Steckdosenkombi für Arbeitsplätze

DIN EN 61439 für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen

Die Anforderungen an Steckdosenkombinationen in der Industrie haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Die informationstechnische Integration von Maschinen und Produktionsmitteln in den Gesamt-Workflow ist heute Standard. Die Anforderungen im Rahmen von Industrie 4.0 spielen eine ebenso wichtige Rolle, wie die Anforderungen der neuen DIN EN 61 439.

Früher wurden bei Steckdo­senkombinationen in der Industrie zwei parallele, vonein­an­der unabhängige Installatio­nen errichtet: Eine für die Energieversorgung und eine für die Da­ten­ströme. Der Installateur war gezwungen, sich die Komponenten aus dem Angebot unterschiedlicher Anbieter zusammenzusuchen und daraus eine Gesamtlösung zu entwickeln. Das war zeitaufwendig und optisch konnten die Ergebnisse nicht immer überzeugen. Die Industrie 4.0 erfordert heute eine Gesamtlösung, in der Energie sowie Daten technisch und optisch integriert sind. Für die zeitgemäße Arbeitsplatzinstallation werden...
Früher wurden bei Steckdo­senkombinationen in der Industrie zwei parallele, vonein­an­der unabhängige Installatio­nen errichtet: Eine für die Energieversorgung und eine für die Da­ten­ströme. Der Installateur war gezwungen, sich die Komponenten aus dem Angebot unterschiedlicher Anbieter zusammenzusuchen und daraus eine Gesamtlösung zu entwickeln. Das war zeitaufwendig und optisch konnten die Ergebnisse nicht immer überzeugen. Die Industrie 4.0 erfordert heute eine Gesamtlösung, in der Energie sowie Daten technisch und optisch integriert sind. Für die zeitgemäße Arbeitsplatzinstallation werden überwiegend Verteiler zur Wandmontage eingesetzt, für mehr Flexibilität bieten sich abhängbare oder mobile Steckdosenkombinationen an.

 

Ausstattungsmöglichkeiten

Energieverteilung

Für die Energieverteilung stehen zahlreiche Varianten zur Verfügung. Neben CEE-Steckdosen von 16 A, 3-polig bis 63 A, 5-polig sind Schutzkontakt-Steckdosen nach verschiedenen Landesnormen verfügbar. Für die inte­grierte Absicherung stehen FI-Schalter, LS-Schalter sowie Neozed-Einsätze zur Wahl. Durch die integrierte Absicherung vor Ort spart man im Störungsfall Zeit und damit Geld, da die Betriebsbereitschaft rasch wieder hergestellt ist. Ferner gibt es auch Geräte mit abschaltbar-verriegelten Steckdosen bis 63 A: Nach dem Stecken und Einschalten ist der Stecker verriegelt und nach dem Ausschalten und Ziehen des Steckers ist der Schalter verriegelt. Dies bietet noch einmal besondere Sicherheit.


Daten und Automatisierung

Energie, Industrial Ethernet und Automation lassen sich gemein­sam platzsparend und professionell im Produktivbereich mit sei­nen hohen mechanischen Anforderungen installieren. Ob Klein­steuerungen (SPS), Aktoren, Schütze, Relais, KNX/EIB oder andere Elektronik- und Pneumatik-Komponenten, moderne Ge­häu­se bieten hierfür ausreichend Platz. Auch Anschlüsse für die IT-Infra­struktur, z. B. in Form von RJ45-Steckdosen, können in die Ver­teiler integriert werden. Über einen modularen Aufbau lassen sich Installationen verwirklichen, in welchen je nach Bedarf unter­schied­liche Netzwerkkomponenten und Energieanschlüsse unter­gebracht werden können. Das Angebot reicht vom einfachen kupfer­gebundenen LAN-Anschluss bis zum Glasfaseranschluss über entsprechende Spleißkassetten. Auf dieser Basis lassen sich kunden­individuelle Lösungen für Industrie und Gewerbe realisieren, sei es das computer­überwachte Sägewerk, Metallverarbeitung oder Feuchtbereiche wie Waschstraßen. Da bewährte und handelsübliche Kom­ponenten eingesetzt werden, können die Anlagen jederzeit erweitert oder modifiziert werden.

Einsatzbereiche

Die Gehäuse von Steckdosenkombinationen gibt es standardmäßig spritzwassergeschützt in der Schutzart IP 44. Auf Wunsch sind die Gehäuse auch wasser- und staubdicht in Schutzart IP 67 verfügbar sowie auch aus Kunst­stoff mit besonders hoher Beständigkeit gegen Chemikalien für den Einsatz in aggressiven Atmosphären wie Lebensmittel- oder chemischer Industrie.


