Spitzenstellung im Hafen
Das Hyatt Regency im Medienhafen Düsseldorf
Seit Dezember 2010 bietet das Hotel Hyatt Regency Düsseldorf in einem der Zwillingstürme auf der Spitze, einer schmalen Landzunge im Medienhafen, seinen Gästen Aufenthaltsqualität der Luxusklasse. Neben 303 großzügig dimensionierten Zimmern und Suiten beherbergt der durchgehend verglaste Neubau im neuen Szeneviertel der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt vier Restaurants und Bars, einen Ballsaal, vielfältige Konferenz- und Tagungsmöglichkeiten sowie einen Spa-Bereich.
Das inzwischen fünfte Hotel des internationalen Unternehmens Hyatt in Deutschland wurde von JSK Architekten, Düsseldorf, entworfen. Mit ihrer ausdrucksstarken Formgebung bilden die parallel zueinander gestellten und oberhalb des sechsten Obergeschosses in gegenläufige Richtung auskragenden Zwillingstürme einen eindrucksvollen Blickfang.
Direkt an der flussseitigen...
Das inzwischen fünfte Hotel des internationalen Unternehmens Hyatt in Deutschland wurde von JSK Architekten, Düsseldorf, entworfen. Mit ihrer ausdrucksstarken Formgebung bilden die parallel zueinander gestellten und oberhalb des sechsten Obergeschosses in gegenläufige Richtung auskragenden Zwillingstürme einen eindrucksvollen Blickfang.
Direkt an der flussseitigen Hafenzufahrt ermöglicht eine Fußgängerbrücke über das Hafenbecken den unmittelbaren Zugang zur Stadt und zum östlich angrenzenden Teil des Medienhafens. Mit seiner zentralen Lage und der Nähe zum internationalen Flughafen, zu den wichtigsten Messe- und Konferenzzentren, sowie zur Innenstadt bietet das neue Hyatt-Hotel optimale Rahmenbedingungen für Geschäfts- und Freizeitreisende gleichermaßen.
Lage, Architektur und Anbindung
Fassade
Die Hochhäuser (Bauteile A und B) erhielten eine Elementglasfassade mit thermisch getrennter Aluminiumkonstruktion. Die Elemente sind geschosshoch und haben eine Breite von einer ggf. zwei Achsen (Doppelelemente).
Es handelt sich um eine Doppelfassade mit belüftetem Scheibenzwischenraum und darin integriertem Sonnenschutz. Die verglasten Drehflügel sind mit einem Öffnungsbegrenzer ausgestattet, der zu Reinigungszwecken aushängbar ist. Die Reinigung der inneren Fassadenflächen erfolgt von innen, ebenso wie die Innenfläche der äußeren Verglasung, welche durch Öffnen der Drehflügel zugänglich sind. Für die Reinigung der Außenflächen ist eine schienengeführte Befahranlage installiert, welche allseitig umlaufend ausgeführt ist, so dass mit Ausnahme der Fassadenbereiche unter den Auskragungen jeder Fassadenbereich erreichbar ist. Die vertikalen Fassadenbereiche unter den Auskragungen sowie die Deckenuntersichten sind nur mittels Hubsteiger/ Arbeitsbühnen zugänglich.
Das Haus A, inkl. des Ballsaals, wird durch das Hyatt-Hotel genutzt und von diesem eigenständig betrieben. Der Ballsaal hat eine eigene Vorfahrt, wobei dieser Zugang zum Ballsaal nur bei hochgestellter Treppenanlage möglich ist.
Das Zugangs- und Sicherheitskonzept wurde von der Firma Hofmann design realisiert.
Verkehrsanbindung
Der Standort des Hotels liegt an der Spitze der Landzunge am Ende der Speditionsstraße, über welche sämtlicher PKW- und LKW-Verkehr erfolgt:
Das Hotel, sowie der dem Hotel angeschlossene Ballsaal, verfügen jeweils über separate PKW-Vorfahrten, wobei der separate äußere Zugang zum Ballsaal nur während des durch das Hotel gemanagten Veranstaltungsbetriebes des Ballsaals besteht.
