Kein Versteckspiel im Hotel
Sichtinstallation als GestaltungselementAm Berliner Ostbahnhof, mitten im neuen Stadtviertel, liegt das Meininger Hotel East Side Gallery. Statt der üblichen hinter abgehängten Decken verborgenen Installation setzten die Planer auf eine Sichtinstallation der Haustechnik. Die Aufenthaltsbereiche im Erdgeschoss sowie in verschiedenen Fluren präsentieren sich damit in ungewöhnlicher Weise.
Die East Side Gallery ist eine bemalte 1,3 km lange Teilstrecke der ehemaligen Berliner Mauer entlang der Spree. Mit über 100 originalen Mauermalereien bildet sie die längste Open-Air-Galerie weltweit. In dieser direkten Nachbarschaft entstand das fünfte Meininger Hotel in Berlin. Als Partner für die Expansion in der Hauptstadt fungierte die NDC Nippon Development Corporation, der Pachtvertrag ist auf 25 Jahre angelegt.
Die Nähe zu einem der größten Berliner Bahnhöfe sichert eine hervorragende Verkehrsanbindung, zumal der Büro- und Dienstleistungsstandort zwischen Ostbahnhof und der...
Die East Side Gallery ist eine bemalte 1,3 km lange Teilstrecke der ehemaligen Berliner Mauer entlang der Spree. Mit über 100 originalen Mauermalereien bildet sie die längste Open-Air-Galerie weltweit. In dieser direkten Nachbarschaft entstand das fünfte Meininger Hotel in Berlin. Als Partner für die Expansion in der Hauptstadt fungierte die NDC Nippon Development Corporation, der Pachtvertrag ist auf 25 Jahre angelegt.
Die Nähe zu einem der größten Berliner Bahnhöfe sichert eine hervorragende Verkehrsanbindung, zumal der Büro- und Dienstleistungsstandort zwischen Ostbahnhof und der Mercedes-Benz-Arena als neues Viertel kontinuierlich entwickelt wird. Der Neubau, entworfen vom Architekturbüro nps Tchoban Voss, wurde als gestaffeltes Gebäude mit unterschiedlichen Höhen realisiert. Ein Teil wurde mit zehn Vollgeschossen ausgeführt, ein weiterer mit sieben. Raumhohe Fenster gliedern in einem unregelmäßigen Muster die Fassade, die durch Brüstungsbänder und ein- bis zweigeschossige senkrecht angeordnete Felder eine deutliche Betonung erfährt. Im Untergeschoss gibt es eine Tiefgarage mit 17 PKW-Stellplätzen. Das Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 6.000 m² wurde als Green Building errichtet, das die DGNB-Zertifizierung in Silber erhalten wird.
Das Hotel verfügt über 235 Zimmer mit 830 Betten, die sich gut ausgestattet mit TV und gratis WLAN präsentieren. Die Badezimmer mit hochwertiger Einrichtung wurden weitgehend als Fertigbadzellen installiert, so dass eine deutliche Zeitersparnis gegenüber der konventionellen Umsetzung gegeben war. Zur Beheizung wurde eine Fernwärme-Übergabestation im Untergeschoss installiert.
Graffiti erinnert an Berliner Mauer
Alle öffentlichen Bereiche befinden sich im Erdgeschoss des Gebäudes. Dazu zählen Lobby, Lounge, Frühstücksraum und Bar sowie die für Meininger Hotels typische Gästeküche und Gamezone. Die Graffiti-Kunst der East Side Gallery wurde für das gestalterische Konzept des Hotels aufgegriffen. Dies umfasst auch die Zimmer, die mit lebhaften Zeichnungen punkten, sowie die Farbgestaltung der Flure mit Zitaten oder die Zimmernummern, die wie gesprayt wirken. Die Sichtinstallation im Erdgeschoss prägt den Charakter des Hotels in besonderer Weise. Mit dem Hotel im innovativen Design spricht Meininger besonders junge und junggebliebene Gäste an, die sich das lebendige Berlin erschließen wollen.
Gute Zusammenarbeit
Die komplette Umsetzung lag beim Bauunternehmen BAM Deutschland AG. Der Generalunternehmer arbeitete in punkto Haustechnik zum wiederholten Mal mit der KDH Energie-Versorgungstechnik GmbH aus Frankfurt (Oder) zusammen. Diese Verbindung zahlte sich bei der Errichtung des Hotels aus, denn der Architekt wählte für die öffentlichen Räumlichkeiten die Sichtinstallation. Diese bedingte eine äußerst anspruchsvolle TGA-Planung – durch die dreidimensionale Sicht konnten die Verläufe aller Einzelgewerke besser beurteilt und bei Bedarf angepasst werden. Immerhin galt es, neben der Lüftung auch Trinkwasser, Heizung, Kühlung sowie Sprinkler und Elektroleitungen unter der Decke anzuordnen.
Der Anspruch an die Ausführung ist bei dieser permanent sichtbaren Installation ungleich höher als bei der üblichen Einbauart, bei der die Rohrtrassen und Leitungen z.B. hinter abgehängten Decken verschwinden.
Bei der Umsetzung der Sichtinstallation wurde sowohl bei der Wahl der Systeme als auch bei der Verarbeitung auf hohe Qualität gesetzt. Hier zahlte sich aus, dass die KDH Energie-Versorgungstechnik GmbH mit Sanha zusammenarbeitete. Bauleiter Torsten Tiedtke erläutert: „Die KDH nutzt die hochwertigen Rohrleitungssysteme zusammen mit dem Werkzeug von Sanha. Damit stellen wir sicher, dass unsere Arbeit gut und schnell vonstattengeht.“ Ergänzt wird dies durch „combipress“, der leichten Verarbeitungsmethode.