Design

Form, Funktion und Farbe sind wesentliche Elemente des Designs. In Industrieumgebungen wird zunehmend Wert darauf gelegt, dass die eingebauten Komponenten zum Anspruch und Erscheinungsbild eines Unternehmens passen, werden doch oftmals jedes Jahr zahlreiche Besucher durch die Produktionsanlagen geführt.

Deshalb kommt es neben den technischen Aspekten zunehmend auf ein ansprechendes Design der Produkte an. Steckdosenkombina­tio­nen gibt es daher neben dem bekannten elektrograu ebenfalls in den Farben gelb – als Signal­farbe – oder auch besonders hochwertig in silber. Für besondere Ansprüche, etwa in Ho­tels, Restaurants oder Schulungsräumen, bieten sich spezielle Lösungen an.

Kosten und Nutzen

Auch wenn die Kosten für eine Steckdosenkombination zunächst relativ hoch erscheinen – unter dem Strich bieten sie Vorteile gegenüber vergleichbaren Einzelinstallationen: Weniger Leitungen, damit geringere Brandlast, kürzere Verlegezeiten, weniger Materialaufwand und schnellere Montage der Gehäuse zeichnen anschlussfertige Steckdosenkombinationen aus. Die Installation ist aus einem Guss, sieht professionell aus und überzeugt technisch. Es lohnt sich also, in einer Vergleichsrechnung eine Installation mit Einzelkomponenten und zentraler Absicherung einer Installation mit anschlussfertigen Steckdosenkombinationen und integrierter Absicherung gegenüberzustellen. Das Ergebnis wird eindeutig sein: Mit Kombinationen steigert der Elektrofachbetrieb bei gleicher Leistung und gleichem Auftragsvolumen seinen Gewinn. Bei hart umkämpften Projekten gewinnt er mehr Handlungsspielraum.

DIN EN 61 439 für Nieder­spannungs-Schaltgeräte­kombinationen

Die neue Normenreihe für Nieder­spannungs-Schaltanlagen DIN EN 61 439 (VDE 0660-600) beschreibt als Nachfolgenorm zur DIN EN 60 439 die Ausführung und die Prüfvorgaben für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen. Diese Normenreihe ist auch für Installationsverteiler und Steckdosenkombinationen anzuwenden und stellt in Teilbereichen andere Anforderungen an die Produkte. Alle Steckdosenkombinationen müssen seit September 2014 der neuen Norm entsprechen. Mennekes als Hersteller für Steckdosenkombinationen und CEE-Steckvorrichtungen bietet seit April 2014 alle Kombinationen ausschließlich nach neuer Norm an.


Was ändert sich und welche Vorteile bietet die neue DIN EN 61439?

Produktsicherheit

Zukünftig müssen alle Nieder­span­nungs-Schalt­geräte­kom­bi­nationen nach DIN EN 61439 geprüft werden. Neu ist der grundsätzlich erforderliche Bau­art­nachweis. Dieser ersetzt die bestehende Typ­prüfung. Die Steckdosenkombinationen von Mennekes werden zusätzlich der normkonformen Stückprüfung unterzogen. Die Abgangsstromkreise sind einzeln mit dem jeweiligen Nennstrom belastbar. Hierdurch wird ein noch höherer Sicherheitsstandard garantiert.

Eindeutige Dokumentation

Die Norm definiert nicht nur die technischen Anforderungen an die Installationsverteiler, sondern bestimmt ebenfalls, wie diese geprüft, dokumentiert und ge­kenn­zeichnet werden müssen. So muss der Hersteller an der von ihm gefertigten Kombination ein entsprechendes Typenschild mit diversen Pflichtangaben, wie z. B. Bemessungsbelastungsfaktor RDF (alt: Gleichzeitigkeitsfaktor), anbringen. Eine Dokumentation mit Stücknachweis, in welchem die Eigenschaften der Steckdosenkombination dokumentiert sind, muss erstellt und beigelegt werden. Berücksichtigt werden hierin neben der Handhabungs-, Aufstellungs-, Betriebs- und Wartungsanweisung insbesondere die Schutzmaßnahmen, die mechanischen Eigenschaften und die Isolationseigenschaften.


