Sorptionsgestützte Klimatisierung

Für die nachhaltige Klimatisie­rung von Gebäuden bietet Menerga ein sorptionsgestütztes Zen­tralklimagerät an. In Verbin­dung mit der „adiabaten“ Ver­duns­tungs­kühlung kann bei die­ser Lösung auf eine Kältekompressionsanlage verzichtet bzw. deren Energiebedarf auf ein Viertel reduziert werden. Das Gerät entfeuchtet mit Hilfe einer hydroskopischen Salzlösung die Luft und erreicht damit je nach Leistungsbereich einen COP von bis zu 1,4.

Die Entfeuchtung von Luft ist generell mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Als besonders wirkungsvolle Variante hat sich in mehreren Feldversuchen die sorptions­gestützte Entfeuchtung erwiesen. Das Verfahren leistet einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der Ener­gie­effi­zienz, da bei Absorption nicht wie bei herkömmlichen Kältemaschinen elektrische Energie, sondern Wärme als Antriebsenergie genutzt wird.

In dem sorptionsgestützten Klimagerät des Mülheimer Herstellers kommt eine FCKW-freie, wässrige Lithiumchlorid-Lösung als Absorptionsmittel und Speichermedium beim Entfeuchtungs­prozess zum Einsatz.

Die Außenluft wird bedarfsabhängig an der konzentrierten Salzlösung vorbeigeleitet, die dann das in der Luft enthaltene Wasser aufnimmt. Um die durch die Feuchte­aufnahme aus der Außenluft verdünnte Salzlösung wieder zu regenerieren, wird die erwärmte Lösung dazu in einem Desorber umgewälzt. Dabei wird der aus der Lösung ausgeschiedene Wasserdampf mit dem Fortluft­strom abgeführt, so dass die regenerierte Salzlösung anschließend wieder die Außenluft entfeuchten kann. In der Zwischenzeit kann die regenerierte Salzlösung in Kunststofftanks gesammelt werden und ist damit nahezu verlustfrei wärmespeicherfähig. Zu den großen Vorteilen der sorptionsgestützten Klimatisierung gehört also die Möglichkeit der diskontinuierlichen Betriebsweise, weil die Entfeuchtung und die Regeneration bei diesem Gerät zwei unabhängig voneinander ablaufende Prozesse sind und deshalb zeitversetzt stattfinden können.

Dieses Entfeuchtungsverfahren eignet sich von daher besonders gut zur Komfort-Klimatisierung von Gebäuden, in denen kostengünstige Wärme beispielsweise aus Solarthermie, Kraft-Wärme-Kopplung, Produktionsprozessen oder als Fernwärme zur Verfügung steht.

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