Über die zweigeschossige gemeinsam genutzte Tiefgarage (Einfahrt auf Höhe Eingang Haus C) erfolgt die unterirdische Erschließung aller Häuser. Die Tiefgarage ist u.a. mit einer Schrankenanlage und einer Belegungserkennung (Zählschleifen, etc.) ausgestattet, welche sowohl für den erwarteten PKW- als auch LKW-Verkehr (Anlieferung, Entsorgung) ausgelegt wurde. Die Tiefgaragenrampe führt direkt in das 2. UG, über welches das 1. UG erschlossen wird.
Die Tiefgarage ist grundsätzlich 24 h/d öffentlich zugänglich, wobei die Kapazität der für öffentliches Parken zur Verfügung stehenden Flächen tageszeitabhängig variiert.
Das Objekt wurde mit einem Leit- und Orientierungssystem ausgestattet.
Anlieferung und Entsorgung
Die Anlieferung und Entsorgung erfolgt über das 2.UG. Die Zugangsfreigabe erfolgt durch den Empfangsbereich im Haus B, Hyatt, oder bei entsprechender Berechtigung über Kartenleser.
Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung
Die gesamte bebaute Fläche der Liegenschaft inkl. Unterbauungen entwässert in den öffentlichen Mischwasserkanal Speditionsstraße der Stadtentwässerungsbetriebe Düsseldorf. Ausgenommen hiervon ist die umlaufende Promenade. Dort anfallendes Regenwasser fließt in die angrenzenden Hafenbecken ab.
Die Trinkwassereinspeisung für die gesamte Liegenschaft erfolgt aus dem öffentlichen Netz der Stadtwerke Düsseldorf im zentralen Übergaberaum Haus C, 1. UG und wird an der Hauptabsperreinrichtung mit einem Druck von ca. 4,0 bar zur Verfügung gestellt.
Über das Trinkwassernetz werden im Wesentlichen die sanitären Einrichtungen wie Waschtische und Küchen in unterschiedlichen Druckstufen gespeist.
Über das Grauwassernetz (Brunnenwasser) werden im Wesentlichen die WC-Anlagen gespeist. Die Wandhydranten werden teilweise direkt mit Grauwasser und teilweise vom Sprinklertank versorgt. Sprinklertanks werden aus dem Trinkwassernetz gespeist.
Aufgrund der Gebäudehöhe von bis zu ca. 60 m sind zur Versorgung der Obergeschosse Druckerhöhungsanlagen installiert.
Die Warmwasserversorgung erfolgt grundsätzlich dezentral mit Untertischgeräten.
Die Abwasserentsorgung erfolgt nach DIN 1986 innerhalb des Gebäudes über getrennte Schmutzwasser- und Regenwassersysteme (Trennsystem), welche bei Gebäudeaustritt in das öffentliche Mischsystem zusammengeführt werden.
Die Entwässerung der Dachbereiche erfolgt über Flachdachabläufe im HDE-System (Unterdruck). Die Fallrohre werden in Schächten bis in die Untergeschosse geführt und sind anforderungsgerecht schwitzwassergedämmt.
Eine Regenwasserrückhaltung oder -Nutzung wurde nicht geplant. Schmutzwasser, welches oberhalb der Rückstauebene anfällt, wird über natürliches Gefälle in die öffentliche Kanalisation geleitet. Die Entwässerung der unter der Rückstauebene liegenden Einrichtungsgegenstände erfolgt über Hebeanlagen (bei WC-Anschlüssen über Fäkalienhebeanlagen).
Fettabwasser fällt ausschließlich im Bauteil A (Hotel) an. Die zugehörige Entwässerungsanlage mit Fettabscheider wird durch das Hotel betrieben und unterhalten.
