Schaltschrankerneuerung im Betrieb

Energiewirtschaftliche Optimierung im Krankenhaus

Um den energiewirtschaftlichen Betrieb im Kreiskrankenhaus Rheinfelden weiter auszubauen, war es an der Zeit, veraltete dezentrale Schaltschränke zu sanieren und vorhandene Anlagen zu optimieren. Die Sanierung und Optimierung erfolgt bei laufendem Klinikbetrieb.

Das Kreiskrankenhaus Rheinfelden ist für die Schüber Ingenieure GmbH aus Freiburg ein alter Bekannter. Seit Jahren betreut der SBC-Systempartner das Projekt und wartet die vorhandenen Anlagen. Nun kam ein neuer Auftrag, der darin bestand, die veralteten Schaltschränke, die zum Teil noch über pneumatische Regelungen verfügten, zu sanieren und weitere Anlagenteile zu optimieren sowie auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Ohne Beeinträchtigung des laufenden Klinikbetriebs galt es, Energieeinsparungen durch die optimale Vernetzung und Kommunikation der einzelnen Gewerke zu erreichen,...

Das Kreiskrankenhaus Rheinfelden ist für die Schüber Ingenieure GmbH aus Freiburg ein alter Bekannter. Seit Jahren betreut der SBC-Systempartner das Projekt und wartet die vorhandenen Anlagen. Nun kam ein neuer Auftrag, der darin bestand, die veralteten Schaltschränke, die zum Teil noch über pneumatische Regelungen verfügten, zu sanieren und weitere Anlagenteile zu optimieren sowie auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen. Ohne Beeinträchtigung des laufenden Klinikbetriebs galt es, Energieeinsparungen durch die optimale Vernetzung und Kommunikation der einzelnen Gewerke zu erreichen, u.a. durch den Einbau von effizienteren Verbrauchern, wozu auch die Erneuerung sämtlicher Pumpen gehörte. 

Umfangreiches Konzept

Das Konzept wurde von der Schüber Ingenieure GmbH ausgearbeitet und durchgeführt. Eine Elektrofirma übernahm die Leitungsverlegung, die hauseigene Haustechnik demontierte nicht mehr benötigte Leitungen, aber ansonsten wurde keine weitere Ausführungsfirma benötigt. Das Konzept beinhaltet die Sanierung und Zusammenfassung vorhandener Schaltschränke, wobei Bauteile und Anlagen soweit als möglich weiterhin genutzt werden sollen. Die Schaltschränke werden komplett vor Ort saniert und – wenn möglich – zusammengefasst, um die Anzahl zu reduzieren. Dazu werden die bisher noch vorhandenen Pneumatikfelder komplett demontiert und elektrisch neu aufgebaut. In den Elektrofeldern, die dann frei werden, werden die dezentralen Anlagen – soweit möglich – neu aufgebaut und angeschlossen. Nur die pneumatischen Mischkästen der Kalt-/Warmluftkanal-Regelzonen werden weiterhin über e/p-Signalwandler vor Ort pneumatisch angesteuert. Vorhandene PCD-Systeme für Kälte, Heizung, Licht und Fluchttüren werden teils erneuert, teils weiterverwendet und erweitert. Sämtliche Anlagen werden miteinander vernetzt und mittels Web-Technologie visualisiert und bedient, ebenso erfolgt die Einrichtung eines Fernzugriffs und die automatische Weiterleitung selektierter Störungen per E-Mail oder SMS an das technische Personal.

Weniger Schaltschränke

SBC-Systempartner Schüber Ingenieure GmbH begann in einem ersten Schritt damit, den vorhandenen zweiseitigen Schaltschrank mit je sechs Feldern zu sanieren. Bisher war auf der einen Seite die Pneumatik, auf der anderen Seite die Elektrik verbaut. Von der Pneumatik-Seite blieben nur die Grundplatten übrig, die Elektrik, die stattdessen eingebaut wurde, wurde komplett neu aufgebaut. Dank des zweiseitigen Aufbau des Schaltschranks war es möglich, die „alte“ Elektrik unterbrechungsfrei einfach auf die neue Version umzuklemmen.

