Pumpensysteme für den Tivoli-Neubau
Fußball-Mythos mit energieeffizienter TechnikProfifußball auf solider wirtschaftlicher Basis ist ohne die Möglichkeiten moderner Stadien kaum noch denkbar. Gefragt sind emotionale Live-Atmosphäre, aber auch zeitgemäßer Komfort und ein vielfältiges Business-Angebot. Besonders gelungen wirkt diese Verbindung im Neubau des Tivoli an der Aachener Soers. Zur Ausstattung des Stadions gehört eine moderne Gebäudetechnik mit effizienten Pumpensystemen.
Neueste Gebäudetechnik
Die gebäudetechnische Ausstattung des Tivoli ist technisch gesehen auf dem aktuellen Stand, insbesondere im Hinblick auf die optimale Energieausnutzung, zu der auch hocheffiziente Pumpensysteme von Grundfos beitragen. Realisiert wurden die Gewerke Heizung und Sanitär von Zilisch Sanitär, Heizungs-, Kälte- und Lüftungstechnik, Ahaus, einem Fachunternehmen, das langjährige Erfahrung in der Gebäudetechnik von Gewerbebauten, Wohn- und Geschäftshäusern sowie öffentlichen Bauvorhaben unterschiedlicher Größe hat. Die Wärmeversorgung bezieht das Stadion aus dem Fernwärmenetz des lokalen Energieversorgers über eine neu errichtete Fernwärme-Übergabestation, die eine Wärmeleistung von 3000 kW bereitstellt. Die heizungstechnische Anlage ist als Pumpenwarmwasser-Zweirohrsystem ausgeführt. In allen Räumen des Stadions sind Heizkörper mit voreinstellbaren Thermostatventilen installiert. Ein Teil der Räume, vor allem Dusch- und Umkleidebereiche, Kinderhort und Fanshop, wird mit einer Fußbodenheizung versorgt. Außerdem versorgt eine dynamische Heizung Lüftungsregister an verschiedenen Standorten, so etwa in Fluren und Technikräumen.
Hocheffiziente
Pumpensysteme
Die Hauptheizungsverteilung befindet sich in der TGA-Zentrale unter der Westtribüne. Hier werden über Vorlauf- und Rücklaufsammler acht Heizungsgruppen mit Wärmeleistungen zwischen 50 und 1200 kW eingespeist. Die Wärmeversorgung erfolgt durch hocheffiziente Grundfos-Pumpen der Baureihen „TPE“ und „Magna“, die differenzdruckabhängig geregelt werden.
Für die Versorgung der Heizkörper in den Tribünenbereichen, bei denen eine Förderleistung von über 25 m³/h bei einer Förderhöhe von 8 bzw. 10 m erforderlich ist, sind zwei Inlinepumpen vom Typ „TPE 65-180/2-S“ mit werkseitig montiertem Differenzdrucksensor im Einsatz. Diese einstufigen, vertikalen Trockenläuferpumpen zeichnen sich durch geringen Energieverbrauch und einfache Installation und Wartung aus, außerdem können Pumpen dieser Baureihe mit allen gebäudeleittechnischen Systemen kommunizieren.
Bei den übrigen Heizungsgruppen, etwa für Warmwasser, Fußbodenheizung und Versorgung der Lüftungsregister, sind „Magna“-Pumpen im Einsatz. Pumpen dieser Baureihe mit Energieeffizienzlabel A registrieren mit der AutoAdapt-Technologie die Anlagenbedingungen und passen ihre Regelkennlinie permanent selbsttätig an, arbeiten also immer mit optimaler Energieausnutzung. In der Hauptheizungsverteilung des Tivoli sind die Modelle „Magna 25-60, 32-120F“ und „65-80F“ installiert, die ausgelegten Förderströme liegen hier zwischen 1,3 und 16,6 m³/h, bei Förderhöhen zwischen 4,5 und 10,2 m.
Im Bereich der Osttribüne verteilt eine Heizungsunterstation die Wärmeversorgung noch einmal auf fünf Heizkreise für die in diesem Gebäudeteil gelegenen Räume, vor allem Alemannia-Shop und Fankneipe. Hier sind Grundfos Hocheffizienzpumpen vom Typ „Magna 25-60“ installiert. Eine weitere Unterverteilung gibt es bei der dynamischen Heizung im Bereich der Haupttribüne. Hier versorgen noch einmal sechs „Magna 25-60“ und zwei kleinere Hocheffizienzpumpen der Baureihe „Alpha2“ die Heizkreise für Empfangsbereich, Umkleiden, Logen und Spülküchen.
