Risikoreduzierung

Wege zur legionellenfreien Trinkwasserinstallation

Legionellen, insbesondere der Stamm Legionella pneumophila, sind Bakterien, die mit dem Wasser übertragen werden können und unterliegen der Untersuchungspflicht. Sie können Erkrankungen der Atemwege verursachen, die in 15 bis 20 % der Fälle tödlich verlaufen. Besonders häufig sind diese pathogenen Bakterien in Biofilmen anzutreffen, die natürlicherweise Armaturen und Rohrleitungen bewachsen. Durch das vorbeiströmende Wasser können Bakterien-Aggregate vom Biofilm gelöst werden und beim Austritt aus der Waschtisch- oder Duscharmatur in Aerosole übergehen. Hier können sie vom Nutzer der Entnahmestelle eingeatmet werden, typischerweise im Duschbereich. Ein besonderes Risiko geht von Trinkwasserinstallationen mit Einträgen (Kalk, Korrosionsprodukte, Einschwemmungen, ...) und mit stagnierendem Wasser bei Temperaturen zwischen 25 und 45 °C aus.

Risiko im Keim ersticken

Eine nach den anerkannten Regeln der Technik geplante, gebaute und betriebene Trinkwasserinstallation erfordert keine Sanierungsmaßnahmen bzw. beschränkt diese auf ein Minimum.

Laut DVGW-Arbeitsblatt W 551 ist eine Warmwasserzirkulation mit einer Temperatur von mindestens 55 °C einzubauen. Dies betrifft Großanlagen und Installationen mit einem Warmwasserleitungsvolumen von mindestens 3 l zwischen Speicher und letzter Entnahmearmatur. Um Kontaminationsrisiken zu minimieren, sollen Einzelzuleitungen so kurz wie möglich sein. Die zulässige Obergrenze für das Wasservolumen zwischen einer Durchgangsmischarmatur und der entferntesten Entnahmestelle beträgt 3 l. Das entspricht maximal 15 m Rohrleitung, kleinere Wasservolumina sind anzustreben.

Zur Begrenzung des Verbrühungsrisikos an der Zapfstelle und zur Erhöhung des Nutzerkomforts können „Premix“-Thermostat-Mischbatterien von Kuhfuss Delabie eingesetzt werden. Diese Modelle gewährleisten die automatische Warmwasserabschaltung, falls die Kaltwasserversorgung ausfallen sollte.

In hygienischer Hinsicht bieten Systeme mit Selbstentleerung zusätzlichen Schutz an der Entnahmestelle. Durch ihre selbsttätige Entleerung nach jeder Nutzung lassen die Brauseköpfe „Tonic-Jet“ oder „Round“ von Kuhfuss Delabie keine Wasser­stagnation zu.

Auch die elektronischen Thermostat-Duschelemente vom Typ „Securitherm“ verfügen über eine Funktion zur Vermeidung von Stagnation. Bei diesen Modellen wird nach 24-stündiger Nichtnutzung eine automatische Spülung von 60 Sekunden Dauer ausgelöst. Diese Hygienespülfunktion ist übrigens in allen elektronischen Armaturen der Marke integriert.

Darüber hinaus vermarktet Kuhfuss Delabie seit Februar 2013 die Reihe der „Biofil“- Wasserfilter mit einer Sterilmembran von 0,2 μm absolut. Je nach Ausführung können diese Filter am Brausekopf angebracht werden oder sind bereits in einer Handbrause integriert. Die Wasserfilter haben eine Standzeit von maximal 62 Tagen und schützen den Nutzer sicher vor sämtlichen Bakterien in der Trinkwasser­installation.

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