Klarheit im Brandschutz
DIBT-Kommentar zu Abstandsregeln für AbschottungenSeit der Veröffentlichung der Abstandsregeln für Brandschutzprodukte mit Zulassung (abZ) im Newsletter der DIBt 02/2012 herrscht noch viel Unsicherheit und Verwirrung über die Bedeutung und die genaue Anwendung dieser Vorgaben aus Berlin. Das jüngst erschienene Doyma Brandschutz Praxishandbuch enthält den aktuellen Kommentar des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) zu den Abstandsregeln für Kabel- und Rohrabschottungen und ist damit eine wichtige Entscheidungshilfe für alle am Bau Beteiligten. Mit diesem Schritt wird für die notwendige Klarheit in der Fachwelt gesorgt. Denn hier werden nun die Gründe für die Abstandvorgaben erläutert, der genaue Umfang genannt und Beispiele für die praktische Umsetzung gegeben.
Praktische Kommentierung der Abstandvorschriften
Die Angaben zu den Mindestabständen sind erforderlich, weil bei Unterschreitung dieser Abstände eine (z.T. erhebliche) Verminderung der angegebenen Feuerwiderstandsklassen nicht ausgeschlossen werden kann. Dies haben brandschutztechnische Versuche bestätigt.
1. Abstände zwischen Abschottungen (z. B. Kabel- und Rohrabschottungen) und anderen Öffnungen/Einbauten (z. B. Lüftungsklappen, Überströmöffnungen, Revisionsklappen, Türen und Tore)
Praktische Kommentierung der Abstandvorschriften
Die Angaben zu den Mindestabständen sind erforderlich, weil bei Unterschreitung dieser Abstände eine (z.T. erhebliche) Verminderung der angegebenen Feuerwiderstandsklassen nicht ausgeschlossen werden kann. Dies haben brandschutztechnische Versuche bestätigt.
1. Abstände zwischen Abschottungen (z. B. Kabel- und Rohrabschottungen) und anderen Öffnungen/Einbauten (z. B. Lüftungsklappen, Überströmöffnungen, Revisionsklappen, Türen und Tore)
a) Abstände zwischen Abschottungen und anderen Öffnungen/Einbauten
Für sehr kleine nebeneinander liegende Öffnungen/ Einbauten wird ein Abstand von 10 cm akzeptiert, weil insgesamt eine geringere Gefahr von diesen ausgeht als von größeren Öffnungen/Einbauten. Die nebeneinander liegenden Öffnungen dürfen für diesen Fall jeweils nicht größer als 20 cm x 20 cm sein, d.h. kein Bereich der jeweiligen Öffnung darf aus einer Fläche von 20 cm x 20 cm hinausragen.
b) Abstände zwischen Abschottungen
Wie bei Abschottungen und anderen Öffnungen oder Einbauten. Abweichend davon war das DIBt – in Übereinstimmung mit dem zuständigen Sachverständigenausschuss – der Auffassung, dass eine Verringerung des oben angegebenen Maßes auf 10 cm auch bei nebeneinander liegenden Abschottungen akzeptiert werden kann, die größer als 20 cm x 20 cm sind, jedoch kleiner/gleich 40 cm x 40 cm.
Dies berücksichtigt die Tatsache, dass Abschottungen mit einheitlicher Prüfmethode (DIN 4102-9 bzw. -11 oder EN 1366-3) geprüft werden und den gleichen Anforderungen unterliegen.
Doch wann ist nun welches Maß anzuwenden? Wie wird der erforderliche Abstand ermittelt und wie erfolgt die Bemaßung?
Auf diese, gerade für die Baupraxis notwendigen Fragen werden nun im Doyma Brandschutz Praxishandbuch im Rahmen der neuen Kommentierung der Abstandvorgaben des DIBt Antworten gegeben. Anhand von Skizzen werden die Abstandvorgaben nun praxisnah erläutert (Bild 1).
