Besucher-Rekord bei internationalem Wettbewerb

Solar Decathlon in Wuppertal

Das Team des Karsruhe Institute of Technology (KIT) hat mit seinem Projekt „Roofkit“ den Wettbewerb gewonnen.
Bild: SDE 21/22

Das Team des Karsruhe Institute of Technology (KIT) hat mit seinem Projekt „Roofkit“ den Wettbewerb gewonnen.
Bild: SDE 21/22
16 Hochschulteams aus zehn Ländern haben beim Solar Decathlon (SDE 21/22) in Wuppertal im Juni gezeigt, wie sich Baulücken klimafreundlich und kostengünstig schließen, Gebäude aufstocken oder in die Jahre gekommene Immobilien sanieren lassen. Das von der Bergischen Universität Wuppertal als Ausrichter entwickelte Wettbewerbsprofil für das Weiterbauen im Bestand war ein großer Erfolg: Über 115.000 internationale Besucher kamen an zwölf Veranstaltungstagen auf das Gelände des Solar Campus in Wuppertal.

Ein besonders hohes Niveau wurde bei der Integration der Solaranlagen in die Gebäudetechnik und der Architektur erreicht. Viele Teams setzten auf Lösungen, die solare Wärme- und Stromerzeugung in einem Bauteil verbinden (PVT), oder zeigten innovative Anlagen in Varianten von Technologie, Abmessungen, Formen und Farben. Dabei geht es im Geschosswohnungsbau auch um Systeme an Fassaden, da die Fläche auf dem Dach vielfach nicht reicht.

Ab Herbst 2022 können acht Häuser als Teil des Nachfolgeprojekts Living Lab NRW in Wuppertal besichtigt werden.
Bild: SDE 21/22

Ab Herbst 2022 können acht Häuser als Teil des Nachfolgeprojekts Living Lab NRW in Wuppertal besichtigt werden.
Bild: SDE 21/22
Der SDE 21/22 hat gezeigt, dass in der massiven Energieeinsparung und der Solarenergienutzung am Gebäude die Schlüssel zum Verzicht auf Gas und Öl liegen. Denn nahezu alle Gebäude erreichten in der Wettbewerbszeit eine positive Energiebilanz, erzeugten also meist deutlich mehr Strom als sie benötigten. „In Verbindung mit Batteriespeichern und Automationstechnik nutzten die Teams im Schnitt die Hälfte des erzeugten Solarstroms im Haus selbst. Das ist deutlich mehr als heute üblich“, erklärt der fachliche Leiter des Wettbewerbs, Prof. Karsten Voss von der Bergischen Universität Wuppertal.
Im Wettbewerb wurde erstmalig auch geprüft, wie flexibel die Gebäude in Verbrauch und Einspeisung auf die Anforderungen des Stromnetzes reagieren. Mit speziellen Testverfahren mussten die Teams trotz sommerlicher Temperaturen vor Ort unter Beweis stellen, dass ihre Gebäude im Winter mit wenig Wärme beheizt werden können.

Ein weiteres wichtiges Thema beim Solar Decathlon war eine Baukonstruktion, die recyclinggerechtes Bauen fördert und damit die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen verbessert. Die Wiederverwendung von Materialien oder ganzen Bauteilen und der Einsatz von Recyclingmaterialien waren mit einer eigenen Ästhetik ablesbar. Darüber hinaus zeigten die Häuser mit ihren kompakten Grundrissen auf, wie das Wohnen auf weniger privater Fläche attraktiv sein kann und Gemeinschaftsflächen das Raumprogramm ergänzen.

Für alle Gebäude stehen die Wettbewerbsergebnisse, umfangreiche Fachinformationen und ein interaktiver 3D-Rundgang auf der Veranstaltungswebseite (//sde21.eu/de/:https://sde21.eu/de/) zur Verfügung. Ab Herbst 2022 können zudem acht Häuser als Teil des Nachfolgeprojekts Living Lab NRW in Wuppertal besichtigt werden. Ausführliche Artikel zu den deutschen Beiträgen des SDE 21/22 – darunter das Siegerprojekt „Roofkit“ des Teams vom Karlsruhe Institut of Technology (KIT) – finden Sie auf www.tab.de.

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