Sichere Abgasführung

Dampferzeuger für einen Biotech-Komplex

Im Neubau am Rande des Bundeswehrgeländes GFZ-Kaserne in Mainz wird demnächst intensiv geforscht. Zwei biopharmazeutische Unternehmen finden dort einen optimalen Standort. Zur technischen Ausstattung des Gebäudes zählen zwei Dampfautomaten, für die Raab die passende Abgasanlage lieferte.

Ein fünfgeschossige Neubau mit zwei Seitenflügeln be­herbergt ab Juni 2014 zwei medizinische Forschungseinrich­tungen: die Ganymed Pharmaceuticals GmbH und die BioNTech AG. Sie sind Ausgründungen der Mainzer Universitätsmedizin und forschen nach neuartigen Krebstherapien. Der Projekt­ent­wickler SaniPharma GmbH aus Ottobrunn errichtete den Komplex mit 8300 m² Nutzfläche für ca. 34 Mio. €. Das Ge­bäude steht ganz in der Nähe der Universitätsmedizin und vis-à-vis des Katholischen Klini­kums Mainz. Der Standort bietet für die biopharmazeutischen Unter­nehmen hervorragende Be­dingungen.

Die...

Ein fünfgeschossige Neubau mit zwei Seitenflügeln be­herbergt ab Juni 2014 zwei medizinische Forschungseinrich­tungen: die Ganymed Pharmaceuticals GmbH und die BioNTech AG. Sie sind Ausgründungen der Mainzer Universitätsmedizin und forschen nach neuartigen Krebstherapien. Der Projekt­ent­wickler SaniPharma GmbH aus Ottobrunn errichtete den Komplex mit 8300 m² Nutzfläche für ca. 34 Mio. €. Das Ge­bäude steht ganz in der Nähe der Universitätsmedizin und vis-à-vis des Katholischen Klini­kums Mainz. Der Standort bietet für die biopharmazeutischen Unter­nehmen hervorragende Be­dingungen.

Die Wärmeversorgung des Kom­plexes erfolgt über Fern­wär­me, sodass lediglich eine Über­gabestation installiert wer­den musste. Einen wichtigen Be­stand­teil der Technik, die sich mehrheitlich im Untergeschoss befindet, bilden die beiden gas­be­trie­benen Dampfautomaten „Certuss Universal 600 TC“ mit einer Dampfleistung von jeweils 600 kg/h. Sie liefern die Energie für Autoklaven (in der Medizin zur thermischen Sterilisierung im Über­druckbereich genutzt), Spüleinrichtungen sowie Wärme zur Entfeuchtung und für die Lüftungsanlage. Dampf kann bei gleicher Masse im Vergleich zu Wasser mehr als sechsmal so viel Ener­gie transportieren. Mit Dampf lassen sich Maschinen, Geräte, Feststoffe, Gas und Flüssigkeiten temperaturgenau beheizen. Zwei Dampfleitungen wurden installiert: mit 6,0 bar für 165 °C und 3,0 bar für 151,8 °C. Dabei waren u. a. Sicherheitseinrichtungen wie Temperatur- und Dampfbegrenzer zu integrieren.

Belüftungsöffnungen für die Verbrennungsluft wurden bauseits erstellt: für die Zuluft in Bodenhöhe, für die Abluft in Deckenhöhe. Eine innovative Lösung zur Energieeinsparung ist der Einsatz von Rauchgaswärmetauschern. Die aus dem Abgas zurückgewonnene Energie erhöht den feuerungstechnischen Wirkungsgrad auf ca. 98 %. Den Bereich Dampferzeugung und Kondensatabführung (bis zum Anschluss der Verbraucher im Gebäude) verantwortete die Imtech Deutschland GmbH & Co. KG. Ihr oblag es, die Funk­tio­nalität und sichere Betriebsweise dieses Teilbereichs den Vor­gaben ge­mäß zu garantieren.

