Hygienische Trennung bei Wandhydranten mit stagnierendem Wasser

Welche Lösungen die aktuelle Entwicklung in Normung und Technik bietet

Die hygienische Trennung von Wandhydrantenanlagen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Hintergrund ist die potenzielle Gefährdung durch das stagnierende Wasser, welches Einfluss auf die Trinkwasserqualität durch mikrobiologische Belastungen hat. Diese Belastung kann in nicht ausreichend durchströmten Leitungsabschnitten entstehen. Die aktuelle Entwicklung in Normung und Technik bietet neue Lösungen, die sowohl den hygienischen Anforderungen als auch den wirtschaftlichen Interessen von Betreibern gerecht werden.

Ein zentraler Baustein ist das DVGW-Merkblatt W 551-5 (M), das sich mit der Risikobewertung von stagnierenden Löschwassersystemen beschäftigt. Es basiert auf mehrjährigen Fachgesprächen und stellt klar, dass im Rahmen einer Risikobewertung unter bestimmten Voraussetzungen – insbesondere bei positiv bewertetem Anlagenaufbau durch eine qualifizierte Fachperson – das Löschwasser der Kategorie 3 zugeordnet werden kann. Diese Einstufung beruht auf der Erkenntnis, dass in stagnierenden Systemen keine neuen Nährstoffe eingebracht werden, was das Wachstum von Mikroorganismen begrenzt und letztlich zu...

Durch die Aufnahme der DIN 14467 und des DVGW W 551-5 in die DIN 1988-600 sind die Risikobewertung und die Auswahl geeigneter Trennstationen verbindlich geregelt.
Bild: Minimax Mobile Services GmbH

Durch die Aufnahme der DIN 14467 und des DVGW W 551-5 in die DIN 1988-600 sind die Risikobewertung und die Auswahl geeigneter Trennstationen verbindlich geregelt.
Bild: Minimax Mobile Services GmbH
Ein zentraler Baustein ist das DVGW-Merkblatt W 551-5 (M), das sich mit der Risikobewertung von stagnierenden Löschwassersystemen beschäftigt. Es basiert auf mehrjährigen Fachgesprächen und stellt klar, dass im Rahmen einer Risikobewertung unter bestimmten Voraussetzungen – insbesondere bei positiv bewertetem Anlagenaufbau durch eine qualifizierte Fachperson – das Löschwasser der Kategorie 3 zugeordnet werden kann. Diese Einstufung beruht auf der Erkenntnis, dass in stagnierenden Systemen keine neuen Nährstoffe eingebracht werden, was das Wachstum von Mikroorganismen begrenzt und letztlich zu deren Absterben führt.

Die neue Norm DIN 14467, veröffentlicht im April 2025, konkretisiert die Anforderungen an die im DVGW-Merkblatt beschriebene Löschwasserübergabestelle und schafft damit eine verbindliche Grundlage für die Zulassung entsprechender Produkte in Verbindung mit der Risikobewertung. Hersteller wie Minimax Mobile Services arbeiten bereits aktiv an der Zertifizierung ihrer Direkttrennstationen, die eine platzsparende und wartungsarme Lösung darstellen.

Klare technische und normative Rahmenbedingungen

Die Änderungen stärken die hygienische Sicherheit und schaffen klare technische und normative Rahmenbedingungen für Betreiber und Planer.
Bild: Minimax Mobile Services GmbH

Die Änderungen stärken die hygienische Sicherheit und schaffen klare technische und normative Rahmenbedingungen für Betreiber und Planer.
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Im Januar 2026 wurde die DIN 1988-600 überarbeitet. Die jetzt aktuelle DIN 1988-600:2026-01 enthält einige wichtige Neuerungen – insbesondere im Hinblick auf Wandhydrantenanlagen mit stagnierendem Wasser und die damit verbundene Risikobewertung. Die wesentlichen Änderungen darin beziehen sich auf die Integration der DIN 14467, normative Verweise auf das DVGW-Merkblatt W 551-5 und Hinweise zur Risikobewertung und Armaturen. Diese Änderungen stärken die hygienische Sicherheit und schaffen klare technische und normative Rahmenbedingungen für Betreiber und Planer. Durch die Aufnahme der DIN 14467 und des DVGW W 551-5 in die DIN 1988-600 sind die Risikobewertung und die Auswahl geeigneter Trennstationen verbindlich geregelt.

Die Planung solcher Löschwassersysteme erfordert eine sorgfältige Vorgehensweise. Zu Beginn muss mit dem zuständigen Wasserversorger geklärt werden, ob ausreichend Löschwasser mit dem notwendigen Druck zur Verfügung steht. Ist dies gegeben, folgt die Bewertung und Risikoanalyse der geplanten oder bestehenden Installation durch einen Sachverständigen für Trinkwasserhygiene. Dabei ist eine vollständige Dokumentation der Anlage unerlässlich. Sollte diese im Bestand nicht lückenlos vorliegen oder nachträglich ermittelt werden können, ist der Einsatz eines freien Auslaufs die sicherste Lösung.

Fundierte Risikobewertung ­erforderlich

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die unzureichende Berücksichtigung der Druckverhältnisse. Wird der notwendige Betriebsdruck nicht erreicht, kann die Löschwasseranlage im Ernstfall versagen oder es kann zu hygienischen Problemen kommen. In solchen Fällen wäre eine ­Druckerhöhungsanlage mit freiem Auslauf erforderlich, wird aber aus Kostengründen oft nicht berücksichtigt. Ebenso kritisch ist die Verwendung ungeeigneter Materialien oder Komponenten, die nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Auch die fehlende oder fehlerhafte Spülung der Anlage kann zu mikrobiologischen Belastungen führen.

Ein weiterer, oft vernachlässigter Aspekt, ist die Lage der Installation. In frostgefährdeten Bereichen wie Tiefgaragen müssen spezielle Füll- und Entleerungseinrichtungen vorgesehen werden, um eine sichere Funktion auch im Winter zu gewährleisten. Zudem sollte die Installation gut zugänglich sein und eine problemlose Wartung und Inspektion ermöglichen. Wichtig ist auch eine vollständige und fehlerfreie Dokumentation der Anlage. Eine fundierte Risikobewertung ist nur möglich, wenn alle verbauten Komponenten und deren Zustand nachvollziehbar dokumentiert sind. Entspricht die Anlage nicht den aktuellen Anforderungen, muss sie im Zweifelsfall nach den aktuellen Regeln der Technik befähigt werden.

Fazit

Die hygienische Trennung von Wandhydrantenanlagen mit stagnierendem Wasser ist technisch und normativ klar geregelt. Die neue DIN 14467 sowie die im Januar 2026 veröffentlichte DIN ­1988-600:2026-01 schaffen klare Rahmenbedingungen für Planung und Betrieb. Erste Produkte sind bereits zur Zulassungsprüfung angemeldet, und die normative Grundlage für ihren Einsatz ist nahezu abgeschlossen. Damit werden die von Politik und Wirtschaft geforderten kostengünstigen und platzsparenden Lösungen beim Bau in Kürze für viele Wandhydrantenanlagen verfügbar sein – vorausgesetzt, die Planung und Installation erfolgen fachgerecht und typische Fehler (nicht geeignete Materialien, falsche Positionierung der Komponenten oder unvollständige Dokumentation) werden vermieden.

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