Wärmeversorgung und Heizsysteme
Die Wärmeversorgung erfolgt hautsächlich über Geothermie. Mittels zweier Wärmepumpen mit einer Heizleistung von insgesamt 2660 kW wird eine Vorlauftemperatur von bis zu 45 °C erreicht. Die Wärmeverteilung erfolgt mit folgenden Temperaturspreizungen:
Zur Abdeckung von Heizlastspitzen oder im Havariefall erfolgt die Versorgung durch die Fernwärme. Die zentrale Fernwärmeübergabestation befindet sich im 1. UG von Bauteil C und ist gemäß den TAB der Stadtwerke Düsseldorf errichtet. Die Fernwärme-Übergabestation besteht aus einem Wärmetauscher mit einer Leistung von 1800 kW. Ein weiterer Anschluss für einen zweiten Wärmetauscher mit einer Leistung von 1800 kW kann nachgerüstet werden.
Für die Warmwasserbereitung im Hotel ist in der FW-Station ein weiterer Wärmetauscher mit einer Leistung von 560 kW mit separatem Regelorgan und Wärmezähler vorgesehen. Die FW-Anschlussleitung ist für eine Gesamtleistung von 3200 kW dimensioniert.
Die Tiefgaragenrampe ist mit einer Elektroheizung ausgestattet, an welche auch die Entwässerungsrinne im 2.UG (Rampenfuß) angeschlossen ist.
Die für den Betrieb der Wärmepumpen notwendige Brunnenanlage besteht aus zwei Entnahmebrunnen, die aufgrund der Lage im Hafen eine sehr große Wassermenge fördern können. Die im Rahmen des wasserrechtlichen Erlaubnisverfahrens beantragte Leistung liegt bei max. 2 x 275 = 550 m³/h.
Die Nutzung der Grundwasser erfolgt durch zwei parallel geschaltete Plattenwärmetauschern, die die Kälteleistung der Wärmepumpen mit je 1070 kW an das Grundwasser abgeben.
Die Anlagen sind stufenlos regelbar, um eine optimale Anpassung an den aktuellen Wärmebedarf zu erzielen. Das Grundwasser wird ohne Vermischung oder direkten Kontakt mit anderen Medien ins Hafenbecken eingeleitet.
Zur sinnvollen Nutzung der regenerativen Energiequellen und einer damit einhergehenden Reduzierung der Primärenergie wurden Systemtemperaturen von 45/35 °C gewählt.
Wärmeverteilung
Zur Einhaltung dieses Temperaturniveau sind in den Büros (Bauteil B und C) Kühl-/Heizdecken eingebaut, die mit einer Spreizung von 5 K (33/28 °C) betrieben werden und dabei eine spezifische Kühlleistung bis 90 W/m² erzielen.
Zudem ist auch in Teilbereichen im EG in den Bauteilen B und C, sowie den Aufzugsvorräumen im Bauteil A, B und C eine Fußbodenheizung mit Systemtemperaturen von 45/35 °C installiert.
Auch alle Heizregister der Lüftungsgeräte sowie Heizkörper im UG der Bauteile B und C sind für Systemtemperaturen von 45/35 °C ausgelegt und werden mit diesen betrieben.
Um die unterschiedlichen Betriebszustände realisieren zu können, sind am Heizungsverteiler folgende Abgänge mit eigenen Umwälzpumpen installiert:
Sommerbetrieb
Im Sommer läuft das Brunnenwasser je nach Kältebedarf durch einen oder durch die beiden Wärmetauscher und kühlt das sekundärseitige Systemkaltwasser auf den Sollwert von 15 °C ab. Das Kaltwasser steht dann dem Kälteverteiler zum Weitertransport zu den Verbrauchern zur Verfügung.
Bei der Kälteerzeugung durch die Kältemaschinen wird auch Wärme als „Abfallprodukt“ erzeugt. Zur Rückkühlung der Kältemaschinen bzw. Entsorgung der Abwärme wird der Rücklauf des Kaltwassersystems mit einer Temperatur von ca. 19 °C genutzt.
Die anfallende Abwärme steht zuerst den eventuellen Wärmeverbrauchern (z. B. zum Vorwärmen des Warmwassers im Hotel) zur Verfügung. Wird im Gebäude keine Wärme gebraucht, so fließt das Kühlwasser durch den Brunnenwärmetauscher und gibt seine Leistung an das Grundwasser ab.
