Bei der akustischen Leckage-Ortung erzeugt die austretende Luft ein Warnsignal, wodurch undichte Stellen zielsicher identifiziert und Wasserschäden vermieden werden können.
Bild: Wavin
„Ein entscheidender Faktor für die Wasserqualität in Gebäuden sind moderne, dichte Sanitäranlagen und Trinkwasserleitungen“, erläutert Volker Grau, Produktmanager H&C bei Wavin DACH, einem Anbieter für Wasserwirtschafts-, Heizungs- und Infrastruktursysteme. „Alte, undichte Rohrsysteme begünstigen Verunreinigungen, beispielsweise durch Keime oder Stoffe, die die Rohre selbst in das Wasser abgeben. Das gefährdet die Gesundheit und kann hohe Kosten durch Wasserschäden und deren Folgen verursachen.“
Trinkwasserhygiene – die gesetzlichen Anforderungen steigen
Auch die Europäische Kommission sieht die Bedeutung hochwertiger Wasserleitungssysteme und bekräftigte ihr Engagement für den Schutz der Wasserqualität durch die Aktualisierung der Trinkwasserrichtlinie (TWR) von 1998. Daraus folgten in der gesamten EU strengere Standards für alle Materialien, die mit Trinkwasser in Berührung kommen. Bspw. wurden die zulässigen Bleikonzentrationen vom derzeitigen Maximum von 10 µg/l an Austrittsarmaturen auf 5 µg/l halbiert. Diesen Wert müssen alle EU-Mitgliedstaaten bis Januar 2036 erreicht haben. Zur Stärkung dieser Aktualisierungen hat die Europäische Chemikalienagentur zusätzlich eine EU-Positivliste erstellt, die festlegt, dass Werkstoffe im Bereich der Wasserversorgung maximal 0,1 % Massenanteil für Blei in bleihaltigen Legierungen wie Messing, Bronze und Geschützmetall aufweisen dürfen. Neue Produkte müssen ab Dezember 2026 der Liste entsprechen.
Der Kern des Fitting-Programms basiert auf der Radial-Pressfitting-Technologie und bietet ein Polyphenylsulfon- (PPSU) oder ein Messingsortiment.
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„Wavin hat sich frühzeitig auf die neuen Anforderungen der EU-Positivliste eingestellt und verwenden seit 2024 bleifreies Messing, um unterschiedliche Zeitpläne für die Umsetzung der neuen EU TWR durch die einzelnen EU-Mitgliedstaaten zu antizipieren. Dies stellt die Einhaltung in der gesamten EU sicher, unabhängig davon, wann jeder Mitgliedstaat beschließt, die neuen Standards anzuwenden“, erklärt Grau. Im Rahmen dieser Entwicklung wechselt der Hersteller von CW617N- und CW625N-Messing zu CW724R, einer Legierung, die bleifrei (< 0,1 % w/w), entzinkungsbeständig und in der neuen europäischen Positivliste zugelassen ist.
Lösungen für eine hygienische Installation
Schon bei der Ausschreibung und Planung von Installationsrohrsystem kommt heutzutage in der Regel die Pressverbindungstechnik zum Einsatz, da mit ihr nicht nur beim Betrieb, sondern auch schon bei der Installation Schmutzeinträge vermieden werden können. Das Installationsrohrsystem „Tigris“ des Herstellers Wavin bspw. umfasst drei solcher Fittinglösungen, die aufeinander abgestimmt sind, um eine zuverlässige Verbindung für Mehrschicht-Verbundrohre zu bieten. Zudem passen alle Fittings zum gleichen Mehrschicht-Verbundrohr, wodurch unabhängig von der Wahl des Installationssystems, dasselbe Rohr verwendet werden kann.
Zahlreiche Richtlinien empfehlen eine Dichtheitsprüfung mit Luft, um Wasserschäden und Verunreinigungen während der Prüfung auszuschließen.
