LCCA in der Planung

Integrale Softwarenutzung zur Kostenermittlung

Die Begriffe Lebenszykluskostenanalyse bzw. die englische Übersetzung „life-cycle cost analysis“ (LCCA) spielen im Bauwesen eine zunehmend wichtigere Rolle. Die Bedeutung der LCCA erstreckt sich vor allem auf Bauteile und Systeme. Welche Auswirkungen verschiedene Planungsvarianten auf die Erstellungs- und Betriebskosten eines Gebäudes haben können, kann mit einer entsprechenden Software analysiert werden.

Die Lebenszyklusbetrachtung (engl. life-cycle cost analysis (LCCA)) eines Gebäudes oder einer Liegenschaft gewinnt vor dem Hintergrund einer effizienten Energienutzung und der Umweltbetrachtung der eingesetzten Produkte und Systeme in einem Gebäude deutlich an Relevanz. Grundsätzlich sind mit LCCA alle relevanten Kosten gemeint, die im Zusammenhang mit dem Erwerb und dem Betreiben, bis hin zur Aufgabe z.B. dem Abriss eines Gebäudes oder der Veräußerung einer Liegenschaft zu erwarten sind.

Zu den Herausforderungen, denen sich Planer, Energieberater und auch das ausführende Fachgewerk stellen...

Die Lebenszyklusbetrachtung (engl. life-cycle cost analysis (LCCA)) eines Gebäudes oder einer Liegenschaft gewinnt vor dem Hintergrund einer effizienten Energienutzung und der Umweltbetrachtung der eingesetzten Produkte und Systeme in einem Gebäude deutlich an Relevanz. Grundsätzlich sind mit LCCA alle relevanten Kosten gemeint, die im Zusammenhang mit dem Erwerb und dem Betreiben, bis hin zur Aufgabe z.B. dem Abriss eines Gebäudes oder der Veräußerung einer Liegenschaft zu erwarten sind.

Zu den Herausforderungen, denen sich Planer, Energieberater und auch das ausführende Fachgewerk stellen müssen, gehören u.a.:

Welche Fördermaßnahmen können beantragt werden?
Wie können Kosten optimiert werden?
Kann ich Komfortgewinne hinsichtlich Behaglichkeit oder Verfügbarkeit von Energien erzielen?
Und wie sieht es mit dem „ökologischen Footprint“ des Gebäudes aus?

Hier können LCC-Analysen hilfreich sein, unabhängig davon, ob es sich um die Optimierung eines Gebäudes oder um Neubauten handelt.

Derzeit bestehen jedoch keine einheitlichen Verfahren, die einfach angewendet werden können. Weder international noch national gibt es einheitliche Regeln, wie eine solche Analyse durchzuführen ist. Es gibt jedoch eine Reihe von Modellen, an denen man sich orientieren kann, wie z.B. DIN 60300-3-3 „Anwendungsleitfaden Lebenszykluskosten“, VDI 2884 „Beschaffung, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsmitteln unter Anwendung von LCC“ oder VDI 2067 „Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen – Grundlagen und Kostenberechnung“.

Belastbare Berechnung

Ziel einer LCCA ist es, eine belastbare Aussage über zu erwartende Kosten und Empfehlungen für Materialien sowie technische Installationen zu einem sehr frühen Stadium der Planung zu erhalten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob ein bestehendes Gebäude saniert oder ein Grundstück erworben und ein Neubau angestrebt werden soll. Die Planung sollte in jedem Fall anhand eines digitalen Gebäudemodells durchgeführt werden. Durch das Gebäudemodell erhalten die am Planungsprozess beteiligten Planer, Fachplaner und ausführenden Gewerke die Möglichkeit, Rückschlüsse auf Flächen, Mengen und Stückzahlen zu treffen. Mit Hilfe von computergestützten Simulationen können somit schnell Alternativen am digitalen Modell ausgelotet werden. Unterschiedliche Designlayouts können konstruktive Vorteile bieten und durch den Austausch alternativer Materialien oder technischer Varianten können energetische Vorteile erzielt werden.

Der planerische Mehraufwand, der zu Beginn durch die Erstellung des Modells für die Simulationen zeitlich und monetär entsteht, kann durch die gewonnenen Erkenntnisse wieder kompensiert werden und führt nicht selten sogar zu letztlich erheblichen Einsparungen für den Bauherrn. Es kommen möglicherweise teurere aber weniger pflegeintensive, wartungsfreiere Materialien und Techniken zum Einsatz, welche aber die Unterhalts- und ggf. auch Entsorgungskosten des Gebäudes senken können. Somit kann es im Lebenszyklus des Gebäudes zu den angestrebten deutlichen Einsparungen kommen.

Softwareunterstützter Prozess

Die Hottgenroth Software GmbH & Co. KG unterstützt als Softwarehaus diesen Prozess mit seinen integrierten Lösungen. Diese ermöglicht LCC-Analysen, in dem sie aus dem zentralen CAD-Programm „HottCAD“ direkt verschiedene Anwendungen für die Energieberatung, die Heiz- und Kühllastberechnung mit den Informationen aus dem Modell für den Einsatz in Simulationen versorgt. Das Programm „Gebäude-Simulation 3D Plus“ wurde dazu um ein eigenes „Lebenszykluskosten-Modul“ ergänzt, mit dem einfach und schnell Baustoffdaten und Anlagentechniken verglichen werden können.

Dies geschieht auf Basis eines einheitlichen Simulationsmodells, das über gängige Schnittstellen wie IFC zu füllen ist. Anwender der Hottgenroth-Produkte können direkt aus dem integrierten „HottCAD“ Gebäudedaten, sowie Räume und Zonen in die unterschiedlichen Berechnungsmodule übergeben und bewerten.

Für die Analysen können globale Faktoren wie Betrachtungszeitraum, Kalkulationszinssatz und Teuerungsrate hinterlegt werden, die dann für jede Analyse die gleichen Rahmenbedingungen schafft.

Um belastbare Daten zu erhalten, werden Investitions- und Betriebskosten mit Annahmen über die Zukunft (z.B. Preisentwicklung der Energieträger) verknüpft und anschließend die Kosten über einen längeren Zeitraum (nach VDI 4703) berechnet. Auf diese Weise können dann Planungsalternativen einander gegenübergestellt und miteinander verglichen werden.

Diese Kombination aus praktischer Datenverarbeitung, gezielten Simulationsberechnungen und der damit bewertbaren Kostenstruktur ermöglicht es, Vergleiche zu ziehen und Kunden effizient zu beraten. Darüber hinaus bietet die Nutzung solcher Methoden Chancen sich von Wettbewerbern abzuheben.

Fazit

Aus Sicht des Auftraggebers besteht der Vorteil einer LCCA-Alternative – unter Berücksichtigung aller zu erwartenden Ge­samt­kosten – abzuwägen und eine fundierte Entscheidung über bauliche Entwicklungen zu treffen. Planer können hier einen Mehr­wert schaffen und sich so beim Auftraggeber empfehlen. Mit der passenden Softwareunterstützung hält sich der Mehrauf­wand in Grenzen.

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