Pumpensysteme für den Tivoli-Neubau

Fußball-Mythos mit energieeffizienter Technik

Profifußball auf solider wirtschaftlicher Basis ist ohne die Möglichkeiten moder­­ner Stadien kaum noch denkbar. Gefragt sind emotionale Live-Atmo­sphäre, aber auch zeitgemäßer Komfort und ein vielfältiges Business-Angebot. Besonders gelungen wirkt diese Verbin­dung im Neubau des Tivoli an der Aachener Soers. Zur Ausstattung des Stadions gehört eine moderne Gebäude­technik mit effizienten Pumpen­systemen.

Kaum ein Fußballclub wird so eng mit seinem Stadion identifiziert wie Alemannia Aachen. Der „Tivoli“ ist in acht Jahrzehnten zur Kultstätte geworden, der Name steht für Tradition, begeisterte Fans und eine einmalige Stadion-Atmosphäre. Als die Entscheidung fiel, die in die Jahre gekommene Spielstätte aus den 1920er Jahren durch einen Neubau zu ersetzen, taten die Verantwortlichen alles, um den Mythos Tivoli auch im neuen Stadion zu erhalten – „eng, steil, laut und gelb“ lautete die Devise. So entschied man sich für ein Einrang­stadion mit hohem Stehplatzanteil und engem Kontakt zu Spielfeld...
Kaum ein Fußballclub wird so eng mit seinem Stadion identifiziert wie Alemannia Aachen. Der „Tivoli“ ist in acht Jahrzehnten zur Kultstätte geworden, der Name steht für Tradition, begeisterte Fans und eine einmalige Stadion-Atmosphäre. Als die Entscheidung fiel, die in die Jahre gekommene Spielstätte aus den 1920er Jahren durch einen Neubau zu ersetzen, taten die Verantwortlichen alles, um den Mythos Tivoli auch im neuen Stadion zu erhalten – „eng, steil, laut und gelb“ lautete die Devise. So entschied man sich für ein Einrang­stadion mit hohem Stehplatzanteil und engem Kontakt zu Spielfeld und Spielern. Die neue Arena entstand unweit der alten Spielstätte im Sportpark Soers, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gelände des international bekannten Reitturniers CHIO. Der erste Spatenstich für das 50 Mio. €-Projekt erfolgte im Mai 2008. Nach nur 15 Monaten Bauzeit wurde der neue Tivoli am 18. August 2009 eröffnet. Die Konstruktion mit gelben Trapezblechen auf schwarzem Stahlgerüst kennzeichnet das Stadion schon von außen als neue Heimat der Alemannia. Der neue Tivoli fasst knapp 33 000 Zuschauer und hat mit über 11 000 Stehplätzen eine deutlich höhere Stehplatz­quote als vergleichbare Stadien. Insbesondere die Südtribüne, der „Bitburger Wall“ mit 10 000 Stehplätzen, sorgt bei Heim­spielen für die traditionelle Alemannia-Stimmung. Die Haupttribüne auf der Westseite verfügt über 1348 komfortable Business Seats mit bestem Blick aufs Spielfeld und Zugang zum Business-Club, einer rund 2000 m2 großen Lounge mit Glasfronten und Terrasse zum Spielfeld. Auf der Ebene darüber fügt sich ein Logengürtel nahtlos in das Gesamtbild des Stadions ein. Er umfasst 28 exklusive Logen für jeweils zwölf Besucher, dazu zwei Eventlogen mit 30 bzw. 63 m2, ein gläsernes TV-Studio sowie weitere Räumlich­keiten für Vorträge und Konferenzen. Die gegen­überliegende Osttribüne beherbergt den Alemannia-Shop und die 300 m2 große Fankneipe „Klömpchensklub“, die nicht nur an Spiel­tagen ein gut besuchter Treffpunkt für Alemannia-Anhänger ist.

