Mehr Primärenergie als benötigt
Erfahrungen mit einem Energie-Plus-HausArchitektonisch sticht der Neubau in der hessischen Stadt Aßlar gleich ins Auge – doch das Einfamilienhaus von Rico und Anja Müller hat auch besondere „innere“ Werte. Innovative Heiztechnik, sparsame Haushaltsgeräte und zukunftsweisende technische Lösungen sorgen dafür, dass dieses Gebäude übers Jahr gerechnet mehr Energie bereitstellt als die Bewohner benötigen. Das trägt zum Klimaschutz bei und freut den Eigentümer, denn die positive Bilanz seines Energie-Plus-Hauses entlastet die Haushaltskasse erheblich.
Primärenergi...
Primärenergieüberschuss von 1750 kWh
Inzwischen wohnt Familie Müller seit mehr als einem Jahr in dem Neubau – und die Erwartungen wurden vollkommen erfüllt. Die Wärmepumpe arbeitet mit einer geringen Taktung, etwa 30 % des Strombedarfs im Haushalt und für die Wärmepumpe wurden von der Photovoltaikanlage gedeckt. Während eines Jahres – von Januar bis Dezember 2013 – hat das Energie-Plus-Haus einen Primärenergieüberschuss von rund 1750 kWh erreicht.
Vorgabe des Bauherrn war ein Neubau, der mindestens den KfW70-Standard erfüllt. „Die optimale Dämmung des Gebäudes senkt den Energiebedarf und damit auch die Kosten“, erklärt Rico Müller. Der Primärenergiebedarf nach EnEV beträgt 32,5 kWh/m²a. Bei der Entscheidung über das Heizsystem fiel die Wahl auf die Luft-/Wasser-Wärmepumpe „Logatherm WPL 8 IK“ von Buderus zur Innenaufstellung mit einer Leistung von 8 kW und einer Jahresarbeitszahl von 3,5.
Diese Jahresarbeitszahl für die Heizung und die Warmwasserbereitung hat sich in der Praxis bestätigt. In der Übergangszeit und in den Wintermonaten ist auch der wasserführende Kaminofen „Logastyle 20 W“ in Betrieb und unterstützt die Trinkwassererwärmung sowie die Heizung. Ein Pufferspeicher mit Schichtenladesystem stellt die optimale Einbindung von Wärmeerzeugern und Verbrauchern sicher, die Frischwasserstation sorgt für eine hygienische Trinkwassererwärmung im Durchfluss.
Strom aus der PV-Anlage
Zentrale Komponente des Energiekonzeptes ist die 39 m2 große Photovoltaikanlage mit PV-Modulen von Buderus. Sie leistet 5,88 kWp und dient primär zur Eigenversorgung der stromverbrauchenden Geräte im Neubau von Familie Müller. Die monokristallinen Module wurden auf dem Flachdach durchdringungsfrei mithilfe von beschwerten Kunststoffwannen installiert. Die gute Zugänglichkeit erleichterte die Montage. In dem abgestimmten Paket für den Neubau waren alle erforderlichen Komponenten und der passende Wechselrichter enthalten.
„Mit der Regelung ,Logamatic 4000‘ und dem Funktionsmodul ,FM444‘ können wir sicher sein, dass alle Wärmeerzeuger und Verbraucher optimal aufeinander abgestimmt sind“, unterstreicht Rico Müller. So lassen sich der Strombedarf für die Wärmepumpe und die regenerative Stromerzeugung durch die PV-Anlage zeitlich besser in Einklang bringen – dadurch wird eine hohe Eigennutzung des selbst erzeugten Stroms erreicht.
Erzeugung und Nutzung in Einklang bringen
Gerade dieser Aspekt stand bei der Planung des Systems und der Anlagenhydraulik im Fokus. Die PV-Anlage erzielt tagsüber den höchsten Ertrag – doch während dieser Zeit sind die Bewohner nicht zuhause, der Bedarf ist also vergleichsweise gering. Durch die Funktionen des Regelungsmoduls „FM444“ läuft die Wärmepumpe nur zwischen 8 und 20 Uhr, insbesondere die Nachladung für die Trinkwassererwärmung auf das höchste Temperaturniveau ist auf die Mittagszeit begrenzt. In der Nacht wird die benötigte Wärme dann durch den Pufferspeicher bereitgestellt. Daraus resultieren eine hohe Eigenstromnutzung und ein verbesserter COP der Wärmepumpe. Der 1250 l fassende Pufferspeicher wird durch die Wärmepumpe in zwei Temperaturebenen beladen: Das obere Drittel dient als Bereitschaftsteil für die Trinkwassererwärmung mit einem hohen, konstanten Temperaturniveau, das mittlere und untere Drittel haben als Bereitschaftsteil für die Raumheizung ein niedriges, gleitendes Temperaturniveau. „Wenn der Kaminofen mit dem Heizwasser-Wärmetauscher in Betrieb ist, wird der Pufferspeicher komplett beladen. Weil die Wärmeerzeuger das Gebäude jeweils alleine versorgen können, ist die Wärmepumpe bei Kaminofenbetrieb gesperrt“, erklärt Rico Müller.
Angesichts der niedrigen Vorlauftemperatur von maximal 35 °C wurde in dem Neubau in allen Wohn- und Nutzräumen Fußbodenheizung verlegt – insgesamt 1400 m Leitungen. Der Verlegeabstand beträgt größtenteils 10 cm, in den Bädern 7 cm und in den Fluren 15 cm. Der einzige Heizkörper befindet sich in der Garage.
Mit Sicherheit im Plus
Neben dem Wohnkomfort und der Energieeffizienz wurde in dem Neubau auch großer Wert auf die Sicherheit der Bewohner gelegt. Funkvernetzte Rauchmelder von Bosch lösen im Brandfall nicht nur schnell aus, sondern kommunizieren untereinander. Im Falle eines Falles werden also alle Personen im gesamten Gebäude gewarnt und können rechtzeitig ins Freie gelangen. Zusätzlich haben die Rauchmelder eine Leuchtdiode, die sogar bei Stromausfall in Richtung Fluchtweg leuchtet.
Und noch ein deutliches Plus ist für Familie Müller spürbar: Im Vergleich zu einem Neubau ohne Energie-Plus-Haus-Technik von Buderus und nur mit einer Wärmepumpe bedeutet das mehr als 1000 € geringere Energiekosten im Jahr, was das Haushaltsbudget deutlich entlastet.
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