„combipress“
zur Vereinfachung
Bei der Installation der Gewerke Heizung, Kälte, Trinkwasser wurden rund 4.800 m Rohr und ca. 12.000 Formstücke verarbeitet. Um bei jedem einzelnen Schritt eine ordnungsgemäße Verarbeitung zu erzielen, konnten die Handwerker auf die Vorteile von „combipress“ bauen: Die Verarbeitung der Rohre und Fittings wird dabei durch die Eigenschaften Werkzeugkompatibilität, Gleithaftung und „Unverpresst undicht“ wesentlich vereinfacht, die Verarbeitungssicherheit wird gesteigert. Vorhandene Werkzeuge mit unterschiedlichen Original-Presskonturen (V, M und SA) lassen sich bis einschließlich 54 mm problemlos verwenden. Für größere Dimensionen können die Originalkonturen SA und M genutzt werden. Für den Handwerker bedeutet dies beim Verpressen eine leichtere Handhabung und mehr Sicherheit, denn durch die Werkzeugkompatibilität sind schadenverursachende Verwechslungen von Pressbacken auf der Baustelle faktisch ausgeschlossen.
Zudem legte die KDH Energie-Versorgungstechnik GmbH Wert auf weitere Schritte, die ein Monteur auszuführen hatte: So musste jeder Verarbeiter neben der Einhaltung der Montagerichtlinien jede Pressung mit seiner persönlichen Pressnummer kennzeichnen. Bei der Druckprüfung (mit Druckluft und mit Wasser) wurde dann ein zweites Zeichen angebracht. Auf diese Weise entstand eine Installation, bei der kaum Nachbesserungen erforderlich waren. Bis zum dritten Geschoss wurden alle Rohrleitungen aus dem Unterschoss nach oben geführt. Für die Etagen vier bis zehn wurde die Versorgung von oben vorgesehen.
Trinkwasserinstallation in Edelstahl
Der sensible Bereich der Trinkwasserinstallation wurde mit dem Rohrsystem „NiroSan“ aus Edelstahl umgesetzt. Das System besteht aus Pressfittings mit einer Formteildichtung aus EPDM und den optimal darauf abgestimmten Systemrohren. Alle Pressfittings werden aus den Werkstoffen 1.4404 (für die Formteile) und 1.4408 (für die Gewindeteile, in Edelstahlfeinguss) gefertigt. Der Werkstoff 1.4404 enthält mindestens 2,3 % Molybdän und weist einen geringeren Kohlenstoffanteil als der konventionelle Werkstoff 1.4401 auf. Damit überzeugt er durch seine deutlich höhere Korrosionsresistenz.
Das Produktportfolio umfasst die Dimensionen von 15 bis 108 mm, als maximaler Betriebsdruck wird 16 bar angegeben. Neben der hohen Qualität punktet das System durch seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten bis hin zum Biegen, was durch das Herstellverfahren mit WIG-Schweißung und der daraus resultierenden homogenen und flexiblen Schweißnaht sehr viel besser möglich ist. Bei der Verarbeitung wurde konsequent darauf geachtet, Rohröffnungen bei jeder Arbeitsunterbrechung zu verschließen. Diese Sorgfalt ist aus Gründen der Hygiene unerlässlich, denn eingetragene Schmutzpartikel würden später zwangsläufig zu Problemen führen. Zum Einsatz kamen „NiroSan“-Produkte bis zur Dimension zwischen 15 und 54 mm.
Edelstahlsystem für Kühlung und Heizung
Das Hotel wurde für die Bereiche Kühlung und Heizung mit dem Sanha-System „NiroTherm“ ausgestattet. Dies geht auf eine Vorgabe des Generalunternehmers zurück, der für diese Anwendungen C-Stahl ausschließt. Das Rohrleitungssystem besteht aus hochwertigen Edelstahl-Pressfittings mit einer schwarzen Formteildichtung aus EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) und Edelstahlrohren nach DIN EN 10312. Es wird aus dem Werkstoff Nr. 1.4301 gefertigt. „NiroTherm“ bietet eine qualitativ hochwertige und dabei wirtschaftliche Alternative zu geschlossenen Systemen aus herkömmlichen Werkstoffen, denn es lassen sich damit oftmals hohe Arbeitskosten für eine aufwendige Isolierung gegen Feuchte einsparen. Die Pressfittings sind außen zusätzlich zur Systembezeichnung durch einen roten Punkt gekennzeichnet. Sie sind so auch auf der Baustelle gut von anderen Fittings zu unterscheiden.
Die RLT-Anlagen wurden auf dem Dach in der siebten und zehnten Etage platziert und ebenfalls mit „NiroTherm“ angeschlossen. In den Hotelzimmern wurden in der abgehängten Flurdecke alle Installationen zusammengefasst, einschließlich der Fan Coils. In allen öffentlichen Bereichen wurden Umluftkühler mit weißer Abdeckung eingesetzt.
Erfahrungen
Seit der Eröffnung am 1. Dezember 2017 entwickelt sich die Belegung des Hotels East Side Gallery sehr positiv. Im laufenden Betrieb zeigte sich anfangs, dass nur wenige Kleinigkeiten zu verbessern bzw. einzuregulieren waren. Die akribische Planung, die genaue Umsetzung sowie die vertrauensvolle Zusammenarbeit führten zu einem guten Ergebnis innerhalb des prognostizierten Zeitfensters. Sanha hat durch den Einsatz seiner Systemlösungen wesentlichen Anteil an einem Projekt, das rundum positiv bewertet wird.
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