Neueste Gebäudetechnik

Die gebäudetechnische Ausstattung des Tivoli ist technisch gesehen auf dem aktuellen Stand, insbesondere im Hinblick auf die optimale Energieausnutzung, zu der auch hoch­effiziente Pumpensysteme von Grundfos beitragen. Realisiert wurden die Gewerke Heizung und Sanitär von Zilisch Sanitär, Heizungs-, Kälte- und Lüftungstechnik, Ahaus, einem Fach­unter­nehmen, das langjährige Erfahrung in der Gebäudetechnik von Gewerbebauten, Wohn- und Geschäfts­häusern sowie öffentlichen Bauvorhaben unterschiedlicher Größe hat. Die Wärmeversorgung bezieht das Stadion aus dem Fernwärmenetz des lokalen Energie­versorgers über eine neu errichtete Fernwärme-Übergabestation, die eine Wärmeleistung von 3000 kW bereitstellt. Die heizungstechnische Anlage ist als Pumpenwarmwasser-Zweirohrsystem ausgeführt. In allen Räumen des Stadions sind Heizkörper mit vorein­stell­baren Thermostatventilen installiert. Ein Teil der Räume, vor allem Dusch- und Umkleide­bereiche, Kinderhort und Fanshop, wird mit einer Fußbodenheizung versorgt. Außer­dem versorgt eine dynamische Heizung Lüftungsregister an verschiedenen Standorten, so etwa in Fluren und Technikräumen.

 

Hocheffiziente

Pumpensysteme

Die Hauptheizungsverteilung befindet sich in der TGA-Zentrale unter der Westtribüne. Hier werden über Vorlauf- und Rücklauf­sammler acht Heizungsgruppen mit Wärme­leistungen zwischen 50 und 1200 kW eingespeist. Die Wärmeversorgung erfolgt durch hocheffiziente Grundfos-Pumpen der Baureihen „TPE“ und „Magna“, die differenzdruck­abhängig geregelt werden.

Für die Versorgung der Heizkörper in den Tribünenbereichen, bei denen eine Förderleistung von über 25 m³/h bei einer Förderhöhe von 8 bzw. 10 m erforderlich ist, sind zwei Inlinepumpen vom Typ „TPE 65-180/2-S“ mit werkseitig montier­tem Differenzdrucksensor im Einsatz. Diese einstufigen, vertikalen Trockenläuferpumpen zeichnen sich durch geringen Energieverbrauch und einfache Installation und Wartung aus, außerdem können Pumpen dieser Baureihe mit allen gebäudeleittechnischen Systemen kommunizieren.

Bei den übrigen Heizungsgruppen, etwa für Warmwasser, Fuß­bodenheizung und Versorgung der Lüftungsregister, sind „Magna“-Pumpen im Einsatz. Pumpen dieser Baureihe mit ­Energieeffizienzlabel A registrieren mit der AutoAdapt-Technologie die Anlagenbedingungen und passen ihre Regelkennlinie permanent selbsttätig an, arbei­ten also immer mit optimaler Energieausnutzung. In der Haupt­heizungsverteilung des Tivoli sind die Modelle „Magna 25-60, 32-120F“ und „65-80F“ installiert, die ausgelegten Förder­ströme liegen hier zwischen 1,3 und 16,6 m³/h, bei Förderhöhen zwischen 4,5 und 10,2 m.

Im Bereich der Osttribüne verteilt eine Heizungsunterstation die Wärmeversorgung noch einmal auf fünf Heizkreise für die in diesem Gebäudeteil gelegenen Räume, vor allem Alemannia-Shop und Fankneipe. Hier sind Grundfos Hocheffizienzpumpen vom Typ „Magna 25-60“ installiert. Eine weitere Unterverteilung gibt es bei der dynamischen Heizung im Bereich der Haupttribüne. Hier versorgen noch einmal sechs „Magna 25-60“ und zwei kleinere Hocheffizienzpumpen der Baureihe „Alpha2“ die Heizkreise für Empfangs­bereich, Umkleiden, Logen und Spülküchen.