Wird die feuerwiderstandsfähige Wand oder Decke im Bereich der Abschottung durch das Einbringen eines formbeständigen nichtbrennbaren (Baustoffklasse A DIN 4102) Baustoffs, wie z. B. Beton, Zement- oder Gipsmörtel, „wiederhergestellt“, so gilt dieser Bereich als Teil der Wand/Decke. Das heißt, der Abstand wird dann von dem Rand der wiederhergestellten Wand/Decke aus gemessen, was dem äußeren Rand der Leitung / Isolierung / Brandschutzmaßnahme je nach dem, was näher an den anderen Öffnungen oder dem anderen Öffnungsverschluss liegt, entspricht.
Bei der „Wiederherstellung“ der Wand/Decke ist darauf zu achten, dass der Feuerwiderstand der Wand/Decke im Bereich der Verfüllung erhalten bleibt bzw. wieder vollständig hergestellt wird; z. B. ist auf einen ausreichenden Verbund beider Wand-/Deckenbereiche zu achten. Die Wiederherstellung der Wand/Decke wird über die Abschottungszulassung nicht mitgeregelt und die korrekte Ausführung liegt in der Verantwortung des Verarbeiters. Unabhängig von der Art der Verfüllung kann es zu einer Abweichung von der vorgenannten Regel kommen. Dies ist der Fall, wenn die Abschottung oder der andere Öffnungsverschluss über die Bauteilöffnung übersteht (z. B. bei Montage einer auf die Wand bzw. Decke aufgesetzten Rohrmanschette). Der Abstand muss dann vom äußeren Rand der Brandschutzmaßnahme aus gemessen werden.
Mischinstallation
„Mischinstallation“ ist der Fachbegriff für Metallleitungen, an die einseitig oder beidseitig Kunststoffrohre angeschlossen und die feuerwiderstandsfähige Bauteile durchdringen. Diese Installationsart ist häufig im Bereich der Entwässerung / Entsorgung anzutreffen. An nichtbrennbare Abwasserleitungen (Strangleitung) aus Guss werden häufig die Objekte mit brennbaren Rohrleitungen (Anbindeleitung) angebunden.
Seit Januar 2013 dürfen hier für die brandschutztechnische Abschottung nur noch Produkte mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) für diesen Anwendungsbereich (Mischinstallation) eingesetzt werden.
Ausführliche Erläuterungen zu diesem Bereich liefert das Interview „Mischinstallation – 7 Fragen zur Neuregelung“ (BPH; Seite 10) welches Doyma mit Vertretern des DIBt geführt hat. Hier werden eingehend die Hintergründe beleuchtet, in welchen Situationen und ab wann die neuen Anforderungen umgesetzt werden müssen.
Das Doyma Brandschutz Praxishandbuch vermittelt konkrete Einsatzsituationen von Mischinstallation: Neben den neuesten Vorgaben befinden sich die sicheren und zugelassenen Lösungsvarianten des „Curaflam KonfixPro“, der die erste Lösung auf dem Markt nach Vorgabe der neuen Prüfgrundlagen des DIBt war. Weitere Anwendungsbeispiele werden übersichtlich dargestellt (Bilder 2 bis 4).
Brandschutz Praxishandbuch kompakt
Der große Vorteil des neuen Brandschutz Praxishandbuchs liegt darin, dass es sich thematisch von der Gewerkeseite nähert – mit größtem praktischem Nutzen:
Der Anwender muss weder umständlich von der jeweiligen Einbausituation ausgehen noch jede rechtliche Vorschrift kennen, um eine adäquate Lösung zu finden. Ist das entsprechende Gewerk bekannt, kann der Anwender das entsprechende Brandschutz-Produkt zügig und präzise finden. Unter den klar gegliederten Kapiteln stechen gleich die ersten drei heraus und setzen den thematischen Schwerpunkt:
Besonderes Augenmerk wurde auf die Kernthemen „Abstandsregelungen von Abschottungen“ und „Brandabschottung von Mischinstallationen“ (Fallrohr aus Guss, Anschlussleitung aus Kunststoff) gelegt:
Gerade das Thema „Mischinstallation“ wird in der Fachpresse momentan viel diskutiert, da harte Fakten die Montagepraxis seit
1. Januar 2013 stark verändert haben: Denn bei Mischinstallationen dürfen nur noch Brandschutzlösungen mit allgemeiner baurechtlicher Zulassung (abZ) des DIBt eingesetzt werden. Auf Details wird eingegangen: Gesetzliche Neuregelung (DIBt), Montagehinweise, Nullabstandsregelung u.v.m. finden Sie an dieser Stelle.
