Trends im öffentlichen Bad

Wege zur digitalen Individualität

Ob öffentliches, halböffentliches oder privates Bad. Die aktuellen Trends in der Bad­gestaltung gehen in eine ähnliche Richtung. Dazu gehören eine barrierefreie Gestaltung, die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der Systeme im Bad sowie die Möglichkeiten einer individuellen Nutzung.

Im Zeitalter von Smartphone, Facebook, Xing, Selfies und Whatsapp halten digitale Trends auch im Bad Einzug. Dabei sind insbesondere die persönlichen Wünsche ans Bad wichtig. So wurde unlängst, um mit einem Augenzwinkern zu starten, gerichtlich entschieden, dass das Urinieren im Stehen zulässig ist. Aber ob urinieren im Stehen oder im Sitzen, es gilt in den sanitären Räumen individuelle Freiheiten zuzulassen und den Wünschen des Nutzers zu entsprechen. Diese liegt in erster Linie in der eigenen Bequemlichkeit.

Individuell wie das eigene Bad soll auch das öffentliche und halböffentliche Bad...

Im Zeitalter von Smartphone, Facebook, Xing, Selfies und Whatsapp halten digitale Trends auch im Bad Einzug. Dabei sind insbesondere die persönlichen Wünsche ans Bad wichtig. So wurde unlängst, um mit einem Augenzwinkern zu starten, gerichtlich entschieden, dass das Urinieren im Stehen zulässig ist. Aber ob urinieren im Stehen oder im Sitzen, es gilt in den sanitären Räumen individuelle Freiheiten zuzulassen und den Wünschen des Nutzers zu entsprechen. Diese liegt in erster Linie in der eigenen Bequemlichkeit.

Individuell wie das eigene Bad soll auch das öffentliche und halböffentliche Bad sein. Einfach in der Nutzung, bequem und auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten. Dies bedeutet, dass die Systeme flexibel sein müssen. So wie es in den öffentlichen WC-Anlagen an den Autobahnraststätten zunehmend Waschbecken und Urinale gibt, die in unterschiedlicher Höhe angebracht sind, sollten auch andere öffentliche Bereiche nachziehen. Dies erlaubt es Kindern und Erwachsenen gleichermaßen, einen Sanitärräum bequem zu nutzen.

Reinigungsfreundlich und hygienisch

Komfort und Hygiene sind wichtige Forderungen an das Bad, die mit einer zunehmenden Digitalisierung verknüpft sind: So können automatisierte Hygienespülungen die Legionellenvorsorge verbessern.

Die einfache Reinigung von Bädern steht im Mittelpunkt von antibakteriellen und pflegefreundlichen Beschichtungen von Glasflächen und Keramik. Spülrandlose WCs sorgen dafür, dass es weniger Ecken und Kanten gibt, in denen sich Schmutz ablagern kann. Selbst Armaturen bieten zunehmend neue Hygieneeigenschaften und können für eine einfache Reinigung zum Teil sogar einfach entkoppelt werden, um in der Spülmaschine gesäubert zu werden.

Eine Zielsetzung der Entwicklungsarbeit könnte es sein, dass sich Armaturen nach dem Gebrauch selbstständig entleeren, desinfizieren und somit für den nächsten Nutzer wieder bereitstehen.

Vor allem barrierefrei

Bodenebene Duschen haben in den letzten Jahren eine große Verbreitung erfahren. Kaum ein Hotelbad, das heute ohne eine bodenebene Dusche auskommt. Bodeneben bedeutet Bequemlichkeit, die dem Morgenmuffel, der morgens auf dem Weg in die Dusche kaum die Augen öffnen kann und so nicht stolpert, bis er von einem wohltemperierten Duschstrahl sanft geweckt wird, ebenso zugute kommt, wie Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Barrierefreie Lösungen im Bad sind ein Schlüsselfaktor für eine lang anhaltende Selbstständigkeit. Dies gilt für das Privatbad genauso wie für die Badezimmer in Kranken­häuser und Altenpflegeheimen. Assistenzsysteme im Bad, die einem gehandicapten Menschen ein Stück weit die Freiheit wiedergeben, sich nach eigenen Wünschen zu reinigen, sind ein Stück Lebensqualität. Dazu gehören gut designte Haltegriffe, die zeitlich körperlich eingeschränkten Menschen, etwa nach einem Unfall, zugute kommen genauso wie berührungslose Armaturen, das bereits genannte Dusch-WC oder auch Lichtlösungen, die einem in der Dunkelheit den Weg in den Sanitärraum weisen. In der Entwicklung und von Mepa als Prototyp angekündigt, sind barrierefreie WC-Elemente, die über eine elektrische Höhenverstellbarkeit verfügen. Geregelt wird dies mit einer Fernbedienung. Da die integrierten Stützklappgriffe bei Nichtbenutzung in speziellen Schrankelementen versenkt werden, überzeugt diese Lösung auch optisch. In einigen Jahren ist damit zu rechnen, dass die Regelung dann per App über das Smartphone erfolgt, oder über welches Gerät man dann zu dieser Zeit als Universalfernbedienung und Kommunikationsgerät dann verfügen wird.