Um eine maximale Ableittemperatur von 28 °C einzuhalten, wird durch eine Bypassstrecke (direkt am Wärmetauscher) dem Ableitwasser kaltes Grundwasser zu gegeben.
Winterbetrieb
Die Kältemaschinen werden im Winter als Wärmepumpen genutzt. Dabei erzeugen sie Heizwassertemperaturen bis zu 45 °C. Das Heizwasser wird dem Heizungsverteiler zum Weitertransport mittels Sekundärumwälzpumpen zur Verfügung gestellt. Sollte die Sollwerttemperatur aus irgendeinem Grund nicht eingehalten werden können (z. B. Ausfall einer Wärmepumpe), wird die Parallelversorgung über Fernwärme freigegeben. Dabei erfolgt ein Teil der Wärmeversorgung über Fernwärme. Als Wärmequelle dient das Grundwasser, das mit Temperaturen zwischen 8 und 12 °C aus dem Brunnen gefördert wird. Die anfallende Kälteleistung, die die Wärmepumpen als Abfallprodukt erzeugen, wird über das sekundäre Kaltwassersystem mit Temperaturen zwischen 4 und 8 °C wegtransportiert. Es fließt zuerst an den Kälteverteiler vorbei und steht so eventuellen Kälteverbrauchern (z. B. Serverräume) zur Verfügung.
Wird im Gebäude keine oder wenig Kühlung gebraucht, fließt es durch die Brunnenwärmetaucher und gibt seine Leistung an das Grundwasser ab. Dabei erwärmt es sich wieder auf ein höheres Temperaturniveau und fließt zurück zu den Wärmepumpen.
Zwischenfazit
Durch die hier gewählte hydraulische Schaltung wurde die Möglichkeit erschaffen, dass bei Wärmepumpen-/Kältemaschinenbetrieb zuerst ein Energieaustausch zwischen Kälte und Wärme im Gebäude selbst stattfindet. Was darüber hinaus nicht im Gebäude benutzt wird, wird an das Grundwasser abgegeben. So wird nicht nur die Energiequelle maximal genutzt, sondern es wird dadurch auch der Einsatz von Primärenergie (Pumpenleistung) reduziert.
Kälte
Die benötigte Kälte wird über Geothermie (als Grundlast) und Kältemaschinen (als Spitzenlast) erzeugt. Das Grundwasser (Primärkreislauf) wird über Wärmetauscher geführt und gibt seine Energie an den Kühlkreislauf (Sekundärkreislauf) ab.
Das Grundwasser wird dabei für folgende Betriebszustände unterschiedlich genutzt:
Im Kältemaschinenbetrieb erzeugen die reversiblen Wärmepumpen eine Kälteleistung von je ca. 1320 kW.
Die Kühlung des Gebäudes erfolgt mit Hilfe der RLT-Anlagen, sowie Umluftkühlgeräten in den Zimmern und teilweise im EG. Als höchste Außentemperatur war für Düsseldorf +33 °C (Kühllastzone 4) anzurechnen. Dem Kühlfall liegen folgende Zulufttemperaturen zu Grunde:
Auf der Technikdachfläche im 19. OG wurden zwei luftgekühlte Kaltwassersätze installiert. Die Kältemaschinen erhielten eine Frostschutzheizung für die Verdampfer.
Die zwei Kältemaschinen sind redundant verschaltet und bilden einen Kaltwasserkreislauf (KWK). Es ist ausgeschlossen, dass beide Kältemaschinen gleichzeitig laufen.
Vom Hauptverteiler Dachgeschoss abgehend sind zwei Kühlkreise angeordnet: Kreis 1 versorgt die Umluftkühler, Kreis 2 ist eine Umschaltung auf das Geothermienetz, die Versorgung der Dachgeräte erfolgt mit der gleichen Leitung in Richtung aus Verteiler UG kommend.