Rasen perfekt beheizt
Auch beim Allerheiligsten des Tivoli, dem Rasen des Hauptplatzes, spielen Grundfos-Pumpen eine entscheidende Rolle. Eine leistungsfähige Pumpenwarmwasserheizung hält den Rasen auch bei winterlichen Temperaturen in perfektem Zustand. Sie wird mit Hilfe eines mobilen Rasenfühlers gesteuert und bei Temperaturen unter 8 °C ca. drei bis vier Tage vor Spielbeginn in Betrieb genommen. Das System mit 1200 kW-Plattenwärmetauscher und zwei 500 l-Druckausdehnungsgefäßen ist mit einem Wasser-Glykol-Gemisch gefüllt, um ein Einfrieren zu verhindern. Für die Umwälzung sorgt eine elektronisch geregelte Grundfos Hocheffizienzpumpe „TPE 80-120/2-S“ mit Differenzdrucksensor, die für eine Förderleistung von 52 m³/h bei 4,5 m Höhe ausgelegt ist. Die Anlage für die Rasenheizung ist in der TGA-Zentrale unter der Haupttribüne untergebracht.
In Kaltwasseranlagen und Entwässerung des Aachener Tivoli sind ebenfalls Pumpensysteme von Grundfos im Einsatz. Das Gelände besitzt rund um das Stadion vier Überflurhydranten, von denen zwei über eine Druckerhöhungsanlage (DEA) gespeist werden. Hier ist eine Anlage vom Typ „Hydro MPC-S2CR90-3“ in Verbindung mit einem 1500 l fassenden Vorlagebehälter „VB 1500E“ installiert. Diese hocheffiziente DEA neuester Generation ist mit zwei vertikalen „CR-90“-Kreiselpumpen ausgestattet, die druckabhängig kaskadenförmig zu- bzw. abgeschaltet werden. Die Anlage hat eine Leistung von bis zu 240 m³/h Förderstrom bzw. 103 m Förderhöhe. Sie verfügt über eine integrierte Energiesparfunktion und sorgt selbsttätig für eine ständige Optimierung des Wirkungsgrades. Das Steuergerät mit großem Grafikdisplay und übersichtlicher Menüführung erlaubt eine einfache Bedienung, die zudem auch zentral per Netzwerk über normale Webbrowser ohne Zusatzprogramme möglich ist.
In einem kleineren Nebengebäude auf der Nordwestseite des Tivoli, das als Gästeeingang dient, ist die zentrale Ver- und Entsorgung der Sprinkleranlage untergebracht. Regelmäßige Überprüfungen mit Probebetrieb der Anlage erfordern hier eine leistungsfähige Entwässerung. Das gesamte Gebäude mit Bodeneinläufen wird über einen Pumpensumpf entwässert, in dem zwei Grundfos-Schmutzwasserpumpen vom Typ „Unilift AP“ installiert sind, ein robuster Pumpentyp, der auch Abwasser mit gröberen Schmutzstoffen und langfaserigen Beimengungen fördert. Ein zweiter, kleinerer Pumpensumpf, ebenfalls mit einer „Unilift AP“-Tauchpumpe, pumpt das Abwasser in den größeren, um eine längere Wegstrecke im Gebäude zu überbrücken. Die Druckleitung der Entwässerung wird über einen im Außenbereich liegenden Medientunnel mit Begleitheizung in die Schmutzwasserleitung eingeleitet.
Erfolgreiche Baustelle
Es war „eine erfolgreiche Baustelle, auf der allen die Arbeit Spaß gemacht hat“, wie es der für das gesamte Projekt verantwortliche Bauingenieur Stephan van der Kooi zur Eröffnung auf den Punkt brachte. Dazu gehört auch, dass nicht nur der Zeitplan, sondern auch das Budget der Großbaustelle eingehalten wurde. Und auch die Alemannia-Fans haben ihren neuen „Kultkasten“ längst ins Herz geschlossen, in dem in der gestarteten Saison 2011/2012 in der 2. Bundesliga möglichst bald mit einer Aufholfjagd auf die forderen Tabellenplätze begonnen werden soll. ⇥n
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