Baukonjunktur bis 2040: Impuls-Whitepaper jetzt verfügbar
13.08.2026Der QualitätsVerbund Planer am Bau legt ein Impuls-Whitepaper zur deutschen Baukonjunktur bis 2040 vor – geschrieben aus der Perspektive von Planungsbüros. Es bündelt drei Kernthesen, die Büroinhabern und Führungskräften bei ihrer strategischen Planung Orientierung geben sollen. Grundlage ist das Zyklenmodell des Wirtschaftsforschers Gerhard Wehner (1988), das Bauboom und Bauflaute als Überlagerung dreier Konjunkturwellen von rund 10 und 4 Jahren beschreibt.
Parallele Zyklen: Planungsmarkt vs. Bauinvestitionen (2025-2040).
Bild: QualitätsVerbund Planer am Bau / Perplexity
Der Autor des Whitepapers, Dr.-Ing. Knut Marhold vom QualitätsVerbund Planer am Bau, nahm dieses Modell 1992 in seiner Dissertation auf und hat es jetzt mit bis 2026 verfügbaren Daten mit KI-Unterstützung neu berechnet: Die Wellenmuster sind nach fast 40 Jahren bemerkenswert stabil geblieben. Wichtiger Hinweis: Das Modell ist ein analytischer Denkansatz – kein verbindliches Prognoseinstrument. Externe Schocks wie Zinssprünge, geopolitische Krisen oder politische Sonderprogramme werden nicht erfasst. Die Projektionen sind mit wachsendem Zeithorizont naturgemäß breiter und unsicherer. Sie dienen der Orientierung, nicht der Planung auf den Monat genau.
Das Whitepaper zeigt drei Kernthesen für Planungsbüros:
- 23 Monate Vorlauf: Planungsbüros sind natürliche Frühindikatoren der Bauwirtschaft. Zwischen Planungsauftrag und Bauinvestition liegen im Durchschnitt rund 23 Monate. Was heute im Auftragseingang eines Büros passiert, erscheint erst in etwa zwei Jahren in der Baustatistik. Aktuelle Daten bestätigen die Richtung: 2025 stiegen die Baugenehmigungen erstmals seit 2021 wieder an (+10,8 %, Destatis); in den ersten fünf Monaten 2026 setzt sich die Erholung mit +15,4 % fort.
- Auf Tief folgt Hoch – aber wann? Das Modell projiziert für den Planungsmarkt einen moderaten Aufschwung bis 2029/30, gestützt durch das Infrastruktur-Sondervermögen (500 Mrd. €). Weil Planungsbüros dem Baumarkt vorauslaufen, ist das nächste Tief für sie bereits um 2030/31 zu erwarten – früher als für die Bauwirtschaft (ca. 2032/33). Mögliche Rückgänge von bis zu -6 % p.a. sind als Modellprojektion zu verstehen. Wann genau das Tief eintritt, lässt sich nicht auf das Jahr festlegen – das Modell zeigt die Richtung, nicht den genauen Zeitpunkt.
- Frühwarnsystem: Weil Planungsbüros selbst der Frühindikator sind, brauchen sie ihrerseits eigene Warnsignale. Vier Kennzahlen genügen: regionale Baugenehmigungen, neu vergebene Wohnungsbaukredite, das eigene Anfragevolumen und die Stornoquote laufender Projekte. Die 2-von-4-Regel: Sobald zwei dieser Indikatoren gleichzeitig negativ drehen, ist Handeln angesagt – auch wenn der Auftragseingang selbst noch stabil erscheint. Der Vorsprung: 6–18 Monate vor dem sichtbaren Rückgang.
Das vollständige Impuls-Whitepaper „Baukonjunktur Deutschland 2025–2040“ für den Planungssektor mit Methodik, Projektionstabelle, fachplanungsspezifischen Vorlaufzeiten und dem vollständigen Frühwarnsystem ist bis zum 13. September kostenfrei auf der Webseite des QualitätsVerbunds Planer am Bau verfügbar.