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Der Kern des Fitting-Programms basiert auf der Radial-Pressfitting-Technologie und bietet ein Polyphenylsulfon- (PPSU) oder ein Messingsortiment. PPSU ist ein technischer Hochleistungskunststoff, der beständig gegen hohe Temperaturen, Korrosion und Inkrustation ist. Abgerundet wird das Angebot durch ein axiales Pressfitting-System. Alle Sortimente erfüllen die Anforderungen an die Trinkwasserrichtlinien und sind lebensmittelphysiologisch unbedenklich. Außerdem entsprechen sie den spezifischen Anforderungen für Warm- und Kaltwasserinstallationen sowie für Heizkörper- und Fußbodenheizungsinstallationen.
Dichtheitsprüfung mit Luftdruck für mehr Hygiene und Sicherheit
Jahrzehntelang galt die Druckprüfung mit Wasser als Standardmethode zur Dichtheitsprüfung von Rohrleitungen, allerdings hat diese Methode einige Nachteile. Erstens birgt sie das Risiko eines Keimbefalls. Gibt es tatsächlich undichte Stellen, kann Wasser austreten und zum Wasserschaden führen. Hier können sich in der Folge Legionellen ansiedeln. Darüber hinaus können kostspielige Wasserschäden an elektrischen Anlagen, Fußböden, Trockenbauwänden und Dämmungen entstehen. Die Gefahr eines Wasserschadens bei Leckagen wird dadurch erhöht, dass die Druckprüfung mit Wasser zwar zeigt, dass es eine oder mehrere undichte Stellen gibt, aber nicht, wo sie sind oder wie viele es sind. Dadurch können undichte Stellen übersehen bzw. mehrere Tests notwendig werden, was die Gefahr von zusätzlichem Wasseraustritt erhöht.
Polyphenylsulfon (PPSU) ist ein technischer Hochleistungskunststoff, der beständig gegen hohe Temperaturen, Korrosion und Inkrustation ist.
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Aber auch ohne undichte Stellen ist ein Legionellenbefall möglich. Deshalb muss die komplette Anlage nach der Prüfung mit Wasser entleert und getrocknet werden, was bei größeren Bauprojekten und Gewerbeimmobilien besonders aufwändig ist. „Wir empfehlen bei der Dichtheitsprüfung deshalb auf Luft, statt auf Wasser zu setzen. Das schließt Wasserschäden während der Prüfung aus und verhindert, dass sich Bakterien wie z. B. Legionellen in den Rohren entwickeln können“, betont Grau. „Insbesondere bei großen Projekten in den Bereichen Gewerbe und Medizin, ist eine Dichtheitsprüfung mit Luft die heute übliche Methode“. Und auch entsprechende Sicherheitsvorschriften treiben die weitere Einführung von Druckprüfungen mit Luft voran. Zahlreiche Richtlinien im Bereich Sanitär nennen sie als bevorzugte Methode. Ein hohes Maß an Sicherheit bietet die akustische Leckage-Ortung wie sie bei den Produktreihen „Tigris M5“ und „K5“ zum Einsatz kommt. Hierbei erzeugt die austretende Luft ein Warnsignal, mit dessen Hilfe undichte Stellen zielsicher identifiziert und Wasserschäden vermieden werden können.
Die Prüfung mit Luft hat der mit Wasser noch etwas abseits der hygienischen Sicherheit voraus. Herkömmliche Druckprüfungen mit Wasser benötigen große Mengen Wasser, das anschließend abgelassen und entsorgt werden muss. „Dieser enorme Wasserverbrauch und die Wasserbelastung sind angesichts der Wasserknappheit in vielen Regionen nicht nur negativ aus Sicht der Nachhaltigkeit, sondern auch ein Wettbewerbsnachteil. Viele Nutzer und Entscheider machen einen sparsamen Umgang mit Wasser zunehmend zum Kriterium bei der Vergabe und Beauftragung von Bauprojekten. Das macht ressourcenschonende Methoden wie die Druckprüfungen mit Luft und die akustische Leckage-Ortung noch relevanter“, so Grau.