Die Kältezentrale im 1. UG versorgt bzw. verteilt die Geothermie-kälte in die verschiedenen Versorgungsbereiche Lüftung und Dach. Die Freigabe der Kälteanlage erfolgt über die GLT in Verbindung mit der Außentemperatur und den Anforderungen von Kaltwasser der in den Sekundärkreisen angeschlossenen RLT-Kühler. Die Freigabe der Primärpumpen (V = konstant) erfolgt über das Gewerk MSR, welches auch die Kältemaschinen der Kälteanlagen zuschaltet. Alle im Freien verlegten Rohrleitungsabschnitte erhielten gemäß den Ausführungsplänen eine elektrische Begleitheizung.
Im Kühl- und Kaltwasser
wurden Vor- und Rücklauftemperaturfühler vom Gewerk GLT/MSR geliefert und verdrahtet. Die Vorrichtungen wie Tauchhülsen, Messstutzen wurden durch den Kälteanlagenbauer installiert.
RLT-Anlagen
Die unterschiedlichen Nutzungsbereiche werden differenziert nach den jeweiligen Anforderungen be- und entlüftet. Die Lüftungsanlagen sind grundsätzlich mit Wärmerückgewinnungssystemen ausgestattet.
Darüber hinaus sind sicherheitsrelevante Lüftungsanlagen zur Druckbelüftung der Treppenräume und Feuerwehraufzüge sowie zur Entrauchung der Tiefgaragenanlieferung und innenliegender Bereiche installiert.
Das Hyatt wird über 15 Lüftungsanlagen mit Zu-/Abluft versorgt.
Die RLT-Anlagen verteilen sich in vier Lüftungszentralen in den Untergeschossen, sowie dem Dachbereich im 19. OG.
Nach Maßgabe der behördlichen Forderungen wurden innerhalb des Luftkanalnetzes Brandschutzklappen in Decken und Wänden angeordnet, wenn an diese Wände und Decken Anforderungen hinsichtlich der Feuerwiderstandsdauer gestellt wurden.
In einigen Bereichen des Hotels wurden zusätzlich zur Lüftung Umfluftkühlgeräte zu Unterstützung der Klimatisierung aufgestellt:
Diese Geräte können bei erhöhtem Kühlbedarf über die Regelungstechnik mit zugeschaltet werden. Im Eingangsbereich Foyer wurden zur Vermeidung von Zugerscheinungen bzw. gegen Kaltlufteinfall zwei Türluftschleier eingebaut.
Die erste Anlage ist in der Drehtür, die zweite über der Nebeneingangstür installiert.
Sanitärtechnik
Die Trinkwasserversorgung des Hotels erfolgt aus dem Leitungsnetz von BT B/C kommend. In die Hauptzuleitung wurde ein Rückspülfilter installiert. Das Trinkwassernetz versorgt die Bereiche Hotelzimmer, EG und WC-Anlage im 1. und 2. UG sowie den Bereich SPA im 1.OG, ausschließlich der WC-Anlagen und Außenarmaturen.
Druckzonen
Druckzone 1: versorgt die Bereiche bis einschließlich 1.OG
Druckzone 2: versorgt die Bereiche 2.OG bis einschließlich 10.OG
Druckzone 3: versorgt die Bereiche 11.OG bis einschließlich 19.OG
Die Druckzonen 3 und 2 haben eine separate Druckerhöhung sowie eine separate Warmwassererzeugung mit einem Zirkulationssystem. Die Druckzone 1 wird ohne Druckerhöhung mit dem anliegenden Versorgungsdruck bedient.
Für die Einhaltung der hygienischen Anforderungen wurde ein Kemper Hygiene-System installiert, welches die permanente Durchströmung aller Kaltwasserabgänge gewährleistet. Die Steuerung des Hygiene-System ist im 2. UG in der Wasserzentrale installiert und steuert die Spülventile in den einzelnen Geschossen und Bereichen zeitgesteuert nach errechnetem Programm. Das System erfasst die anliegenden TWK Temperaturen und greift bei einer Temperaturüberschreitung von 25 °C in das System ein. Die hygienischen Anforderungen im Warmwassersystem wurde mit dem Einsatz einer Diaphragmalyseanlage gelöst, welche permanent niedrigdosierte Keimblocker in das System einspritzt. Für die WC- und Urinal-Anlagen, Außenarmaturen und der Bewässerungsanlage Glasdach wurde ein Grauwassernetz installiert, welches aus dem Brunnen über einen Sammelbehälter mit Niveausteuerung gespeist wird. In den Sammelbehälter werden ebenfalls Spülventile des Kemper Hygiene-Systems eingesetzt.
