Gebäudeautomation unterstützt Events

Prozessvisualisierung in der „Tele2 Arena“

In Stockholm entsteht ein multifunktionales Stadion. Die „Tele2 Arena“ soll ab 2013 bis zu 45 000 Zuschauern bei unterschiedlichsten Veranstaltungen Platz bieten. So werden neben nationalen und internationalen Fußballspielen hier z. B. auch Reit- oder Motorsportveranstaltungen, Konzerte und Messen stattfinden. Solch unterschiedliche Events lassen sich nur mit moderner Gebäudeautomation realisieren, da die Anforderungen an Klimatisierung und Beleuchtung nicht nur hoch sind, sondern je nach Veranstaltung auch beträchtlich variieren. Dass die komplexe Anlage einfach bedienbar bleibt und es nicht zu Fehlern kommt, dazu trägt eine leistungsfähige Prozessvisualisierung bei.

Stadien wie die „Tele2 Arena“ (Bild 1) mit einer äußerst vielfältigen Nutzung stellen hohe Ansprüche an die Gebäudeautomation und die Visualisierung. Neben der Berücksichtigung der architektonischen Anforderungen gilt es, weitere hohe Ansprüche an die Gebäudeautomation zu erfüllen: Speziell bei Räumlichkeiten, die von vielen Menschen gleichzeitig besucht werden, ist die automatische Klimatisierung wichtig, um schlechte Raumluft, Kondenswasserbildung und Hitze sowie andere negative Erscheinungen zu vermeiden. Zusätzlich kommt weiteren Funktionen wie z. B. Alarmmeldungen oder...
Stadien wie die „Tele2 Arena“ (Bild 1) mit einer äußerst vielfältigen Nutzung stellen hohe Ansprüche an die Gebäudeautomation und die Visualisierung. Neben der Berücksichtigung der architektonischen Anforderungen gilt es, weitere hohe Ansprüche an die Gebäudeautomation zu erfüllen: Speziell bei Räumlichkeiten, die von vielen Menschen gleichzeitig besucht werden, ist die automatische Klimatisierung wichtig, um schlechte Raumluft, Kondenswasserbildung und Hitze sowie andere negative Erscheinungen zu vermeiden. Zusätzlich kommt weiteren Funktionen wie z. B. Alarmmeldungen oder Beleuchtungsszenarien eine entscheidende Bedeutung zu. Zudem müssen Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden und die Anforderungen an die Verfügbarkeit sind hoch.


Komplexe Automatisierungslösung

Für die komplette Gebäudeauto­mation der „Tele2 Arena“ verantwortlich ist die schwedische Firma Nordomatic, ein Spezialist für die Erstellung und Implementierung maßgeschneiderter, IT-basierter Anlagenüberwachungslösungen. Besonders aufwendig sind Heizung, Klimatisierung und Belüftung des Stadions. Hier sind 24 Siemens-S7-Steuerungen im Einsatz. Insgesamt gilt es dafür 30 000 Datenpunkte zu verwalten und etwa 6000 Ein-/Ausgangssignale. Hinzu kommen Fahrstuhlsteuerungen, Überwachungskameras, Infotafeln, Rolltreppen und Türsysteme, die in die Gebäudeautomation integriert werden müssen. Dafür haben die Gebäudeautomatisierer weitere 20 000 Datenpunkte eingerechnet. Diese Zahl kann bis zur Fertigstellung des Sta­dions aber je nach Vertragspartner noch auf die doppelte Anzahl anwachsen. Notwendig ist daher eine leistungsfähige Visualisierungslösung, die nicht nur den funktionellen Anforderungen der unterschiedlichen Gewerke gerecht werden muss, sondern gleichzeitig komfortabel, übersichtlich und einfach zu handhaben sein sollte. Bei der Ausführung des Projektes setzte Nordomatic auf „WEBfactory“ und gewann damit die Ausschreibung.

Die auf allen Microsoft-Plattformen durchgängig einsetzbare SCADA-/HMI-Software zur webbasierten Visualisierung, Steuerung und Überwachung von Maschinen und Anlagen lässt sich durch ihre modulare Struktur und den durchgängigen Einsatz von Standardkomponenten sehr einfach für unterschiedliche Projekte konfigurieren (Bild 2). Schnittstellen zu allen gängigen Steuerungen sind vorhanden (OPC, BACnet etc.) und dank vollständig vektorbasierter Grafik auf Basis von Microsoft Silverlight, lässt sich die Visualisierung verlustfrei an jede Bildschirmgröße anpassen.

