Lüftungslösung für eine Kita

Kompaktlüftungsgeräte und Einzelanschluss-Luftverteilung

Ein gesundes Raumklima und die Erfüllung des geforderten Luftwechsels waren die Planungsziele für das Lüftungssystem im Neubau einer Kindertagesstätte im norddeutschen Friedrichskoog. Die betreuten Kinder können dort den ganzen Tag spielen, ohne dass das Kita-Personal ständig die Fenster zum Lüften öffnen muss. Spielend einfach war auch die Installation des Luftverteilsystems für die Gruppen- und Nutzräume.

Die Gemeinde Friedrichskoog, ein Küstenort in der Ferienregion Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, stellt den Familien im Ort mit der Erweiterung der Kindertagesstätte „Wirbelwind“ eine Ganztagesbetreuung zur Verfügung. Der Neubau ist nach den geltenden Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet. Aus der luftdichten Bauweise ergab sich für die Gebäudetechnik die Planungsaufgabe, die kleinen Benutzer und das Kita-Personal den ganzen Tag mit frischer und vorgewärmter Luft zu versorgen. Dem Namen der Einrichtung nach sollte das Lüftungssystem allerdings nicht wie ein Wirbelwind durch...
Die Gemeinde Friedrichskoog, ein Küstenort in der Ferienregion Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, stellt den Familien im Ort mit der Erweiterung der Kindertagesstätte „Wirbelwind“ eine Ganztagesbetreuung zur Verfügung. Der Neubau ist nach den geltenden Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet. Aus der luftdichten Bauweise ergab sich für die Gebäudetechnik die Planungsaufgabe, die kleinen Benutzer und das Kita-Personal den ganzen Tag mit frischer und vorgewärmter Luft zu versorgen. Dem Namen der Einrichtung nach sollte das Lüftungssystem allerdings nicht wie ein Wirbelwind durch die Gruppenräume fegen, sondern zugfrei und geräuschlos die benötigten Luftmengen zu- und abführen. Doch auch ohne luftdichte Bauweise ließe sich durch die ganztägige Belegung über Fensterlüftung kein ausreichender Luftwechsel sicherstellen. Zu häufig und zu lange müssten dafür die Fenster geöffnet werden, um die nach den geltenden Regelwerken geforderten Mindestluftmengen erfüllen zu können. Die DIN EN 13779 „Lüftung von Nichtwohngebäuden – Allgemeine Grundlagen und Anforderungen an Lüftungs- und Klimaanlagen und Raumkühlsysteme“ legt für Gebäude dieser Nutzungsart einen mittleren Mindestaußenluftvolumenstrom von 30 m³/(h x Person) fest.

Frische Luft mit Kompaktlüftungsgeräten

Gelöst wurde die Lüftungsaufgabe für den Kita-Neubau „Wirbelwind“ mit zwei Komfortlüftungsgeräten der Baureihe „ValloPlus 800 SE“, die einen maximalen Gesamt-Zuluftvolumenstrom von
2 x 680 m³/h bereitstellen. Für die Ausführung der Lüftungsanlage war das Fachunternehmen Dethlefs GmbH aus Friedrichskoog verantwortlich. Der Fachbetrieb, der vier Monteure und zwei Azubis beschäftigt, ist im Gebiet von Friedrichskoog bis Brunsbüttel ein gefragter Partner für innovative Haustechniksysteme.

Ein Technikraum im Dachgeschoss der Kindertagesstätte dient als Lüftungszentrale. Die beiden Lüftungsgeräte versorgen im darunterliegenden Erdgeschoss die Krabbengruppe und die Seepferdchengruppe mit frischer und gefilterter Nordseeluft. Für eine pollen- und schadstofffreie Zuluft sorgen Filter der Klassen G4 und F7. Um ein ausreichendes Druckverhältnis zwischen den zu be- und entlüftenden Räumen und damit eine optimale Durchströmung des Gebäudes zu erzielen, sind die Abluftventilatoren bei gleicher Leistungsaufnahme für einen Volumenstrom von 790 m³/h ausgelegt. Damit erfüllen die Kompaktlüftungsgeräte die Forderung der DIN 1946-6, wonach der Abluftvolumenstrom größer als der Zuluftvolumenstrom gewählt werden soll.

Zum Einsatz von KWL-Syste­men besteht in Nichtwohngebäu­den ein grundsätzlicher Un­ter­schied zu Wohngebäuden: Durch Nutzungsbedingungen wie die Belegung mit großen Personenzahlen über längere Zeit­räume und durch den zu er­war­tenden Luftverbrauch ist für je­den Raum sowohl Abluft als auch Zuluft vorzusehen. Das mit Kompaktlüftungsgeräten des An­bieters Heinemann realisierte Lüftungssystem ist somit als Zen­tral-Lüftungsanlage ausge­führt.