Die anfallenden Schmutzabwässer wurden als Freispiegelentwässerung oder mittels Hebeanlagen den entsprechenden Hausanschlüssen zugeführt. Für die Küchen- sowie Gastronomiebereich im EG wurden vollautomatische Fettabscheideranlagen im 1. UG installiert.
Elektrotechnische Anlagen
Die Versorgung von Bauteil A erfolgt über eine kundeneigene Mittelspannungs-Anlage, welche aus drei Öltransformatoren zu je 630 kVA besteht.
Die Niederspannungshauptverteilung (NSHV-AV) befindet sich im 1. UG, bestehend aus sechs kleinen NSHV-AV. Die Sicherheitsstromversorgung wird mittels einer durch Kuppelschalter verbundenen NSHV-SV sichergestellt, welche sich in einem separaten Raum befindet. Bei Ausfall der Transformatoren werden alle nicht netzersatzberechtigten Verbraucher abgekoppelt, und die Versorgung erfolgt über die Netzersatzanlage. Die Rückschaltung nach einem Störfall erfolgt automatisch.
Von der im Untergeschoss befindlichen Zählerhauptverteilung werden die Etagen der Mietbereiche sternförmig versorgt.
Die das Gesamtobjekt versorgende Netzersatzanlage (NEA) befindet sich im Bauteil C.
Das Dieselnotstromaggregat verfügt über eine Leistung von 630 kVA und versorgt die sicherheitsrelevanten Einrichtungen aller Bauteile.
Zur Sicherstellung einer unterbrechungsfreien Stromversorgung der Sicherheitsbeleuchtung sind Zentralbatterieanlagen installiert.
Die Grundbeleuchtung in der Tiefgarage erfolgt mittels dauernd eingeschalteter Fahrbahnbeleuchtung aus FR-Wannenleuchten.
Aufzugsanlagen
Für den Transport von Personen und Lasten sind in den drei Bauteilen entsprechend Objektgröße und Nutzeranforderungen Personen- und Lastenaufzüge sowie ein Kleingüteraufzug (Speisenaufzug) und zwei Hubbühnen in der Anlieferung des 2.UG der Tiefgarage eingebaut.
Das Hotel im BT A verfügt über eine zentrale Aufzugsgruppe, welche sämtliche Obergeschosse sowie teilweise die Untergeschosse (Parkbereiche) erschließt. Es handelt sich um elektrisch betriebene Seil-Aufzüge mit frequenzgeregeltem Antrieb. Der Maschinenraum ist bauhöhenbedingt im Dach/Technikgeschoss neben den Aufzugsschächten angeordnet. Eine Aufzugsanlage der Gruppe ist als Feuerwehraufzug ausgebildet.
Gebäudeautomation und MSR-Technik
Das Gebäude wurde mit einem digitalem Mess-, Steuer- und Regelungssystem mit übergeordneter Gebäudeleitzentrale (GLT) ausgestattet. Hierzu wurden innerhalb der jeweiligen Technikzentralen so genannte Informationsschwerpunkte (ISP) errichtet.
Alle Informationsschwerpunkte wurden über ein Bus-System (BACnet) mit der Leitzentrale verbunden, wobei jeder Informationsschwerpunkt autark ist und sämtliche Regel- und Steuerfunktionen unabhängig von der Gebäudeleitstation abarbeitet. Lediglich übergeordnete Optimierungsfunktionen der vorgenannten Rechner erfolgen über den Rechner der GLT.
Im Hotelbereich Bauteil A sind die DDC-Controller in den Räumen zusätzlich mit einem PC des Hotels verbunden, auf dem ein Hotelbuchungssystem installiert ist. Dieses Hotelbuchungssystem dient dazu die Raumregelung beim Einchecken bzw. Auschecken eines Gastes anzupassen. Die Systeme im Bauteil A werden ausschließlich durch den Hotelbetreiber bedient und unterhalten.