Durchdachte Abgasführung

Für die beiden Dampferzeuger sollte laut Plan je eine separate Verbindungsleitung zum senkrechten Abschnitt der Abgasleitung führen. Dazu wurde die waagerechte Verbindungsleitung am Stutzen des nachgeschalteten Abgaswärmetauschers befestigt, wobei Körperschallabsorber eingesetzt wurden. Diese eher unscheinbaren Bauteile vermindern vom Wärmeerzeuger ausgehende Körperschallschwingungen auf die Abgasanlage und nehmen in begrenztem Maß auch Wärmedehnungen auf. Gleichzeitig ergibt sich eine Ausgleichsmöglichkeit von bis zu 10 mm, so dass ein einfacher Geräteanschluss gegeben ist.

Für die Verbindungsleitung kam das Raab-System „EW“ zum Einsatz („EW“ steht für einwandig). Die Edelstahlelemente mit 250 mm Nennweite ließen sich mit Klemmbändern, die bei Bedarf nachgespannt werden können, schnell und sicher verbinden. Etwa 3 m beträgt jeweils die Gesamtlänge einer Verbin­dungs­leitung bis zum Eintritt in die Senkrechte.

Sinnvoll: Zugbegrenzer

In diesen Leitungsabschnitt wurden zwei Zugbegrenzer „ZUK 250 SG“ installiert, die Kut­zner + Weber für Großanlagen entwickelt hat. Sie schaffen gleich­bleibende Druckbedingun­gen in der Abgasstrecke und er­höhen dadurch den Wirkungsgrad der Anlage. Gleichzeitig ergibt sich mit dem Einsatz eines solchen Bauteils eine größere Sicherheit, denn witterungs- oder druckbedingte Störungen werden mit ihrer Hilfe unterbunden.

Die kontinuierliche Anpassung an die Betriebsweise der Dampfautomaten konnte bei den „ZUK 250 SG“ vor Ort beobachtet werden: Die Überdruckklappe öffnete und schloss in einem Rhyth­mus, der nur durch eine äußerst schnelle Reaktion auf die sich verändernden Bedingungen zu erzielen ist. Die Bauteile wurden mithilfe des entsprechenden Abgasrohranschlusses in die Abgasleitung integriert und mittels einer Halterung abgestützt.

Senkrechte Abgasführung

Hinter den Zugbegrenzern verläuft eine Abgasanlage in gleicher Höhe weiter auf die Senkrechte, die zweite wurde durch pass­ge­naue 90 °-Winkel um ein Stück nach oben versetzt an das ein­wandige Rohr angeschlossen. Auch dieser Abschnitt konnte kom­plett mit dem Raab-System „EW“ realisiert werden. Hier kommt positiv zum Tragen, dass der Spezialist aus Neuwied mit dem Edelstahl-Baukastensystem Lösungsmöglichkeiten für alle Fälle anbietet. Die Elemente sind genau aufeinander abgestimmt und können rasch installiert werden.

Die senkrechte Abgasleitung wurde wegen der Doppelbelegung mit der Nennweite 400 mm ausgeführt und etwa 1 m über dem Fußboden auf eine Konsole gesetzt. Diese Art der Montage funktionierte deshalb so einfach, weil die Komponenten aus 1,0 mm dickem Edelstahl sehr leicht sind und durch die Muffensteckverbindung schnell zu verbinden waren. Dichtungen und Klemmbänder wurden bei der senkrechten Montage nicht benötigt.

Als erstes Element auf der Konsole wurde ein Formteil mit einer runden Reinigungsöffnung eingesetzt, dann folgten die beiden Rauchrohranschlüsse. Unterhalb der Decke wurde ein leichter Versatz eingebaut, anschließend führt die Abgasstrecke senkrecht bis über das Dach. Rund 25 m wurden insgesamt überwunden. Da dieser Teil in einem Schacht verläuft, konnte das einwandige Rohr durchgängig eingesetzt werden. Der obere Abschluss besteht aus einer Schachtabdeckung und einer Regenhaube. Sie ist das einzige Element, das von außen sichtbar bleibt.

Fazit

Schon vor dem eigentlichen Start der Forschung waren die Dampf­automaten in Betrieb. Zusammen mit der exakt abgestimmten Abgasanlage konnte ein sicheres, voll funktionsfähiges System installiert werden, das die gestellten Ansprüche in jeder Hinsicht erfüllt.

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