziente Lösung hat Indu Light für die Tageslichtzufuhr im neuen Schumacher-Werk geschaffen: Im Dach sind zehn Lichtbänder vom Typ „Topline ELS 1.3“ mit 33 dB Schalldämpfung verbaut. Jedes Lichtband misst 1,6 m x 22 m und ist mit jeweils zwei automatisch arbeitenden Lichtbandklappen vom Typ „Vela“ inklusive Wind- und Regensensor ausgestattet. Vor den Klappen ist zudem ein leicht zu reinigender Insektenschutz angebracht.

Insgesamt, resümiert Joachim Tröbs, sei das Vorhaben sehr schnell umgesetzt worden: „Das Gesamtkonzept für ein solches Projekt ist ebenso wenig von der Stange wie die Steuerung der Lüftungs- und RWA-Systeme. Da ist es schon erwähnenswert, dass wir von der Planung bis zur Fertigstellung gerade mal ein Jahr gebraucht haben.“ 

Auch Architekt Hans Georg Frank zieht eine positive Bilanz: „Es hat sich bewährt, dass unsere 15 Fachplaner in der Planungsphase intensiv mit einer Vielzahl von Gewerken in Fallstudien möglichst viele Eventualitäten und Problemstellungen durchspielen – in diesem Fall eben auch mit Indu Light. So verläuft die Ausführung dann reibungslos.“

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