Kundenspezifische Lösungen

Bei einer Anfrage für eine kun­den­spezifische Lösung werden vom Anwender klare, definierte Vor­ga­ben (z. B. Aufstellort, Umgebungs­tem­peraturen etc.) benötigt. Dies ist erforderlich, um eine norm­gerechte Lösung zu realisie­ren. Der Kunde erhält so eine be­darfs­gerechte, auf den An­wen­dungsfall zugeschnittene Lösung.


Unterscheidung: Ursprüng­li­cher Hersteller – Hersteller

Wird ein Produkt vor Ort verändert, gilt das betreffende Unter­nehmen als Hersteller. In diesem Fall wird eine erneute Prüfung und Dokumentation von diesem Unternehmen benötigt. Als Her­steller muss das jeweilige Unternehmen u. a. die Forderun­gen aus dem Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und dem EMV-Gesetz erfüllen.

Basis für die gesetzlich erforderliche Konformitätserklärung einschließlich der CE-Kennzeichnung ist die DIN EN 61439 mit den neuen Anforderungen. Ein Hersteller von anschlussfertigen Steckdosenkombinationen ist also im Sinne der Norm „ursprünglicher Hersteller“ und „Hersteller“ zugleich und trägt so­mit die gesamte Pro­dukt­verant­wortung. Ein Vorteil für alle am Planungs- und Installationsprozess Beteilig­ten.


Fazit

Die Anforderungen an Steckdo­senkombinationen haben sich durch den Trend zu Industrie 4.0 mit kom­plexen Lösungen für die informationstechnische Inte­gra­tion der Produktion in den Unternehmensprozess und durch die technischen und administrativen Anforderungen der neuen DIN EN 61 439 verändert. Mit Steckdosenkombinationen führender Hersteller eröffnen sich neue Pers­pek­tiven in der zeitgemäßen Industrieinstallation.

Jetzt Artikel freischalten:

tab DIGITAL

14 Tage kostenlos testen

2,49 € / Woche*

Fachwissen jederzeit und überall.

Greifen Sie auf exklusive PLUS-Artikel und das komplette Online-Archiv zu und lesen Sie tab bequem im E-Paper-Format. Das digitale Abo für alle, die flexibel bleiben möchten.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 E-Paper für mobiles Lesen
  • Online-Archivzugang

*129,48 € bei jährlicher Abrechnung inkl. MwSt.

Jetzt bestellen

tab KOMBI

4,99 € / Woche*

Das komplette tab-Erlebnis – digital & gedruckt.

Für alle, die Fachinformationen auf allen Kanälen nutzen möchten: Kombinieren Sie Print und Digital, profitieren Sie von unseren Fachforen und präsentieren Sie Ihr eigenes Projekt.

Ihre Vorteile:

  • Exklusive tab-PLUS-Artikel
  • 6 Print-Ausgaben pro Jahr
  • E-Paper für mobiles lesen
  • Teilnahme an einem Fachforum
  • Online-Archivzugang
  • Veröffentlichen eines Projekts

*259,48 € bei jährlicher Zahlung inkl. MwSt. & Versand

Jetzt bestellen

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 05/2013 Hannover Messe 2013

Industrie 4.0, Smart Grids und Sicherheit

Die Hannover Messe vom 8. bis 12. April 2013 bot vielfältige Eindrücke aus dem umfangreichen Angebot der Industrie. Die Einflüsse auf die Technische Gebäudeausrüstung sind meist unübersehbar....

mehr

Planung und Umsetzung von Energieverteilungen nach DIN EN 61439

Die Norm DIN EN 61439 definiert die Anforderungen an Planung, Projektierung und Errichtung von Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen – mit Fokus auf Sicherheit, Funktionalität und...

mehr

SPS IPC Drives 2015

Die Welt der Automatisierung

Industrie 4.0 ist auf der diesjährigen Messe eines der Themen, das auf vielen Ausstellungsständen im Fokus steht. Erstmals bietet die SPS IPC Drives in Halle 3A die „Industrie 4.0 Area“. Der...

mehr
Ausgabe 01/2019

Herausforderung Industrie 4.0

Transformationen der Infrastruktur in Industriestandorten

Die folgenden Ausführungen ergänzen den zurückliegenden Beitrag „Instandhaltung 4.0“ aus der tab 10/2018. ­Sie sind ein Versuch, den sich abzeichnenden Bedarf an strukturellen Veränderungen in...

mehr
Ausgabe 06/2014 Hannover Messe 2014

Industrie 4.0 und Gebäudetechnik

Mit Themen, die über eine reine Industrieschau hinausgehen, präsentierte sich die Hannover Messe auch 2014. War das Thema „Industrie 4.0“ gegenüber dem Vorjahr noch stärker präsent, gewinnen...

mehr