Rasen perfekt beheizt

Auch beim Allerheiligsten des Tivoli, dem Rasen des Hauptplatzes, spielen Grundfos-Pumpen eine entscheidende Rolle. Eine leistungsfähige Pumpenwarmwasserheizung hält den Rasen auch bei winterlichen Temperaturen in perfektem Zustand. Sie wird mit Hilfe eines mobilen Rasenfühlers gesteuert und bei Temperaturen unter 8 °C ca. drei bis vier Tage vor Spielbeginn in Betrieb genommen. Das System mit 1200 kW-Plattenwärmetauscher und zwei 500 l-Druckausdehnungsgefäßen ist mit einem Wasser-Glykol-Gemisch gefüllt, um ein Einfrieren zu verhindern. Für die Umwälzung sorgt eine elektronisch geregelte Grundfos Hocheffizienzpumpe „TPE 80-120/2-S“ mit Differenz­drucksensor, die für eine Förderleistung von 52 m³/h bei 4,5 m Höhe ausgelegt ist. Die Anlage für die Rasen­heizung ist in der TGA-Zentrale unter der Haupttribüne untergebracht.

In Kaltwasseranlagen und Entwässerung des Aachener Tivoli sind ebenfalls Pumpen­systeme von Grundfos im Einsatz. Das Gelände besitzt rund um das Stadion vier Überflur­hydranten, von denen zwei über eine Druckerhöhungsanlage (DEA) gespeist werden. Hier ist eine Anlage vom Typ „Hydro MPC-S2CR90-3“ in Verbindung mit einem 1500 l fassenden Vorlage­behälter „VB 1500E“ installiert. Diese hocheffiziente DEA neuester Generation ist mit zwei vertikalen „CR-90“-Kreiselpumpen ausgestattet, die druckabhängig kaskadenförmig zu- bzw. abgeschaltet werden. Die Anlage hat eine Leistung von bis zu 240 m³/h Förderstrom bzw. 103 m Förderhöhe. Sie ver­fügt über eine integrierte Energie­sparfunktion und sorgt selbst­tätig für eine ständige Optimierung des Wirkungsgrades. Das Steuer­gerät mit großem Grafikdisplay und übersichtlicher Menü­führung erlaubt eine einfache Bedienung, die zudem auch zen­tral per Netzwerk über normale Web­browser ohne Zusatzpro­gramme möglich ist.

In einem kleineren Nebengebäude auf der Nordwestseite des Tivoli, das als Gästeeingang dient, ist die zentrale Ver- und Ent­sorgung der Sprinkleranlage untergebracht. Regel­mäßige Über­prüfungen mit Probebetrieb der Anlage erfordern hier eine leistungs­fähige Entwässerung. Das gesamte Gebäude mit Boden­einläufen wird über einen Pumpen­sumpf entwässert, in dem zwei Grundfos-Schmutz­wasserpumpen vom Typ „Unilift AP“ ins­talliert sind, ein robuster Pumpentyp, der auch Abwasser mit gröberen Schmutzstoffen und langfaserigen Beimengungen fördert. Ein zweiter, kleinerer Pumpensumpf, ebenfalls mit einer „Unilift AP“-Tauchpumpe, pumpt das Abwasser in den größeren, um eine längere Wegstrecke im Gebäude zu überbrücken. Die Druckleitung der Entwässerung wird über einen im Außenbereich liegenden Medientunnel mit Begleitheizung in die Schmutzwasser­leitung eingeleitet.

 

Erfolgreiche Baustelle

Es war „eine erfolg­reiche Baustelle, auf der allen die Arbeit Spaß gemacht hat“, wie es der für das gesamte Projekt ­verant­wortliche Bauingenieur Stephan van der Kooi zur Eröffnung auf den Punkt brachte. Dazu gehört auch, dass nicht nur der Zeitplan, sondern auch das Budget der Großbaustelle eingehalten wurde. Und auch die Alemannia-Fans haben ihren neuen „Kultkasten“ längst ins Herz geschlossen, in dem in der gestarteten Saison 2011/2012 in der 2. Bundesliga möglichst bald mit einer Aufholfjagd auf die forderen Tabellenplätze begonnen werden soll. ⇥n

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