Ettersburger Gespräch 2026 legt Strategiepapier für wirtschaftliches und qualitätsvolles Bauen vor
01.10.2026
Das Ettersburger Gespräch ist ein jährlicher branchenübergreifender Erfahrungsaustausch auf geschäftsführender Ebene.
Bild: Bundesstiftung Baukultur
Deutschland muss schneller, verlässlicher und kostengünstiger bauen. Wie dies ohne Abstriche bei der Qualität gelingen kann, haben Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Bau-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Architektur und des Ingenieurwesens, der Verwaltung, Politik und Wissenschaft beim Ettersburger Gespräch 2026 beraten. Das Ergebnis ist das Strategiepapier „Kosten senken. Qualität steigern – Besser günstig gebaut.“
Das Ettersburger Gespräch bringt einmal jährlich führende Vertreterinnen und Vertreter der Branche auf geschäftsführender Ebene zusammen. Der offene und lösungsorientierte Austausch ermöglicht es, unterschiedliche Interessen abzuwägen, Erfahrungen aus konkreten Projekten zusammenzuführen und gemeinsame Positionen zu zentralen Fragen des Planens und Bauens zu entwickeln.
Das Strategiepapier 2026 knüpft unmittelbar an die Ergebnisse der vergangenen Jahre an. 2023 standen Rohstoffe, Baustoffe und Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt. 2024 wurden einfaches, normenreduziertes und kostengünstiges Bauen behandelt. 2025 richtete sich der Blick auf die frühe Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, klare Verantwortlichkeiten und durchgängige digitale Prozesse. Die aktuelle Fortschreibung führt diese Ansätze zusammen. Im Mittelpunkt steht nicht die Formulierung weiterer Anforderungen, sondern die Überführung bekannter und erprobter Lösungen in die breite Praxis.
Das Ettersburger Gespräch 2026 formuliert drei gemeinsame Positionen:
Günstiger bauen: Kostengünstiges Bauen ist als reguläre Praxis einzuführen. Qualität entsteht durch Angemessenheit, Dauerhaftigkeit und sorgfältige Ausführung.
Verlässliche Rahmenbedingungen schaffen: Das Bauen benötigt langfristig planbare Investitionen, klare Zuständigkeiten und zügige Entscheidungen. Klare politische Prioritäten, erleichterte Verfahren und handlungsfähige Verwaltungen sind dafür wesentliche Voraussetzungen.
Erprobte Ansätze zügig in die Praxis überführen: Modellprojekte, Reduzierung von Baustandards, Bauen im Bestand, Nachverdichtung, partnerschaftliche Projektmodelle, digitale Prozesse und kreislauffähige Konstruktionen müssen aus Modellvorhaben in die breite Anwendung gelangen.
Die Partner des Ettersburger Gesprächs richten diese Positionen gemeinsam an Politik und Verwaltung. Zugleich verstehen sie das Papier als Selbstverpflichtung der am Planen und Bauen Beteiligten. Kosten, Zeit und Qualität dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Baukultur bleibt der Maßstab für wirtschaftliche, funktionale, ressourcenschonende sowie gestalterisch, bautechnisch und handwerklich überzeugende Lösungen.
