Schienenverteiler in Hochhäusern
Charakteristische Vorteile und neue MöglichkeitenBei der sicheren und flexiblen Energieverteilung in Hochhäusern und Gebäudeinfrastrukturen bieten Schienenverteilersysteme gegenüber Kabeln einige Vorteile. Auch wenn diese bereits als ausgereift gelten, gibt es durchaus noch Verbesserungspotentiale. Diese Potentiale setzt ein neues Schienenverteilersystem um.
Charakteristische Vorteile
Schienenverteiler ersetzen nicht nur das klassische Kabel durch feste Stromschienen, sondern auch herkömmliche, zentrale Verteiler durch verbrauchernah angeordnete Schutzorgane. Daraus ergeben sich...
Charakteristische Vorteile
Schienenverteiler ersetzen nicht nur das klassische Kabel durch feste Stromschienen, sondern auch herkömmliche, zentrale Verteiler durch verbrauchernah angeordnete Schutzorgane. Daraus ergeben sich charakteristische Eigenschaften, die sich systematisch für die Elektroplanung nutzen lassen:
Fünf Schienenverteilersysteme
Mit fünf verschiedenen Schienenverteilersystemen der Produktfamilie „Sivacon 8PS“ erschließt Siemens die genannten Vorteile für verschiedene Anwendungsbereiche. Ihre Kommunikationsfähigkeit ermöglicht dabei die Anbindung an Industrie- und Gebäudeautomation.
1. Das Spektrum beginnt mit „BD01“ bei der Energieversorgung für Beleuchtungsanlagen und Kleinverbraucher mit 40 A bis 160 A.
2. Das Schienenverteilersystem „BD2“ ist für Anwendungen von 160 A bis 1250 A mit erhöhtem Sicherheitsbedarf ausgelegt, z. B. in Rechenzentren.
3. Das System „LD“ für 1100 A bis 5000 A ist ausgelegt für den Einsatz z. B. in Messehallen, in industriellen Anwendungen sowie auf Schiffen.
4. Mit „LR“ steht im Bereich 400 A bis 6150 A zudem eine spezielle Lösung zur Vernetzung von Anlagenteilen im Freien zur Verfügung.
5. Speziell für die Energieübertragung großer Energiemengen über lange Strecken in großen Anlagen und Infrastrukturen wurde das neue System „LI“ entwickelt. Es ersetzt die Vorgängergeneration „LX“ und erweitert sie im Anwendungsbereich von 800 A bis 6300 A um neue Funktionalitäten. Hierfür entspricht es der neuen Norm DIN EN (IEC) 61 439-1/-6, für die die Übergangsfrist im Juni 2015 endet. Das „LI“-System ist nach Schutzart IP 55 ausgeführt und auf Wunsch epoxyisoliert. Bei diesem Sandwichsystem liegen die Leiterbahnen direkt aufeinander. Das stabile Aluminiumgehäuse kompensiert die für diese Bauart charakteristische Wärmeentwicklung perfekt. Als „Double-Body“-System können die beiden Systeme getrennt voneinander zum Installationsort eingebracht werden. Erst bei der Installation werden sie verbunden. Für eine sichere und zuverlässige Schienenverbindung sorgt eine Hakenbolzentechnik. Die Komponenten sind damit mechanisch und elektrisch fest miteinander verbunden: Das System arbeitet ausfallsicher und wartungsfrei. Ein sehr niedriger Spannungsfall ist gewährleistet. Die modularen Abgangskästen lassen sich anwendungsspezifisch mit verschiedenen Funktionen ausstatten, etwa mit Kompaktleistungsschaltern.
Anwendungen in Gebäuden und Infrastruktur
Kritische Infrastrukturanlagen, wie z. B. Flughäfen, haben vielfältige Anforderungen an ihre Energieversorgung. Sie muss insbesondere hoch verfügbar sein. Stichworte sind hier eine Ersatzstromversorgung und die redundante Energieversorgung zu den Verbrauchern. Gleiches gilt für die sichere und kompakte Energieversorgung in Hochhäusern. Dazu muss der Platz optimal genutzt werden. Diese Netze sind sternförmig aufgebaut, mit Niederspannungshauptverteilern, Versorgungskanälen und -schächten, die so wenig Platz wie möglich in Anspruch nehmen. Das System „LI“ erfüllt diese Anforderungen durch ein kompaktes Design. Darüber hinaus deckt es als bauartgeprüfte Gesamtlösung gemäß DIN EN (IEC) 61 439 die Verbindung zwischen Schaltanlage „Sivacon S8“ und Schienenverteilersystem ab. Nicht zuletzt ermöglicht das modular erweiterbare System die Umsetzung eines modernen Energiemanagements gemäß europäischer Normen. Europäische Bauvorschriften verlangen zudem, dass Gebäude so konzipiert sein müssen, dass sie „die Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch verhindern“. Das bedeutet konkret: Feuer und Dämpfe dürfen sich nicht von einem Geschoss in das nächste bzw. von einem Brandabschnitt in den nächsten ausbreiten. Die Brandschutzfunktion des Systems „LI“ ist geprüft für die Feuerwiderstandsklasse EI90 (EI120 in Vorbereitung) gemäß Norm EN 1366-3 (Kategorie EN 13 501). Es entspricht damit europäischen Bauvorschriften. Die bauamtliche Zulassung gilt auch für Leichtbauwände. Auf Anfrage sind verschiedene Zulassungssets für unterschiedliche nationale Vorschriften erhältlich.
Fazit
Das Schienenenverteilersystem „LI“ integriert sich nahtlos in das Siemens-Konzept „Totally Integrated Power“ – kurz „TIP“. Dieser Ansatz kombiniert Mittel- und Niederspannungssysteme zu durchgängigen und technisch einheitlichen Lösungen. Das Ergebnis liegt in einer effizienten und zuverlässigen Energieverteilung von der Einspeisung durch den Verteilnetzbetreiber bis zur Verbrauchsstelle.
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