Sauerstoffreduktion im AutoStore-Lager
Hohe Brandschutzanforderungen durch kompakte BauweiseWer unwissend am Komsa-Stammsitz im sächsischen Hartmannsdorf vorbeifährt, ahnt nicht, dass inmitten der ländlichen Idylle die Lagertechnik der Zukunft Einzug gehalten hat: Seit Dezember 2017 wird hier ein sogenanntes AutoStore-Kleinteilelager betrieben, in dem Roboter für einen optimalen Warenfluss sorgen. Die sehr kompakte Bauweise des eingehausten Kleinteilelagers führt zu einer hohen Packungsdichte, die vorhandene Lagerflächen optimal ausnutzt. Dies erfordert neue Lösungen für den Brandschutz. So setzt Komsa auf eine aktive Brandvermeidung mittels Sauerstoffreduktion.
Zur Optimierung seiner Logistikprozesse hat das Unternehmen Komsa im vergangenen Jahr am Stammsitz Hartmannsdorf auf einer Fläche von 675 m2 ein neues AutoStore-Kleinteilelager errichtet. Dicht neben und übereinander stapeln sich darin ca. 25.000 Kunststoffbehälter mit je 70 l Fassungsvermögen. Eine selbsttragende Aluminiumkonstruktion (Grid) unterteilt die Lagerfläche in rechteckige Felder. In jedem Feld können bis zu 16 Behälter übereinandergestapelt werden. Die Höhe und Form des Grid kann je nach Lagersituation individuell gewählt werden, um z.B. vorhandene Säulen und Hindernisse in den...
Zur Optimierung seiner Logistikprozesse hat das Unternehmen Komsa im vergangenen Jahr am Stammsitz Hartmannsdorf auf einer Fläche von 675 m2 ein neues AutoStore-Kleinteilelager errichtet. Dicht neben und übereinander stapeln sich darin ca. 25.000 Kunststoffbehälter mit je 70 l Fassungsvermögen. Eine selbsttragende Aluminiumkonstruktion (Grid) unterteilt die Lagerfläche in rechteckige Felder. In jedem Feld können bis zu 16 Behälter übereinandergestapelt werden. Die Höhe und Form des Grid kann je nach Lagersituation individuell gewählt werden, um z.B. vorhandene Säulen und Hindernisse in den Lagerräumen zu integrieren. Auf dem Grid-Modul befinden sich die Fahrschienen für die Roboter. Diese können sich in zwei Richtungen bewegen und so jede Position im Grid erreichen, um Behälter aufzunehmen, zu transportieren und abzusetzen. Über neun Kommissioniermodule, die an den Seiten des AutoStore-Systems installiert sind, werden die Behälter mit dem gewünschten Lagergut an die Kommissionierer übergeben. Die Rückführung der Behälter nach Entnahme des Lagerguts wird durch die Roboter schnell und vollautomatisch durchgeführt.
Brandbedingte Störungen sind ein No-Go
Neben dem Personen- Umwelt- und Sachschutz wurde bei der Festlegung der Schutzziele insbesondere Wert auf die Minimierung von brandbedingten Störungen gelegt. Prozesse sollen störungsfrei laufen und die Lieferfähigkeit soll erhalten bleiben. „Bereits bei der Planung des Lagers war uns klar, dass wir mit herkömmlichen Brandschutzeinrichtungen wie einer auf Sprinklertechnik basierenden Brandschutzlösung nicht zurechtkommen würden“, sagt Gernot Graebner, Supply Chain Manager bei Komsa. „Bei einem etwaigen Löschvorgang mit Wasser kann ein Erreichen der definierten Schutzziele nicht gewährleistet werden“, erklärt dazu Wagner-Projektleiter Thomas Niemetz. „Das AutoStoreLager ist nicht wie ein konventionelles Kleinteilelager in Gassen unterteilt, sondern sehr kompakt aufgebaut und komplett mit Behältern gefüllt. Im Brandfall erreicht das Löschwasser den Brandherd im schlimmsten Fall gar nicht erst, da die übereinander gestapelten Behälter dies verhindern. Man mag sich nicht ausmalen, in welcher Katastrophe das enden könnte.“
Und selbst im Falle einer erfolgreichen Löschung wären die Folgen verheerend. „Brandauswirkungen wie hohe Temperaturen und Rauch sowie Löschwasser würden unsere Waren kontaminieren und zerstören. Das führt zur Unterbrechung unserer Betriebsprozesse und in Konsequenz zum Ausfall unserer Lieferfähigkeit – für uns ein absolutes No-Go“, sagt Gernot Graebner. „So kamen wir schnell auf die aktive Brandvermeidungstechnologie ,OxyReduct‘ von Wagner.“
Brandschutzkonzept mit Sauerstoffreduzierung
Durch die eingesetzte aktive Brandvermeidung wird die Sauerstoffkonzentration im Schutzbereich des AutoStore-Systems dauerhaft auf ein den definierten Risiken entsprechendes Niveau abgesenkt. Die dazu benötigte „OxyReduct“-Anlage ist in einem Container installiert, der außerhalb der Logistikhalle platziert ist. Aus der Umgebungsluft erzeugt dort ein Generator in einem rein physikalischen Prozess Stickstoff, der durch ein Rohrsystem bedarfsweise in das Kleinteilelager eingeleitet wird. Hier verteilt sich der Stickstoff homogen und bildet so die sauerstoffreduzierte Schutzatmosphäre.
Als Basis der VdS-zertifizierten Lösung mit „OxyReduct“ sind „Titanus“-Ansaugrauchmelder zur Brandfrüherkennung installiert. Hochsensibel und täuschungsalarmsicher detektieren sie bereits geringste Mengen von Rauchpartikeln. So kann z.B. durch ein sofortiges Abschalten der Energiezufuhr eine Rauchkontamination minimiert werden, die bei elektrisch gestützten Schwelbränden auftreten kann. „Durch die Kombination von ,OxyReduct‘ und ,Titanus‘ ergibt sich ein maximales Schutzlevel, was absolut im Sinne des Kunden ist“, so Thomas Niemetz.
Frank Werner, Projektmanager bei Komsa, bestätigt: „Für uns ist entscheidend, dass wir durch die individuelle Brandschutzlösung von Wagner das Risiko einer brandbedingten Störung extrem minimieren können.“
Ein Brandschutz, der mitwächst
Ebenfalls positiv: „OxyReduct“ ist skalierbar – ein Vorteil, der sich bereits in nicht allzu ferner Zukunft bemerkbar machen könnte. Denn die Digitalisierung ist allerorts im vollen Gange. Entsprechend begehrt sind die bei Komsa eingelagerten Waren, die Nachfrage steigt kontinuierlich. „Mit dem AutoStore-System haben wir eine sehr flexible und mitwachsende Lagerlösung geschaffen. Wir brauchen nur die Aluminiumkonstruktion zu erweitern und zusätzliche Roboter einzusetzen, schon kann die Lagerkapazität verdoppelt werden“, sagt Frank Werner.
„Und genauso leicht kann der Brandschutz mitwachsen“, ergänzt Thomas Niemetz. „Wächst das AutoStore-System, kann unsere Brandschutzlösung problemlos angepasst werden und bietet somit jederzeit optimalen Schutz.“
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