Optimale Wärmeverteilung in Halle 32
Deckenstrahlplatten für eine umgebaute WerkshalleNeu in altem Gewand – das trifft auf die „Halle 32“ in Gummersbach zu. Aus der Werkshalle nebst Gelbgießerei auf dem Steinmüllergelände entstand ein Kultur- und Veranstaltungszentrum, das sein bauliches Erbe nicht verleugnet. Die technische Gebäudeausstattung allerdings präsentiert sich in jeder Beziehung zeitgemäß – inklusive Deckenstrahlheizung.
Kontraste als Gestaltungsmerkmal
Die Umsetzung des Projekts lag in den Händen des Architekturbüros Heinrich Böll aus Essen und der DTF Ingenieure GmbH aus Velbert, die für die technische Gebäudeausrüstung zuständig war. Der zukünftigen Nutzung entsprechend standen zunächst umfangreiche Abbruch- und Rohbauarbeiten im Inneren an. Neben dem Küchentrakt, den sanitären Anlagen, Technikräumen und dem Seminarbereich wurde auch der nördliche Hallenteil abgetrennt. Dort können auf einer Studiobühne kleinere Veranstaltungen präsentiert werden. Am Dach zeigt sich die Kombination von alter und neuer Bausubstanz – das Tragwerk konnte erhalten werden, die Eindeckung hat man erneuert, die Lichtbänder neu verglast. Die Stahlprofile, die z. B. die Halle in Längsrichtung teilen bzw. die Galerie tragen, bis hin zu den beiden Krananlagen blieben ebenso als prägende Elemente erhalten wie die Backsteinfront.
Die Halle weist bei einer Länge von 95,15 m und einer Breite von 21,18 m eine Grundfläche von 1909 m² auf. Die Gebäudehöhe wird mit 8,35 m angegeben. Durch die geschickte Aufteilung und Integration neuer Innenräume stehen Raumgrößen von 20 bis 855 m² für Veranstaltungen jeder Art zur Verfügung. Moderne Veranstaltungs- und Tagungstechnik sowie eine gastronomische Rundumversorgung gestatten die multifunktionale Nutzung. Das Projekt wurde mit 4,1 Mio. € Fördergeldern aus den Töpfen der Regionale 2010 bedacht, dem Strukturförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, so dass 80 % der Kosten für das Veranstaltungszentrum gedeckt wurden. Auf den TGA-Bereich entfielen ca. 780 000 €.
Technische Details der Halle
Die Halle verfügt über eine Lüftungsanlage, die dreimal 10 000 m³/h in die Halle fördern kann, und die je nach Größe der Veranstaltung bedarfsgerecht betrieben wird. Die Wärmebereitstellung erfolgt per Fernwärme; als Wärmebedarf insgesamt wurden 400 kW ermittelt. Davon entfallen ca. 80 kW auf die Deckenstrahlheizung in der Halle. Für alle anderen Räume setzte man Radiatoren ein. DTF Ingenieure arbeitete in Sachen Hallenheizung mit der Best GmbH zusammen, mit der man schon einige Projekte realisiert hatte.
„Diese Art der Wärmeabgabe weist zahlreiche Vorteile auf“, konstatiert Markus Rasch von DTF Ingenieure. „Sie gilt als äußerst effizient und weist kurze Reaktionszeiten auf. Zudem wird diese Art der Heizung durch die Strahlungswärme als sehr angenehm empfunden.“ Die Deckenstrahlplatten wurden relativ nah unter der Decke montiert, um in der Halle Platz für die Veranstaltungstechnik frei zu halten.
Jeweils zwei Heizungsbänder sind zusammengefasst: Der Vorlaufanschluss befindet sich am ersten Band, die Verbindungsleitung zum zweiten Band und der Rücklaufanschluss am Ende. Durch diese Anordnung ergibt sich eine gleichmäßige Längengenausdehnung. Andernfalls könnte das Aufheizen bei über 50 m langen Heizungsbändern zu Verkrümmungen führen.
Wärme von oben
Die genaue Auslegung hat Best aufgrund der übermittelten Daten erstellt: Die Vorlauftemperatur liegt bei 70 °C, die Rücklauftemperatur bei 50 °C. Als Raumtemperatur wurde 18 °C angesetzt. Die Gesamtleistung der Deckenstrahlplatten wird mit 78,8 kW angegeben. Zum Einsatz kam die Deckenstrahlplatte „DSP mini 28“, die sich für solche großen und hohen Räumlichkeiten hervorragend eignet.
Die Elemente werden aus 1,20 mm Stahlblech und innen liegenden verschweißten ¾ “-Präzisionsrohren gefertigt. Ihre plane Sichtfläche ist ohne vorstehende Rohraufnahmemulde dezent längsprofiliert, wobei für die Halle 32 die gelochte Ausführung der 900 mm breiten Platten gewählt wurde. Um die Wärmeverluste nach oben zu minimieren, wird werkseitig eine 40 mm starke Dämmschicht eingelegt.
Die Aufhängung erfolgt an den eingeschweißten Querstegen. Die Anbindung an die Heizanlage wird mit stirnseitigen Anschlusskästen mit 2 x 1“-Anschlüssen realisiert, dazu kommt eine Entleerung bzw. Entlüftung. Der maximale Betriebsdruck wird mit 10 bar angegeben.
Die beiden längsten Bänder, zusammengesetzt aus einzelnen Segmenten, weisen jeweils 55 m auf. Die anderen neun wurden ihrer Platzierung entsprechend zwischen 3,70 und 20 m gefertigt, insgesamt wurden 225,10 m installiert. Diese objektspezifische Auslegung garantiert eine optimale Wärmeabgabe, die den baulichen Gegebenheiten Rechnung trägt. Im Fall der Halle 32 waren z. B. verschiedene Deckenöffnungen zu berücksichtigen, die nicht von den Deckenstrahlplatten verdeckt werden sollten, etwa für die Lüftung. Die in Grau lackierten Deckenstrahlplatten wurden schräg aufgehängt, parallel zur Deckenneigung. Sie verlaufen unterhalb der lasttragenden Stahlprofile und konnten aufgrund der geringen Bauhöhe von 50 mm durch die Verstrebungen geführt werden. Auf diese Weise bilden sie zusammen mit der Dachkonstruktion ein gestalterisches Element, das den Bezug zur alten Bausubstanz herstellt.
„Für die Umsetzung unseres kulturellen Angebots ist es von großem Vorteil, dass in der Halle selbst keine Heizkörper eingebaut wurden“, stellt Martin Kuchejda, Vorstand der Kulturbetriebe der Stadt Gummersbach, fest. „Damit sind wir vollkommen frei in der Nutzung.“
Fazit
Die Halle 32 bietet ein vielfältiges Angebot an Veranstaltungen. Ihre technischen Komponenten einschließlich der Deckenstrahlheizung stellen in jedem Fall hervorragende Rahmenbedingungen sicher.
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