Regulierungsdschungel im Bau: Wie Überbürokratie die TGA-Branche erstickt – und was jetzt getan werden muss
Dr.-Ing. Klaus Menge, Vorsitzender des Zentralen Technischen Ausschusses (ZTA) des BTGA e.V.
Bild: Menge
Stellen Sie sich vor, Sie wollen in einem Bestandsgebäude eine moderne Wärmepumpe installieren. Ein Projekt, das technisch längst kein Problem mehr ist – wäre da nicht der bürokratische Moloch, der Ihnen im Weg steht. Bevor der erste Schlauch verlegt wird, müssen Sie sich durch 17 Verordnungen, drei aktualisierte Normen und fünf kommunale Sonderregelungen kämpfen.
Deutschland ist Weltmeister in Regulierung. Doch während andere Länder mit pragmatischen Lösungen vorpreschen, ertrinken hiesige Unternehmen in Paragrafen. Ich frage: Wie viel Bürokratie verträgt eine Branche, die die Energiewende vorantreiben soll?
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Die Konsequenzen dieser Überregulierung sind deutlich zu erkennen:
- Kostenexplosion: Jede zusätzliche Vorschrift bedeutet mehr Personal für die Dokumentation – und weniger Geld für Entwicklung.
- Investitionsstau: Unternehmer zögern Projekte hinaus, weil sie nicht wissen, welche Regeln morgen gelten.
- Abwanderung: Immer mehr Mittelständler gehen ins Ausland, wo die Rahmenbedingungen stabiler sind.
- Image-Schaden: Deutschland gilt nicht mehr als Vorreiter, sondern als „Verhinderer“.
Was tun? Forderungen an Politik und Verbände
Es ist Zeit für einen Radikal-umbau der Regulierungspolitik. Das bedeutet konkret:
- One-in-two-out-Regel: Für jede neue Vorschrift müssen zwei alte gestrichen werden – Schluss mit der endlosen Anhäufung von Paragrafen!
- Einheitliche Standards statt Flickenteppich: Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsame Spielregeln definieren – statt jeder seine eigene Agenda zu verfolgen.
- Vertrauen in die Branche: TGA-Unternehmen sind keine Bittsteller, sondern Lösungsanbieter. Geben wir ihnen den Spielraum, den sie brauchen!
- BTGA als Stimme der Vernunft: Der Verband muss konkrete Vorschläge einbringen – etwa eine „Regulierungsampel“ für neue Gesetze.
Der Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder.
