Lichtbandsysteme: Anpassungsfähig, wirtschaftlich, nachhaltig
Lösungen für die flexible und effiziente GebäudebeleuchtungLichtbandsysteme haben sich in der technischen Gebäudeausrüstung als leistungsfähige und vielseitige Alternative zu klassischen Deckeninstallationen etabliert. Für Fachplaner in der Elektro- und Gebäudeautomation eröffnen sie neue Spielräume hinsichtlich Flexibilität, Lichtverteilung, Energieeffizienz und Integrationsfähigkeit. Durch ihren modularen Aufbau und die einfache Montage eignen sie sich insbesondere für den Einsatz in industriellen, gewerblichen und infrastrukturellen Gebäuden mit dynamischen Nutzungsanforderungen.
Während konventionelle Einzel- oder Reihenleuchten in der Regel fest verdrahtet und hinsichtlich Position und Ausrichtung kaum veränderbar sind, erlauben Lichtbandsysteme eine weitgehend freie Konfiguration. Denn ein Merkmal moderner Lichtbandsysteme ist ihre hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche architektonische Gegebenheiten. Die Tragschienen bieten eine durchgängige Stromversorgung, entlang derer einzelne Beleuchtungsmodule sowie Sensorik werkzeuglos montiert, verschoben oder ergänzt werden können. Dadurch lassen sich beispielsweise Nutzungsänderungen in Logistikhallen,...
Ein Vorteil der durchgängigen linearen Struktur von Lichtbandsystemen liegt in der gleichmäßigen Ausleuchtung großer Flächen.
Bild: Jens Ellensohn
Während konventionelle Einzel- oder Reihenleuchten in der Regel fest verdrahtet und hinsichtlich Position und Ausrichtung kaum veränderbar sind, erlauben Lichtbandsysteme eine weitgehend freie Konfiguration. Denn ein Merkmal moderner Lichtbandsysteme ist ihre hohe Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche architektonische Gegebenheiten. Die Tragschienen bieten eine durchgängige Stromversorgung, entlang derer einzelne Beleuchtungsmodule sowie Sensorik werkzeuglos montiert, verschoben oder ergänzt werden können. Dadurch lassen sich beispielsweise Nutzungsänderungen in Logistikhallen, Fertigungsbereichen oder Verkaufsflächen schnell und ohne strukturelle Eingriffe in die Elektroinstallation realisieren.
Durch passende Adapter und mechanische Baugruppen können Installateur selbst komplexe Geometrien wie Winkel, Kreuzungen oder Höhenversätze flexibel realisieren und Beleuchtungsszenarien mit zonenspezifischen Anforderungen – etwa Pick-by-Light, Sicherheitsbereiche oder Prüfplätze – modular und bedarfsgerecht integrieren. Für eine durchgängige und flexible Lichtbandgestaltung stehen am Markt moderne Lösungen bereit, bei denen Leuchten und Komponenten in fein abgestuften Längen bis zum Ende der Tragschiene lückenlos ergänzt und individuell kombiniert werden können.
Gleichmäßige Ausleuchtung und optimierte Lichtqualität
Durch ihren modularen Aufbau eignen sich Lichtbandsysteme insbesondere für den Einsatz in Gebäuden mit dynamischen Nutzungsanforderungen.
Bild: Jens Ellensohn
Ein wesentlicher Vorteil der durchgängigen linearen Struktur von Lichtbandsystemen liegt in der gleichmäßigen Ausleuchtung großer Flächen. Die eng beieinander liegende Platzierung der LED-Module bewirkt eine homogene Lichtverteilung, die Schattenbildung minimiert und eine gleichmäßige Beleuchtungsstärke sicherstellt – auch in Bereichen mit hohen visuellen Anforderungen. Für Arbeitsplätze mit Bedarf an normgerechter Beleuchtung nach DIN EN 12464-1 (z. B. ≥ 500 lx für Industriearbeitsplätze) kann die Planung exakt auf die geforderten Lichtstärken ausgelegt werden.
Zusätzliche optische Komponenten wie Linsen, Reflektoren oder Prismenfolien ermöglichen eine gezielte Lichtlenkung. Symmetrisch breitstrahlende Linsen sorgen für eine flächige Allgemeinbeleuchtung in offenen Arbeitsbereichen, während asymmetrische oder tiefstrahlende Linsen eine zielgerichtete Ausleuchtung vertikaler Flächen ermöglichen – etwa in Regalzonen, an Server-Racks in Rechenzentren oder an Maschinenarbeitsplätzen. Dadurch lassen sich Blendung, Lichtverschmutzung und Energieverluste minimieren. Die Integration blendfreier Optiken (UGR < 19) eröffnet zudem vielseitige Einsatzmöglichkeiten in Büro- und Schulungsbereichen.
Für Arbeitsplätze mit normgerechter Beleuchtung nach DIN EN 12464-1 kann die Planung auf die geforderten Lichtstärken ausgelegt werden.
Bild: Jens Ellensohn
Für Hochregallager oder Produktionsbereiche mit speziellen Sehaufgaben stehen Spezialoptiken mit besonders enger Abstrahlcharakteristik (z. B. 30 Grad) zur Verfügung. Die thermische Auslegung der Module gewährleistet einen optimalen Betrieb auch bei Umgebungstemperaturen bis zu 45 °C. Die Lebensdauer der LED-Module hängt maßgeblich vom thermischen Management und der maximal zulässigen Betriebstemperatur (Tc-Punkt) ab, die gemäß Herstellerangaben einzuhalten ist.
