Druckverlustberechnung in Rohrnetzen
Kennwerte von Armaturen und StellventilenEine Besonderheit bei den Druckverlustberechnungen von Rohrnetzen ist der sogenannte kvs-Wert von Stellarmaturen (Ventilen o.Ä.), insbesondere von Regelventilen. Im Beitrag wird der Zusammenhang zwischen dem kvs-Wert und den bei Rohrnetzberechnungen benötigten Widerstandsbeiwert ξ aufgezeigt.
Unter kvs-Wert versteht man den Volumenstrom (Durchfluss) in m³/h von Wasser (5 °C … 30 °C), der bei einem Druckverlust von 1 bar durch eine voll geöffnete Armatur hindurchgeht. Bei einigen Herstellern von Stellarmaturen findet man Widerstandsbeiwerte ξ dem jeweiligen Armaturendurchmesser zugeordnet; andere Hersteller nennen kvs-Werte.
Allgemein
In der Heizungs- und Klimatechnik sowie im allgemeinen Rohrleitungsbau wird der Druckverlust einer Anlage nach der bekannten Gleichung
⇥in [Pa]
ermittelt.
Δpv = Druckverlust in [Pa]
λ = Rohrreibungszahl
(dimensionslos)
d = hydraulischer Durchmesser in...
Unter kvs-Wert versteht man den Volumenstrom (Durchfluss) in m³/h von Wasser (5 °C … 30 °C), der bei einem Druckverlust von 1 bar durch eine voll geöffnete Armatur hindurchgeht. Bei einigen Herstellern von Stellarmaturen findet man Widerstandsbeiwerte ξ dem jeweiligen Armaturendurchmesser zugeordnet; andere Hersteller nennen kvs-Werte.
Allgemein
In der Heizungs- und Klimatechnik sowie im allgemeinen Rohrleitungsbau wird der Druckverlust einer Anlage nach der bekannten Gleichung
⇥in [Pa]
ermittelt.
Δpv = Druckverlust in [Pa]
λ = Rohrreibungszahl (dimensionslos)
d = hydraulischer Durchmesser in [m]
l = Rohrleitungslänge in [m]
ξ = Widerstandsbeiwert für Apparate, Armaturen, Formstücke (aus Tafeln bzw. Herstellerangaben)
ρ = Dichte des Mediums in [kg/m³]
c = Strömungsgeschwindigkeit in [m/s]
Anmerkung: In der RLT- bzw. Lufttechnik wird bei den Druckverlustberechnungen die Luft als „inkompressibles Fluid“ angenommen, so dass mit der o.g. Gleichung gerechnet werden kann.
Durch Umstellung der o.g. Gleichung und unter Hinzuziehung der Kontinuitätsgleichung
V = A · c = d2 · π/4 · c
V = Volumenstrom in [m³/s]
A = Querschnitt der Rohrleitung in [m²]
wird
Δpv = ( · + ∑ ξ · ) · V = S · V2
Diese Gleichung Δpv = S · V2 stellt eine Parabel dar (Bild 1).
Parabelabbildung
Stellt man die in Bild 1 gezeigte Parabel im doppellogarithmischen Maßstab dar, so ergeben sich gerade Linien einer voll geöffneten Armatur von einer Herstellerbaureihe.
Der anteilige Druckverlust Δpv bezogen auf eine Armatur bzw. ein Ventil:
Δpv = ξ · · c2 oder ξ · ·
ξ = Widerstandsbeiwert bei voll geöffnetem Ventil
und ξ =
Nun benötigt man bei der Rohrnetzberechnung die ξ-Werte der Armatur bzw. der Ventile – bei 100 % Hub –, um den zugehörigen Druckverlust Δρv nach v.g. Gleichung berechnen zu können.
In den Herstellerkatalogen tritt jedoch heute überwiegend anstelle der ξ-Werte der sogenannte „kvs-Wert“.
Zusammenhang zwischen den ξ-Werten und dem kvs-Wert
Nimmt man als Bezugssystem – als sogenannte „Einheitsbedingung“ – Wasser (5 °C … 30 °C) mit der Dichte ρ = 1000 kg/m³, den Druckverlust (über der Armatur) Δpv = 1 bar, den Ventilanschluss-Durchmesser d in mm, dann tritt anstelle von der Wert kvs2 bei 100 % Hub und die o.g. Gleichung
Δpv = ξ · · → Δpvo = ξ · ·
und
ξ = (dimensionslos)
d in [mm], Δpvo = 1 bar, kvs in [m³/h], ρo in [kg/m³]
Durch Umstellung
= = (ξ und A sind konstant)
wird
kVS = V · √
V in [m³/h]
ρ in [kg/m³] des Fluids
Δpv in [bar] des Fluids (über der Armatur)
Δpvo = 1 bar
ρo = 1000 kg/m³
kvs in [m³/h]
Handelt es sich um Wasser, so wird
kvs = V √ und Δpv = · 1 bar
Bei den Durchgangsregelventilen ändert sich bei der Tätigkeit der ξ-Wert und Δpv werden größer und der Volumenstrom wird kleiner (Bild 1).
Der kv-Wert von Regelventilen ist der Volumenstrom in [m³/h] von Wasser bei beliebigem, gerade betrachtetem Hub bei einer Druckdifferenz von Δpo = 1 bar über dem Ventil.
Quelle: Vorlesungsskript ESaK
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