Dusch-WC erleichtern die Intimreinigung, etwa wenn zeitliche oder dauerhafte körperliche Einschränkungen diese erschweren. Mit angenehm temperiertem Wasser ist die Reinigung wohltuend und wirkungsvoll. Individuell einstellbar lässt sich das Dusch-WC perfekt an die eigenen Bedürfnisse und Gewohnheiten anpassen.

Noch Zukunftsmusik, aber absehbar dürfte es sein, individuelle Gesundheitsdaten während der Nutzung des Dusch-WC zu erfassen und bei entsprechenden Körperwerten diese gleich an den zuständigen Mediziner oder das Pflegepersonal zur Auswertung weiterzuleiten. Entsprechende Sensoren könnten in das Dusch-WC integriert werden. Mit weiteren Sensoren und einer passenden Beleuchtung kann das Bad zu einer Gesundheitszentrale ausgebaut und erweitert werden. Dies bietet u.a. Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen eine Möglichkeit, den Schutz der Patienten zu erhöhen.

Digitale Unterstützung

Ohne elektrische Anschlüsse funktioniert heute im Bad nichts mehr. Zahlreiche berühungslos angesteuerte Armaturen sind hierfür ein beredtes Beispiel. Wasser kann aber digital auch unterschiedlich angesteuert werden. So bieten Wellnessoasen zunehmend die Möglichkeit, unterschiedliche Wasseranwendungen bereitzustellen und individuellen Vorlieben auf Knopfdruck nachzukommen. Ob im Hotelbad oder im Hallenbad um die Ecke: Absehbar scheint die Entwicklung, dass der Nutzer bereits an der Kasse eines öffentlichen Bades per Smartphone oder der digitalen Uhr nicht nur bezahlt und seinen Umkleideschrank zugewiesen bekommt, den er dann mit seinem an der Kasse ausgehändigten Chip öffnet und schließt, sondern auch seine Vorlieben bezüglich Duschanwendungen und Massagedüsen aufspielt, so dass er im Becken und unter der Dusche die bevorzugten Strahlarten erhalten darf.

Das gilt auch für das Licht, mit dem passende Stimmungen erzeugt werden können. Mit der LED-Technik dürfte die Badgestaltung auch im öffentlichen Bereich eine neue Vielfalt erhalten. Lichtduschen unter der Wasserbrause, Sportbeleuchtung bei öffentlichen Schwimmereignissen, gedämpftes Licht für das Entspannungsschwimmen am Abend und wunschgemäße Lichtsteuerung beim Haareföhnen und Frisieren Ende des Badaufenthalts wären Beispiele.

Bezahlte Wasserabgabe

„Concash“ heißt eine Lösung von Conti, die eine kostenpflichtige Wasserabgabe in Duschen erlaubt. In öffentlichen Einrichtungen, wie Campingplätzen, Fitness-Studios und Sporthallen, können damit Kleingruppen bis zu sechs Duschen ausgestattet werden. Die Wasserlaufzeit ist für Zeiträume zwischen 1 und 9999 s einstellbar und lässt sich so individuell an die jeweiligen Bedingungen anpassen. Der Wasserlauf lässt sich zudem jederzeit und an jedem Duschplatz durch die Start-/Stop-Funktion unterbrechen. Eine Hygienespülung ist in solchen Einrichtungen obligatorisch und daher vorgesehen. Bezahlt wird mit Eurocent oder Wertmarken.

Fazit

Mehr Individualität im Bad, die durch eine höhere technische Ausstattung und Vernetzung verschiedener Systeme ermöglicht wird, kann als wichtiger Badtrend der nächsten Jahre angesehen werden. Ob man deshalb, etwa beim Einchecken im Hotel, gleich mit dem eigenen Smartphone seine individuellen Wünsche ans Bad automatisiert eingibt, was etwa die  Duschwassertemperatur oder individuelle Lichtstimmung angeht, ist vielleicht noch etwas zu weit gegriffen und klingt nach Science Fiction. Doch die Tendenz dürfte in diese Richtung gehen.

Literatur und Quellen:

[1] Presseinformationen von Blue Responsibility, Conti Sanitärarmaturen GmbH, Dallmer, Mepa - Pauli und Menden GmbH, Messe Frankfurt, Villeroy & Boch [2] Infokasten: Presseinformation der Hansa Armaturen GmbH

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