Generell empfiehlt es sich, Lichtbandsysteme zu installieren, die eine Positionierung aller Lichtmodule und Optiken exakt auf einer Lichtlinie ermöglichen. Dadurch entsteht ein durchgängiges, harmonisches Lichtbild ohne Versätze und Unterbrechungen – unabhängig von den installierten Optiken oder Modulen (z. B. breitstrahlend, tiefstrahlend, asymmetrisch).
Planung und Integration in die technische Gebäudeausrüstung
Die Entwicklung von Tecton II von Zumtobel erfolgte nach den firmeneigenen Circular Design Rules mit einem hohen Anteil an recyceltem Material.
Bild: Jens Ellensohn
Die fachgerechte Planung eines Lichtbandsystems erfordert eine systematische Analyse der Raumgeometrie, Nutzungsszenarien, erforderlichen Lichtstärken sowie der energie- und steuerungstechnischen Rahmenbedingungen. Moderne Lichtbandsysteme folgen in ihrer Bauweise häufig industriellen Standardmaßen (z. B. Raster 1,5 m oder 2,5 m) und nutzen vorkonfektionierte Module, die eine schnelle und fehlerfreie Montage ermöglichen. Verbindungen über Klick- oder Stecksysteme (Plug-and-play-Systeme) reduzieren die Installationszeiten deutlich und vereinfachen die Logistik auf der Baustelle.
Die Auswahl der Systemrasterung beeinflusst nicht nur die Lichtverteilung, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Bei der Planung sind die elektrischen Anschlusswerte der einzelnen Module (z. B. 25-60 W pro Modul) sowie die maximale Leitungslänge pro Einspeisepunkt zu berücksichtigen. Für die Integration in die Gebäudeautomation stehen in der Regel Schnittstellen zu gängigen Bussystemen wie DALI oder Modbus zur Verfügung. Darüber hinaus lassen sich auch IoT-fähige Komponenten einbinden, etwa zur Cloud-basierten Überwachung, vorausschauenden Wartung oder Analyse der Lichtnutzung. Präsenz- und Tageslichtsensorik kann direkt in die Leuchteneinheiten integriert oder extern über Funkschnittstellen eingebunden werden – je nach Systemarchitektur und Planungsansatz.
Mit werkzeugloser Montage und leichtem Ein- und Ausklinken von Zubehörteilen lassen sich modulare Leuchtbandsysteme schnell installieren.
Bild: Jens Ellensohn
Für die Integration in Notlichtsysteme sind Module mit „DALI-2“ Emergency oder Zentralbatteriekompatibilität zu nutzen. Die Einbindung in übergeordnete Energiemanagementsysteme ermöglicht eine zentrale Steuerung und Auswertung der Betriebsdaten, inklusive Energieverbrauch, Betriebsstunden und Wartungsbedarf. Die Einhaltung der EMV-Anforderungen (EN 55015, EN 61547) ist bei der Auswahl der Komponenten zu prüfen. Ein besonderer Vorteil ist die Wartungsfreundlichkeit: Einzelne Module oder Komponenten (z. B. LED-Boards, EVGs) lassen sich selektiv austauschen, ohne das gesamte System außer Betrieb zu setzen. Dies minimiert Ausfallzeiten und Betriebskosten und trägt zugleich aktiv zur Nachhaltigkeit bei.
Lichtleistung und Lichtfarben für verschiedene Anwendungen
Moderne LED-Lichtbandsysteme bieten Lichtströme von typischerweise 3.000 bis 15.000 Lumen (lm) pro Modul bei Lichtausbeuten von bis zu 211 lm/W. Dies erlaubt eine effiziente Ausleuchtung selbst in Höhen über 10 m, wie sie in Logistikhallen oder Sportstätten vorkommen. Je nach Anwendung stehen Lichtfarben von 3.000 bis 6.500 Kelvin (K) zur Verfügung. Farbtemperaturen im Bereich 4.000 bis 5.000 K haben sich in industriellen Anwendungen als Standard etabliert, da sie sowohl eine gute Farbwiedergabe (CRI > 80 bzw. > 90) als auch eine aktivierende Wirkung bieten.
Fazit
Lichtbandsysteme wie bspw. „Tecton II“ des Herstellers Zumtobel bieten Gebäudeplanern der technischen Gebäudeausrüstung eine zukunftssichere, hochgradig anpassbare und wirtschaftliche Lösung für vielfältige Beleuchtungsanforderungen. Sie kombinieren Flexibilität in der Planung und Montage mit hoher Lichtqualität, Effizienz und Integrationsfähigkeit in moderne Steuerungskonzepte. Besonders in dynamischen Gebäudestrukturen – von Industriehallen über Büroflächen bis hin zu Gesundheits- und Kultureinrichtungen – leisten sie einen entscheidenden Beitrag zu normgerechter, nachhaltiger und wirtschaftlicher Beleuchtung. Um die Umweltbilanz nachhaltig zu verbessern, sollten Fachplaner bei der Auswahl des Lichtbandsystems darauf achten, dass dieses einen hohen Anteil an recycelbaren Komponenten enthält und eine einfache Demontage sowie einen sortenreinen Rückbau ermöglicht.
Pascal Wolf, Head of Product Management Track System & Protected Luminaires, Zumtobel.
Bild: Zumtobel
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