Das DDC-System dient zur Überwachung, Bedienung und Optimierung aller haustechnischer Anlagen und wird für die Gewerke Heizung, Lüftung, Klima, Kälte und Sanitär eingesetzt.
Im Wesentlichen übernimmt das System (Fabrikat Sauter) die Überwachung, Steuerung und Optimierung der Prozesse in den betriebstechnischen Anlagen vollautomatisch.
Sicherheitstechnische Anlagen
Brandmeldeanlage
Gemäß Brandschutzkonzept ist im gesamten Objekt eine automatische, flächendeckende Brandmeldeanlage (außer Tiefgarage)(Fabrikat Siemens) installiert. Der Standort der Brandmeldezentrale befindet sich gemäß Brandschutzkonzept im Haus A (Hotelbereich). Über eine definierte Steuermatrix, werden im Brandfall die verschiedenen sicherheitstechnischen Anlagen automatisch angesteuert, welche nachfolgend näher beschrieben werden. Die automatische Brandfrüherkennung erfolgt flächendeckend durch automatische Rauchmelder, mit Ausnahme der gesprinklerten Garagenbereiche. Zur Vermeidung von Fehlalarmen ist eine Zwei-Melder-Abhängigkeit in den Gästezimmern vorgesehen. In den übrigen Bereichen wird der Voralarm der Mehrkriterienmelder ausgewertet und angezeigt. Bei Auslösung nur eines Melders (Gästezimmer) oder Voralarm erfolgt eine interne Alarmierung, auf welche mit einer umgehenden Erkundung durch das Betriebspersonal reagiert werden muss.
In folgenden Situationen erfolgt eine direkte Alarmweiterleitung an die Feuerwehr:
Die BMZ befindet sich im EG des Hoteltraktes. In der Brandmeldezentrale (BMZ) sind sämtliche Kommunikationseinrichtungen für die Feuerwehr vorhanden (Feuerwehr-Bedienfeld, Anzeigetableau, -Laufkarten, -Pläne sowie das Feuerwehrschlüsseldepot).
Sprinkleranlage
Die Gebäude werden flächendeckend mit einer Sprinkleranlage (Fabrikat Minimax) ausgerüstet, welche auf die BMA aufgeschaltet ist. Die Bemessung und der Aufbau des gesamten Sprinklersystems erfolgt entsprechend den behördlichen Auflagen, den Vorgaben des Brandschutzkonzeptes und den VdS-Richtlinien.
Als kompensatorische Maßnahme aufgrund der Nichteinhaltung der vertikalen Feuerüberschlagswege gemäß HochhVO im Bereiche der Ganzglasfassade, wurde im Fassadenbereich ein verdichteter Sprinklerschutz installiert. Im Anlieferungsbereich der Tiefgarage im 2.UG kommt gemäß Brandschutzkonzept aufgrund der erhöhten Brandlasten ergänzend zur vorhandenen Flächensprinklerung eine Anlage zur Mikro-Wasservernebelung zur Anwendung.
Gemäß HochhVO sind alle notwendigen Treppenräume mit trockenen Steigeleitungen und geschossweise mit Anschlussarmaturen ausgestattet. Im Bereich der Aufzugsvorräume des Hauses A sind zusätzlich Nass-Steigeleitungen mit Wandhydranten mit CM-Strahlrohr und formstabilen Schlauch angeordnet.
NEA-Technik
Gemäß Brandschutzkonzept wurden alle sicherheitsrelevanten Anlagen wie z. B. die Sicherheitsbeleuchtung, Entrauchung, Sprinklerung, Feuerwehraufzüge sowie die BMA über eine ausfallsichere Spannungsversorgung versorgt.
Das Dieselnotstromaggregat versorgt die sicherheitsrelevanten Einrichtungen aller Bauteile.