Da durch den Wegfall der pneumatischen Regelung Platz im Schrank frei wurde, integrierte die Schüber Ingenieure GmbH im Zuge der Sanierung rund zehn bestehende Schaltschränke und minimierte so die Gesamtzahl. Im kernsanierten Schrank regelt und steuert nun auf der einen Seite Feld 1 die Stromzufuhr, Feld 2 die zentrale Luftaufbereitung und Lüftung der zentralen Sterilisation und des OP-Saals 3, Feld 3 die OP-Anlagen 1+2 und die Lüftung in der Umkleide, Feld 4 die Mischkästen für die OP-Bereiche inklusive Nebenräume, die Abluft dezentraler Ventilatoren und die Lüftung der Küche (diese wird zwar nicht mehr genutzt, muss jedoch durch ihre Innenlage regelmäßig per Stoßlüftung belüftet werden), Feld 5 die Endoskopie, die Lastabgänge und Osmose sowie die Meldungen der neuen Druckluft-Versorgung, Feld 6 ist bisher Reserve. Auf der Gegenseite erfassen die Felder 7 bis 12 die insgesamt rund 200 Brandschutzklappen im gesamten Gebäude. Im 2. UG befand sich ein weiterer Schaltschrank, der überarbeitet wurde und nun den aseptischen Eingriff im 1. OG und die Innenräume vom 2. UG bis 4. OG regelt und steuert. Eingesetzt wurden hierfür sechs „PCD1.M2220-C15 E-Line“-Steuerungen und 36 „E-Line RIO“-Module.

Programmierung behalten

Von großem Vorteil sind die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der SBC-Produkte – für die ausführende Firma ebenso wie für den Auftraggeber. „Das tolle an den PCD- Steuerungen ist, dass man das Basisgerät tauschen kann, ohne die Programmierung zu verlieren“, betont Bernhard Hefter von Schüber Ingenieure GmbH. „Bestehende Karten können einfach umgesteckt und die bestehende Programmierung in wenigen Schritten auf den neuesten Stand gebracht werden. Das vereinfacht unsere Arbeit enorm und spart dem Auftraggeber auch Geld.“ So konnte z.B. für die Regelung der Heizzentrale (Kessel, Heizkreise und Warmwasserbereitung) und der Steuerung für die Lichtsteuerungen jeweils nur das Basisgerät auf eine „PCD2.M5540“ gewechselt werden, die bestehenden Erweiterungen werden weiterhin genutzt. Die Webprogramme und die Visua­lisierung wurden angepasst bzw. hinzugefügt. Damit war die Anlage fertig. Eine „PCD1.M2110R1“ ersetzt eine alte „PCD1.M110“, steuert die Kältemaschine und erfasst über Modbus (Kältemaschine) und M-Bus (kW-Energiezähler). Insgesamt werden 1.250 physi­kalische Datenpunkte und elf Informationsschwerpunkte erfasst und ausgewertet. Über Ethernet erfolgt die Einbindung der Anlage ins Intranet. Per Microbrowser erhält man auf jedem eingerichteten PC Zugriff. Zusätzlich wurde ein 12“-Panel („PCD7.D412 DTPF“) installiert. So hat der Techniker die Wahl, wie er auf die Anlage zugreifen möchte, vor Ort oder per Remote. Der SBC-Systempartner hat, falls nötig, über einen VPN-Tunnel Fernzugriff.

Abschließende Arbeiten

Die Sanierung steht kurz vor dem Abschluss. Die Lichtsteuerungen und die Fluchttüren müssen noch in das Gesamtsystem eingebunden werden. Nach Abschluss aller Arbeiten sorgen Ethernet- und S-Bus-Verbindungen dafür, dass alle Systeme miteinander verbunden sind.

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