Heizzentrale für ein gräfliches Hotel
Drei BHKW und drei Gas-BrennwertkesselFür die Heizungsmodernisierung des Hotels und Spa „Gräflicher Park“ in Bad Driburg wurde ein bestehendes Gebäude in eine Heizzentrale umgebaut. Die Anlage aus drei BHKW und drei Gas-Brennwertstandkesseln, die zwei in die Jahre gekommene Dampfkessel abgelöste, hat sich inzwischen bewährt.
Historisches Hotel mit exklusiver Parkanlage
Die historischen Gebäude des „Gräflichen Parks“, Teil der familiengeführten Unternehmensgruppe „Graf von Oeynhausen-Sierstorpff“, liegen inmitten des gleichnamigen Kurparks in Bad Driburg (Nordrhein-Westfalen). Der 64 ha große, englische Landschaftspark verfügt über einen alten Baumbestand, Teiche, Bachläufe sowie einen Wildpark. Damit bietet er den Besuchern des Wellness- und Tagungshotels den direkten Kontakt zur Natur.
Im Jahr 2007 ließen die Betreiber der Anlage, die Grafen von Oeynhausen-Sierstorpff, den Gebäudekomplex umfassend renovieren und...
Historisches Hotel mit exklusiver Parkanlage
Die historischen Gebäude des „Gräflichen Parks“, Teil der familiengeführten Unternehmensgruppe „Graf von Oeynhausen-Sierstorpff“, liegen inmitten des gleichnamigen Kurparks in Bad Driburg (Nordrhein-Westfalen). Der 64 ha große, englische Landschaftspark verfügt über einen alten Baumbestand, Teiche, Bachläufe sowie einen Wildpark. Damit bietet er den Besuchern des Wellness- und Tagungshotels den direkten Kontakt zur Natur.
Im Jahr 2007 ließen die Betreiber der Anlage, die Grafen von Oeynhausen-Sierstorpff, den Gebäudekomplex umfassend renovieren und schließlich neu eröffnen. Das 4-Sterne-Superior-Hotel wartet seitdem mit insgesamt 135 Zimmern und Suiten in sechs Logierhäusern auf. Darüber hinaus stehen den Gästen ein großzügiger Spa- und Medical-Wellnessbereich, zwei Restaurants, ein Café sowie eine Bar zur Verfügung. Diverse Räumlichkeiten lassen sich für Tagungen, Events und Feiern nutzen.
Gebündelte Heizungstechnik
Nach dem Umbau des Hotels wurde im Jahr 2009 vom damaligen Einkaufsleiter und dem technischen Leiter die Erneuerung der Energiezentrale geplant bzw. ausgeschrieben. Der Auftrag wurde danach an die Firma NGT Contracting GmbH (heute Gasag Contracting GmbH) vergeben.
Hierfür wurde ein bereits bestehendes Gebäude umgebaut, so dass dort später insgesamt sieben Wärmeerzeuger ihren Platz fanden. Sie versorgen den Hotelkomplex sowie die Marcus-Klinik mit 300 Zimmern, die sich in unmittelbarer Nähe auf dem Parkgelände befindet, mit Wärme, Warmwasser und Strom. Die Wärmeverteilung erfolgt in den Zimmern über Flächenheizelemente, in den Foyer- und Flurbereichen über Flächenheizung.
Ziel war es, die nicht mehr effizient arbeitenden Altgeräte durch eine dauerhaft wirtschaftliche Lösung zu ersetzen. Dabei spielten die Faktoren Energieeinsparung, sicherer Betrieb sowie Ressourcenschonung eine wichtige Rolle.
Zum Altbestand, der komplett zu demontieren war, gehörten u. a. ein 10-t-Dampfkessel aus dem Jahr 1962 und ein 7-t-Dampfkessel von 1988. Die Arbeiten erfolgten in mehreren Bauabschnitten – jeweils die Demontage eines Wärmeerzeugers und der Einbau neuer Komponenten – durch die PA-BRA Technische Gebäudeausrüstung GmbH aus Brakel. Auf diese Weise wurde der Betrieb im Hotel- und Spa-Bereich nicht beeinträchtigt.
Mehrgleisige Anlage
Die Grundlast des Komplexes wird mit drei BHKW sichergestellt, zwei mit je 370 kWth bzw. 236 kWel und einem mit 216 kWth bzw. 146 kWel. Letzteres wurde zusätzlich installiert, um auch im Sommer die Grundlast besser ausgleichen zu können. Diese Kombination stellt sicher, dass Bedarf und Laufzeiten gut zusammenpassen. Die zweite Säule bilden drei Remeha-Gasbrennwertgeräte „Eco Pro“, zwei vom Typ „Gas 610“ mit je 1.062 kW, eines vom Typ „Gas 310“ mit 531 kW. Einen Zweistoffkessel (für Öl und Gas) hat der Planer als Notfallaggregat vorgesehen. Dieses Gerät mit 3,5 MW wird einmal im Monat im Probebetrieb gecheckt. Mit dieser dreiteiligen Lösung wird garantiert, dass jede Betriebssituation gemeistert werden kann. Ergänzt wird die Anlage um einen 18-m³-Speicher für die Heizung. Die Verbindung zu den Verbrauchsstellen wurde mit der vorhandenen Gebäudeleittechnik realisiert. Dem hohen Niveau des Hotel- und Spa-Betriebs entsprechend, leistet die Anlage genau das, was der Betreiber erwartet.
Abgasanlage angepasst
Die Abgasführung hat der Planer mithilfe eines freistehenden geschweißten Stahlschornstein gemäß DIN 4133 realisiert. Das fünfzügige Element ist circa 18 m hoch und bringt 5 t auf die Waage.
Das Bauteil wurde komplett und in einem Stück per Kran versetzt, was bei der Anlage viel Fingerspitzengefühl erforderte. Erst nach Abschluss der gesamten Installation wurde der bestehende Schornstein von oben nach unten abgetragen.
Erfahrungen
Die Heizzentrale arbeitet seit ihrer Inbetriebnahme zur Zufriedenheit des Bauherrn, sowohl hinsichtlich der Sicherheit als auch der Effizienz. Mit der Kombination aus BHKW und Gas-Brennwertkesseln erzielte man im Vergleich zum vorherigen Altbestand eine deutliche Reduzierung der Kosten, zumal der selbst produzierte Strom mehrheitlich im Hotel genutzt werden kann.
Rund 32 % Energiekosteneinsparung pro Jahr sowie 47 % CO2-Einsparung (jeweils inkl. Marcus-Klinik) sind hier zu nennen. Daran haben die Remeha-Gaskessel, die mit ihren Emissionswerten deutlich unter den gesetzlichen Vorgaben liegen, ihren nicht zu vernachlässigenden Anteil.
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