Luftverteilung mit Einzelanschlussleitungen

Die Luftverteilung ist eine Kombination aus konventionellen Spiralfalzrohren und dem flexiblen Luftverteilsystem „ValloFlex Rondo“ aus dem Sortiment des Systemanbieters. Von den beiden KWL-Geräten führen zunächst Lüftungsrohre mit 200 und 160 mm Durchmesser zu schallgedämmten Luftverteilkästen. Für die Installation der Luftverteilung konnte der Platz innerhalb den Deckenabhängungen genutzt werden, die in den Fluren sowie in einem der Gruppenräume vorgesehen waren. Dort verlegten die Monteure flexible „ValloFlex“-Lüftungsrohre als Einzelanschlussleitungen zu den jeweiligen Zuluft- und Abluft-Ventilanschlusskästen. Die Ventilanschlussteile zur Aufnahme der Zuluft- und Abluftventile sind in den Wänden installiert. Sichtbar bleiben in den Räumen der Kindertagesstätte optisch ansprechende, aber unauffällige Zuluft- und Abluftgitter im Wandbereich unterhalb der Decke. In Räumen mit Deckenabhängung ist die Luftzu- und -abführung mit Decken-Ventilanschlussteilen und Tellerventilen ausgeführt.

Zeitsparende Montage mit flexiblen Lüftungsrohren

Durch die sternförmige Verlegung des Luftverteilsystems erhält jedes Ventil einen direkten Anschluss. Schallübertragungen von Raum zu Raum werden so verhindert. Deshalb werden bei diesem Luftverteilsystem auch keine Telefonie-Schalldämpfer benötigt. Je nach gefordertem Luftvolumenstrom werden die Ventilanschlusskästen mit einem oder zwei flexiblen Lüftungsrohren angeschlossen. Das verwendete „ValloFlex Rondo“-Rohrsystem ist ein speziell für die Lüftungstechnik hergestelltes flexibles Lüftungsrohr mit zweischichtigem Aufbau. Die glatte Innenhaut des Rohrmaterials aus geruchsneutralem PE ist antistatisch und mikrobenfest, um den hygienischen Anforderungen gerecht zu werden. Der Außenmantel des Lüftungsrohres ist gewellt und ermöglicht so eine leichte Verlegung auch mit engen Biegungen. „Durch die beinahe spielend einfache Verlegung der Lüftungsrohre konnte erheblich Montagezeit eingespart werden“, sagt Markus Dethlefs, einer von zwei Geschäftsführern der Dethlefs Sanitär- und Heiztechnik in Friedrichskoog. Der Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister setzt auf neue Technologien und Systeme; seine Mitarbeiter halten sich durch Schulungen und Fortbildungen auf dem aktuellen Stand.

Weil sich die Luftverteilung durch das Prinzip der Einzelanschluss­leitungen nicht verzweigt, kann das System auf einfache Weise gereinigt werden. Für die Verbindungen zwischen den Luftverteilkästen und den Ventilanschlusskästen brauchen keine unterschiedlichen Rohrdimensionen berücksichtigt werden. Bei der Anordnung der Zuluft- und Abluftventile achtete das verantwortliche Planungsbüro Pahl und Jacobsen darauf, dass eine gute Raumdurchströmung erzielt wird. So wurden in der Planung die Zu- und Abluftventile mit ausreichend großen Abständen untereinander und neben den Türbereichen so positioniert, dass die Luftströmung nicht durch Schränke oder Vorhänge behindert werden kann.

Bis zu 80 % WRG

Die Fenster können auch bei voller Belegung den ganzen Tag geschlossen bleiben, was be­son­ders bei kaltem und windigem Wetter dem Komfort und auch der Gesundheit der kleinen Schützlinge dient. Die Anpassung an den Luftwechselbedarf wird über einen Acht-Stufen-Regler eingestellt. Optional ist der Lüftungsbetrieb mit Regelungszubehör aus dem Heinemann-Sortiment auch über Feuchtefühler oder CO2-Füh­ler regelbar. Die Regelung ermöglicht auch individuelle Programme, um die Anlage zu be­stimmten Zeiten automatisch mit einem höheren Volumenstrom zu betreiben: „Damit kann etwa eingestellt werden, dass das Gebäude in den frühen Morgenstunden vor der Öffnung verstärkt durchgelüftet wird“, sagt Jan Rathsack, Fachberater der Heine­mann GmbH.

Das Lüftungssystem stellt in der Kindertagesstätte die per­ma­nente und zugfreie Zuführung von Frischluft sicher. Über die Kreuzgegenstrom-Wärmetauscher in den Lüftungsgeräten werden bis zu 80 % der Wärmeenergie wieder zurückgewon­nen. Damit spart die Gemeinde Friedrichskoog mit dem Komfortlüftungssystem jährlich auch einen erheblichen Betrag an Energie­kosten ein.

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