Zur Durchführung einer effektiven Gebäudeevakuierung ist eine flächendeckende akustische Personenwarnanlage gemäß Brandschutzkonzept installiert, welche bei Auslösen der BMA automatisch aktiviert wird. Es handelt sich dabei um Sirenen und Sockelhupen im Bürobereich und Doppellautsprecher im Hotel. Die automatische Alarmierung durch die Brandmeldeanlage erfolgt in der Etage in der der Rauchmelder ausgelöst hat und in der jeweiligen Etage darunter und darüber. Außer in den Sockelgeschossen erfolgt die Alarmierung getrennt nach Bauteil A, B oder C. Zur manuellen Alarmierung ist an der Feuerwehranlaufstelle ein Tableau für das ganze Gebäude vorgesehen.
Störmeldeanlage
Störmeldungen (Fabrikat Sauter) von sämtlichen Anlagen und der Aufzüge werden über die DDC-Anlage an das Gebäudemanagement übergeben und von diesem entsprechend der Erfordernisse ausgewertet und bearbeitet. Eine Differenzierung zwischen dringenden Meldungen und einfachen Meldungen wurde vorgesehen.
Bei Nichbesetzung des Conciergeplatz ist eine permanente Weiterleitung der Störmeldungen unter Berücksichtigung von Prioritäten (gem. Störmelde-/ Havarieplan Start up-Phase) an eine externe Stelle durch das Gebäudemanagement sichergestellt.
Gebäudemanagement
Was den Service betrifft, ist die Wartung, Inspektion und Instandsetzung heute Aufgabe des Gebäudemanagement (Teil des Facility Management), denn gebäudetechnische Anlagen sind hochwertige, komplexe Anlagen, deren Werterhalt nur über einen regelmäßigen Service bzw. über eine kontinuierliche (Fern-) Überwachung erreicht werden kann. Zur Betreuung der Technik gehört die schnelle Behebung von technischen Störungen und umgehende Notreparaturen. Zudem sind die Gebäudemanager für die Gewährleistungsüberwachung, die kontinuierliche Optimierung aller Anlagen, die Einhaltung aller gesetzlichen und technischen Auflagen sowie die Überwachung der Gebäudeleittechnik verantwortlich. Auch alle Verwaltungsarbeiten hat das Objektmanagement übernommen.
In ihrer Hand liegen die Aktualisierung der Bestandsdokumentation sowie die Betriebsplanungen und Hilfeleistungen bei der Ver- und Entsorgung.
Dafür ist es zwingend notwendig, einen Überblick über alle installierten Komponenten zu haben. Diese sind in einer Datenbank hinterlegt. Ausschlaggebend dabei ist, dass über ein durchgängiges Kennzeichnungssystem jeder Komponente eine eindeutige Indentifikationsnummer zugeordnet ist. Die einheitliche Darstellung der Daten aus den jeweiligen Teilsystemen schafft die Grundlage für das Managementsystem.
Dieses Managementsystem arbeitet übergreifend in den Bereichen Technik, Sicherheit, zentrale Dienste und Verwaltung und bietet so optimale Informationen für Betriebsführung, Instandhaltung und die unterschiedlichen Managementfunktionen.
Fazit
Das Bauvorhaben Hafenspitze Speditionsstraße bereichert die Büro- und Hotel-Landschaft um ein attraktives Gebäude. Dies zeigt sich u. a. darin, dass die gesamte Fläche genutzt wird. Der Kubus mit seinen zwei Hochhäusern ist ein optisch gelungenes Gebäude. Darüber hinaus bietet er, an einem Traditionsstandort gelegen, eine gelungene Verbindung von Tradition und Moderne.
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Die Schemata als PDF-Dateien
- Grundriss UG Hyatt Regency Düsseldorf Medienhafen tab 7 8 2012.pdf
- Heizungsschema UG Hyatt Regency Duesseldorf Medienhafen tab 7 8 2012.pdf
- Kälteschema UG Hyatt Regency Duesseldorf Medienhafen tab 7 8 2012.pdf
- Heizungsverteilungsschema UG Hyatt Regency Duesseldorf Medienhafen tab 7 8 2012.pdf
- Brandmeldeanlagen UG Hyatt Regency Duesseldorf Medienhafen tab 7 8 2012.pdf
