Sporthotel optimiert Heizung
Kombination von Gas-Brennwertgeräten und BHKWEin eindrucksvolles Beispiel einer Energieoptimierung bietet das Vier-Sterne-Superior-Hotel SportSchloss Velen im Münsterland: Effiziente Gas-Brennwertkessel in Kombination mit einem BHKW versorgen den Komplex mit Wärme und Strom. Sie bilden den wesentlichen Teil einer die gesamte Hotelanlage umfassenden Renovierung.
Charme mit zeitgemäßer Technik verbunden
Die Eigentümer, die Familie Landsberg-Velen, investierten in den vergangenen fünf Jahren knapp 7 Mio. € in das SportSchloss. Ein großer Teil floss in die energetische Modernisierung. Dabei stellte die räumliche Konstellation hohe Anforderungen an Planung und Ausführung des Energiekonzepts.
Der erste Schritt der Modernisierung bestand 2009 in der Neugestaltung der Orangerie. Der Weiße Salon mit seinen Stuckarbeiten blieb unangetastet; man installierte jedoch moderne Tagungstechnik und gestaltete das Gewölbe der Orangerie mit offener Showküche völlig neu. Auch der separate Aufzug mit gläserner Brücke an der Ostseite des zweigeschossigen Baus zeigt eine kontrastreiche Kombination von Alt und Neu.
In diesem Abschnitt ersetzten drei Gas-Brennwertkessel mit jeweils 115 kW Nennwärmeleistung als Kaskade einen alten Kessel mit 270 kW. Damit werden neben der Orangerie auch die Ostgebäude und die Remise mit Wärme und Warmwasser versorgt. Zum Einsatz kam das Modell „Quinta Pro 115“ von Remeha, ein kompakter, wandhängender Wärmeerzeuger, der einen Modulationsbereich von 16 bis 100 % aufweist. Damit wird eine hervorragende Anpassung an den tatsächlichen Wärmebedarf sichergestellt. Außerdem bietet ein solches System im Vergleich zur Einkesselanlage eine höhere Betriebssicherheit.
Josef Holmer, stellvertretender Direktor SportSchloss Velen, erläutert die weiteren Schritte im Modernisierungsvorhaben: „Das neue Energiekonzept entstand im engen Dialog mit dem Gas-Brennwertkesselhersteller Remeha, Energiefachleuten und örtlichen Handwerksbetrieben. Ziel war es, bei gleichbleibend hohem Komfort die Energiekosten dauerhaft zu senken.“ Aufgrund der guten Erfahrungen mit den modulierenden Remeha-Gaskesseln sollte auch in der zweiten Ausbaustufe eine solche Kaskade zum Einsatz kommen. Für die Grundlast wählte man das BHKW „G-Box 50“ aus dem Hause 2G Energy. Diese Kombination aus Kraft-Wärme-Kopplung und Brennwert ersetzte zwei in den 1970er Jahren installierte Kessel mit jeweils 370 kW.
Platzsparende Neuinstallation
Ein Teil der Energiezentrale fand 2012 ihren Platz im Gewölbekeller des Haupthauses. Nach der Demontage der Altgeräte konnte der Heizungsfachbetrieb Vens dort die Kaskade installieren. Die neue Abgasanlage mit einem Querschnitt von 200 mm wurde in den Schornstein eingezogen. Die Wärmeerzeuger arbeiten raumluftabhängig. Dazu kamen vier Frischwasserspeicher „Quadro HFS 750 W“ von Remeha. Sie garantieren eine hygienische, legionellenfreie Trinkwassererwärmung. Aufgrund des Durchlaufprinzips mit nur 50 l Trinkwasserinhalt/Speicher und einem max. Durchfluss von 320 l/min. eignen sich die Schichtenspeicher besonders für den Einsatz in Großanlagen.
Das gasbetriebene BHKW mit den Abmessungen 100 x 163 x 266 cm (Breite x Höhe x Tiefe) wurde in einem eigens errichteten Tiefbunker neben der Orangerie untergebracht und ist von dieser durch einen Versorgungsgang erreichbar. Wenn nach zehn Jahren eine Revision ansteht, müssen nur Erdschicht und Bunkerplatte entfernt werden, bevor das Aggregat per Kran herausgehoben wird. Um Schloss und Orangerie bzw. das BHKW versorgungstechnisch zu verbinden, wurde in 3 m Tiefe eine 170 m lange Rohrleitung durch den Schlosspark und unter der Graft hergeschossen. Der Wärmeverlust durch die Verbindungsleitung vom BHKW zum Schloss wird mit 2 K angegeben. Zum Speichern des Heizungswassers stehen direkt neben dem BHKW zwei Pufferspeicher mit jeweils 1500 l Fassungsvermögen zur Verfügung.
Die Steuerung der gesamten Anlage wurde durch Holtermann Regeltechnik aus Rietberg konzipiert. Alle Komponenten bilden ein hydraulisches System, das per Fernüberwachung jederzeit durch Fachleute kontrolliert werden kann. Vorteilhaft für die Zusammenführung der Anlagenkomponenten ist die für die „Quinta Pro 115“ genutzte Regelung „iSense Pro“, die sich problemlos mit übergeordneten Reglern kombinieren lässt. Eine regelmäßige Wartung, etwa der Remeha-Brennwertkessel, sichert einen effizienten und störungsfreien Betrieb.
Erste Ergebnisse
Die Laufzeit des BHKW wird mit rund 8000 h im Jahr angesetzt. Die in diesem Zeitraum produzierte Wärme beträgt ca. 685 000 kWh, hinzu kommen ca. 403 000 kWh Strom. Durch die Kombination von BHKW und leistungsstarken, sparsamen Remeha-Brennwertkesseln verzeichnet das SportSchloss Velen Einsparungen in Höhe von ca. 4000 € im Monat. Eine Amortisation der Anlage wird je nach Entwicklung der Strom- und Erdgaspreise in ca. sieben Jahren erwartet.
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