Im vierten und fünften Kapitel werden die wesentlichen gesetzlichen Anforderungen und deren aktueller Stand im gebäudetechnischen Brandschutz komprimiert dargestellt und vermittelt:
Die Musterbauordnung (MBO) wird konzentriert erläutert und die unterschiedlichen Gebäudeklassen anhand von Grafiken klar und verständlich dargestellt. Anschließend wird das Regelwerk der Muster-Leitungsanlagen-Richtline (MLAR) strukturiert mit Hilfe von Einbauskizzen sowie einer Tabelle veranschaulicht.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die frisch aktualisierte Übersicht der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Planung oder Bauausführung:
Wo gelten welche Stände der aktuellen Musterbauordnung (MBO), Muster-Leitungsanlagen Richtlinie (MLAR) und welche anderen Sonderbaurichtlinien sind in den jeweiligen Bundesländern aktuell eingeführt und zu berücksichtigen?
Das Kapitel sechs beschäftigt sich eingehend mit der „Erleichterung zu MLAR für Leitungen durch F 90-Wände und -Decken“.
Besonders hervorzuheben ist die „Gewerketabelle“: Hier werden in übersichtlicher Tabellenform die Lösungsmöglichkeiten für Rohr- und Kabelabschottungen nach Gewerken auf einen Blick präsentiert.
Auch kniffelige, brandschutztechnische Probleme sind damit lösbar. Einfach Gewerk (z. B. Abwasser, Trinkwasser, Heizung oder Kälte) definieren und kinderleicht und zielgenau die optimale Brandschutzlösung mit einem „Curaflam“-Produkt ablesen.
Die Spezifikation der präferierten Rohrwerkstoffe und ggf. weitere Anforderungen wie die Art der Dämmung können ebenfalls in der „Gewerketabelle“ entnommen werden. Das erforderliche Brandschutzprodukt wird im Handumdrehen gefunden, und auf die Details der Produktdaten kann zügig zugegriffen werden. Nicht nur für Planer und Ausführende ist die Übersicht eine echte Erleichterung bei der täglichen Arbeit.
Im siebten und letzten Kapitel werden die „Curaflam“-Produkte einzeln vorgestellt. Hier wird Produkt für Produkt übersichtlich, sehr detailliert und jeweils zweiseitig dargestellt, für welche Gewerke, Rohrarten und Isolierungen das jeweilige „Curaflam“-Produkt geeignet ist. Neben dem Produktfoto enthalten diese Übersichts-Seiten auch technische Zeichnungen, Maßtabellen, entsprechende Zulassungs- bzw. Prüfzeugnis-Nummer und praxisbezogene Einbausituationen.
Wichtige weiterführende Informationen wie Prüfzeugnisse (abP), Zulassungen (abZ), Gutachten, Einbauanleitungen, wichtige Checklisten und Ausschreibungstexte finden Sie unter www.doyma.de (Ausschreibungstexte aller gängigen Formate auch unter www.ausschreiben.de).
Fazit
Das Doyma Brandschutz Praxishandbuch ist mittlerweile in der 12. Auflage erschienen und ist ein bewährtes, gut etabliertes Informationsmedium für alle Profis, die sich mit baulichem Brandschutz beschäftigen. Im Fokus des Interesses stehen vor allem die ersten drei Kapitel, die sich intensiv mit den Schwerpunktthemen „Abstandsregelungen bei Brandabschottungen“ und mit „Mischinstallationen“ (sowie adäquaten Produktlösungen) beschäftigen. Das Brandschutz Praxishandbuch ist damit ein mustergültiges Beispiel einer sehr gut aufbereiteten und anwenderfreundlichen Broschüre, die ein Muss für jeden Planer und Brandschutz-Sachverständigen sowie Ausführende ist. Ein persönliches Exemplar kann unter www.doyma.de angefordert werden.
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