Die Verwendung solch offener Standards in Kombination mit modernen und verbreiteten Programmiersprachen in der Entwicklungsumgebung leistet einen großen Beitrag, um das Engineering so effizient wie möglich zu gestalten. Die übersichtliche Darstellung der komplexen Automatisierungslösung ermöglicht es dem Bedienpersonal, im Stadion den kompletten Betrieb von den Bedienterminals in der Leitwarte und den unterschiedlichen Technikräumen ganz einfach und intuitiv zu steuern und zu überwachen (Bild 3). So können sich alle Berechtigten jederzeit über den Zustand der Anlage informieren. Sie haben immer alle relevanten Informationen und können bei Bedarf proaktiv ins Geschehen eingreifen. Außerdem ist jederzeit ein Fernzugriff übers Internet möglich.


Veranstaltungsszenarien per Mausklick

Die vielfältige Nutzung des modernen Gebäudes stellt aber noch weitere Anforderungen an die eingesetzte Technik: Je nach Veranstaltungsart ändern sich in der „Tele2 Arena“ die Anforderungen an Klimatisierung und Beleuchtung; sie sind bei einem Konzert anders, als bei einer Messe oder Sportveranstaltung (Bild 4). Bei ähnlichen Veranstaltungszwecken werden andererseits immer wieder die gleichen Einstellungen benötigt. Hier kann ein leistungsfähiges Modul der Visualisierungssoftware seine Stärken ausspielen.

Mit dem „EnergyManagerPro“ von WEBfactory können be­stimmte Szenarien – z. B. die Ein­stellungen für Licht, Heizung und Klimaanlage für ein Konzert – definiert und über den PC beliebig oft abgerufen werden. Mit dem Teach-In-Modus lassen sich Istwerte von ganzen Anlagenteilen übernehmen und als Sollwerte in einem Schaltszenario speichern. Hierbei können alle Szenarien ganz einfach über einen Internetbrowser verwaltet werden. Bestimmte Einstellungen kann man mit nur einem Klick wieder herstellen und zu einem festgesetzten Zeitpunkt auch wieder ändern. Hinzu kommt noch ein weiterer Vorteil: Alle Szenarien lassen sich kalendergesteuert ausführen und übersichtlich darstellen. Die Systemaufzeichnung dokumentiert dabei jede in den Programmen vorgenommene Änderung, sodass diese jederzeit nachvollziehbar bleiben.


Redundanz für Alarmmanagement und Verfügbarkeit

Bei einem Projekt von der Größenordnung eines Multifunktionsstadions sind Fehler nicht tolerierbar. Falls etwas nicht optimal läuft, muss das Personal schnell reagieren können. Hier stellt die Visualisierungslösung dem Anwender die ganze Palette denkbarer Varianten zur Verfügung, angefangen vom „einfachen“ optischen oder akustischen Alarm, z. B. an der Leitwarte, oder Pagermeldungen über SMS- oder E-Mail-Versand an die jeweils Verantwortlichen bis hin zu einer synthetischen Sprachgenerierung. Zudem können in Bereitschaftsplänen die Zuständigkeiten definiert werden. Bei Bedarf werden dann die entsprechenden Alarmeskalationstabellen automatisch abgearbeitet.

Auch wenn ein redundantes Visualisierungssystem gefordert ist, bietet WEBfactory die passenden Voraussetzungen. Dafür kann die Visualisierungssoftware zu einem sogenannten Clustersystem ausgebaut werden und bietet dann maximale Verfügbarkeit. In der beschriebenen Anwendung besteht der Cluster aus zwei Einzelrechnern (Knoten) mit gemeinsamen Speicherplatten und einem verbindenden Netzwerk (vgl. Bild 2). Im Fehlerfall „wandern“ einzelne Dienste definiert von einem Knoten zum anderen (Failover). Nachdem der Fehler beseitigt ist, geht das System wieder in den Urzustand (Failback). Dadurch wird eine sehr hohe Verfügbarkeit erreicht.


Fazit

Der Inbetriebnahme der „Tele2 Arena“ darf man gelassen entgegensehen. Die moderne Gebäudeautomation und die leistungsfähige Visualisierung werden dazu beitragen, dass sich das Publikum bei den unterschiedlichsten Events wohlfühlen wird.

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